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am 21. Juni 2017
Die Informationsdichte und -qualität ist atemberaubend. Wer glaubt, schon vieles zur Thematik zu wissen, wird erstaunt sein, wieviel man noch dazulernt. Ein roter Faden, der sich durch das Werk zieht, ist die Repression: Beginnend mit ersten klaren Konturen im toledanischen Westgoten - Reich, das 711 unterging, den Problemen im maurische Spanien um 1066, der großen Vertreibung aus Spanien 1492 und die sich anschließenden Migrationsströme mit den Stationen Portugal, Amsterdam, Hamburg, London, Karibik, New York; andererseits Nordafrika, Italien, osmanisches Reich (Safed, Izmir, Istanbul) und, und, und - bis zur Verwestlichung der sabbatianischen, kryptischen Dönme der großen Gemeinde Salonikis im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss der französischen Alliance Israelite Universelle, die den Boden für die jungtürkische Revolution vorbereitete, an der die wirkungsmächtigen Dönme großen Anteil hatten und, und, und... Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite. Wo andere sich auf 500 Seiten langatmig ausbreiten, schafft es Bossong auf knapp 130 Seiten, immer frisch in der Sprache, Interessantes, Wesentliches, Unbekanntes, Andekdotenhaftes zu einer geschmeidigen Komposition zusammenzufügen, die tiefe Gelehrsamkeit atmet. Unbedingt anschaffen und lesen!
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am 15. Juli 2017
Die 2. Auflage der "Geschichte und Kultur der spanischen Juden" von 2016 ist ein im Wesentlichen unveränderter Nachdruck der Erstausgabe von 2008: dieselben zwei altbackenen Karten Spaniens bzw. Europas und nur wenig neue Literatur. Ein Neukauf lohnt sich daher nicht, falls man die Erstausgabe bereits gelesen hat. Als Einstieg in die Thematik der sephardischen Juden und deren Schicksal in den letzten 1500 Jahren in Europa ist dieses kompakte Büchlein aber in jedem Fall lesenswert.

Auf jeweils wenigen Seiten werden in einem gut verständlichen Stil zunächst der geschichtliche Rahmen beschrieben und danach zusätzlicher Hintergrund erklärt. Dabei ist es dem Autor Georg Bossong, einem Professor für romanische Philologie, gelungen, eine gute Balance aus klar strukturierten Rahmendaten zu geben und ihn gleichzeitig mit ausreichend Details anzureichern, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was das Leben der Menschen ausgemacht hat, worunter sie gelitten haben oder auch was ihr Leben verbessert oder verändert hat.

In der Einleitung werden auf sieben Seiten die Hauptgruppen Sephardim und Aschkenasim und deren bis heute bestehenden Unterscheidungsmerkmale in Orthodoxie, Ritus und Alltag vorgestellt. Die Gliederung ist mit nur drei Hauptkapiteln – „Die Juden Spaniens“, „Die sephardische Diaspora“, „Das Erbe“ – sehr übersichtlich und lässt den Leser gezielt in Unterkapitel einsteigen.

Nach der Einleitung folgt im ersten dieser drei Hauptkapitel auf 50 Seiten die Geschichte der Juden in Spanien, in der sie weitgehend friedlich zunächst neben Westgoten, später Christen (im Norden) und ab dem 8. Jahrhundert den Muslimen (im Süden) koexistieren konnten, bevor sie 1492 mit dem königlich-spanischen „Alhambra Edikt“ zum Verlassen des Landes bzw. zur Zwangs-Konvertierung zum Christentum gezwungen wurden. Der Autor schildert durchaus empathisch aber ohne Urteil die Herausforderungen, denen das jüdische Leben unterworfen war, wie etwa die permanent durch Christen gestellte Loyalitätsfrage der konvertierten Juden, denen nie volle Rechte zugestanden wurden und die letztendlich bis ins 20. Jahrhundert hinein (Franco-Regime) politisch nicht als gleichwertige Bürger angesehen wurden. Auf diesen Aspekt geht er in einem späteren Abschnitt („Die Chuetas von Palma de Mallorca“) noch genauer ein.

Im zweiten Abschnitt „Zeit der Diaspora“ widmet sich Bossong im Wesentlichen den Migranten, die ihr weiteres Glück in Portugal, Italien, im Osmanischen Reich, den Niederlanden und Frankreich gesucht haben. Hierbei geht er immer wieder auf die Herausforderungen der neuen Umgebung, die Veränderungen des Alltags und vor allem der Sprache ein, die bis heute einen wesentlichen Einfluss auf das jeweilige Selbstverständnis hat („Literatur“, „Erzeihung, Sprache, Öffentlichkeit“).

Im dritten und kürzesten Unterkapitel („Das Erbe“) werden auf 20 Seiten u.a. der Holocaust, und die Herausforderungen der heutigen Welt behandelt.

Die Kapitelbezeichnung erlaubt es, sich gezielt mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen. Zum Beispiel, wenn man sich über das Leben der zwangsemigrierten Sepharden in „Amsterdam, London, Hamburg“ informieren möchte oder über den Einfluss der „Kabbala“ auf ihr Leben, oder etwas über „Saloniki – Das Jerusalem des Balkans“, wo Tausende Flüchtlinge ab dem frühen 16. Jahrhundert unter den Osmanen einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau der Stadt leisteten, bis sie im „Holocaust in Saloniki“ nahezu komplett ausgelöscht wurden, erfahren möchte.

Die Lektüre ist ohne Ausnahme informativ, und selbst, wenn man sich nicht für Sprachtheorie und Literatur interessiert, kann man ohne Weiteres ein paar Seiten im letzten Drittel des Buches überspringen, ohne den Anschluss zu verlieren.

Sollte es eine dritte Auflage geben, wäre es schön, wenn nicht nur die Auswanderung in andere europäische Staaten und das Osmanische Reich, sondern auch das Schicksal der Rückkehrer nach Spanien stärker thematisiert würde. Außerdem sollte eine Aufarbeitung der Migration in den Maghreb erfolgen, die nur oberflächlich beschrieben ist.
Ansonsten: lesenswert!
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Autor Georg Bossong ist Professor für romanische Philologie. In "Die Sepharden" geht er eher in die hebräische und arabische Philologie. Auch wenn er immer wieder Nebenbetrachtungen einflicht, ist der Schwerpunkt die Geistes- und Kulturgeschichte. Angelpunkt der 120 Textteil-Seiten ist das Alhambraedikt, also die Ausweisung der spanischen Juden 1492. Vorher gab es sowohl bei Christen und Muslimen tolerantere und weniger tolerantere Herrscher. Nachher galt dieses Alhambraedikt bis ins Francoregime hinein. Komplett aufgehoben wurde es erst in der Demokratie. So verfolgt Bossong die ehedem spanischen Juden in die Levante, wo sie häufig im Osmanischen Reich eine etwas tolerantere Behandlung erfuhren, bis ins 20. Jahrhundert hinein. Während ich diese Zeilen schreibe (2009-03), hat die Identität als "spanische" oder zumindest orientalisch-sephardische Juden noch solche Bedeutung, dass es einen speziellen Oberrabbiner gibt, spezielle und einflussreiche Sephardim-Parteien in Israel, ...
Aktuelle Geschichte .... Weil ich mir persönlich mehr Geschichte und weniger Linguistik etc. gewünscht hätte, einen 'magen'/Stern weniger; dennoch ein klares Danke für diese Darstellung!
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am 16. Juli 2015
Wer eine Reise nach Andalusien macht, dem sei dieses Büchlein sehr empfohlen. Ich bin durch eine Geographin, eine Reiseleiterin der Studienfahrten Geopuls darauf hingewiesen worden. Es ist zu empfehlen besonders für diejenigen, die Andalusien auch ohne Studienreise bereisen.
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am 9. Mai 2014
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen und verstehe jetzt vieles aus der Geschichte viel besser. Danke dem Autor
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am 19. Februar 2015
Ab dem Gedanken: Gift in den Brunnen der Spanier, um sie zu vergiften.... fängt für viele Spanier die wahre Geschichte der Auswanderer an... Hat der Autor bewusst diese Tatsache vergessen ?

Da wird man doch nachdenklich und fragt sich, in wessen Auftrag dieses Werk geschrieben wurde ? Und beim näheren Hinsehen verwundert es nicht, wenn man sich im Klaren wird, welche Bedeutung der Ort Zürich für dieses Buch hat. Die Schweiz, auch Swiss genannt, die Schwester Isis.

Viele Grüße,
vom Student der Orientalistik und Politik
Hätte ich heute die Wahl, ich würde in keinem chr. Land studieren. Man lernt nur Lügen auswendig
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