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am 22. April 2010
Man muss bei diesem Buch wissen, auf was man sich einläßt: Potraits von 44 amerikanischen Präsidenten auf gut 400 Seiten beschränken natürlich die Möglichkeiten, einen tieferen Einblick
in die Politik und Persönlichkeit dieser "republikanischen Könige auf Zeit" zu gewinnen.
Ein "Panorama amerikanischer Geschichte", wie das Cover weismachen will, wird natürlich nur zu einem kleineren Teil vermittelt.
Da die Portraits von unterschiedlichen Autoren erstellt wurden, fehlt eine Durchgängigkeit und Bezugnahme auf die Politik und Leistungen bzw. Fehleistungen der unterschiedlichen Präsidenten. Das Buch ist also nicht "aus einem Guss". Die einzelnen Autoren sind allerdings durchweg absolute Fachkenner ihres Metiers, wenn auch sprachlich und in der Darstellungskraft nicht alle gleich talentiert sind. Manchmal ist das Buch doch etwas sehr nüchtern professoral.
Etwas mehr Lebendigkeit und Leidenschaft hätte dem Buch sicher nicht geschadet.
Trotzdem, der hohe Informationsgehalt und die gute Übersicht über sämtliche amerikanischen Präsidenten in einem handlichen Buch rechtfertigen 4 Sterne.
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am 15. September 2015
Wer sich für die Präsidenten interessiert, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Beleuchtet private wie berufliche Aspekte der Amtsinhaber. Liefert auch Einordnungen in den geschichtlichen Gesamtkontext. Und der Autor bringt auch zT auf erheiternde Weise eine eigene Bewertung mit.
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am 14. Juni 2015
Ich habe mir das Buch ursprünglich angeschafft, weil ich mich auf die Lektüre von Jörg Naglers großer Lincoln-Biographie vorbereiten wollte - da ich mich aber auch allgemein für die amerikanische Geschichte interessiere, habe ich das Buch gleich mal genauer gelesen:

In diesem Sammelband werden die 44 Präsidenten der Vereinigten Staaten von 1789 bis heute in kurzen Aufsatz-Porträts dargestellt.
Man kann den Band auf zwei verschiedene Weisen nutzen: Man kann ihn in einem Stück, samt Lektüre aller Einzelporträts durchlesen und gewinnt damit auch ein zusammenhängendes Bild der amerikanischen Geschichte am Beispiel ihrer prägendsten Protagonisten.
Oder man kann das Buch - wie es wohl auch angedacht ist - als Nachschlagewerk für einzelne Präsidenten und Präsidentschaften nutzen.
Der ursprüngliche Herausgeber des Sammelbandes war der unglücklich verstorbene Jürgen Heideking, seit seinem Tod wird der Band von Christof Mauch betreut.
Wie die beiden Herausgeber sind sämtliche Autoren der einzelnen Beiträge (oft hat ein Autor mehrere Porträts verfasst) ausgewiesene Fachleute auf dem Gebiet der amerikanischen Geschichte.

Am Anfang folgt als notwendige Einleitung eine Art Abriss der historischen Entwicklung des Präsidentenamtes, eine Art verfassungsgeschichtlicher Überblick.
Durch diesen strukturellen Kontext soll dem Leser zunächst einmal verständlich gemacht werden, wie das Amt des amerikanischen Präsidenten entstand, was dieses Amt ausmacht, welche Stellung dem Präsident im Verfassungsgefüge zugedacht ist und welche Entwicklung das Amt genommen hat.
Schließlich dürfte den meisten Lesern dieser Problemkomplex fremd sein, da wir in einem völlig anderen politischen Verfassungsgefüge leben und oft gewisse Vorgänge jenseits des Atlantiks gar nicht recht begreifen können.
Man erfährt, dass das Präsidentenamt aus Debatten der neugegründeten USA Ende des 18. Jahrhunderts hervorgegangen ist, in denen es um die adäquate verfassunsgsmäßige Form der neuen Republik ging.
Es bildete sich ein Amt von großer Machtfülle heraus, welches gleichwohl eng in die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der Vereinigten Staaten verwoben war.
Schon von Anfang an war angelegt, dass der Präsident vor allem in Krisenzeiten die zentrale Figur werden sollte; viele Präsidenten interpretierten ihre Macht auch in diesem Sinne.
Wer diesen Abriss gelesen hat, versteht auch die heutigen kompliziert anmutenden Phänomene der amerikanischen Politik und die Stellung und Amtsführung des Präsidenten.
Auch werden die für ein Verständnis der Amtsführung der jeweiligen Präsidenten unverzichtbaren Rahmenbedingungen dem Leser dargebracht:
Die Stellung des Präsidenten gegenüber Kongress (Repräsentantenhasu und Senat), Supreme Court usw., die Wahlbestimmungen (Wahlmänner) und nicht zuletzt die sich besonders seit den 30er/40er Jahren verstärkt herausbildende bzw. anwachsende präsidentielle Bürokratie.
Gerade die Präsdentschaften Lincolns, Roosevelts und Bushs, aber auch die Obamas werden nur dann verständlich, wenn man sich diese Rahmen- und Grundbedingungen verständlich macht und vor Augen führt.

Es folgt in dieser umfangreichen Einleitung noch ein strukturgeschichtlicher historischer Gesamtabriss über die Entwicklung der amerikanischen Präsidentschaft in der amerikanischen Geschichte.
Diesen strukturellen "Vorbemerkungen" folgen sodann die biographischen Porträts. Besonderes Augenmerk wird auf folgende Schwerpunkte gelegt:
Herkunft; politische Prägung; Amtsverständnis; Berater und Umfeld; Krisen und Krisenmanagement; Wirkung.
Auf den historischen Kontext (v.a. im sozioökonomischen Bereich) wird leider meist eher wenig eingegangen, jedoch wird gerade der Innen- und Außenpolitik großer Raum gewidmet.
Besonders wichtig ist den jeweligen Autoren ausnahmslos die abschließende Bewertung der Präsidentschaft.
Das Werk ist auch deshalb so bedeutsam, weil es am Beispiel der Präsidenten zentrale Entwicklungen der Geschichte der Vereinigten Staaten verdeutlicht, für die die verschiedenen Präsidenten standen:

Die erste Phase der amerikanischen Präsidentschaft wird von 1789-1820 verortet, als Phase der "Präsidenten über den Parteien", weil sich dort erst das konstitutionelle System der USA herausbildete und der Präsident noch nicht der polarisierende Parteimensch war, wie er heute auftritt, weil es die verschiedenen Parteien noch gar nicht gab.
Wichtig für die politische Entwicklung dieser ersten Zeit waren weniger Parteien und Interessensgruppen (oder auch, trotz der demokratischen Form, das Volk), sondern die wichtigen "Männer der ersten Stunde", wie Washington, Jefferson, Hamilton, J. Adams, J. Madison usw.
In diesem Kontext müssen auch die ersten Präsidenten betrachtet werden:
Im ersten Präsidenten, George Washington zum Beispiel, konzentrierten sich alle maßgeblichen Entwicklungen des Wandels der 13 britischen Kolonien über die amerikanische Revolution bis hin zum konstitutionell-demokratischen Bundesstaat, welcher 1783 gegründet wurde.
Washington war als als Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen gegen die Briten im Unabhängigkeitskrieg sowie als maßgeblicher Politiker verantwortlich für die Ausgestaltung der amerikanischen Verfassung und als erster Präsident für das Verständnis und die Bedeutung dieses Amtes, das er mit großem Charisma und demokratischem Verständnis prägte.
Er und sein Nach-Nachfolger Jefferson, der ebenfalls durch den Entwurf der amerikanischen "Declaration oft Inderpendence" eine tragende Rolle des Staatsgründungsprozesses spielte, gehören bis heute zu den beliebtesten Amtsinhabern der Geschichte in der Nachbetrachtung vieler Amerikaner.
Der 6. Präsident, Andrew Jackson (1829-1837) wiederum steht für den Beginn der demokratischen, parteipolitischen und sozioökonomischen Umbruchphase: In seiner Amtszeit bildete sich endgültig der bis heute signifikante demokratische Geist der USA ebenso heraus wie die Voraussetzungen für die spätere ökonomische Großmachtstellung.
Jackson war auch der erste Amtsinhaber, der sein Amt selbst- und machtbewusst ausübte und die präsidentielle Stellung stärkte.
Er sorgte für die Polarisierung der amerikanischen Politik und für parteipolitische Lagerbildung, an dessen Ende seit 1856 das uns heute bekannte Zwei-Parteiwesen aus Demokraten und Republikanern resultierte.
Allerdings fällt die Darstellung seiner Präsidentschaft entschieden zu positiv aus; trotz seiner Ausrottungspolitik gegenüber den Indianern kommt Autor Horst Dippel am Ende zu einer regelrecht ehrfürchtigen Bewertung; Jackson sei "genau der richtige Mann am richtigen Ort gewesen," (S. 128) - ob das die Indianer auch so gesehen haben...?

Den Autoren gelingt es tatsächlich, trotz des engen Rahmens ihrer Aufsätze, die eigentlich in sich abgeschlossen sind und vor allem Person und Amtsführung der Protagonisten darstellen sollen, dem Leser auch die allgemeinen Entwicklungslinien der amerikanischen Geschichte darzubringen, weshlab das Buch tatsächlich an eine "Tour de Force" erinnert:
Die Präsidentschaft von James Polk (1845-49) wird eingebettet in die rücksichtslose amerikanische Wetsexpansion: In Polks Amtszeit wurde das Gebiet der USA (u.a. durch die Annexion des Oregon-Gebietes, Kaliforniens und von Texas) um 2/3 vergrößert!
Den damaligen Gedanken der "Manifest Destiny", dem Glauben an die amerikanische Mission zur Besiedelung, Erschließung und "Zivilisierung" des nordamerikanischen Kontinents transformierten später Woodrow Wilson und F. D. Roosevelt im Zeichen der beiden Weltkriege jeweils zur Ansicht, die USA hätten die historische Mission zur Sicherung und "Exportierung" der amerikanischen Prinzipien von Freiheit, Frieden und Demokratie.
Der (aus meiner Sicht äußerst spannenden) Präsidentschaft von Abraham Lincoln sollte für jeden Amerika-Interessierten die besondere Aufmerksamkeit gelten:
Der Autor und deutschlandweit führende Lincoln-Experte Jörg Nagler zeichnet am Beispiel des von 1861 bis 1865 amtierenden Präsidenten nach, wie ein "Retter der Nation" entstehen, wie ein Mann aus dem Volk mit ohnehin beeindruckenden Charaktereigenschaften an seinen Aufgaben wachsen und die größten Krisen überwinden kann, um im kollektiven Gedächtnis der Amerikaner als wohl größter Präsident aller Zeiten weiterzuleben:
Lincoln führte das Land durch die schwierige Zeit von Spaltung und Bürgerkrieg, gliederte die sklavenhaltenden Südstaaten wieder in die Union ein und setzte damit die Einheit des Landes durch, befreite die Sklaven und rettete Einheit und Demokratie der Union ebenso wie die Freiheit von Millionen Schwarzen gegen große Widerstände, verband Prinzipientreue mit taktischem Geschick und überzeugtes Demokratieverständnis mit entschlossenem Machtbewusstsein - er exerzierte vor, wie sich ein Präsident in einer Krise am idealsten verhält; nie verlor "Honest Abe" den Glauben an die Demokratie.
Seine Leistungen legten ebenso die Voraussetzungen dafür, dass die USA als Land der "unbegrenzten Möglichkeiten", der prosperierenden Wirtschaft und des selbstbewussten und demokratischen Selbstverständnisses seit Ende des 19. Jahrhunderts zur Großmacht aufstiegen.
Für diese Entwicklungen wiederum standen die Präsidentschaften McKinleys und T. Roosevelt (1897-1909), welche die Amerikaner in die Moderne und die internationale Weltmachtspolitik führten.

Präsidentschaften als Manifestationen der amerikanischen "Größe" wie eben die "Teddy" Roosevelts oder Präsidentschaften im Zeichen der Krise wie eben diejenige Lincolns sind, so erfährt man, gleichermaßen kennzeichnend für die amerikanische Geschichte.
Dies mag banal klingen, doch an Beispielen wie Lincoln oder auch Franklin D. Roosevelts erkennt man, dass gerade in Krisenzeiten wirklich große Präsidenten sichtbar werden:
Roosevelt meisterte ebenfalls schier unlösbare Krisen mit den Nachwirkungen der Weltwirtschaftskrise und der außenpolitischen Herausforderung der totalitär-imperialistischen Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg.
Auch er stand immer fest hinter der Demokratie, gestaltete darüber hinaus (auch als erster "Medienpräsident") die Stellung des Präsidenten enorm aus, begründete den amerikanischen Staatsinterverntionismus und das staatliche Engagement gegen außenpolitische Bedrohung und innenpoliutisches, soziales Elend.
Er begründete damit auch die Phase der "imperialen Präsidentschaft", welche ihre Krise erlebte in den Skandalen und Fehlschlägen der Johnson- und Nixon-Administration, welche auch z.B. Gerald Ford und Jimmy Carter noch zu spüren bekamen und welche erst Ronald Reagan wieder überwand.
Unter Bush und Obama scheint diese Krise der "schwachen" und öffentlich skeptisch beäugten Präsidenten wiedergekehrt zu sein.

Die Autoren bemühen sich um ein auffallend positives Bild der meisten Amtsinhaber; man merkt, dass sie jedem Präsidenten gerecht werden wollen, viele auch vor dem Hintergrund von Umständen sehen, die sie nicht oder kaum beeinflussen konnten (z.B. Ford).
Insgesamt bemüht man sich, Klischees der älteren Forschung zurechtzurücken:
So erfährt der heute aufgrund des Vietnam-Desasters weitgehend diskreditierte Lyndon B. Johnson (1963-69) ein dezidierte Ehrenrettung, da seine unglaublichen Leistungen in der Bürgerrechts- und Sozialgesetzgebung umfassend gewürdigt werden:
Er erreichte die Gleichstellung von Schwarzen und Frauen (zumindest formal), er betrieb umfassende Sozialreformen.
Auch das Bild Reagans wird zurechtgerückt: Von einer "konservativen Revolution" können man unter ihm nicht sprechen, da er sich in der Umsetzung gesellschaftlicher konservativer Positionen stehts zurückhielt, und entgegen seinen Ankündigungen konservativer Wirtschaftspolitik immense Staatsschulden anhäufte und z.B. massiv in die Rüstungswirtschaft eingriff.
Sein Engagement zur Entspannungspolitik wird ebenso relativiert (dies sei eigentlich die Leistung Gorbatschows gewesen) wie seine Defizite in der Sozialpolitik hervorgehoben werden: Das Gefälle zwischen Arm und Reich wuchs.
Auch aus der Präsidentschaft Bushs wird vor allem ein negatives, ja katastrophales Fazit gezogen: Irakkrieg, gescheiterte Sozialpolitik sowie mangelhaftes Krisenmanagement und intellektuelle Mittelmäßigkeit wird attestiert.

Man sieht: Durch die Darstellung der höhen und Tiefen, Zusammenhänge und Entwicklungen der verschiedenen Präsidentschaften gewinnt die amerikanische Geschichte Kontur; nicht nur in "personeller" Hinsicht; insgesamt gewinnt man durch dieses Kollektivporträt dieses faszinierendes Amtes auch einen fundierten Überblick über die amerikanische Geschichte.
Ich kann das Buch nur jedem Interessierten empfehlen!
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Heute gelten US-Präsidenten als die mächtigsten Männer der Welt und bereits die Vorwahlen für dieses Amt sorgen weltweit für mediales Interesse. Doch auch wenn findige Journalisten bei den Bewerbern um das höchste politische Amt der Vereinigten Staaten Parallelen zu früheren Amtsinhabern orten, als Europäer kennt man oft nur die von der Nachwelt am stärksten hervorgehobenen. Sucht man nach einem umfassenden Nachschlagewerk zu den US-Präsidenten ist man mit dem von Jürgen Heideking und Christof Mauch herausgegebenem biografischen Lexikon "Die amerikanischen Präsidenten" sehr gut beraten, handelt es die Präsidenten ja von George Washington bis Barack Obama ab.

Das mittlerweile von Christof Mauch herausgegebene Werk hat seit 1995 bereits die dritte entsprechend aktualisierte Auflage erlebt und umfasst nun auch den Beginn der Präsidentschaft Barack Obamas. Das Konzept des ursprünglichen Herausgebers Jürgen Heideking, der 2000 tragischerweise bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, hat sich bewährt. Mit 3 bis 17 Seiten pro Präsident werden knapp dessen biografischer Hintergrund, seine Wahl und vor allem die Präsidentschaft mit ihren Licht- und Schattenseiten vorgestellt. Dass dieser enge Rahmen manchem Präsidenten nicht ganz gerecht werden kann sollte nicht verschwiegen werden, ebenso wie die doch sehr unterschiedlichen Schreibstile und Prioritäten der mittlerweile 22 Autoren des Buchs. Zwar haben die Herausgeber Heideking und Mauch eine gewisse Grundstruktur für die Beiträge verlangt, um zumindest grobe Unterschiede in der Art und Weise wie die Präsidenten dargestellt werden zu vermeiden, doch die Problematik ist geblieben. Das merkt man zunächst weniger, da von den Präsidenten des 19. Jahrhunderts manchmal bis zu fünf auch von nur einem Autor porträtiert werden. Diesen Autoren gelingt es dadurch auch immer wieder konsequent Schwerpunkte zusetzen und weiterzuverfolgen.

Durchgängiges Thema der Biografien ist allerdings die Entwicklung der Präsidentschaft, welche Jürgen Heideking bereits in seiner Einführung darzulegen versucht. Heidekings Einleitung des Buchs nimmt sogar einen besonderen Stellenwert ein, da der Historiker in ihr nicht bloß die Geschichte der Präsidentschaft von Washington bis Clinton exemplarisch nachzeichnet sondern auch die Entwicklung der Regierungsstrukturen rundherum, sowie der Beziehungen der Exekutive zur Legislative betrachtet. Zugleich ist das Vorwort aber auch bereits ein Beispiel dafür dass manchen Lesern die Materie und ihre historisch-politischen Schwerpunkte manchmal etwas zu trocken erscheinen werden, da nicht alle Beitragenden des Werks auch sehr spannende Erzähler sind. Dafür ist das von Heideking und Mauch zusammengestellte Personal durchaus hochkarätig und namhaft. Jörg Nagler etwa, der sich unter anderem für das Porträt Abraham Lincolns verantwortlich zeichnet hat 2009 sogar eine eigene Lincoln-Biografie vorgelegt.

Eine konkrete Zielsetzung der Herausgeber war es wohl auch die Präsidenten differenziert darzustellen und eine fortgeschriebene Verklärung zu vermeiden. So wird durchaus angemerkt dass der mythische JFK nur mit wenigen hunderttausend Stimmen vor Richard Nixon seine Wahl gewann und das trotz exzellenter Medieneignung, während JFKs Nachfolger Johnson vor allem als der in die Geschichte eingegangen ist der den Vietnamkrieg begonnen hat, zugleich aber mit seiner Great Society einen großen innenpolitischen Wurf gewagt hat. Schon Jürgen Heideking rückt übrigens das Bild George Washingtons als unpolitischen Pflichterfüller zurecht und verweist auf die von der jüngeren Forschung vertretene Interpretation Washingtons als pragmatischen Visionär.

Um die Eignung als Nachschlagewerk noch zu unterstreichen, jedem Präsidenten wurde tatsächlich ein eigenständiges Kapitel gewidmet. Zusammenlegungen wurden keine praktiziert. Das hat den Vorteil das so jeder Präsident isoliert und für sich vorgestellt wird, zugleich bei den "Einzel-Autoren" welche nur einen Präsidenten zu porträtieren hatten aber oft nur unzureichend auf dessen Vorgänger oder die Tradition eingegangen wird in der sie stehen, wobei das auch genau umgekehrt der Fall sein kann und entsprechende Fakten noch einmal wiedergekaut werden.

Als Ersatz für eine Überblicksdarstellung amerikanischer Geschichte ist "Die amerikanischen Präsidenten" allerdings nicht zu empfehlen. Die Eckpunkte der US-Geschichte spielen zwar eine Rolle, werden aber oft nur im Vorbeigehen und als Hintergrund der entsprechenden militärischen oder politischen Karrieren behandelt. Das gilt vor allem auch für die Expansion der USA. Ähnlich knapp wird oftmals die Persönlichkeit der Präsidenten behandelt, wobei sich der biografische Anteil über Lebensgeschichte und Werdegang verständlicherweise wieder von Autor zu Autor in Sachen Umfang und Ausprägung stark unterscheidet.

Die Autoren und die von ihnen vorgestellten Präsidenten:

1. Jürgen Heideking: George Washington und John Adams
2. Willi Paul Adams: Thomas Jefferson und James Madison
3. Hermann Wellenreither. James Monroe und John Quincy Adams
4. Horst Dippel zu Andrew Jackson, Martin Van Buren, William H. Harrison, John Tyler
5. Jörg Nagler: James K. Polk, Zachary Taylor, Millard Fillmore
6. Christof Mauch: Franklin Pierce
7. Heike Bungert: James Buchanan
8. Jörg Nagler: Abraham Lincoln
9. Vera Nünning: Andrew Johnson
10. Ulrike Skorsetz: Ulysses S. Grant, Rutherford B. Hayes, James A. Garfield
11. Raimund Lammersdorf: Chester A. Arthur, Grover Cleveland, Benjamin Harrison, Grover Cleveland (zweite Amtszeit), William McKinley
12. Ragnhield Fiebig-von Hase: Theodore Roosevelt, Wiliam H. Taft
13. Klaus Sschwabe: Woodrow Wilson
14. Peter Schäfer: Warren G. Harding, Calvin Coolidge, Herbert C. Hoover
15. Detlef Junker: Franklin Delano Roosevelt
16. Hermann-Josef Rupieper: Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower
17. Jürgen Heideking: John F. Kennedy
18. Marc Frey: Lyndon B. Johnson
19. Manfred Berg: Richard M. Nixon und Gerald Ford
20. Gerhard Schweigler: Jimmy Carter
21. Peter Lösche: Ronald Reagan, George Bush
22. Detlef Felken: Bill Clinton
23. Bernd Schäfer: George W. Bush
24. Brigitte Waldschmidt-Nelson: Barack Obama

- Resümee -
Als Nachschlagewerk ist "Die amerikanischen Präsidenten" höchst empfehlenswert, betrachtet die Geschichte der USA aber oft nur auf die Wahl und Tätigkeit ihrer Präsidenten bezogen. Die Politik der jeweiligen Administrationen sowie die Kriege und innenpolitischen Entwicklungen in den USA können jedoch verständlicherweise oft nicht eingehend betrachtet werden, wozu den Autoren schlicht der Raum gefehlt hätte. Stilistisch höchst unterschiedlich sind zwar alle bemüht die grundlegenden Fakten zu vermitteln und ein differenziertes Bild der 44 (eigentlich nur 43) Amtsinhaber zu zeichnen, aber unterscheiden sich oft auch in Hinsicht auf gesetzte Schwerpunkte.

Fazit:
Ein sehr faktenreiches Nachschlagewerk.
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am 23. Oktober 2012
Ursprünglich von Jürgen Heideking herausgegeben, handelt es sich bei „Die amerikanischen Präsidenten“ um eine Sammlung von Kurzbiografien zu allen 44 amerikanischen Präsidenten. Die Erstausgabe des Buches erschien 1995, und endete dementsprechend mit Bill Clinton. Seither wurde es 1997, 2002, 2005 und 2009 nochmals aktualisiert, und beinhaltet nun auch ein Portrait Barack Obamas. Seit dem Tod Jürgen Heidekings im Jahr 2000 wird das Projekt von Christof Mauch weitergeführt. Die unterschiedlichen Kapitel stammen dabei aus den Federn zahlreicher Autoren.

Im Buch ist jedem der Präsidenten ein eigenes Kapitel gewidmet das je nach Dauer und Gewichtung der jeweiligen Präsidentschaft zwischen 3 und 25 Seiten umfasst. In den Kapiteln wird die Biografie des Präsidenten wiedergegeben und seine Präsidentschaft diskutiert. Dabei versuchen die Autoren herauszuarbeiten, welche Bedeutung einer Amtszeit rückblickend zugemessen werden kann und inwiefern der Präsident in der Lage war das Schicksal der Nation mitzubestimmen. Dazu kommt eine Einschätzung davon, welchen Einfluss der Präsident auf die Bedeutung des Amtes des Präsidenten nehmen konnte – ob er das Amt gegenüber den anderen politischen Gewalten stärken konnte oder geschwächt hat. Beim finalen Kapitel zum amtierenden Präsidenten handelt es sich, neben der Biografie, entsprechend dem Erscheinungsdatum des Buches im Jahre 2009 natürlich eher um einen Ausblick und eine Beschreibung der Erwartungen, die in den Präsidenten gesetzt werden.
Den einzelnen Portraits vorgeschaltet sind je ein Vorwort der beiden Herausgeber Jürgen Heideking und Christof Mauch, sowie eine Einleitung, die der Entstehung und der Geschichte des Amtes des amerikanischen Präsidenten gewidmet ist. Letztere hätte durchaus etwas kürzer ausfallen können, da die Geschichte des Amtes auch in den einzelnen Kapiteln immer wieder diskutiert wird. Sehr informativ ist der Anhang gestaltet, der neben einer ausführlich kommentierten Bibliografie auch die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen, die Parteistärken im Kongress der einzelnen Amtszeiten, noch einmal alle Amtszeiten, ein Autorenverzeichnis und natürlich ein Register enthält.

Da die unterschiedlichen Kapitel von zahlreichen verschiedenen Autoren stammen, kann der Stil nicht pauschal beschrieben werden, insgesamt ist das Buch aber sehr gut geschrieben und es gibt nicht viele langatmige oder anstrengende Passagen. Dies ist aber bestimmt auch der Tatsache geschuldet, dass die Autoren aufgrund des limitierten Platzes gezwungen waren sich auf das wesentliche zu beschränken. Bisweilen kommen Beschreibungen der amerikanischen Geschichte jedoch etwas zu kurz. Verschiedene historische Ereignisse, die einen Einfluss auf die Präsidentschaft hatten, werden immer wieder erwähnt aber selten beschrieben und erklärt. Dies geht natürlich ebenfalls auf den mangelnden Raum zurück, setzt beim Leser aber eine gewisse Grundkenntnis zur amerikanischen Geschichte voraus. Um einen Überblick über die verschiedenen Präsidenten und über die Entwicklung des Amtes zu erhalten, ist das Buch aber ausgezeichnet.
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am 3. August 2009
Die 44 Kurzbiographien sind durchgängig gut lesbar. Die Autoren schaffen es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wichtigen Informationen und der notwendigen Verdichtung des Stoffes zu halten. Selbstverständlich sind alle Biographien für sich selbst gut lesbar und geben dann vor allem auch einen guten Einblick in Werdegang und - oftmals - Scheitern oder den Nachruhm der einzelnen Präsidenten. Bei der Lektüre von George Washington bis Barack Obama entfaltet sich aber ein wunderbares Panorama, wie die Staaten wurden, was sie heute sind. Kein Buch hat mir bisher Denken und Geschichte der USA so nahe gebracht wie dieses.
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am 4. November 2011
Christof Mauch lässt von über einem duzenden Autoren die 44 Präsidenten der USA beschreiben
und ihre Geschichte erzählen. Von Seite 49 bis Seite 455, also ca. 9-10 Seiten für jeden Präsidenten. Ausreichend? Ja und wirklich gelungen! Wer sich in die Geschichte der US-Präsidenten und damit auch in die Geschichte der USA einlesen will findet hier das richtige Buch dazu. Es gibt Anregungen, Namen, historische Zeitrahmen usw. um sich noch gezielter einzulesen. Nur Biographien über die einzelnen Präsidenten sind noch besser als diese Zusammenfassung. Sonst habe ich hier alles gefunden was ich verstehen und wissen wollte. Sehr gut und interessant geschrieben!
Wer hier Hilfe sucht kann sich auch ab Seite 457 über die kommentierten Biographien der verschiedenen Autoren ausführlich informieren, sehr gut ausgearbeitet. Ein Nachschlagewerk das nur zu empfehlen ist!
Viel Spaß beim Lesen!
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am 4. Juni 2014
ein gutes buch aus der geschichte der usa. die einzelnen präsidenten sind gut dargestellt wobei man von einer zusammenfassung der amtszeiten sprechen muss.
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am 23. September 2012
Ich interessiere mich fuer Geschichte und fand dieses Buch als Einfuehrung um mehr ueber Praesidenten zu erfahren sehr gut. Wenn man sich intensiver mit einem Praesidenten beschaeftigen moechte gibt es ja genuegend Buecher um das zu tun. Fuer einen Ueberblick und um eine Verbindung zwischen den Praesidenten herzustellen fand ich dieses Buch sehr gut geeignet
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am 12. Januar 2014
Wer an der Geschichte der USA ineressiert ist, sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen, die Präsidenten erzählen davon. Dieses Buch ist in Kurzfassung sehr informativ und fesselnd geschrieben.
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