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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
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Der Autor, ein Biologieprofessor, versucht das Menschsein mit den Mitteln der Biologie zu erklären. Wie er gleich zu Anfang auf Seite 7 klarstellt, sind für ihn Menschen "eine Tierart unter vielen". Diese begrenzte Sichtweise ist sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Buches. Zunächst das Positive: Thomas Junker schreibt lebendig und anschaulich. Er bemüht sich ernsthaft um Antworten, ist dabei aufgeschlossen und denkt wissenschaftlich.

Das Problem besteht darin, dass es eine biologische Evolution des Menschen im Sinne des Buchtitels gar nicht mehr gibt. Selbstverständlich ist für wissenschaftlich denkende Menschen Darwin die Grundlage für die Entwicklung der Lebewesen und auch des Menschen. Doch als die Menschheit Ackerbau und Viehzucht erlernt hatte, bekam die Evolution eine neue Qualität. Jetzt stand nicht mehr das individuelle Überleben im Vordergrund - gesellschaftliche Faktoren gewannen Bedeutung. Es setzten sich diejenigen Völker durch, die besser produzieren konnten, militärisch siegten oder besser organisiert waren. Die Gene wurden unwichtig. Wenn wir heute Bücher lesen können, dann nicht etwa, weil die Analphabeten ausgestorben wären.

Wenn ein Biologe über die Evolution des Menschen schreibt, kann er eigentlich nur die Entstehung des Menschen meinen, also die Entwicklung von den gemeinsamen Affen-Vorfahren bis zum Jetztmenschen. Doch auch hier ist die Biologie nur ein Faktor von vielen. Sprache, Feuer, Werkzeuge, das sind alles kulturelle Errungenschaften und nicht durch die Biologie bestimmt, abgesehen vom Gehirn. Zur Analyse der menschlichen Gesellschaft hat Junker den falschen Werkzeugkasten.

Wenn ein Chemiker, also ein Fachmann auf dem Gebiet der unbelebten Natur, über biologische Zusammenhänge schreibt, kann das zwar durchaus interessant sein, denn die Biologie baut auf der Chemie auf. Aber die Grenzen der Erkenntnis sind klar. Ähnlich verhält es sich hier, wo ein Biologe über gesellschaftliche Zusammenhänge zu schreiben versucht. Er kommt dann zu Aussagen wie der, dass die menschliche Sexualität nicht domestizierbar wäre (S. 77), dass Schimpansen wertvolle Kunst schaffen könnten (S. 92) oder dass Höhlenmenschen ihre Wände bemalten, um Reproduktionspartner zu beeindrucken (S. 107).

Es ist schade, dass das Buch in dieser Hinsicht unvollständig ist, denn die offenen Fragen geben religiösen Spinnern und Esoterikern unnötigen Raum. Doch wenn Thomas Junker der Entwicklung der Menschheit näher kommen will, müsste er über das Gebiet der Biologie hinaus gehen und sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen befassen.
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am 4. Dezember 2013
Nach einem etwas müßigen Einstieg hat sich das Buch zu einem der Besten gemausert, das ich in meinem Leben gelesen habe!
Absolut interessant für jeden, der sich für den Menschen interessiert. Es bringt Licht in das wohl weit verbreitete Dunkel
der Hintergründe menschlichen Verhaltens. Daher würde ich sogar so weit gehen, das Buch als umbedingte Schullektüre für
jeden Biologieunterricht zu empfehlen.
Das Buch behandelt die wichtigsten Themen des menschlichen Lebens, ihre Entstehung und ihre Funktion und bleibt dabei,
interessant, prägnant, strukturieret und verständlich. Aus meinen Augen ein Muss für jeden gebildeten Menschen :)
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am 8. Oktober 2009
Thomas Junker gelingt es in diesem gut gegliederten Büchlein, nicht nur die wichtigsten Belege und Argumente für die Evolution des Menschen darzustellen. Darüber hinaus beschreibt er den historischen Ablauf der menschlichen Entwicklung in verständlicher Sprache und weist auf Implikationen für die eine aufgeklärte Sicht auf unser biologisches Erbe hin. Der Autor hält sich mit waghalsigen Interpretationen des gegebenen zurück und stützt.

In dem Buch erläutert Junker plausibel, dass sowohl die Entstehung des menschlichen Körper als auch die Emerzenz der menschliche Psyche durch die synthetische Evolutionstheorie erklärt werden können. Laut Junker hat die neolithische Revolution zwar enorme kulturelle Veränderungen für die Menschheit mit sich gebracht. Unsere physische und psychische Ausstattung sei aber nach wie vor annähernd die selbe wie die der Steinzeitmenschen.
Junker erläutert, dass das über Darwin'sche Selektionsprinzip mit einenigen Modifikationen mittlerweile Konsens in der Biologie herrscht.

Ideologische Einfärbung ist in dem Buch nicht auszumachen. Das ist auch gut so, da es dem Titel und Klappentext nach wissenschaftliche Erkenntnisse vermitteln will, und Missverständnisse ausräumen will. Missverstandene wissenschaftliche Theorien sind in der Vergangenheit häufig ideologisiert worden - mit verheerenden Folgen. Daher ist dieses einfach zu lesende Buch besonders wertvoll für alle, die sich ein vorurteilfreies und wissenschaftlich-redliches Bild von der Evolution des Menschen machen wollen.
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am 23. September 2006
Es gibt ein paar gute (und jede Menge wirklich schlechte) Bücher zur Evolution und Entstehungsgeschichte der Menschen. Ich kenne aber keins, das die neuesten Erkenntnisse so verständlich und spannend rüberbringt wie das Buch von Thomas Junker.

Im ersten Teil werden die Beweise für die Affen-Abstammung der Menschen geschildert (da können die Schöpfungsgläubigen noch so sehr kreischen). Aufregend zu lesen ist auch, wie man sich nach den neuesten Fossilfunden und Theorien das Leben und das Aussehen der wichtigsten Vormenschen vorstellt. Im zweiten Teil geht’s dann richtig zur Sache: dort wird gezeigt, warum Menschen so sind wie sie sind: Warum sie Pommes mit Majo lieben, sich und andere mit ihrer Eifersucht quälen, das Fell verloren haben und irgendwann begonnen haben, sich wieder anziehen und ... und ...

Das Buch vertritt kompromisslos Darwins Evolutionstheorie, ohne das so verbreitete, feige Rumgeeier, bei dem am Ende nichts als Verwirrung steht. Aber die Behauptungen werden immer durch gute Argumente, Beweise und Beispiele untermauert. Fazit: Wer die Welt und die Menschen lieber durch eine rosarote Brille sehen und nicht so genau hinschauen will, der wird das Buch hassen und sollte was anderes lesen. Wer erfrischend klare Argumente mag, der wird es mit Genuss lesen und wird sehr !!! profitieren. Spannender als ein Krimi – man legt es erst wieder aus der Hand, wenn man es in einem Rutsch durchgelesen hat, und wartet sehnsüchtig auf die Fortsetzung.
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am 13. Februar 2007
Der Anspruch ist hoch: Das Buch zeigt (so der Verfasser, Lektor, C.H.Beck Verlag?), dass die Evolutionsbiologie die Rätsel "Warum gibt es Menschen?" und "Wie lassen sich Sexualität, Aggression, Intelligenz oder Kunst erklären?" - lösen kann. Aha. Mutig.

Prof. Thomas Junker lehrt derzeit an der Fakultät für Biologie an der Universität Tübingen. Von ihm ist bereits die "Geschichte der Biologie" erschienen (ebenso in der Reihe C.H.Beck-Wissen). Von dem Marketing-getriebenen Eingangsversprechen abgesehen, finde ich die in einen schmalen (und preiswerten) Band gefasste Einführung in die Evolution des Menschen ausgesprochen geglückt.

Ein Lesebuch, kein Lehrbuch.

Das Buch kommt nicht als Lehrbuch daher. Dies macht es für den Laien spannend - und für die Jungbiologin ebenso (auf sie warten letztlich aber größere Schmöker). Der Trick besteht darin, dass Thomas Junker den Evolutions-Komplex in Themen gegliedert hat, die uns in unserer Jetztwelt interessieren:

- Wie ist unsere verwandtschaftliche Nähe zu Affen belegt?

- Die Eroberung der Welt durch unsere Vorfahren (sie haben drei Anläufe gebraucht).

- Warum wir aufrecht gehen.

- Der Grund, warum Fast-Food-Ketten so erfolgreich sind.

- Unser Gehirn braucht extrem viel Energie (bei Neugeborenen etwa 60 Prozent der gesamten Stoffwechselenergie). Welche Voraussetzungen mussten erst mal gegeben sein, dass es sich überhaupt bilden konnte?

- Kooperationen in Gruppen, unser Sozialverhalten.

- Warum sind wir nackt und was signalisieren wir über die Haut?

- Das zweite Vererbungssystem: Unsere Kultur.

- In den letzten 150.000 Jahren hat sich das menschliche Gehirn nicht mehr vergrößert. Ende der Fahnenstange?

Im Unterschied zu einer streng wissenschaftlichen Abhandlung sind nicht alle Behauptungen im Text belegt; das ist gut für den Lesefluss. Weiterführende Literatur ist im Anhang in Hülle und Fülle aufgelistet.

Musste das sein?

Was mich aber ärgert, sind die Überschriften "Welche Beweise gibt es ...", "Anatomische Beweise", "Molekularbiologische Beweise", Paläontologische Beweise" gleich auf den ersten Seiten. Spätestens seit Karl Popper wissen wir doch, dass wir nicht die Richtigkeit einer wissenschaftlichen Theorie beweisen können, sondern (und so soll sie formuliert sein), nur Ungültigkeit einer wissenschaftlichen Theorie (Falsifizierbarkeit). Und es ist gerade das Wesen der Wissenschaft, dass Theorien angefochten und gegebenenfalls verändert werden. Dies unterscheidet die Wissenschaft von einer Religion. Auch wenn auf den ersten Seiten vielleicht noch die Marketingabteilung durchregiert hat, eine solche sprachliche Schludrigkeit erschwert dem wissenschaftlichen Laien das Verständnis des Wesens einer Wissenschaft.

Ich hätte Lust, dafür einen Punkt abzuziehen - und dafür, dass mir auch nach 127 Seiten immer noch nicht ganz klar ist, warum es den Menschen gibt, trotz rührender Bemühungen des Autors. Da ich aber das Buch insgesamt spannend, gelungen und als sehr empfehlenswert finde, will ich ein Auge zudrücken.
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am 16. September 2011
Thomas Junker hat ein äusserst interessantes Buch zur Evolution des Menschen und zur Soziobiologie vorgelegt.

So schreibt er einleitend:
"Ein weit verbreitetes Menschenbild will es, dass die biologische Komponente des Verhaltens eher negativ gesehen wird,
der kulturelle, d.h. der erlernte dagegen als positiv.
Die Kultur hätte demzufolge die Aufgabe, die als schädlich bewerteten aggressiven, sexuellen oder
anderen Triebe des Menschen unter Kontrolle zu bringen...
In vielen Fällen wäre ein Kulturverlust mit einem deutlichen Zuwachs an Humanität verbunden"

Noch immer ist dieser alte Gegensatz zwischen Geistes-und Naturwissenschaften weit verbreitet
so als hätte es z.B. 'Die 3. Kultur' von edge.org nie gegeben...

Eine recht treffende Argumentation gilt der zeitraubenden Beziehungspflege.

"Allianzen zwischen den einzelnen Tieren bedürfen der Pflege, und schliesslich müssen sich die Gruppenmitglieder
in Anbetracht äußerer Feind ihres gegenseitigen Wohlwollens und Vertrauens versichern...
Mit der Größe der Gruppe nimmt auch die Zeit zu, die die Individuen der gegenseitigen Fellpflege und
anderen Formen sozialer Interaktion widmen müssen(!)"
Die altbekannten Thesen von Machiavelli bringt er auf S. 58:
"Tiere, die in sozialen Verbänden leben, sind mit einer Welt von potenziellen Sexualpartnern, Konkurrenten,
Verbündeten und Feinden konfrontiert, die eine ähnliche Intelligenz aufweisen wie sie selbst.
Um in einer solchen Umwelt überleben zu können, müssen soziale Tiere psychologisches Gespür haben...

-->Die Hauptaufgabe der Intelligenz besteht in der Lösung sozialer Probleme.

Das was auch von verschiedenen anderen Autoren, u.a. Sartre, überliefert ist:
Die Folgen für das Individuum können dramatisch sein: 'Die Hölle, das sind die Anderen'
ist in Gruppen schlichtweg verheerend, weil die Menschen neurobiologisch gefangen sind.

'Wir' sollten die Probleme denn auch dauerhaft lösen und nicht den (v.a. beruflichen) Alltag
mit Dauer-Ränke-Spielchen zubringen müssen.
Dies nervt mehr und mehr die eher rationalistisch-humanistisch orientierten Menschen,
die mit solchem Geplänkel nichts anfangen können.

Als Fazit schreibt er:
"Die Antwort und die Zukunft der Menschheit werden davon abhängen, ob soziale Gruppen in der
Evolution der Menschen eher auf genetischer Verwandtschaft oder auf Gegenseitigkeit beruhen..
E. O. Wilson sieht hierin die Schlüsselfrage.
Da die Menschen heute in größeren Gemeinschaften leben, muss Kooperation über den engen Bereich der Verwandten hinausgreifen.
Kommt es nicht dazu, ist in insektenhaftes Intrigenspiel aus Vetternwirtschaft und Rassismus die Folge,
die Zukunft wäre düster jenseits des Erträglichen"
Wir wissen es längst, die Tat ist angesichts der globalen Herausforderungen dringend überfällig.
Mehr im BLOG und in der XING Gruppe Evolutionsmanagement.

EF, Juli 2011
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am 22. Juni 2014
Dieses Buch "Die Evolution des Menschen" ist eine kurze Übersicht, in der auf wenigen Seiten erklärt wird wie die Entwicklung des Menschen von statten ging.
Ich habe das Buch gekauft da ich mir davon mehr Bezug auf die heutige Zeit erhofft hatte. Welche Überbleibsel es von der Entwicklung zu jetzt noch gibt. Warum wir so sind wie wir sind. Dies hätte mich auf wissenschaftlicher Basis interessiert. Dies kam in diesem Buch für mich jedoch etwas unzureichend hervor. Immer mal wurde einiges erwähnt, aber mir war das nicht umfassend genug. Die Erklärungen zur Vorgeschichte und zum Verlauf der Entwicklung des Menschen waren dennoch spannend zu lesen und wer sich nur dafür interessiert, für den ist das Buch genau das richtige.
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am 29. November 2009
Die wichtigsten Erkenntnisse der menschlichen Evolution im Miniformat und auf knappstem Raum. Gratulation an den Autor, wie er hier kompetent und dabei spannend die entscheidenden Theorien auf den Punkt bringt, und effizienter und eingängiger vermittelt, als so manches kiloschwere Lehrbuch. Ein absolut empfehlenswertes Lese- und Lehrbuch für jeden, der sich einen guten und schnellen Überblick übers Thema verschaffen will.
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am 10. Januar 2013
Langatmige einleitung, aber insgesamt gut geschrieben, vor allem werden verwendete fachbegriffe dem laien (wie mir) verständlich erklärt.
Für fachkundige wohl keine gute idee, da sich das buch auf erweiterte allgemeinbildung beschränkt.
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am 6. September 2009
Am stärksten ist das Buch da, wo es Darwin wiederaufwärmt. "Wissenschaft im Rückblich" ist das Fachgebiet der Autors, seines Zeichens apl. Professor für Geschichte der Naturwissenschaften. Doch viele Interpretationen sind eindeutig überspannt, vor allem wenn der Autor sich als Hobbypsychologe betätigt und versucht, die gesamte menschliche Psychologie evolutionär zu erklären.

Dem Buch fehlt eine differenzierende, durchaus auch kritische Rückschau auf Darwin, z. B. in der die Evolutionsbiologie bis heute dominierenden Tendenz, die Evolution als eine frühkapitalistische Veranstaltung zu konzipieren. Anstatt unkritisch Darwin immer wieder aufs neue nachzubeten, könnte man von einem Wissenschaftshistoriker etwas mehr Reflexion erwarten (z. B. mit Blick auf den erheblichen Einfluss, den der vormalige Theologe und spätere frühkapitalistische Nationalökonom Malthus auf Darwin hatte). Auch Darwins Selektionsprinzip wird nur brav nachgebetet. Unerwähnt bleibt, dass die meisten Arten ihren Untergang nicht dem Feinschliff der Selektion, sondern wiederholten globalen Öko-Mega-Katastrophen verdankten (Jack Sepkoski).

Zur Darwinreflexion eines Wissenschaftshistorikers würde meines Erachtens auch gehören, die fatalen Folgen der Darwin-Rezeption in Deutschland zu reflektieren, beginnend mit dem Rassismus Ernst Haeckels (Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene), weiter über Alfred Hoches "Lebensunwertes Leben" bis hin zum Wirken von Hans F. K. Günther, auch "Rasse-Günther" genannt. Sie alle bezogen sich ausdrücklich auf Darwin, der dafür natürlich nicht haftbar gemacht werden kann. Doch darf bzw. muss man diese nachhaltigen Folgen Darwins nicht reflektieren? Erlaubt das die Giordano-Bruno-Gesellschaft nicht? Ist das schlecht für die Karriere?

Schliesslich fehlt dem Buch ein Blick auf die moderne Evolutionsgenetik, die so manche Überraschung parat hält (siehe dazu Joachim Bauers feines Buch "Das kooperative Gen" und meine dortige Rezension). Dass die Entstehung neuer Arten das additive Produkt von Zufallsmutationen ist, war schon bisher reine Spekulation. Nach der Komplettanalyse des Erbgutes von Tausenden von Arten und der Entdeckung der Bedeutung der Transposons ist diese Sicht der Dinge aber so nicht mehr haltbar. Erst durch die moderne Evolutionsgenetik (und durch das von ihr aufgedeckte evolutionäre Prinzip der Genduplikation) wird auch der systematische Komplexitätszuwachs im Verlauf der Evolution erklärbar, den weder Darwin noch die Evolutionsbiologie bis heute zu erklären vermochten.

Mein Resüme: Ein Buch, das zwar keinen Schaden anrichtet, aber erhebliche Defizite aufweist.
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