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am 12. Februar 2005
Haarmann bemüht sich redlich, die (wichtigsten?) Völker der Erde zu beschreiben. Aber sind es Völker, Sprachgemeinschaften, Ethnien, Nationen, ...?
Im Vorwort versucht der Autor, ein bekannter Sprachwissenschaftler mit großer Erfahrung in der Interpretation von Statistiken zur Sprachverwendung, die Unterschiede zwischen Volk, Nation und Staatszugehörigkeit auf wenigen (zu wenigen!) Seiten verständlich darzulegen und bemüht schließlich auch die Humangenetik (Cavalli-Sforza) um Systematik.
Im Lexikonteil, der einem überlegten Artikelaufbau mit Angaben zu Namen (auch Eigenbezeichnung), Verbreitungsgebiet und Zahlenangaben, politischer Geschichte, Sprache und Kultur folgt, fallen dann viele der zuvor aufgebauten Differenzierungen wieder weg. Offensichtlich lassen sich europäisch geprägte politische Kategorien auf Abchasen, Aborigines und Adivasi (so die ersten drei Artikel) nur schwer anwenden. Klar wird der Autor immer dann, wenn er sein eigenes Fachgebiet, die Sprachen, berührt: aber Sprachen voneinander zu unterscheiden ist zwar schwierig (vgl. Serbisch und Kroatisch), aber vielleicht doch leichter als nationales bzw. ethnisches Bewusstsein (das v.a. ein Konstrukt der Innensicht ist) einigermaßen objektiv zu beschreiben.
Wer aber für viele Völker, besonders für jene, die keinen eigenen Staat haben, leicht fassliche und knappe Informationen zu Geschichte, Politik, Sprache und Kultur sucht, wird bei Haarmann sicher fündig.
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Harald Haarmanns im Jahre 2004 erschienenes "Kleines Lexikon der Völker" beginnt entgegen seinem Untertitel mit einem Beitrag zu den kaukasischen "Abchasen". Erst an zweiter Stelle werden die australischen "Aborigines" behandelt. Das letzte Stichwort gilt auch nicht den "Zapoteken" des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca, sondern der geographischen Großregion "Zentralasien" und dem umstrittenen Begriff "Zigeuner", der auf die Bezeichnungen "Sinti" und "Roma" hinweist.

In seinem Vorwort schreibt der promovierte Philologe, dass es ein Wagnis sei, ein Lexikon der Völker zu schreiben, da es wenige Begriffe gibt, deren Bedeutung so vielschichtig ist, wie der der Volkes. Kaum ein anderer Begriff ist in der geschichte in so unterschiedlicher Weise instrumentalisiert worden. Auch und gerade wenn man den Begriff wie im vorliegenden Lexikon im ethnischen Sinne versteht, bleibt er schillernd und zumal in Deutschland politisch belastet. Wegen seines ideologischen Einsatzes im Dienste des NS-Massenmordes an Juden und anderen, die aus dem deutschen Volk ausgegrenzt wurden, erzeugt der Begriff "Volk" oftmals Unbehagen. In Deutschland hat sich daher Ethnie eingebürgert, das im vorliegenden Lexikon als Synonym zu Volk verstanden wird. Nachdem Haarmann die Bedeutung und Etymologie des Volksbegriffes erläutert hat, befasst er sich mit dem Unterschied von "Volk und Gesellschaft" und der "Ethnischen Identität", die über Landesgrenzen hinaus reichen kann. Auch Volk und Nation sind nicht unbedingte Synonyme, wie auch Volks- und Staatszugehröigkeit nicht dasselbe sein müssen. Zwei weitere Abschnitte befassen sich mit "Geburt und Untergang von Völkern" (siehe auch: Lexikon der untergegangenen Völker: Von Akkader bis Zimbern) und den Völkern und Sprachen in der Perspektive der Humangenetik (siehe auch Kleines Lexikon der Sprachen) . Hierzu gibt es einen zweiseitigen "Stammbaum" in dem genetische Verwandtschaft, Populationen und Sprachfamilien zusammengeführtwerden (Seiten 22/23). Anschließend räumt der Autor ein, dass es keine auch nur annähernd vollständige Auflistung aller Völker der Welt gibt. Für die Anzahl ethnischer Gruppen in Großregionen (Kontinenten) ergibt sich eine Rangfolge die mit ca. 1900 - 2000 für Asien angeführt wird. Demgegenüber kan Europa nur ca. 140 - 150 Ethnien vorweisen. Dies ist kein Lexikon der mehr als 40.000 Volksgruppen in aller Welt. Burgenland-Kroaten, Tamilen in Singapur, Cajun-Franziosen in Louisiana wird man darin ebenso vergebens suchen wie Koreanerin Japan oder Russen in Georgien.

Zwei weitere Seiten bieten Hinweise zur Benutzung des Lexikons. Die Artikel zu den im Lexikon beschriebenen Völkern sind nach einem inhaltlichen Maximalschema gestaltet, bei dem jedoch nicht bei jedem Eintrag alle Aspekte berücksichtigt werden konten. Jeder Artikel beginnt jedoch mit dem deutschen Namen des Volkes/der Ethnie,eventuellen Namensvarianten, der Eigenbezeichnung, der englischen Namensform und ggf. auch der französischen oder russischen Form. Zu Verbreitungsgebiet und Populationszahlen gehört das Verhältnis von Kerngruppe zu Außengruppen und die sprechergemeinschaften. Kulturelle Besonderheiten mit Sidlungsweisen, Wirtschaftsformen und religiöser Zugehörigkeit. Staatsbildungen , bei historischen Nationen: Staatsidee & Staatsnation versus Sprachnation. Ethnisches und nationales Bewußtsein bei der Herausbildung ethnischer Gruppen. Die politische Geschichte mit ihren Kontakten zu Nachbarvölkern, Konflikte und Krisenmanagement und interethnischen Kontakten in Kolonialgebieten. Kultureinflüsse, die Genealogie von Sprache und Schrifttum, soziokultureller Entwicklungsstand in der Moderne und eine Auswahl von Literaturhinweisen. Nach Hinweisen zur Transkription von Namen und Begriffen aus anderen Schriften, sowie einem Verzeichnis der gebrauchten Abkürzungen, folgt schließlich der 329 seitige Lexikonteil.

Während einige Lexikonbeiträge ganzen Kontinenten, geographischen Regionen, Volksgruppen und ethnischen Konglomeraten pp. gewidmet sind, befasst sich die Mehrzahl der Artikel mit einzelnen Völkern. Manche der von A-Z aufgelisteten Stichwörter sind Namensvarianten oder Synonyme, die mit einem Pfeil zum, unter dem gängigsten Begriff zusammengefassten "Leitartikel" führen.
Dazu gibt es Landkarten, wie die "Verbreitung der Bantusprachen" (Seite 80), "Die Hauptsprachzonen Südamerikas" (S. 151) "Altamerikanische Sprachen und Ethnien in Nordamerika" (S. 152) und "Die Ethnien auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion" (S. 239).

Eine 16seitige Bibliographie, die dem interessierten Leser tiefere Einstiege ermöglicht und ein Register der "Völker ohne eigenen Artikel" runden das in dieser Form wohl einzigartige Standardwerk ab. Es empfiehlt sich nicht nur zum Nachschlagen, sondern auch als packende historische Lektüre, die ihren Leser vom Hundertsten ins Tausende führt und ihn nicht mehr loslässt. Beispielssweise die "Euskaldunak" (Basken) deren Vorfahren einst aus der Kaukasusregion in einem "Langzeitdrift" von 35.000 - 40.000 nach Westen migrierten und sich unabhängig von ihren - in der alten Heimat verbliebenen - Verwandten entwickelten. Oder die "Il-Malti" (Malteser), deren semitische Sprache die einzige ist, die mit lateinischen Buchstaben geschrieben wird. Historische Zusammenhänge und Entwicklung bis in die Gegenwart werden deutlich gemacht.

Dafür gibt es die Höchstwertung von 5 Amazonsternen.
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am 18. Mai 2016
Bin mit diesem Buch als Begleitwerk oder Nachschlagewerk ganz zufrieden. Bietet eine tolle Übersicht und Kurzinformation zu den jeweiligen Völkern mit auch Verweisen usw. Wenn jemand ganz speziell ein Volk erforschen möchte, dann ist dieses Buch selbstverständlich nichts, aber es handelt sich ja auch um ein Lexikon.
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