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am 12. August 2008
Ich habe mir das Buch zur Vorbereitung einer Georgienreise, die dann wegen der Eskalation im Südossetienkonflikt nicht durchgeführt werden konnte, gekauft. Der Band, der in der Beck'schen Reihe erschienen ist, enthält in seinem ersten Teil sehr dichte Artikel über Armenien, Georgien, Aserbaidschan, den russischen Nordkaukasus, Iran und die Türkei. Einen zweiten wichtigen Teil des des Werks bilden präzise Analysen der schwelenden Konflikte. Gerade die Abschnitte zu Abchasien und Südossetien sind für das Verständnis des Kriegs zwischen Georgien und Russland sehr hilfreich. Einen letzen Block bilden thematische Querschnitte zu Themen wie Religion, Rechtsverständnis oder politische Kultur. Wer dieses Buch durchgearbeitet hat, ist bestens über die Kaukasusregion informiert. Angesichts des akademischen Niveaus sollten sich Leser, die es gewohnt sind, Informationen unterhaltsam präsentiert zu bekommen, jedoch nach anderen Werken umsehen.
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"Es schmerzt, sehen zu müssen, wie Kriege, Konflikte, der starke Hang
zur Gewalt die Lebensgrundlage von Millionen Kaukasiern gefährden.
Äußerliche Begehrlichkeiten verschärfen die brisante Situation.....
aber auch untereinander sind sich die Völker spinnefeind."
(Manfred Quiring)

Die in der beck'chen Reihe erstmals 2008 erschienene Aufsatzsammlung "Der Kaukasus. Geschichte - Kultur - Politik" liegt nun in ihrerzweiten, neubearbeiteten Auflage vor. Neben den beiden Herausgebern, Marie-Carin von Gumppenberg und Udo Steinbach zeichnen sich vierzehn weitere, renomierte Autoren für die einzelnen Beiträge verantwortlich. Alle sind promovierte Wissenschaftler und Experten, die sich intensiv mit der Region beschäftigt haben und zum Teil dort auch leben. Vier von ihnen lehren als Hochschulprofessoren....

....was die beiden Herausgeber zu Recht jedoch nicht davon abhält, ihr Kompendium - trotz seines wissenschaftlichen Anspruchs - in ihren Vorwort vom August 2009 als "Lesebuch" zu bezeichnen. Es ist in drei Teile gegliedert, die jedoch, anders als der Untertitel "Geschichte - Kultur - Politik" vielleicht vermuten lässt, mit "Die Länder", "Die Konflikte" und "Die Kulturen" überschrieben sind.

Nachdem im ersten Kapitel mit Armenien, Georgien und Aserbaidschan die Staaten des Südkaukasus und die zur Russischen Föderation gehörenden nordkaukasischen Teilrepubliken, wie Dagestan, Tscheschenien, Inguschetien, Nord-Ossetien, Karbadino-Balkarien, Karatschai-Tscherkessien und Adygien (Daten, Fakten, Personen) vorgestellt wurden, folgt noch jeweils eine kurze Betrachtung über die Rolle des Iran un der Türkei. Neben den drei Aspekten des Buchuntertitels findet am hier Angaben über Natur, Geographie, Demographie, postsozialistische Phänome, sozioökonomische Bedingungen, geostrategische Aspekte usw.

Das zweite Kapitel "Die Konflikte" beginnt mit der von Geogien abtrünnigen Provinz Abchasien. Danach folgt der "Krieg um den schwarzen Garten" (Berg Karabach) , ehe mit Süd-Ossetien der (vorerst?) letzte bewaffnete Konflikt geschildert wird. Bei der "Krisenregion Nordkaukasus" wurden die Schwerpunkte auf die Tschetschenienkriege und die Islamisierung des Sezessionskonfliktes gesetzt. Daneben werden die Ursachen, Akteure und Perspektiven erörtert. Das Engagement von USA und supranationalen Organisation , wie der NATO, GUS, GUAM und OSZE wird als "Motor oder Hemmschuh für eine Konfliktlösung im Südkaukasus" hinterfragt. Dr. phil. Rainer Freityg-Wirminghaus kommt schließlich zu dem Fazit: "Ohne Rußland geht nichts." "Die neue Seidenstrasse der Energie" in einem neuen "Big Game" der Großmächte zählt zu den wichtigsten geostrategischen Aspekten der Gegenwart und Zukunft. Für die in einem prekären ökonomischen Umbruch befindlichen drei südkaukasischen Länder Armenien, Georgien und Aserbaidschan sind Öl- und Gaspipelines nicht nur von enormer wirtschaftlicher Bedeutung,, sondern vor allem auch eine sicherheitspolitische Herausforderung.

Stereotype Verallgemeinerungen, wie "Kaukasier" oder (die im russischen abfällige Bezeichnung) "Schwarze" werden der differenzierten Ethnizität der im Kaukausus lebenden Völker nicht gerecht. Zu Beginn von Kapitel drei "Die Kulturen" wird daher die ethnische Vielfalt der Region vorgestellt. Als Orientierungshilfe dient hierbei die Karte eines "ethnischen Flickenteppichs" (Seite 182). Nach einer definition des "Ethnischen" folgen Betrachtungen zum "Ethnischen Areal Georgien", zur "Relativen ethnischen Homogenität in Armenien" und zum "Ethischen Synkretismus in Aserbaidschan". Ein besonders Phänomen stellt Dagestan dar, das - ohne Titularnation zu sein - von mehr als 13 Völkern bewohnt wird. Die Sprachenvielfalt am "Berg der Sprachen" stellt eine weitere Besonderheit des Kaukasus dar, die man sonst wohl in keiner anderen Region finden wird. Die "kaukasischen Sprachen" im engeren Sinne, lassen sich in die Gruppen Nord-Westkaukasisch, Ostkaukasisch/Nachisch-Dagestanisch, Nachisch-Wejnachisch mit zahlreichen Untergruppen einteilen. Alleine zu den dagestanischen Sprachen zählen zig Gruppen, z. B. Awarisch und Untergruppen. Auch die südkaukasischen Kartwelsprachen weisen neben Georgisch weitere Idiome auf. Hinzu kommen noch die indoeuropäischen Sprachen, wie z. B. Armenisch, Ossetisch und Kurdisch, die Turksprachen und semitische Sprachen. Eine ebenso wichtige Bedeutung kommt den verschiedenen Religionen zu, die der Identitätsstiftung, Abgrenzung und Gemeinschatsbildung dienen. Die autokephalen Kirchen Armeniens und Georgiens entstanden als erste Nationalkirchen der Welt bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts. In Aserbaidschan gibt es nicht nur ein Nebeneiander von Schiiten und Suniten, sondern auch ein Miteinander. Im Zusammenhang mit der religion sind neben der Kunstradition, der politischen Kultur vor allem auch das Rechtsbewusstsein und das Rechtsverständnis, der verschiedenen ethnischen und religiösen Gemeinschaften zu sehen.

Zum Anhang des Buches gehören ein Abkürzungsverzeichnis, Kurzporträts der Autoren und ein Register. Quellen und weiterführende Literaturhinweise finden sich jeweils am Ende eines Artikels. Sieben schwarzweise Karten dienen der Visualisierung des jeweiligen Themas.

"Der Kaukasus" ist nicht nur ein "Lesebuch", das man vom Anfang bis zum Ende "durchlesen" kann, sondern auch ein gelungenes Werk zum Nachschlagen und "Schwerpunktlesen". Wem das gelungene Kompendium "zu wissenschaftlich" erscheint, sei das im April 2009 und eher in Form einer Reportage verfasste "Pulverfass Kaukasus - Konflikte am Rande des russischen Imperiums" von Manfred Quiring empfohlen.

5 Amazonsterne.
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am 10. März 2009
Zunächst eine Warnung: dieses Buch ist sehr wissenschaftlich geschrieben. Soweit ich den Kaukasus kenne, habe ich keinen Zweifel daran, dass die Fakten sauber recherchiert sind. Doch wird eine Vielzahl von Fachausdrücken verwendet, die ich selbst erst im Studiengang Volkswirtschaft gelernt habe. Meiner Ansicht nach ist dieses Buch nur für Akademiker lesbar.

Im Mittelpunkt stehen zwei Themen. Einmal die unabhängige Energieversorgung für Europa. Zur Anlieferung von Erdöl und Erdgas brauchen wir Pipelines, welche weder von Russen noch von Islamisten kontrolliert werden. Nachdem einige Staaten im Kaukasus unabhängig geworden sind, gibt es da Möglichkeiten, welche allerdings mit etlichen Umständen verbunden sind. Im Buch wird ganz genau erklärt, wie das funktioniert und welche Schwierigkeiten das bereitet.

Weiterhin wird das Thema behandelt, wie im Kaukasus eine Nation definiert wird. Ethnische Konflikte erklären sich vor allem daraus, dass es sehr widersprüchliche Definitionen gibt. Abgeklopft und beleuchtet werden die Aspekte Geschichte, Religion und Sprache. Dabei wurden gerade Religion und Sprache zur zwangsweisen Assimilierung mißbraucht, so dass diese Kriterien kaum zukunftsweisend sind. Brauchbar wäre eher eine historische Ableitung, doch damit erkennen die Autoren mehr das Problem und weniger die Lösung. Die Geschichtsforschung in den Ländern des Kaukasus ist leider politisch gefärbt. Solange das nicht besser wird, behauptet jede Seite etwas anders und so lassen sich Konflikte nicht bereinigen.

Dieses Buch empfehle ich jedem, der sich für die Verhältnisse im Kaukasus interessiert. Doch ziehe ich einen Stern ab, denn Menschen mit geringer Schulbildung dürfte die Lektüre schwer fallen.
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