Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
2
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
1
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 14. April 2005
Wenn die Aufbahrung eines verstorbenen Papstes Millionen von Menschen mobilisieren kann und sämtliche Reden eines US-Präsidenten mit den salbungsvollen Worten "God bless us/ you/ America" endet, dürfte klar sein, dass auch im anbrechenden 21. Jahrhundert die Religion als Deutungs-, Sinnbildungs- und Legitimationsprinzip keineswegs aus der Mode gekommen ist.
Auf Basis solcherlei Befunde entwickelt Graf in seinen gesammelten Aufsätzen (denn darum handelt es sich bei diesem Werk) vielfältige Thesen zur Rolle der Religion vom 19. über das 20. Jahrhundert bis in unsere Zeit. Im Zentrum steht dabei jeweils die Erkenntis, dass der oft proklamierte Säkularismus der Moderne bei genauerer Untersuchung nicht - oder nur mit Einschränkungen - ein zutreffendes Modell darstellt.
Statt einer Auslöschung religiösen Bewusstseins müsse vielmehr mit zunehmender Differenzierung und Segmentierung gerechnet werden, wie Graf einleitend am Beispiel des Konfessionalismus des 19. Jahrhunderts belegt.
Insbesondere die Engführung von religiösen und kapitalistischen Prinzipien (religious economy, eine Deutungsvariante, die bis dato nur in der amerikanischen Religionssoziologie verbreitet ist) erhält in Grafs Darstellung Beachtung.
Ferner setzt sich der Autor mit den Transformationsprozessen des Numinosen in einer globalisierten Welt auseinander, deren Konsequenzen vom Fernsehprediger bis zum gewaltbereiten Terroristen reichen.
Dieses Werk vermittelt durch das kluge, stringente, strikt wissenschaftliche Argumentieren seines Autors eine wichtige Position zu einem Thema, dessen Brisanz und Prägekraft nicht unterschätzt werden darf. Graf erhielt zu recht den Leibnitz-Preis 2003.
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 22. November 2009
Zum Stil des Buchs zunächst. Da nehmen wir zufällig die Seite 42 (in meiner Bundeszentrale-für-politische-Bildungs-Ausgabe) und den Beginn des ersten Absatzes darin: "Strategien symbolischer Repräsentation von Konfessionsidentität schlossen Prozesse intensiver Religionsosmose nicht aus". Mmh, vielleicht ein einsamer Aussetzer? Dieselbe Seite, ein paar Zeilen weiter unten: "Über die Konfessionsgrenzen hinweg konnten die Semantiken kommunziert[sic!] werden, ..."
Der Text ist ja Grafs wohl bekanntestes Werk, doch es schleiermachert sich also leider immer wieder von der Verständlichkeit weg.

"Die Wiederkehr der Götter" beginnt mit einer länglichen Aufzählung bekannter US-amerikanischer Ansätze: Religion als ökonomischer Wettbewerb etc. Rasch wird auch klar, dass Graf als akademischer Theologieprofessor sich im modernen Protestantismus auskennt, jedoch bereits in anderen christlichen Konfessionen schon weniger.
Bei einem Titel "Wiederkehr der Götter. Religion ..." kann jedoch nicht ein bloßes Handbuch zur Selbstfindung von protestantischen Uni-Theologen folgen, mit kleinen Einschüben zur Judentums-Renaissance und einer "Säkularisierung"!

Der Schlussabsatz des Buches zeigt, was der passende Titel gewesen wäre: "Wird es meinen Münchner Lehrstuhl noch in zwanzig Jahren geben?" Bzw. "Wozu noch wissenschaftliche Theologie?". Dies beantwortet Graf universitätsprotestantisch (frühes bzw. spätes 20. Jh.) umgehend: "um in den Arenen von Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kirche und Politik der heilsamen Unterscheidung von Gott und Mensch Geltung zu verschaffen"

Positiv ist anzumerken, dass Grafs Buch davor schützt, alles über einen Kamm zu scheren und etwa "Säkularisierung" als unabwendbares Schicksal für die Kirchen zu sehen. Lesen Sie es als evangelischer Theologe übrigens unbedingt.
Doch der erwähnte nach innen gewandte Stil und die häufige Verengung auf die eigene Welt ist schade. Trotz Interesse am Thema habe ich irgendwann doch abgebrochen. Schade. - Drei Sterne.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden