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am 28. November 2008
Kochen mit der Bibel ist das interessanteste Kochbuch, das ich seit langem gesehen habe! Es ist nicht nur mit vielen farbigen Abbildungen aus der Geschichte des Alten und des Neuen Testaments ausgestattet, sondern auch mit sehr guten historischen farbigen Karten geschmackvoll gestaltet. Außerdem ist es wirklich informativ und appetitanregend geschrieben. Vor allem aber enthält es alle erforderlichen Menürezepte, um ganze Festmähler zuzubereiten. Darüber hinaus bietet es eine wunderbare Einführung in die Kultur biblischer Gastfreundschaft. Anthony Chiffolo und Rayner Hesse jr. ' - der eine Kulturwissenschaftler, der andere ordinierter Pastor und beide offenbar sinnenfrohe und kenntnisreiche Bibelforscher '- haben in heiterer Verbindung von Forschung und praktischer Kocherfahrung zahllose Rezepte und Menüs ausprobiert, auf die sie in den Schriften des Alten und Neuen Testaments gestoßen sind und die sie sachkundig erläutern. Um die für das Nachkochen der Rezepte erforderlichen Zutaten zu bekommen, bedarf es auch in Mitteleuropa keiner Wunder, und mit Hilfe der küchengenauen Kochanweisungen gelingt leicht die Zubereitung eines unvergeßlichen Essens. Während der Lammbraten schmort, die Wachtel gart und der Wein schon einmal vorgekostet wird, können Koch und Köchin in dem Band die zugehörigen biblischen Geschichten nachlesen und sich bei Bedarf informieren, wo ihr historischer Platz im Leben der Gesellschaft des Alten und Neuen Testaments war. Es wird deutlich, was für eine große Bedeutung der Mahlgemeinschaft bei Juden und frühen Christen zukam. Dieser Band ist zugleich ein erstklassiges Kochbuch und ein kulturgeschichtlicher Genuß.
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am 25. Oktober 2010
Eine gute Idee, ein schön gestaltetes Buch, aber leider von der Umsetzung her ein Flop. Das Anliegen, durch gemeinsames Kochen und Essen biblischer Gerichte die dahinter stehenden biblischen Geschichten und ihr Umfeld tiefer zu verstehen kann ich gut nachvollziehen. Das Buch ist schön gemacht, anregend und einladend. Jedem der Kapitel, in dem es um eine biblische Geschichte geht, ist ein Gemälde vorangestellt. Dann ist der Bibeltext abgedruckt, und es werden historische Hintergründe erschlossen. Nun kommen Erläuterungen zum Bibeltext. Bis hierhin alles sehr schön und gut gelungen. Nun aber kommt das Hauptanliegen: der Rezeptteil - und der ist leider misslungen.

Die Angaben aus den biblischen Texten geben nicht so viel her, als dass man aus ihnen Rezepte ableiten könnte. Also haben die Autoren versucht, das historische, archäologisch und sozialgeschichtliche Umfeld zu erschließen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, wie beispielsweise das Linsengericht, das Jakob seinem Bruder Esau vorgesetzt hat, zubereitet worden sein könnte. Diese Vorgehensweise kann man durchaus nachvollziehen. Wie authentisch man das, was dann dabei herauskommt ist, findet, das muß jeder Leser und jede Leserin selber entscheiden.

Meiner Ansicht nach haben die Rezepte dieses Buches so viel oder wenig mit biblischen Realitäten zu tun wie die Aussage, ein typisches Gericht der modernen deutschen Küche sei Pferdebuletten mit Glasnudeln".

Die beiden Autoren haben nämlich ein ganz entscheidendes Detail außer Acht gelassen: Die biblischen Protagonisten sind Juden und Jüdinnen und halten sich an jüdische Speiseregeln, und die umfassen mehr als den Verzicht auf Schweinefleisch und einige andere Tiere (Kamel, Hase ...).

Zu den Grundregeln der jüdischen Küche gehört die Trennung von Fleisch und Milch.
Und die wird nur in einem der Menüvorschläge - vermutlich eher zufällig - eingehalten. Da gibt es einen Lammbraten mit Rosmarin" (Seite 87), bei dessen Zubereitung Butter verwendet wird. Butter ist ein Milchprodukt und darf nicht mit Fleisch kombiniert werden. Wachteln mit Lauchrollen" (Seite 102) hören sich erst einmal unverfänglich an, sind es aber nicht, weil letztere mit Ricotta zubereitet werden. Beim Statthalteressen" gibt es Esras Ochsenfleisch", aber es wird ein Gericht mit Frischkäse dazukombiniert. Und eine Artischockencremesuppe, die gleichzeitig Hühnerbrühe und Schlagsahne enthält, geht auch nicht. Bei der Geschichte von Jesus, der eine Einladung in das Haus eines Pharisäers annahm, lassen die Autoren Kalbfleisch mit Minze und einen Jerusalemer Honig-Käse-Kuchen zubereiten. Klingt gut, aber wir wissen inzwischen: Fleisch- und Milchprodukte werden nicht zusammen gegessen.

Die Autoren versuchen auch eine Annäherung an jüdische Feiertage. Da gibt es die Geschichte von der Königin Esther und dem Purimfest. Einer der Vorschläge dafür sind traditionelle Latkes". Latkes sind zwar ein traditionelles jüdisches Gericht, aber nicht zu Purim, sondern zum Chanukka-Fest.

Ganz schlimm wird es dann beim Pessach-Fest (christlich Passa"). Dieses Fest der ungesäuerten Brote" sieht vor, dass acht Tage lang nur Ungesäuertes gegessen werden darf, also kein Brot, Kuchen etc. Deshalb geht der Vorschlag vom Passa-Schwarzbrot" völlig an der Realität vorbei ebenso wie der bereits erwähnte Lammbraten, der mit Butter zubereitet wird.

Fazit: Sicherlich ist es eine schöne Sache, Kochen, Essen und Bibel zu verbinden, aber Ihr altdeutscher Linseneintopf (ohne Speck) ist vermutlich genauso nah dran an Esaus Linsengericht wie der Vorschlag im vorliegenden Buch.

Kein Jude - so er sich an die Speisegebote hält - würde diese Menüvorschläge überhaupt nur in Betracht ziehen - außer dem letzten, weil er sich auf Fisch beschränkt.
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Dieses Buch ist eine wunderbare Idee! Die beiden Autoren haben biblische Texte gesammelt, in denen es (auch) um's Essen geht. Herausgekommen ist ein Buch mit 300 Seiten, das nicht nur schön aussieht, liebevoll gestaltet ist, sondern einen faszinierenden Inhalt hat.
Die Autoren liefern 18 Menüs, mit verschiedenen Gerichten. Dazu gibt es immer vorab einen Bibeltext, den historischen Hintergrund, dann eine Erläuterung und Deutung und abschließend diverse dazu gehörende Rezepte, die jeweils für ein großes mehrgängiges Menü stehen. Es macht einfach Spaß, den Text zu lesen. Die Informationen sind historisch und theologisch sehr gründlich erarbeitet, bis in Detailtiefe der hebräischen/griechischen Begriffe und der damaligen Kultur und dennoch kurzweilig zu lesen. Sechs bis zwölf einzelne Rezepte pro Menü machen deutlich, dass es sinnvoll ist, die Vorbereitung des Essens in Gemeinschaftsarbeit zu leisten!
Ich selbst bin Pastor und bin so begeistert von diesem Buch, dass wir in unserer Bethania Gemeinde in Berlin ab März jeden Monat einen Abend eines der Menüs gemeinsam gestalten werden. Dabei gibt es eben nicht nur das gemeinsame Essen, sondern auch den Bibeltext mit Deutung und dann wird getafelt!
Danke für ein wunderschönes Buch!
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am 16. Februar 2009
Positiv: Sehr interessante Gerichte, allerdings geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftig.
Negativ: Die Mengen sind z.B. als "Tasse" angeben, es steht aber nirgendwo wieviel Gramm/Liter eine Tasse ist. Das führt dazu, dass bei einigen Gerichte erstmal ausprobiert werden muss.
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am 19. August 2013
Unsere Frauengruppe aus Schaidt hat einige Rezepte verteilt und auch ausprobiert. Im Herbst wollen wir einen gemeinsamen Nachmittag verbringen. Jede bringt was zum Essen mit und unser Diakon liest die entsprechenden Geschichten aus alten Zeiten vor. Wir freuen uns darauf.
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