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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
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4,0 von 5 Sternen

am 19. Mai 2016
Die Autorinnen haben die erstaunlich gute Quellenlage erschlossen und souveraen dargestellt, allerdings oft in einem solchen Detail mit Dutzenden von unerklaert bleibenden historischen Randfiguren und Episoden, so dass der Leser, der kein intimer Kenner des Hundertjaehrigen Krieges und der mittelalterlichen Geschichte Frankreichs ist, unweigerlich auf der Strecke bleibt. Dazu fehlt ausser einer kursorischen Uebersichtskarte anstaendiges Kartenmaterial, das zumindest Jeanne d'Arcs Reisen und Heerzuege haette darstellen koennen. Die Gliederung ist sehr gewoehnungsbeduerftig; Zuerst eine klassische Biographie, gefolgt von 17 mehr oder minder ausfuehrlichen kurzen biographischen Abrissen von Zeitgenossen, die in Johannas Leben eine Rolle spielten, sowie danach eine Serie unzusammenhaengender Aufsaetze zu Einzelthemen: von der Belagerung von Orleans, die Namen der Pucelle, etc. bis zu ihrem literarischen, politischen,religioesen und dramatischen Nachhall in der Nachwelt (auch bei Schiller und Shaw). Alles schoen und gut, nur haetten diese Elemente und Fragmente in eine sauber gegliederte Biographie eingebaut werden koennen und sollen. So gibt es jede Menge Redundanzen und Wiederholungen, die auf die Dauer ermuedend und aergerlich sind. Nuetzlich dagegen ist eine sehr ausfuehrliche Zeittafel. In Summe bleibt natuerlich ein gut und kritisch recherchiertes Portrait einer einzigartigen charismatischen und wirkungsmaechtigen historischen Persoenlichkeit, die durch ihre unerschrockene offensive Kriegsfuehrung das Kriegsglueck des feigen und unentschlossenen Karl VII wendete, und nach Verrat eine lange Gefangenschaft, einen getuerkten politischen Prozess durch korrupte Bischoefe und Pariser Professoren und schliesslich in Rouen einen schrecklichen Feuertod erleiden musste, von dem sie auch kein Gott, an den sie so leidenschaftlich glaubte, rettete.
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am 16. April 2013
Ich halte viel von Regine Pernoud, und entsprechend habe ich viel von diesem Buch erwartet. Was ich bekommen habe, ist meines Erachtens den Fähigkeiten dieser Historikerin nicht würdig.

Die Aufteilung des Buches in mehrere Teile (Geschichte, d.h. Lebensgeschichte der Jeanne d’Arc - Kurzbiographien der handelnden Personen bzw. Personengruppen – "zum Verständnis der Zeit“ und Anhang, d.h. Überblick für die Rezeption Johannas in Kunst, Literatur, Musik und Film) ist ein guter Ansatz, der Inhalt ist in vielen Punkten nicht zufriedenstellend.

1. Das Buch ist völlig unkritisch. Ein unterm Strich so merkwürdiges Phänomen wie das Eingreifen eines Mädchens, dessen Biographie keinen Bezug zu Politik und Kriegshandwerk aufweist und das räumlich aus einer Gegend kommt, die in keiner Weise im Zentrum der Verwicklungen steht, in Krieg, Politik und Diplomatie, ist ein Ereignis, dass im letzten Jahrtausend geschätzt ein einziges Mal vorkam. Daß das möglich war (nämlich auf der Johannas Seite die Motiviation, überhaupt loszuziehen und auf der königlichen Seite die Motivation, diese sonderbare Unterstützung zu akzeptieren), bedarf einer Analyse und einer Schilderung, die sich nicht auf ein "Johanna kam nach Chinon, um mit dem König zu sprechen, sprach mit ihm und fand Gehör“ beschränkt. Erstens ist dieser Ansatz zu naiv und zweitens enthält diese Schilderung nichts, was über das bereits Bekannte hinausgeht.

Die Frage, die sich stellt, reicht viel weiter: welche Interessen (auch gegenläufigen) verfolgten der König und seine (untereinander ja auch heftig rivalisierenden!) Anhänger, was brachte sie dazu, auf dieses Mädchen zu setzen, inwieweit war das, was dann geschah, ein Selbstläufer (und entglitt den gewieften Taktierern im königlichen Lager) und auf wessen Betreiben entschied sich der König, das Mädchen am Ende fallen zu lassen (denn nichts anderes war es, schon eine Weile vor ihrer Gefangennahme!). Auf nichts dazu enthält dieses Buch eine Antwort.

Ich will mich nicht auf die "Stimmen“ fokussieren, aber auch die Diskussion zu diesem Punkt hätte es verdient, aufgegriffen und thematisiert zu werden.

2. Dann enthält das Buch Wertungen, die mich zu Beginn irritiert haben, um mich am Ende nur noch zu stören: Die wiederholte Gleichsetzung der Bemühungen Johannas, die Engländer aus Frankreich zu vertreiben mit den Bestrebungen der Resistance im 20. Jahrhundert ist unnötig. Wirklich störend ist die vorgefasste Bewertung des englischen Engagements in Frankreich als schlecht und falsch, während alles, was die französische Seite tut, qua definitione gut und richtig ist.

Abgesehen davon, dass ich ein solches Schwarz-Weiß-Denken nach 500 Jahren für etwas erstaunlich halte, meine ich, dass es zu einer ernsthaften historischen Auseinandersetzung erforderlich ist, sich von solchen Kategorien zu lösen. Es gab für manch einen ernsthafte und gute Gründe, den zaudernden, misstrauischen und notorisch erfolglosen Karl VII. nicht als französischen König und obersten Lehnsherren haben zu wollen (wobei es eine Ironie der Geschichte ist, ihm ausgerechnet Heinrich VI. von England vorzuziehen, den dann am Ende auch nicht mehr alle Engländer haben wollten), und dass ein Herzog von Burgund eigene Interessen verfolgte, die nicht mit denen des französischen Königs deckungsgleich sind, verwundert erst dann, wenn man anfängt, in nationalen Kategorien anstatt in solchen des späten Mittelalters zu denken. Und genau tut Regine Pernoud: Sie verkauft uns das damalige Frankreich als ein geschlossenes und einheitliches (und damit unteilbares) Gebilde, das ein Usurpator widerwärtigerweise an sich reißen wollte. Das ist aber ein Weltbild, dass erst gute 300 Jahre später seinen (weitgehend unheilvollen) Siegeszug durch Europa antrat! Dieser Anachronismus zieht sich durch die gesamte Darstellung.

Nur noch ganz am Rande finde ich ärgerlich, wenn die Amtsbezeichnung einer Person (oder ihr Titel) innerhalb desselben Abschnitts (manchmal sogar auf der selben Seite) von "übersetzt ins Deutsche" zu "französisches Original beibehalten" springt. Und daß der Duke of Albany ganz sicher nicht der Herzog von Albanien ist (so aber S. 395), sollte auch dem schlampigsten (deutschen!) Lektor auffallen.
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am 16. Juli 2007
"Glaube, Kraft, Vision" der französischen Historikerin Regine Pernoud ist ein faszierendes Buch. Das Buch ist spannend bis letzten Zeile. Es zeigt die Spiritualität des Bauernmädchens, die aussergwöhnlich ist. Das Buch beginnt mit einem einfachen Gebet von Jeanne, das von ihr selbst stammte. Sie war die absolut getreue Dienerin Gottes. Sie war einfach und schlicht, voll Mitleid, aber trotzdem sehr, sehr energisch Seine Anweisungen zu befolgen oder befolgen zu lassen. Allerdings wurde sie oft genug falsch verstanden. In historischer Sicht wäre nur etwas zu bemängeln, nämlich dass Regine Pernoud nicht wahrhaben wollte, dass Jeanne tatsächlich im Lauf des Feldzuges von Orleans bis Reims wirklich ab einem bestimmten Zeitpunkt Truppen befehligte und zum Sieg führte. Dieter Storz
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