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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
10
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TOP 500 REZENSENTam 19. November 2009
Fazit vorab: ein gut verdichtetes Buch zu fast acht Jahrhunderten Al-Andalus. Vier Sterne.

Bossong beschreibt nur in der ersten Hälfte die Ereignisgeschichte. In der zweiten geht er tiefer auf die Kultur ein. Er sieht bei beidem eine goldene Zeit des gegenseitigen Lernens voneinander wie eine unschöne des gegenseitigen Religionshasses: Christen begannen dann mit "Kreuzzügen", später mit einer perfiden Zwangstaufe und "Reines-Blut"-Inquisition; Hardcore-fundamentalistische Berber (almohadische Teilreiche) verschlechterten zuvor ebenfalls ähnlich das Klima. Gleichberechtigung anderer Glaubensrichtungen gab es nirgends, eine gewisse Toleranz allerdings schon noch anfangs. Positiv sieht Georg Bossong am ehesten die sephardischen Juden als Kulturvermittler, vgl. sein Spezialwerk.

Bossong prangert christliche wie muslimische Herrscher an (S. 120ff.). Der Islam habe dabei vom Ende der Toleranz noch den größten Schaden genommen, da so die Aufklärung nie gestartet sei.
Und wer diese ausdrückliche Aussage Bossongs so offenbar nicht begriffen hat, hat leider vielleicht seine Rezension zu früh abgefasst.

Schwächen des Buchs: 120 Seiten sind natürlich immer etwas kurz. Bossong pflegt dann auch noch seine Steckenpferde etwas übermäßig: Sprache und Kulturtexte. Über Architektur, Sozial-, Wirtschafts-G oder Mythos-Geschichte etwa werden Sie eher wenig finden. Bei Fußnoten: komplette Fehlanzeige. Touristische Tipps oder Bilder gäbe es auch nicht wirklich, dafür auch schon 'mal Fremdwortkaskaden.

Stärken: Konzentrierte Darstellung, sinnvoll mit Karten; das ganz Wichtige ist schon halbwegs drin, als Einführung mit kulturgeschichtlichem Schwerpunkt brauchbar.
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am 1. September 2008
Georg Bossong stellt in seinem Buch "Das Maurische Spanien" aus der Reihe "Beck Wissen in der Beck'schen Reihe", das für uns eher unbekannte, Spanien unter islamischer Herrschaft vor. Dabei wird die Eroberung durch die Araber und deren Geschichte auf der Iberischen Halbinsel beschrieben. Das Buch beginnt mit dem Jahr 710 (Eroberung) und endet mit dem Jahr 1614 (Ausweisung der Moriscos). Dabei wird auch die verworrene Geschichte der einzelen Herrschaftsgebiete von Christen und Moslems untereinander versucht aufzuklären. Hier gab es sehr lange unterschiedliche Koalitionen.
Des Weiteren widmet Bossong knapp die Hälfte der 122 Seiten der Kulturgeschichte des islamischen Spaniens. Dabei geht er auf Religion, Sprache, die Wissenschaften (Philosophie, Theologie usw.) ein. Dabei geht er auch auf Einzelpersonen ein und beschreibt diese und ihr Lebenswerk.
Dieses Buch ist eine kurze und knappe Darstellung, die für einen Einsteiger reicht. Interessierte Leser können sich im Literaturverzeichnis mit weiteren Bücher versorgen.
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am 12. November 2015
Ein Geschichtsbüchlein mit vielen Daten, Fakten, Herrschernamen und interessanten Erklärungen zu speziell maurischen Fachausdrücken bzw. zur islamischen Welt. Klingt nach einem trockenen, etwas anstrengenden aber doch anspruchsvollen Lesestoff - ist jedoch nicht der Fall. Natürlich geht der Autor manchmal sehr ins Detail, umschreibt jedoch manche Stammeskonflikte großzügiger, sodass man den gedanklichen Faden nicht verliert. Es werden religiöse Begriffe aus dem Islam und dem Judentum erklärt, was ich persönlich als interessant und wissenserweiternd empfand. Ebenso werden natürlich die in dieser Zeit geschaffenen großartigen Bauwerke beschrieben bzw. die Gründe für deren Errichtung. Wenn man die von Mauren geschaffenen Städte bereist, ihre Kunstdenkmäler besichtigt, ist es für mich ein Muss, die näheren Umstände der Gründung oder Namensgebung zu kennen. Der Autor gibt in vielen Fällen etymologische Details wider, was ich als äußerst Wissens bereichernd empfinde.
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am 28. Januar 2008
Dieses gut geschriebene und faktenreiche Buch elidet unter der einseitigen Sichtweise des Autors. Alles, was Muslime in Spanien geschaffen haben, wird gelobt; die damit einhergehende Kolonialherrschaft, die Unterdrückung der Andersgläubigen un d die ständigen kriege werden zwar erwähnt, können das Urteil von Herrn Bossong allerdings nicht beeinflussen.

Das der Mönch Eulogius von Córdoba, der von den Arabern hingerichtet wurde, ein "glühender Islamhasser" gewesen sei, mag sein, aber haben die Muslime, die Santiago de Compostela dem Erdboden gleichmachten, die Christen nicht gehasst?

Nach der (von den Arabern verlorenen) Schlacht von Navas de Tolosa im 13. Jahehundert massakrierten die Christen die Bevölkerungen ganzer Städte; die Muslime, so Bossong, waren "entsetzt". Waren es die Christen nicht auch, als die Muslime bei der Eroberung von Barcelona (500 Jahre früher)alle männlichen Einwohner hinrichteten und alle Frauen und Kinder als Sklaven verkauften?

Hier wie so oft muss man feststellen, dass die Historiker ihre Unparteilichkeit aufgeben, wenn von "Al-Anadalus" die Rede ist. Die Herabwürdigung der Christen zu Menschen zweiter Klasse ("Dhimmis"), ihre Ausbeutung durch die Kopfsteuer, die nur von Nichtmuslimen entrichtet werden musste, der florierende Sklavenhandel, all das spielt angesichts der zauberhaften Architektur der Alhambra oder der Gedichte von Ibn Battuta keine Rolle mehr. Warum eigentlich? Die Kirchen des spanischen kolonialbarocks in Peru und Mexiko (Churrigueresco-Stil) waren sicher auch bedeutende kulturelle leistungen, aber es würde keinem Historiker einfallen, in bezug auf den spanischen Kolonialismus von einer "Kultursynthese" oder einem "Land der zwei Kulturen" zu sprechen.
Warum ist das im falle des arabischen Kolonialismus in Europa anders?
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am 24. Juli 2010
Es ist sehr schwer sich eine Meinung zu dem Thema zu bilden. Liest man das Buch von Georg Bossong, so könnte man davon ausgehen, dass es in Spanien des 10. und 11. Jahrhunderts eine Zeit der friedlichen Convivencia gegeben hätte, die sich durch eine nie degewesene Toleranz der drei großen monotheistischen Weltreligionen ausgezeichnet hätte. Leider trifft das nicht die Wahrheit.

Das Problem bei der Bewertung dieses Teils der spanischen Geschichte besteht darin, dass sich wenigstens im deutschen Sprachraum keine ernsthaften Historiker mit dem Thema beschäftigen, sondern nur Kulturwissenschaftler. Das führt zu einer unheimlich beengten Sichtweise. Für die Bewertung einer mittelalterlichen Gesellschaft, die sich grundsätzlich dadurch auszeichnet, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist, kann man nicht zu einer ordentlichen Bewertung der Gesellschaft kommen, wenn man den Blickwinkel nur auf die Kultiviertheit einer winzigen Oberschicht richtet und sich durch das Verschmelzen der Kulturen in imposanten Bauwerken oder in Gedichten beeindrucken lässt.

Wo ist in diesem Buch von den Lebensbedingungen in der Landwirtschaft die Rede? Ist es wirklich so bedeutsam, dass im Verlauf von über hundert Jahren einige wenige Mitglieder der arabischen und christlichen Oberschichten sich zum Schachspiel trafen? Ist es verwunderlich, dass die dünne arabischstämmige Oberschicht die Christen in ihrem Herrschaftsgebiet am Leben ließ, wenn diese Christen ihnen ein Leben im Luxus ermöglichten? Ähnlich wie antike Gesellschaften sorgten viele Sklaven und ähnlich rechtlose Menschen dafür, dass eine kleine Oberschicht die Muse hatte sich Kultur und Wissenschaft zu widmen.

Leider ist es abseits der Wissenschaft schöner, wenn man behaupten kann, dass das Zusammenleben der drei monotheistischen Weltreligionen schon früher möglich war. Trotzdem sollte das skandalöse Verherrlichen einer Gesellschaft, die auf Unterdrückung und Ausbeutung basierte, aufhören. Ich persönlich habe im Rahmen von kulturwissenschaftlichen Kursen an der Universität diese idealisierende Form von Al-Andalus gelehrt bekommen. Auch heute wird es noch so unterrichtet, was ich als Geschichtsfälschung empfinde.

Das Buch bekommt von mir trotzdem 3 Sterne, weil es einen guten Überblick über das Thema vermittelt, solange man es mit gesunder Skepsis liest.
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am 27. Oktober 2015
Für den, der mehr über den islamischen Teil der Geschichte auf der iberischen Halbinsel wissen will, ist dieses Buch ein Muss! Professor Georg Bossong ist ein ausgewiesen kompetenter Autor und hat mit diesem Werk ein hilfreiches Handbuch zum besseren Verständnis des Geschehens auf der iberischen Halbinsel erstellt.
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am 17. Februar 2016
Das Buch bietet einen sehr guten und knackigen Einstieg in die Geschichte des span. Mittelalters. Für den ersten Einstieg bestens geeignet.
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am 5. Januar 2008
Ein spannendes und informationsreiches Buch. Man hätte Lust es in einem Atemzug zu lesen : besser jedoch einige Pausen zum Nachdenken einzulegen um nicht von der Schwärmerei des Autors eingenommen zu werden. Derselbe mag bedauern, dass das friedliche,kreative Zusammenleben der drei monotheistischen Religionen als kurzes historisches Experiment nicht überlebt hat.Wer trägt die Schuld daran? Man hat den Eindruck dass der Autor den im Eroberungskrieg unterlegenen spanischen Aristokraten den Vorwurf macht, eine Gegenoffensive gestartet zu haben.Die Christen bekehren sich scharenweise zum Islam, warum versuchen also die vertriebenen Herrscher ihr Land und ihre Leute zurückzuerobern ? Almoraviden und Almohaden erinneren unweigerlich an die bis heute nicht erlahmte destruktive Kraft des Islam. Mag auch sein, dass Spanien grossen Schaden durch die Vertreibung der Mauren erlitten hat, (Frankreich ebenso mit der Vertreibung der Hugenotten ),ich bezweifle jedoch ,dass dies die Ursache des "Niedergangs" Spanien war.Immer wieder begehen Fachleute den Fehler das Zeitgeschehen nach heutigen Kriterien (der Humanität) zu beurteilen.Geschah in anderen Ländern, Kontinenten nicht zu jener Zeit und auch heute noch genau dasselbe wie in Spanien ? Vertriebene nach dem 2.Weltkrieg, in Jugoslawien, in Palästina,die Vertreibung der Juden seit den dreissiger Jahren und nach 1948 aus den muslimischen Ländern ? Sieht man genau hin, dann muss man feststellen, dass das Zusammenleben von Christen und Muslimen überall problematisch ist und immer war : Aus der Geschichte soll man lernen, dass die Integration von Muslimen und Christen in einem europäischen Staatsgebilde eine Utopie ist, bestenfalls kann man heute ein gewaltfreies NEBENEINANDER dieser Religionsgesellschaften fördern.(Siehe Grossbritannien) Dies, und nichts anderes traf auch für das maurische Spanien zu :Die Bekehrung von Christen und Juden zum Islam förderte die Integration,sie ist deren Voraussetzung; das Verharren am Christen- und Judentum führte zu Konflikten und Pogromen.
Es mag zynisch klingen, aber die "Säuberungsaktion" in Spanien hat diesem Land immerhin eine "Libanisierung" erspart und dies bedeutet weder Schaden noch Nachteil für Spanien oder Europa : Ein Balkan genügt vollauf.
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am 4. Februar 2014
Wirklich gut zu lesen und informativ für den interessierten Laien!
Verständlich geschrieben und hilfreich für meinen Zweck.
endlich mal Zusammenhänge kurz und prägnant erläutert!
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am 25. Dezember 2009
Sehr flüßig und informativ! Gut geschrieben und die umfangreichen Informationen zum Thema sind sehr gut aufbereitet. Man merkt, daß der Autor von seinem Thema begeistert ist und dies auch vermitteln kann. Als Einstieg sehr empfehelenswert.
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