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am 30. April 2006
Eine ausgesprochen anregende Lektüre, die sehr anempfohlen werden kann.

Im Zentrum des Buches steht zwar ein moslemischer Dichter, und der islamische Ansatz zur Rechtfertigung Gottes ist der Ausgangspunkt der Überlegungen. Das Buch ist aber keine islamtheoretische Abhandlung, sondern viel breiter angelegt. Es wendet sich an anspruchsvolle Leser, die an Literaturgeschichte, Philosophie und, ja, auch an Theologie ein tiefergehendes Interesse haben.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Das liegt nicht am Schreibstil. Ganz im Gegenteil. Kermani schreibt elegant und argumentativ bestechend. Überflüssiges wird weggelassen. Die Ausdrucksweise ist treffend, präzise und prägnant.

Das heißt aber auch, daß man jeden Satz aufmerksam lesen muß. So manches Mal muß man zweimal lesen (ich zumindest), über das Gelesene nachdenken und den Inhalt sacken lassen, bevor man umblättert.

Dieses Buch zu lesen fordert also Zeit und Muße.

Man sollte es sich vornehmen, wenn man entspannt und geistig offen genug ist, um sich mit der Materie zu befassen. Und die ist schwierig genug.

Es geht um die Frage der Theodizee.

Kermani geht von dem persischen Dichter Attar des 12. Jahrhunderts aus, der das menschliche Leiden mit großer Eindringlichkeit beschreibt und dabei der Frage nachgeht, wie Gott es zulassen kann, daß ein solches Leiden auf der Welt existiert.

Dabei läßt es Kermani aber nicht bewenden, sondern zieht als Zeugen jüdische, christliche und atheistische Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart von Maimonides über Leibniz und Heinrich Heine bis hin zu Erich Fromm und Hans Jonas hinzu, um nur ein paar herausragende zu nennen. Er zitiert ihre Schriften und stellt dabei aufschlußreiche Parallelen zu dem Moslem Attar im 12.Jahrhundert fest, die er argumentativ sehr schlüssig darlegt. Mich haben die Verweise dazu angeregt, mehr zu lesen. Vor allem Heinrich Heine, der mit dem wunderbaren Satz zitiert wird: "Gottlob, daß ich jetzt wieder einen Gott habe, da kann ich mir doch im Übermaße des Schmerzes einige fluchende Gotteslästerungen erlauben; dem Atheisten ist eine solche Labung nicht vergönnt".

Kermani stellt folgende Attribute Gottes fest: Güte, Allmacht und Erkennbarkeit. Dem Attribut Allmacht ist der besprochene Band gewidmet. Muß man seine Dissertation mit dem wunderbaren Titel "Gott ist schön" (die erheblich akademischer abgefaßt ist, als das besprochene Buch) so verstehen, daß sie dem Attribut, der Erkennbarkeit gilt? Dann dürfen wir auf den dritten Band dieser "Trilogie" gespannt sein, der die Frage der Güte Gottes aufnimmt. Sicherlich wird es eine ebenso anregende und weiterführende Lektüre sein, wie das Buch über Attar.
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am 20. August 2013
Kenntnisreich, anregend und für manchen Leser vermutlich sehr gewöhnungsbedürftig. Das in den Kirchen vermittelte Gottesbild war in den zurückliegenden Jahrhunderten in Gefahr, nur die angenehmen und für die Menschen erfreulichen und lebensförderlichen Seiten zu betonen. Die "dunkle" Seite Gottes wurde eher von den Mystikern, sowohl den christlichen als auch den muslimischen thematisiert - aus bitteren Lebenserfahrungen gewonnen. Die privaten, sozialen und politischen Leiden aller Jahrhunderte wollte man lieber nicht wahrhaben.
Kermani weht sich erfolgreich gegen diese Einseitigkeiten und zitiert viele jüdische, muslimische und christliche Quellen, die einen anderen, nicht ganz einfachen Blick auf das Geheimnis Gottes offenlegen.
Ein Buch, das dem Leser einigen Mut abverlangt und ihn manchmal ziemlich ratlos und zweifelnd zurücklässt. Dennoch ein notwendiges Buch.
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am 16. Februar 2006
Ausgehend von einem prägenden Kindheitserlebnis - dem schrecklichen und entwürdigenden Sterbevorgang seiner - persischen - Großmutter, die in diesem letzten Lebensabschnitt zwar stumm war, aber an Gott - Allah - zu verzweifeln schien - stellt Karmani mit selten plastischer Dringlichkeit die - uralten Menscheitsfragen nach Gott: wenn es nur einen Gott gibt und dieser sowohl allmächtig wie gut ist - woher kommt dann das Böse auf der Welt? Ist Gott hierfür dann nicht verantwortlich zu machen, bzw., ist es nicht er selbst - und nicht der Mensch, der daran letztlich die Schuld trägt? In einer selten spannenden Übersicht stellt der Autor die unterschiedlichen Herangehensweisen und Deutungsversuche vor, die die orientalisch-abendländische Kultur gegenüber diesen Fragen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei großen monotheistischen Religionen: zuerst der Islam - aus Sicht des - islamischen - Autors durchaus verständlich, doch werden auch ausführlich die jüdische alttestamentarische als auch die christliche Herangehensweise an dieses Problem behandelt. Aber auch die moderne, teils vom Atheismus geprägte, moderne Literatur kommt gebührend zu Wort. Dabei werden die zahlreichen gegenseitigen Verschränkungen und Verzahnungen deutlich, in der all diese Kulturkreise über die Jahrhunderte hinweg zueinander standen und bis heute noch stehen. Überraschend stellen sich dabei die Ähnlichkeiten der jeweils "orthodoxen" Fassungen dieser drei Religionen untereinander häufig als stärker ausgeprägt heraus als die zu ihrer jeweils mystischen Version - wie auch in gleicher Weise diese mystischen Versionen - die jüdischen Propheten und sonstigen "Gotteskritiker", die christlichen Eremiten und Märtyrer insbesondere des frühen Christentums sowie die tanzenden Derwische, Narren und Dichter des islamischen Sufismus - untereinander jeweils starke Ähnlichkeiten aufweisen - nicht zuletzt in der massiven Ablehnung als Ketzer, die sie von ihren orthodoxen Pendants regelmäßig erfahren haben.
Die beiden Hauptschwerpunkte der Betrachtung sind einerseits das Werk des frühislamischen Mystikers Attar und andererseits die Gotteskritik der - ursprünglichen - Hiobsgeschichte.
Eine Ebene tiefer als der abendländische Atheismus, der aus dem oben skizzierten Widerspruch zwischen Güte und Allmacht Gottes zu dem Ergebnis kommt: also gibt es ihn gar nicht, schlägt Karmani eine andere Auflösung vor: vielleicht, so sein Vorschlag, schuf Gott (Jhwe, Allah) den Menschen nicht primär deswegen, damit dieser ihn erkenne sondern umgekehrt: Vielleicht bestand der ursprüngliche Sinn der Schöpfung des Menschen durch Gott darin, daß Gott sich ein Gegenüber schaffen wollte, ein Objekt für seine Launen, aber auch für seine Gnade und seine Allmacht. So gesehen, ist es keineswegs ausgeschlossen, daß Gott gerade den Menschen besonders liebhat, der ihm zürnt, der ihn anschreit, der ihn beleidigt - da er sich hier am stärksten widerspiegelt bzw. von diesem die intensivste Resonanz erfährt.
Kurzum: eine höchst lesenswerte Präsentation gesamt-orientalisch-europäischer Geistesgeschichte auf höchstem Niveau, gleichzeitig eine tiefgreifende Aufbereitung zentraler religiöser Fragen, deren Lektüre man jedem Interessierten nur dringend empfehlen kann, und schließlich - indirekt - ein Plädoyer an alle drei Kulturen, sich gegenseitig zu respektieren - indirekt, weil es erfrischenderweise darauf verzichtet, dies auch nur an einer einzigen Stelle ausdrücklich auszusprechen!
Nur noch eine Warnung zum Schluß: dieses Buch ist (fast) alles, nur eines nicht: eine leichte Feierabendlektüre!
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am 31. Oktober 2015
In Fariduddin Attar’s (d. 1221) Musibatname, the tragedy of Satan’s outsized love for God who won’t submit to anybody else than Him (he is regarded by many Sufis as the only true monotheist), may lead to deep compassion in the reader for the fallen angel, irrespective of Satan’s clear misconception. Adam might have been created from mud. But he received the Almighty’s breath of life.

Attar’s work as well as new aspects of Job’s fate have come to my attention a couple of years ago when reading German/Iranian orientalist Navid Kermani’s book about Attar, Job and the metaphysical revolt (Der Schrecken Gottes, C. H. Beck, Munich 2005). Attar, who was most probably killed in the Mongolian Storm of the 13th century in the city of Nishapur in Khorasan, has something in mind which will be described as theodicy in 1710 by German philosopher Gottfried Leibniz, the problem of Evil. Kermani’s brilliant work assembles much of the medieval, enlightenment and contemporary literature on the topic without providing the reader with a final answer (except strengthening views of an agnostic). One impression I got is that in what the West in a misconception calls Middle Ages (in fact, darkness was prevalent but not in the Islamic World which was bright in these long centuries), Jews, Zoroastrians, Christians and Muslims were living in peace in, say, what is now Eastern Iran, knowing each other’s Holy Books, and getting their inspirations for spiritual journeys from both the Qur’an and the Bible.

The knowledge of our common spiritual origins may really matter when it comes to mutual respect and understanding. When comparing the sober verses about Job in the Holy Qur’an and colorful legends most Muslims are able to tell about the fate of this just, whole-hearted and upright man which are nowhere narrated in the Qur’an, we have to assume that the common traditions are still alive.

No Muslim will, of course, believe that the Almighty was betting with Satan on poor Job. There are only four suwar briefly naming Ayyub, Q4:163 and Q6:84 listing him among the other prophets; and Q21:83f and Q38:41ff where his suffering and patience is mentioned. I was long wondering, why. I had my respective revelation when reading Kermani’s book. All stories differ when told by different protagonists. Each of us has a different viewpoint, and conclusions may be to the contrary. Muslims believe that the Qur’an is God’s uncreated Word. But the Bible has been written by many authors, edited, compiled, over many centuries, by humans. God’s words may be reported, but it is not God who is speaking.

In the Book of Job, one protagonist, wretched Job, tells his version of the events. In the Qur’an, it is God Himself, who won’t admit that He was betting with the devil (actually, he did it twice!) of His servant. He would not report on His disturbing speech out of the tempest.

Regardless any theories about when and how the Holy Qur’an has been revealed or written, one has to realize the consistency when compiling God’s word, and only God’s word. It is very clear throughout that it is not Muhammad who is ever speaking.
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am 16. August 2015
das einzige buch über theodizee, das man braucht.
kermani hat wohl einen theologischen klassiker geschrieben.
sollt ich mich irren, umso schlechter für die theologie.
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am 14. November 2015
Den bisherigen Rezensionen habe ich nichts hinzuzufügen. Für jemanden, der sich ernsthaft mit dem Problem beschäftigen möchte, finde ich das Buch sehr gut.
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am 14. August 2014
Wenn es erst ganz finster wird im Leben der Menschen, beginnt es heiter zu schimmer. Da muss man weder Heiliger noch Narr werden, aber dieses Buch zu lesen -hilft... Danke Navid (und Attar und all die anderen).
Schon lange nicht mehr so im Dunklen nach-gelacht
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am 27. Oktober 2013
Sehr guter Druck und gut zu lesender Text. Äußerlich und textual ist nichts auszusetzen.
Daher kann ich es nur weiter empfehlen.
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