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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
6
4,3 von 5 Sternen
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am 16. Mai 2010
Stefan Weinfurter, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg und gemeinhin vor allem als Experte für die Salierzeit bekannt, legt mit "Das Reich im Mittelalter" eine ca. 1000 Jahre umspannende Überblicksdarstellung der politischen Entwicklung vom Frankenreich bis zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation an der Schwelle zur Neuzeit vor. Die nur knapp 250 Seiten lange Darstellung wird von einem reichhaltigen Anhang mit Karten und Stammbäumen hilfreich ergänzt.

Was leicht zu einer dürren Reihung von Fakten und Daten hätte geraten können, ist erfreulicherweise alles andere als das, nämlich tatsächlich eine "Geschichte" im besten Sinne, die inhaltlich klar nach Epochen strukturiert und sprachlich flüssig und lebendig nicht nur die Grundzüge politischer Entwicklung nachzeichnet, sondern sich immer auch bemüht, den Menschen selbst innerhalb des ereignis- und verfassungshistorischen Rahmens sichtbar zu machen. Trotz der dem Überblickscharakter der Darstellung geschuldeten Kürze versucht Weinfurter immer wieder auch eine Annäherung an die Lebenswirklichkeit sowohl der geschilderten Herrscher als auch der übrigen Reichsbewohner ihrer jeweiligen Zeit. Dieser gelungene Spagat erlaubt nicht nur dem Laien einen guten Einstieg in die Thematik, sondern eignet sich auch durchaus für Fachleute, um Kenntnisse aufzufrischen oder das eigene Spezialgebiet in einen breiteren Rahmen einzuordnen.
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am 13. Mai 2015
Dieses Buch ist im besten Falle populärwissenschaftlich.
Der Autor verliert sich in Details, die einen den Gesamtzusammenhang vergessen lassen.
Sehr unangenehm bei Lesen: Die "Nummerierung" der verschiedenen gleichnamigen Herrscher wird manchmal zugefügt, manchmal nicht und meistens weiss man dann nichtmehr bei welchem man ist.
Außerdem Innerhalb der einzelnen Kapitel unchronologisch.

Mit ausreichend Grundwissen eventuell interessant, ohne nicht empfehlenswert.
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am 8. Juli 2008
Stefan Weinfurter, Professor für Mittelalterliche Geschichte in Heidelberg, hat mit seinem Anfang 2008 erschienen Buch >Das Reich im Mittelalter< eine Einführung in diese von ihm mit dem Zeitraum von 500 bis 1500 definierte Epoche vorgelegt. Auf rund 240 Seiten spannt er in fünf Kapiteln einen Bogen vom Aufstieg der Merowinger bis zum Fall Konstantinopels 1453. Im Anhang finden sich neben neun Karten auch zahlreiche Stammbäume, umfangreiche Quellen- und Literaturverzeichnisse sowie ein detailliertes Register von Mona Kirsch.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Weinfurters Epochen-Parforceritt damit nicht wesentlich von Büchern ähnlicher Zielsetzung, etwa Peter Hilschs >Das Mittelalter - Die Epoche< oder den identisch mit >Das Mittelalter< betitelten Einführungen Alexander Rexroths und Sabine Buttingers. Doch seine Leistung ist um einiges beachtlicher. Während nämlich die Hilschsche Epochenzusammenfassung durch allerlei blaue Zierelemente, nette Infokästchen und eine immense Binnengliederung wie eine Manifestation der Bachelorstudiengänge in Buchform wirkt und Rexroth im engen Rahmen der Reihe >C.H. Beck Wissen< keine allzu großen Sprünge jenseits einer Fakten-Aneinanderreihung machen kann, vermag es Weinfurter, in seiner Zusammenfassung das Mittelalter geordnet und durchaus sprachlich ansprechend darzustellen. Dazu bedient er sich der - freilich im ersten Moment etwas flach erscheinenden - Fragestellung, wann sich das deutsche Reich als Nation entwickelt habe. Diese Leitfrage ermöglicht es dem Autor, einen überaus gut lesbaren Abriss der Herrschergeschichte des Mittelalters zu geben, gleichzeitig ideologische Aspekte der jeweiligen Herrschaft - dazumal in Kontrastierung zum allgegenwärtigen Papsttum - darzustellen und auch in die jeweilige Gesamtsituation im Reich einzuordnen, ohne dass dabei sein Text jener absurden Zergliederung anheim fallen würde, die für andere Epochenzusammenfassungen oft bezeichnend ist und das Verstehen und Lernen so unnötig umständlich macht. Eine sorgfältige Auswahl an Beispielen illustriert und belegt das Geschehene und macht es gleichzeitig noch besser greifbar. Das spärlich bebilderte Buch (man verzeichnet sieben Abbildungen) leistet somit mehr als der optisch aufgedonnerte Hilsch oder die >bunte Buttinger< und ist auf seinen 240 Seiten besser lesbar als etwa Rexroth auf rund 130 Seiten. Der gelungene Anhang komplettiert den überaus positiven Gesamteindruck, den dieses Buch hinterlässt, das überdies in gebundener Form nur unwesentlich mehr kostet als Hilsch und mir nicht nur die aktuellste, sondern auch gelungenste derzeit verfügbare Epocheneinführung zu sein scheint. Ein einziger Schwachpunkt sei dennoch genannt: Das Literaturverzeichnis hätte eine Untergliederung durchaus vertragen können. Das eine solche nicht vorliegt, ist ärgerlich, mag in Anbetracht der Gesamtleistung aber als verzeihlich gelten.

In diesem Sinne: fünf wohlverdiente Sterne!
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am 17. März 2010
Im BR 2 Podcast hörte ich ein Gespräch mit Professor Stefan Weinfurter über die Geschichte des Mittelalters. Ich besorgte mir daraufhin sein Buch. So anstrengend und anspruchsvoll die Lektüre bisweilen ist, so froh bin ich, es gelesen zu haben.

Das etwa 250 Seiten starke Brevier bietet in konzentrierter Form die Reichsgeschichte zwischen 500 und 1500. Dabei unterschied sich die Zeit der Merowingerkönige sehr viel mehr von der der Habsburger, als etwa die Zeit von Kaiser Maximilian von uns heute. Das Buch fühlt also in atemberaubendem Tempo durch jene Epochen, die wir heute summarisch Mittelalter nennen.

Originelle individuelle Porträts wie sie Ranke liebte, wird man hier ebensowenig finden wie kulturhistoriographische Exkurse à la Jacob Burckhardt. Weinfurter geht in seiner Reichsgeschichte rein strukturalistisch vor. Auch darum könnte man sein Buch als fünften Band der Römischen Geschichte von Mommsen lesen. Auch bei Weinfurter erscheinen Menschen nicht in ihrem Sein, sondern allein in ihrem Tun.

Mit Mommsen teilt Weinfurter das Interesse an strukturellen Entwicklungen und die Disziplin, sich in nüchterner und sachlicher, wenn man will: technischer Sprache auf diese zu konzentrieren. Wem das zu dröge ist, der sei daran erinnert, daß Mommsen für seine Römische Geschichte den Nobelpreis bekommen hat, und zwar den für Literatur.

Ich muß gestehen, ich sympathisiere mit dieser trockenen Darstellungsweise, zumal sie es dem Leser überläßt, sich den mittelalterlichen Alltag, die Pracht der Könige, die Mühsal der Normalos, vorzustellen. Auch vermeidet er billige Analogien zur Gegenwart und stellt es dem Leser anheim, sie selbst zu ziehen. Konsequent verschmäht er sinnstiftenden Historizismus ebenso wie jene schäbigen Biographimus, der heute so im Schwange ist, und wo Geschichte belletristisch aufgekocht wird.

Das konzentrierte Buch ist der Brühwürfel, aus dem andere ihre Suppe kochen können, die in amerikanischer Manier historische Thesenbücher verfassen. Wer wissen will, wie sich historische Strukturen durch 1000 Jahre verändert haben, dem sei dies Buch empfohlen. Nicht zuletzt belehrt uns die Geschichte des Mittelalters, welches Unterfutter unsere eigenen modernen Jacken eigentlich haben. Wer erfahren will, woher er kommt und wohin er geht, sollte sich besonders mit dem Mittelalter beschäftigen.
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am 28. Juni 2014
Das Buch bietet einen tollen und knappen Überblick über das Mittelalter und ich habe es mir als Einführung in die konkrete Thematik geholt.
Es ist und bleibt aber eine Einführung und ist als 'leichte Lektüre' zu betrachten.

Für mich als Geschichtsstudent besonders von Vorteil: Die Regentenlisten und kleinen Übersichten am Ende des Buches. Hat mir gut durch die Klausur geholfen ;)

Zu empfehlen ist es definitiv für Laien mit Mittelalterbegeisterung oder auch Geschichtsstudenten, die gerne mit angenehmer Erzählart auf das Thema eingestimmt werden wollen.
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am 24. Dezember 2012
Das Buch entspricht dem was man erwartet hat voll und ganz,
der Preis ist dem Inhalt angemessen und ich bin nicht enttäuscht worden.
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