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Kundenrezensionen

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am 2. Mai 2004
Wer bisher seine Kenntnisse übers skandinavische Frühmittelalter aus Hägar-Comics bezog, findet in Simeks Buch eine gute Einführung in den heutigen Wissensstand: Simek erzählt von den christlichen Chronisten, die von den ersten Überfallen der Wikinger berichteten, über die Schiffe der Nordländer, die Wikinger als Plünderer, Siedler, Entdecker, Händler und Reichsgründer, über den Alltag und die Feste der Wikinger, die Rolle der Frau, die Heldendichtung der Zeit und den Übergang von der nordischen zur christlichen Religion.
Wer es genauer wissen will, kann dann der umfangreichen Literaturliste nachgehen. Und genauer wissen wird es so mancher wollen: Simek reißt nur ein paar wenige Kernpunkte der Kultur der Nordleute an. Details gibt es wenige, Illustrationen fehlen ganz, viel Raum nehmen die Diskussionen verschiedener Ansichten der Historiker ein. Das Buch liest sich entsprechend trocken und akademisch - es ist nicht unverständlich, aber auch nicht sonderlich „inspririerend".
Wer des Englischen mächtig ist, hat mit „The Penguin Historical Atlas of the Vikings" von John Haywood eine erheblich schönere, anschaulichere und umfassendere Darstellung: Über 60 Karten und 80 Illustrationen, darunter eine von einem Wikingerschiff-Nachbau, machen das Buch ideal für alle, die sich im Wortsinne ein Bild der Zeit machen wollen. Dabei sind die Textbeiträge erstklassig und gehen in die Tiefe; die für Deutschland typische Wahl zwischen anschaulichem Kinderbuch à la „Was ist was?" und seriöser, aber trocken-bieder präsentierter Information braucht man hier nicht zu treffen.
Aber auch auf Deutsch gibt es viele andere Bücher zum Thema. Wer mehr Wert darauf legt, die aktuellen Ergebnisse der Geschichtswissenschaft zu erfahren, als den Diskussionen um diese Ergebnisse nachzuspüren, wer mehr Wert auf die Einzelfakten als auf Interpretationsentwürfe legt, braucht daher nicht zu diesem Buch zu greifen.
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am 6. Dezember 2015
Ich gebe gemeinsam mit meiner Frau das monatlich erscheinende Magazin "Chrilly's Goldpreis-Report" heraus. Der Report ist in drei Abschnitte gegliedert. Der erste Teil behandelt ein populärwissenschaftliches Thema. Im zweiten Teil geht es um das Börsegeschehen des letzten Monats. Der dritte Teil ist ein (halb-) fiktiver Dialog zwischen dem Chief (Chrilly D.) und der Seniora (Anni D.). Eine treue Goldreport Leserin hat sich für den ersten Teil einen Beitrag über die Wikinger und ihre Schiffe gewünscht. Das war der Anlass mir dieses und die unten angeführten Bücher zu kaufen.

R. Simek ist die deutschsprachige Kapazität zum Thema Germanische Kulturgeschichte. Dieses Buch ist eine kompakte und sehr verständlich geschriebene Einführung in die Geschichte der Wikinger. Man lernt die historischen Fakten vom üppigen Wikinger-Mythos zu unterscheiden.
Ich kann dieses Buch als ersten Einstieg jeden am Thema seriös Interessierten nur empfehlen. Wenn man es ganz genau wissen will, sollte man sich das Buch von G. Jones zulegen. Mit Simek als Grundlage tut man sich aber eindeutig leichter.

Sonst habe ich noch gelesen:
Gwyn Jones: A History of the Vikings. Umfassendes wissenschaftliches Standardwerk. Keine leichte Kost, aber "THE Viking" Buch.
Rudolf Simek: Die Schiffe der Wikinger. Reclam. Kompakte, gut verständliche Darstellung. Simek behandelt sowohl den technischen als auch den kulturellen Aspekt der Schiffe.
Jochen von Fircks: Wikingerschiffe. Hinstorff. Schöne Abbildungen. Empfehlenswert wenn man primär an den technischen Details interessiert ist.
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am 16. September 2015
Wer sich durch Wikingerausstellungskataloge und hunderte Seiten umfassende Bücher durchgelesen hat findet in dem kleinen Buch die (Wissens-) Essenz. Selbstverständlich gibt es Literatur die ausführlicher ist, aber einen besseren Überblick über Kultur und Geschichte der Wikinger wird man nicht so schnell ausfindig machen. Ich habe es schon mehrmals verschenkt und das mit Erfolg.
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am 14. Mai 2014
793 In diesem Jahr erschienen schlimme Vorzeichen über Northumbria und versetzten die Menschen in Schrecken. Sie bestanden aus starken Wirbelwinden und Blitzen, und feuerspeiende Drachen sah man durch die Luft fliegen. Diesen Vorzeichen folgte eine große Hungersnot und ein wenig später im selben Jahr, am 8. Juni, verheerten die Überfälle der Heiden Gottes Kirche in Lindisfarne durch Plünderung und Mord.
(Quelle: Angelo-Saxon Chronicle, Handschrift D, 1130)

Rudolf Simek, Professor für "Mittelalterliche deutsche und skandinavische Literatur" in Bonn, verfasste einen ganzen Schwung an Sachbüchern und bekam Anerkennung für die Entmystifizierung der Wikinger. Denn diese Epoche war schon Spannung pur, auch ohne diese "Schwerterklirrende Berserker aus dem Nebel".

Und fernab der erregenden Sagas, wie der von "Ragnars saga lodbrokar". Dieser Haudegen Ragnar Lodbrok (Lodenhose), der mit aller Kraft einen Lindwurm erschlug (noch bis heute suchen Archäologen nach den Knochen des Ungeheuers, hahahaha!). Natürlich ist dieser Sagenheld herrlich overdrived. Entstammt aber aus einem echten Raufbold. DEM Ragnar, der mit seiner Horde im Jahre 845 n. Chr. die Stadt Paris plünderte und 7000 Pfund Silber für seinen Abzug erhielt. Sein Markenzeichen: eine Pluderhose aus arabischen Landen. Sein Onkel Rögnvald zog oft zum Handeln nach Byzanz.

Zwar hielten die Wikinger Europa in Angst und Schrecken, eroberten aber auch als Händler. Von Nowgorod und Kiew, gegründet von schwedischen Wikingern, Rus (Ruderer) genannt. Sie zogen als Waräger (Eidgenossen, Schwurbrüder) nach Konstantinopel und wurden aufgrund ihrer Furchtlosigkeit die Leibgarde der Herrscher von Byzanz, darunter: Kaiser Basileios II. sowie Kaiser Nicephorus.

Inhalt des Buches

Einleitung......

I. "Wir haben Fahrtwind selbst gegen den Tod" - "Nordisches Lebensgefühl" und die Gründe für die Entstehung der Wikingerzeit

II. Die Geißel der Christenheit - Die Wikinger in europäisch christlicher Sicht

III. Fjordhunde und Wellenwölfe - Die Voraussetzung wikingischer Expansion: Das Schiff

IV. Plünderer als Siedler, Geächtete als Entdecker, Händler als Staatengründer - Die Stoßrichtungen wikingischer Expansion

V. Alltag und Feste - Alltagsleben und materielle Kultur in der Wikingerzeit

VI. Eine Welt nur für Männer? Die Gesellschaftsordnung der Wikingerzeit

VII. Politische Propaganda, Heldenlieder und Götterdichtung - Skaldendichtung und Eddalieder als Literatur der Wikingerzeit

VIII. Von heidnischen Wikingern und christliche Heiligen - Die Religionen der Wikingerzeit

Literatur

Register

Das Buch kommt völlig ohne Bilder und Fotos aus. Lediglich drei Landkarten sind dabei, und die sind recht spartanisch!

Karte1: Die englischen Königreiche zu Beginn der Wikingerzeit um 800, und die Grenze des Danelag um 900

Karte2: Die wikingische Expansion im Nordatlantik

Karte3: Wege und Siedlungen der Waräger und Rus in Osteuropa und dem Orient

BEWERTUNG:
5 nordische Sterne für dieses gut und hilfreich geschriebene Sachbuch im 136 seitigem Taschenbuch-Format, praktisch für alle Wikinger, die gerade unterwegs sind! Schon unglaublich, daß die Wikinger auch Vater Rhein runtersegelten, hin zu Köln, Duisburg und Mainz.

FAZIT:

"Die Wikinger hatten zwar eine Religion, aber manchmal habe ich das Gefühl, daß dieser Haufen nicht besonders religiös war!" -- Prof. Rudolf Simek
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am 6. Oktober 2015
Dieses Buch stell für mich die beste Einführung in das Thema der Wikinger da. Auf wenigen Seiten gelingt es dem Autor die wichtigsten Aspekte dieser oft verkannten Periode darzustellen und zu erläutern.
Im Gegensatz zu vielen anderen Einführungen, genügt dieses Buch wissenschaftlichen Ansprüchen voll und ganz. Hierdurch ist es zeitweise vllt. ein wenig fade, gewinnt dadurch aber enorm an Glaubwürdigkeit.
Hier wird nicht versucht mit Bezügen zum heutigen "Wikingerphänomen" Leser anzuziehen, sondern hier wird versucht dem Leser fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, die zum Verständnis der Wikingerepoche unabdingbar sind, zu vermitteln.
Volle Kaufempfehlung!
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am 15. August 2008
In den letzten 200-300 Jahre hat sich ein wahrer pool an Mythen von Kultur und Geschichte der Wikingerzeit entwickelt. Z.B., dass Wikinger trinkfest waren, gehörnte Helme trugen und mit ihren Drachenboten bis nach Amerika vorstießen.
Dieses zahlreiche "mythische Material" ist nach Simek insb. der Quellenlage geschuldet, da einmal archäologische Daten und Fakten erst in den letzten 200 Jahren ans Tageslicht gebracht worden sind und andererseits "der Großteil unseres geläufigen Wissens über die Wikingerzeit aus Texten stammt, die ... von mittelalterlichen Historikern in den auf die Wikingerzeit folgenden Jahrhunderten geschaffen" wurde. Daher sind einige Quellentexte als unhistorisch und legendenhaft zu betrachten.

Die Bedeutung des Wortes Wikinger muss mit Seeräuber wiedergegeben werden. D.h. eigentlich handelt es sich, so verstanden, nur bei einem kleinen Ausschnitt der Bevölkerung um Wikinger. Doch wird im vorliegenden Buch, wie im Allgemeinen auch, die Gesamtbevölkerung Skandinaviens vom Ende des 8. bis zum 11. Jahhrhundert so bezeichnet.

Ziel des Autors ist es, die Geschichte und Kultur der Wikinger auf "knappem Raum" vorzustellen. Den Anfang der Wikingerzeit datiert Simek dabei auf den Überfall skandinavischer Krieger auf die englische Nordküste und Klosterinsel Lindisfarne im Jahr 793. Das Ende der Wikingerzeit 1066. "Die beiden daten 793 und 1066 sind deswegen brauchbar, weil ihre ereignisse symptomatisch für die entwicklung der Wikingerzeit waren. Der überfall von 793 war das für die Opfer überraschende Werk einer plündernden Seeräuberbande, die Schlachten von 1066 zeigen die wikingische Welt als durch politische, militärische und ökonomische Verbindungen eng vernetzt".

Der Autor möchte insgesamt keine "Ehrenrettung" der für ihn z.T. überproportional verklärten Wikingerzeit leisten. Es geht ihm "um die viele Facetten nationaler, geographischer, ökonomischer und auch mentaler Art, die sich daraus ergeben, dass sich in den knapp 300 hier behandelten Jahren der Wikingerzeit die Skandinavier mit zahlreichen anderen Völkern, Wirtschafts- und Siedlungsräumen, Religionen und politischen Systemen messen mussten". Simeks Anliegen ist also eine sachliche Analyse. Einer vorschnellen Definition dieser Epoche hält er daher zwar nicht für angebracht. Als wesentliche Elemente der Wikingerzeit aber sind Okkupation, Kolonisation und ökonomische Infiltration auszumachen.

Die Darstellung erfolgt insgesamt anhand von ausgewählten Quellen und ist nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet. Einige Karten erleichtern die Orientierung bei der geographischen Einordnung der Wikingerexpansion. Die Sprache ist sachlich, aber nicht überzogen anspruchsvoll für ein Übersichtswerk. Literaturhinweise ermöglichen allen Interessierten die weitere Lektüre.
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am 12. Januar 2000
Dieses Buch wirft einmal einen anderen Blick auf die Winkingerzeit. Es zeigt deutliche Unterschiede zu dem uns bekannten Winkingermythos, verreißt die Wikinger aber nicht. Wissenschaftlich bezogen und doch immer mit einem Hauch von Humor erzählt R. Simek die Wikingerzeit und zeigt einem deutlich wie Vielfältig die Kultur der Wikinger war, wo sie sich ausbreitete und warum sie dieses getan hat. Das Buch bietet nur einen kurzen Überblick über die Wikingerzeit, gibt aber am Ende gute Referenzliteratur, wenn man sich eingehender mit dem Thema befassen möchte. Das Buch ist somit bestens geeignet für einen kurzen und sehr verständlichen Blick in die Wikingerzeit, besonders die Sprache muß einem gefallen.
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am 2. November 2000
Dieses Buch gibt einen guten Überblick,über die Wanderungen und Ansiedlungen der Wikinger.Aber die Kultur und Lebensweisen kommen etwas zu kurz. Das Buch beschäftigt sich mehr mit den Hintergründen der Wanderungen und Raubzüge der Nordmänner und das recht gut,nur hätte ich gerne auch mehr über die Religiösen Praktiken und die Lebensweisen erfahren.
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am 10. Dezember 2000
Für jene, die sich bisher nicht mit den Wikingern beschäftigt haben, ist das Buch Simeks gerade wegen des Bemühens um klare, anspruchsvolle Sprache und der Verortung des Mythos der Wikinger der beste Einstieg. Der aktuelle Forschungsstand wird in wesentlichen Punkten prägnant referiert und in ein nie ermüdendes Gesamtbild eingebettet. Schade nur, dass die Darstellung der materiellen und geistigen Kultur untergewichtet ist und Simek den Migrationsbewegungen unverhältnismäßig viele Seiten lässt.
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am 21. September 2006
Kein Buch zum Einsteigen. Der Autor will die allgemeine Vorstellung über die Wikinger mit den Ergebnissen der neuesten Forschung konfrontieren. Trocken und rein wissenschaftlich reiht Simek Zitat, Quelle, Namen und Fakten aneinander. Eine Art der Darstellung, die nur mit gezielten Vorkenntnissen zu ergründen ist. Diese setzt Simek scheinbar voraus, da sein Buch in den meisten Fällen entsprechende Erklärungen vermissen läßt. Der Textfluss wirkt abgehackt und bereitet bei der Lektüre kein Vergnügen. Die Ausführungen sind zu professoral und eher als Begleitlektüre für ein studentisches Fachauditorium geeignet.
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