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am 1. Dezember 2009
Wie es nun also von der Idee, keiner könne die Zukunft vorhersagen, über das Glücksspiel und das Problem des Spielabbruchs zu einer Wahrscheinlichkeitstheorie und dem damit verbundenen modernen Risikomanagement gekommen ist, erzählt der Mathematiker Keith Devlin in seinem Buch "Pascal, Fermat und die Berechnung des Glücks". Roter Faden ist hier ein Brief Pascals, in dem er Fermats Lösung, die er mit dem letzten Brief erhalten hat, mit einigen Schwierigkeiten nachzuvollziehen versucht. So ist die erste Hälfte des Buches vor allem dem Glücksspiel und dem Problem des Spielabbruchs sowie Pascal und Fermat gewidmet, während der Autor in der zweiten Hälfte des Buches mit den Gebrüdern Huygens, den Bernoullis, Gauß und anderen Mathematikern die Spieltische verlässt und erzählt, wie die Wahrscheinlichkeitstheorie mit Konzepten wie Erwartungswert, Normalverteilung und Standardabweichung vorangetrieben wurde.

Wer immer sich ein wenig für Wahrscheinlichkeiten und Risikoabschätzung interessiert, sei es, weil er selbst dem Glücksspiel frönt, statistische Methoden anwendet oder einfach mathematisch interessiert ist, wird sich über ein populärwissenschaftliches Sachbuch freuen, das ihm die Geschichte der Wahrscheinlichkeitstheorie und damit ihre grundlegenden Konzepte näherbringen will. Ob Devlins Ansatz allerdings so gelungen ist, dass eine große und heterogene Zielgruppe sich davon fesseln lässt, ist fraglich. Die ständige Wiederaufnahme der Briefausschnitte - jedem Kapitel ist ein solcher Ausschnitt vorangestellt - wirkt oft etwas beliebig. An mehreren Stellen wiederholt der Autor auch, wie bedeutsam die Wahrscheinlichkeitstheorie für unsere Welt ist, wie selbstverständlich wir uns ihrer bedienen; spätestens nach dem dritten Lesen schüttelt man hier genervt den Kopf.

Die ganze Struktur ist wenig überzeugend, da erwartet man von einem Mathematiker einfach mehr Klarheit. Das Buch ist zwar grundsätzlich chronologisch aufgebaut, was dem Lesen natürlich zuträglich ist, allerdings wechselt Devlin insbesondere in der ersten Hälfte häufig zwischen der mathematischen Auseinandersetzung mit dem Spielabbruchproblem und generellen Informationen zu den beiden Mathematikern, ihrem Briefwechsel, historischen Details und weiteren Vordenkern der Wahrscheinlichkeitstheorie. Auch im zweiten Teil räumt der Autor den entsprechenden Mathematikern ziemlich viel Raum ein. Insgesamt lenken diese ganzen Informationen vom eigentlichen Thema der Wahrscheinlichkeitstheorie ab und hinterlassen ein wenig den Eindruck, Füllmaterial zu sein. Dabei hätte der Autor gar nicht füllen müssen, sondern den Platz für ausführlichere mathematische Erklärungen und weitere Informationen bezüglich der Wahrscheinlichkeitstheorie nutzen können. Liest man jedoch das Nachwort, erfährt man, dass an den Autor vom Lektor die Idee herangetragen wurde, ein Buch über einen bahnbrechenden mathematischen Text zu schreiben. Dass nicht klar ist, ob das Buch nun eines über die Wahrscheinlichkeit sein will oder doch eines über deren Geburtsstunde, zu finden im Briefwechsel Pascals und Fermats, ist letztlich der größte Vorwurf, den man dem Buch beziehungsweise dem Autor machen kann.

Der Autor schafft es nicht, Leser zu fesseln, die bisher weniger mit dem Thema zu tun hatten und sich von diesem Buch eine spannende oder unterhaltsame Einführung in die Wahrscheinlichkeitstheorie versprechen. Am ehesten könnten sich vielleicht Mathematiker dafür begeistern, die entsprechendes Vorwissen haben und auf Grund dessen mehr an kleinen Anekdoten und dem Briefwechsel zwischen Pascal und Fermat interessiert sind, weniger an der Wahrscheinlichkeitstheorie an sich.
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am 8. Oktober 2010
Die Wahrscheinlichkeitsrechnung ist für so manchen in der Mathematikausbildung (vor allem in der Schule) ein gigantisches schwarzes Loch, da es einfach niemand schafft mit ansehlichen Beispielen zu erklären wie manches funktioniert.
Das die Entwicklung der Wahrscheinlichkeitsrechnung bis hin zur Black-Scholes Formel von Fermat und Pascal angestoßen wurden, welche das Spielabbruchproblem mit Gewinnaufteilung in einem Briefwechsel behandelten, ist manchem schon von der Schulbildung bzw. Universität bekannt. In diesem Buch wird jedoch mehr auf die Auswirkungen und Weiterentwicklung der Theorien, bis hin zu einer für mich super verständlichen Erklärung des Bayes Theorem's (Ich hab es dadurch jetzt wirklich verstanden!), eingegangen als wie auf den Briefwechsel. Dies mag manchen stören für mich war jedoch die geschichtliche Entwicklung von Pascal bis Bernoulli viel interessanter und da ich das Buch auch geschenkt bekommen habe und keine Erwartungen hatte war es für mich supertoll zu Lesen und hat mich echt begeistert.
Ich würde es für interessierte an der Mathematik sicher weiterempfehlen... vielleicht aber in der Originalfassung "The Unfinished Game: Pascal, Fermat, and the Seventeenth Century Letter that Made the World Modern" und nicht in der Übersetzung.
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am 24. März 2010
Durch überschwängliche Rezensionen in der Tagespresse angeregt, habe ich dieses Buch bestellt. Leider hat es meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt. Inhaltlich steht wenig drin (sowohl qualitativ als auch quantitativ). Letztlich geht es nur um diesen einen Brief, was vielleicht für Mathematikhistoriker interessant sein mag, für den interessierten Leser aber zu wenig ist. Die übrigen Abschnitte sind altbekannt und auch für einen Laien wie mich zu einfach gehalten. Es gibt wesentlich Besseres zum Thema.
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