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am 26. August 2004
Der britische Genetiker Brian Sykes nimmt den Leser mit auf die Fährtensuche nach seinen männlichen Vorfahren. Ein spannendes Buch über Erkenntnisse der Molekulargenetik.
Schon in der November-Ausgabe 2001 konnte man unter dem Titel „Das Ende der Männer" erfahren: Das männliche Y-Chromosom hat nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Größe, und es wird weiter schrumpfen - bis zu seinem endgültigen Verschwinden in vielleicht 100 Millionen Jahren. Zum selben Thema hat der Oxforder Genetik-Professor Brian Sykes 2003 ein Buch geschrieben, das in deutscher Übersetzung vorliegt. Hier liest man, was zur Talfahrt des Y-Chromosoms führt und was das für Adam und seine Geschlechtsgenossen bedeutet. Nicht genug damit, dass es zwischen Männern und Frauen sicher auch künftig schwierig bleibt: In unseren Körperzellen tobt seit Urzeiten ein Geschlechterkrieg. Außerhalb des Zellkerns existiert im Zellplasma eine weitere Spezies von Erbsubstanz: die Mitochondrien-DNA (mt-DNA). Mitochondrien sind separate Organellen, die der Zelle Energie liefern. In dieser Rolle sind sie hoch willkommen - doch die mt-DNA hat was gegen Sex, schreibt Sykes: „Mitochondrien-DNA geht nur durch Eizellen von einer Generation auf die nächste über, nicht durch Spermien." Daher hat die mt-DNA „nicht das geringste Interesse, Söhne hervorzubringen". Umgekehrt gilt: Das Y-Chromosom im Zellkern, das nur in der männlichen Linie vererbt wird, hält überhaupt nichts von Töchtern. Am Ende wird das Y auf der Strecke bleiben. Aber noch dürfen sich die Populationsforscher über das verfluchte Y-Chromosom freuen. Denn es erlaubt durch Blutuntersuchungen an heute lebenden Menschen und eine Menge computergestützte Rechnerei, die Wanderbewegungen unserer fernsten Vorfahren nachzuvollziehen. Sykes nimmt den Leser mit auf die Fährtensuche nach seinen männlichen Vorfahren - bis er den „ersten Sykes" ausfindig macht: einen Henry del Sike, der im 13. Jahrhundert in Yorkshire lebte. Ob Henry del Sike zum Aufschneiden neigte, wissen wir nicht. Sein Nachkomme jedenfalls krankt nicht an verkümmertem Selbstbewusstsein. So brüstet er sich eines ganzen Sackes voll wissenschaftlicher Top-Leistungen - unter anderem, das Schicksal des Neandertalers aufgeklärt zu haben. Das wird die Neandertaler-Experten dieses Planeten freuen, denn die knobeln immer noch an dessen rätselhaftem Verschwinden. Nicht weiterforschen, Leute - Sykes anrufen!
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am 24. Oktober 2004
Insgesamt betrachtet ist dieses Buch nicht unbedingt empfehlenswert. Die Erfahrungswerte, die der Autor in die Diskussion einbringt, sind eine Sache - vollkommen undifferenziert und unwissenschaftlich sind aber die Schlußfolgerungen, die er daraus zieht. Viele seiner Thesen und Annahmen sind von der Forschung mittlerweile überholt. So auch die gewagte Theorie, der weibliche Chromosomensatz sei dem männlichen überlegen, da Defekte besser ausgeglichen werden. Wie unlängst im Wissenschaftsmagazin "Nature" nachzulesen war, verfügt das Y-Chromosom über die bemerkenswerte Fähigkeit der Selbstreparatur - von Aussterben kann also gar keine Rede sein. Die Vorhersagen des Autors zur Zukunft des Mannes sind schlichtweg unhaltbar. Man kann davon ausgehen, daß die Wirklichkeit komplexer ist als in dem Buch dargestellt. Als Unterhaltung ist dieses Buch gut geeignet, deswegen auch 2 Sterne - ansonsten ist es nur ein schillernder Beitrag zu dem derzeitigen medialen Hype, Männer als "minderwertig" darstellen zu wollen. Mit Wissenschaft im engeren Sinne hat dies allerdings nichts mehr zu tun.
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am 29. März 2004
Eigentlich ist Sykes, Professor für Gentechnik, nur durch seinen eigenen Namen auf
die Idee gekommen, Ahnenforschung zu betreiben. Dabei findet er heraus, daß sie
Mutationen, die sporadisch auf dem Y-Chromosom auftreten, hervorragend dazu
eigenen, einen Stammbaum nachzuvollziehen, der viele hundert oder auch tausend Jahre
in die Vergangenheit reicht.

Sykes findet auch heraus, daß das Y-Chromsom dem Untergang geweiht ist und rechnet
aus, daß es in etwa 125000 Jahren keinen XY-Mann im heutigen Sinne mehr geben wird
und daß damit der Ausgang des Geschölechterkampfes wieder völlig offen ist. Er zeigt,
warum das X-Chromosom durch seine Methode, Defekte durch redundante Informationen
zu kompensieren, das stärkere ist. Allerdings zeigt er auch, daß das Y-Chromsom keine
Voraussetzung für zwei Geschlechter ist, bzw. daß noch nicht mal zwei Geschlechter
nötig sind.

Der Erzählstil Sykes macht es sowohl dem interessierten Laien als auch dem Fortgeschrittenen
im Bereich Genforschung leicht möglich, seinen Forschungsarbeiten zu folgen. Abstriche
sind nur deshalb zu machen, weil er seine eigene Familienforschung an einigen Stellen
etwas zu ausführlich dargelegt hat.
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am 10. Oktober 2003
Als begeisterte Leserin von Sykes' erstem Buch habe ich "Keine Zukunft für Adam" schon vor dessen Erscheinen bestellt und nach ungeduldigem Warten dieses vorläufig neueste Werk von Sykes in einem Rutsch gelesen.
Nachdem Sykes zuvor die weibliche Vererbungslinie weit in die menschliche Vergangenheit verfolgt hat, widmet er sich nun also dem Y-Chromosom, das über die männliche Linie weitervererbt wird. Da Sykes im Buch über das Fortschreiten seiner Forschung berichtet, zeigt sich, dass der Autor sich zunächst keineswegs im Klaren darüber war, wohin seine Erkennntisse ihn führen würden. Zunächst weist er nach, dass Y-Chromosomen verschiedener Männer sich gut unterscheiden lassen und über die männliche Linie verwandte Männer praktisch immer identische Y-Chromosomen besitzen. So lässt sich aufzeigen, dass einige schottische Clans ihre Abstammung zu Recht auf einen legendären König aus dem 13. Jahrhundert zurückführen, und dass das Y-Chromosom Dschingis Khans in einem recht erstaunlichen Ausmaß in der heutigen Bevölkerung der früher zum mongolischen Weltreich gehörenden Gebiete verbreitet ist. Die "Durchsetzungskraft" einzelner Y-Chromosomen zwingt zu der Überlegung, wozu überhaupt zwei Geschlechter notwendig sind. Sykes bietet hier die gängige Erklärung an: Durchmischung der Gene zum Schutz vor den sich immer weiter entwickelnden Parasiten als Antriebsfeder der Evolution. Über die einzelnen dominanten Y-Chromosomen leitet er ab, dass die Sesshaftwerdung der Steinzeitmenschen zur Entstehung von Besitz und damit verbundener Macht führte, die auf Frauen attraktiv wirkte und damit eine für unseren Planeten und uns selbst fatale Spirale in Gang setzte - ein kühner, aber gut belegbarer Denkansatz. Da jedoch das Y-Chromosom aufgrund fehlender DNA-Reparaturmöglichkeiten in jeder Generation immer neue schädigende Mutationen erfährt, könnten die Tage des Mannes, über einen evolutionär bedeutsamen Zeitraum gesehen, durchaus gezählt sein: Wenn die wenigen Gene auf dem Chromosom ausfallen, die für die Entwicklung des Embryo zum Mann notwendig sind, gibt es irgendwann keine Männer mehr - eine evolutionäre Sackgasse. Der Autor befasst sich mit möglichen Lösungen für dieses Problem, die durchaus realistisch wirken.
Sykes erzählt nicht nur wunderbar unterhaltsam, er erklärt auch sehr gut die Arbeitstechniken des Genetikers, sodass man eine Reihe interessanter Verfahren kennen und verstehen lernt.
Insgesamt ist dieses Buch ein echtes Lesevergnügen für naturwissenschaftlich Interessierte, sowohl vom Inhalt als auch vom spannenden Stil her.
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am 8. Juli 2015
Habe dieses Buch geschenkt bekommen.
Hat mir sehr gut gefallen, obwohl es natürlich veraltert ist. Sicherlich sind einige Forschungsergebnisse nicht mehr up to date, aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Ich würde es gebildeten Lesern empfehlen, die Ahnung von Genetik haben. Männer fühlen sich hier sicher angegriffen, obwohl sie es gar nicht müßten. Der Unterhaltungswert ist gut.
Anmerkung: Das Buch ist von 2003.
Es ist aber gut und verständlich erklärt und birgt interessante Themen.
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am 9. Oktober 2010
Der Titel des Buches hat mich lange vor dem Kauf zurückschrecken lassen... zu Unrecht.
Leider hat der wissenschaftliche Autor einen etwas unglücklichen und übertriebenen Titel für sein tolles Buch gewählt.

Ich war auch nach dem ersten Buch von Bryan Sykes wieder fasziniert von der Geschichte über die Reise eines winzigen DNA-Strangs durch die Jahrtausende, die nach den Forschungsergebnissen des Gentechnik-Wissenschaftlers für das Y-Chromosom schon bald zu Ende sein soll. Auch diesmal erzählt der Autor wieder viele kleine Zusatzgeschichten z.B. über die Geschlechtsumwandlung bei Fischen oder warum nur die Bienenkönigin Nachwuchs erzeugen kann und wie sie das Geschlecht des Bienennachwuchses beeinflussen kann...
Auch dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen!
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