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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
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am 8. September 2013
Inhalt:
Wir befinden uns in den 20er Jahren, einer Zeit, in der Frauen noch konkreten Regeln und Konventionen unterlegen waren und diese ja nicht zu brechen hatten. Cora begleitet die rebellische, wilde Louise nach New York- ein Ort, dem Cora verbunden ist. Während ihr Schützling fleißig für die dort renommierte Tanzschule trainiert, macht Cora sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit.

Meine Meinung:
Es war mein erster Roman, der von den 20er Jahre handelte und mir zeigte, wie interessant die damalige Zeit war. Wir befanden uns nach dem ersten Weltkrieg, dafür aber vor dem zweiten. Die Frauen begannen, sich unkonventioneller zu verhalten und zu kleiden. Der Roman selber legt das Augenmerk wirklich auf die Frauen und wie sie damals behandelt wurden. Die Geschichte wird aus der Sicht der Anstandsdame Cora erzählt und legt dem Leser nahe, was damals für Regeln galten. Es hat mich sehr interessiert, mehr über die soziale Stellung der Frauen zu erfahren. Hierfür war der Roman wirklich sehr gut geeignet, denn er ging im Detail auf die Modetrends, die Thematik der Wahlberechtigung und vieles mehr ein. Die Vielfalt der behandelten Themen in diesem Roman hat mir ebenfalls sehr gut gefallen- es geht um viel mehr, als man anfangs eigentlich denkt.
Gleichzeitig war ich ein wenig enttäuscht, da es mir nicht gelungen ist, mir ein Bild von New York zu machen, wie es damals war. Die Beschreibungen blieben ziemlich vage, es unterschied sich eigentlich in fast nichts zu dem heutigen New York, was mir ein wenig gefehlt hat. Von der Thematik her ist man sofort in das zwanzigste Jahrhundert zurückkatapultiert worden, während die Beschreibungen über New York eher kurz und knapp ausfielen und keine Einzigartigen aufwiesen. Das fand ich sehr schade, da die Autorin sich doch sichtlich Mühe gegeben hat, das Ganze authentisch und realistisch rüberzubringen.
Wo wir bereits beim nächsten Punkt sind: Die einzelnen Charaktere, die hier auftreten, sind wirklich sehr anschaulich und wirklichkeitsgetreu dargestellt- so, als könnten sie genau in dieser Form gelebt haben. Mir hat das sehr gut gefallen, dass die Autorin sich Zeit für die einzelnen Protagonisten genommen hat und dem Leser so ein sehr realistisches Bild verschafft. Sie alle haben ihre Makel und ihre Vorzüge, die einen liebt man, über die anderen kann man nur den Kopf schütteln. Mir hat diese detaillierte und sorgfältige Darstellung der Charaktere sehr gut gefallen. Besonders Louise, die ihren eigenen Kopf hat und noch viele unbedachte Konsequenzen hinnehmen muss, hat mir gut gefallen.
Hervorzuheben ist auch noch der Schreibstil der Autorin. Das ganze Buch war sehr flüssig zu lesen, der Schriftstellerin ist es gelungen, mir die einzelnen Geschichten und Schicksale der Charaktere nahe zu legen und mir ein Bild der damaligen Zeit zu präsentieren. Ich werde mir auf jeden Fall noch andere Bücher von ihr holen!
Der einzige Minuspunkt (wenn es denn einer ist) ist der Titel. Er ist- meines Erachtens nach- bezugslos und bleibt somit unklar. Mir erscheint es fast wie ein kitschiges Klischée, dieses "Schmetterlingsmädchen", und der Titel wirkt fast wie der eines schnulzigen Liebesromans. Doch dafür kann die Schriftstellerin nichts, hier hat die Übersetzung ihre Finger im Spiel...

Fazit:
Der Roman ist eine Mischung aus Drama, Liebe und vor allem eins: Familiengeschichte. Mir hat das sehr gut gefallen, denn der Autorin ist dieser Mix sehr gut gelungen, ohne kitschig rüberzukommen.
Auch die Vielfalt an Themen, die gut herausgearbeitet sind, sowie die realistisch dargestellten Charaktere haben mir sehr gut gefallen und müssen hervorgehoben werden.
Ich vergebe 5* für diesen Roman, der das Augenmerk auf die soziale Stellung der Frauen und die Entwicklung der einzelnen Charaktere legt.
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Es ist die Zeit der Prohibition, die Zeit der Frauenrechtlerinnen und die Zeit des Stummfilms zu der Cora Carlisle in Kansas Wichita lebt. Sie ist verheiratet mit dem geachteten Anwalt Alan Carlisle und hat 2 Söhne, Zwillinge, die aufs College gehen werde und somit aus dem Haus sind. Ihr Leben erscheint ihr ein wenig leer als sie erfährt, dass ihre flüchtige Bekannte Myra eine Anstandsdame für ihre Tochter Louise sucht, die sie nach New York begleiten soll. Louise wurde an einer berühmten Tanzschule angenommen und Myra wittert eine Chance ihre Tochter groß rauszubringen. Aber auch Louise hat den Mief der Kleinstadt und das Getratsche satt und möchte in der pulsierende Metropole mit ihren Theatern und dem prallen Leben einfach sie selbst sein können. Doch Cora, die 20 Jahre älter ist als Louise, ist das komplette Gegenteil von ihr und so macht sich Louise oft über die verklemmte Art von Cora lustig und die Ältere ist oft geschockt vom Benehmen der Jüngeren. Das beginnt schon auf der Bahnfahrt. Aber nicht nur Louise hat eine Aufgabe in der großen Stadt, denn Cora möchte mehr über ihre Vergangenheit erfahren. Und so treffen beide Frauen auf eine ganz andere Lebensweise und beginnen beide sich langsam zu verändern.

"Das Schmetterlingsmädchen" ist ein ganz wundervolles Buch über 2 Frauen. Die Eine gefangen in den Konventionen der Zeit, die Andere möchte daraus ausbrechen, sich nichts vorschreiben lassen und einfach das Leben genießen. Geschrieben ist das Buch in einer sehr schönen Sprache, die mich oft träumen lies. Aber ich schüttelte auch oft den Kopf über Coras Ansichten.

"Cora hatte sich gefreut als die Rocksäume bis zu 20 Zentimeter nach oben wanderten. Zugegeben, ein bisschen Bein war zu sehen, aber die Veränderung schien vernünftig.Die Röcke schleiften nicht mehr durch den Dreck und schleppten Typhus oder Gott weiß was ins Haus. Aber jetzt trugen die Mädchen Röcke, die so kurz waren, dass man bei jedem Windstoß ihre Knie sehen konnte und dafür gab es keinen logischen Grund. Ein Mädchen das so einen kurzen Rock trug, wollte angestarrt werden und zwar auf eine ganz bestimmte Weise". (Seite 14)

Auf dem Cover sieht man ein Originalfoto von Louise. Mir war Louise Brooks, genannt Lulu, kein Begriff, aber sie war die Stummfilmikone schlechthin und die Frau, die den Bob als Kurzhaarfrisur für Frauen einführte. In dem Buch erfährt man wie aus Louise aus Wichita, die den Männern den Kopf verdrehte, die berühmte Stummfilmschönheit wurde, der die Männer zu Füßen lagen. Auch wenn Louise leider nur die 2. Rolle in der Geschichte spielt fand ich es sehr interessant. Die Hauptfigur ist eindeutig Cora, die in New York versucht ihre Wurzeln zu finden. Sie wuchs in einem Waisenhaus auf und wurde an eine Familie vermittelt, die sie groß zog. Aber nicht nur über Cora erfahren wir einige Geheimnisse sondern auch Louise erzählt uns Details aus ihrer Kindheit.

"Erst vor wenigen Monaten war Margaret Sanger verhaftet worden, weil sie in aller Öffentlichkeit die Frage gestellt hatte, ob Geburtenkontrolle moralisch war. Man bezeichnete sie als obszön" (Seite 53)

Manche Meinungen Coras haben mir glatt die Sprache verschlagen und mich immer wieder wieder den Kopf schütteln lassen. Für sie war z.B. jede Frau eine Prostituierte, die etwas Rouge auflegte oder Lippenstift trug.

"Er kam immer erst zu ihr wenn es dunkel war und brachte nie eine Lampe mit. Dafür war sie dankbar. Bei Licht hätte sie sich Gedanken gemacht, wie ihr Gesichtsausdruck sein sollte. Duldsam? Entschlossen? Sie wusste es nicht. Sie hatte auf der Farm Tiere bei der Paarung gesehen, deshalb war ihr der mechanische Ablauf von Sex klar, aber sie wusste nichts darüber wie sie sich als Mensch, als Frau verhalten sollte. Auch im Dunkeln wusste sie nicht, ob sie einfach still liegen sollte oder ob es in Ordnung wäre ihre Arme und Beine um ihn zu schlingen, wie sie es sich insgeheim wünschte. Sie wollte nicht sexsüchtig erscheinen". (Seite 203)

"Das Schmetterlingsmädchen" ist ein tolles Stück Geschichte aus einer Zeit des Umbruchs, die mich sehr gut unterhalten hat. Ich vergebe für das toll geschriebene Buch 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung an alle, die sich gerne verzaubern und in eine andere Zeit entführen lassen.

© Beate Senft
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Cora Carlisle lebt mit ihrem Mann in Kansas. Für alle hält sie den Schein aufrecht alles sei bestens und sie würde sich in ihrer Ehe Wohlfühlen.
Dann erfährt Cora das die Eltern von Louise Brooks eine Anstandsdame für ihre Tochter suchen, das diese den Sommer über eine Tanzschule in New York besuchen soll.
Cora braucht nicht lange um sich zu Entscheiden und erklärt sich bereit Louise zu begleiten.
Die zwei Frauen könnten Unterschiedlicher nicht sein und so kommt es schon auf der langen Reise nach New York zu Reibereien und auch in New York wird es nicht besser.
Louise ist für ihr Alter schon sehr aufmüpfig und Cora hat große Mühe sie im Zaum zu halten.
Allerdings ist auch bei Cora nicht alles wie es scheint, denn sie begibt sich in New York auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und ihrer Herkunft. Sie muss erkennen, das es nicht einfach ist überhaupt an Informationen zu kommen.

Das Buch nimmt einen mit in die 20er Jahre von Amerika, man lernt die Prohibition kennen und auch wie die Wertevorstellungen damals waren.
Cora begleitet man in diesem Buch sogar Weit in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, jedenfalls schätze ich das so ca.
Louise hat eigentlich nur eine Nebenrollen, aber auch von ihr erfährt man sehr viel auch wie sie so wurde wie sie eben war. Sie ist auch eine reale Person die einmal eine Stummfilm-Ikone war und deren Leben vielleicht auch genauso stattgefunden hat. Vielleicht hat auch ihre Mutter genau diese Fehler gemacht, vielleicht auch nicht es wird wohl nie genau Nachweisbar sein. Denn auch die Biografie von Louise Brooks lässt ja nur einen Blich aus ihrer Sicht auf die Geschehnisse zu.
Die Geschichte jedenfalls war sehr anschaulich geschrieben und so habe ich mit Cora mit gelitten und gehofft das für sie wirklich alles gut wird.
Aber auch wie New York oder auch Wichida beschrieben wurden war sehr gut und man konnte sich in das Amerika der 20er Jahre gut einfinden.
Ebenso waren auch die anderen Personen so dargestellt das man sich diese sehr gut Vorstellen konnte.
An manchen Stellen hatte ich zwar Probleme wie sich Cora oder auch Louise entschieden hat, aber da es einfach eine andere Zeit war habe ich dies so akzeptiert.
Alles in allem habe ich das Buch wirklich sehr gerne gelesen.
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am 5. Juni 2016
Laura Moriarty malt mit Worte, gibt ihre Figuren Farbe und Dimensionen mit einer Geschichte, Die leicht melancholisch und doch voller menschlichen Stärke ist. Je tiefer man in die Geschichte hineingeführt wird, desto größer wird der Hunger nach mehr.
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am 25. April 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Cora Carlisle it 36 Jahre alt, lebt als Frau eines Anwalts in Wichita und hat zwei jugendliche Zwillingssöhne, die derzeit auf einer Farm arbeiten ehe sie aufs College gehen.
Den Sommer über hat Cora eingewilligt, mit der fünfzehnjährigen Louise Brooks, die eine begabte junge Tänzerin ist, nach New York zugehen, um die Aufgabe als Anstandsdame zu übernehmen.
In den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts zählen nicht nur für Cora vor allem Tugenden wie Ehre und Unschuld, genau darauf ist sie bedacht, als sie Lousie nach New York begleitet, die später zu einem gefeierten Stummfilmstar in Hollywood werden soll.
Louise aber ist aufmüpfig und vorlaut, kennt ihre Wirkung auf Männer, lässt sich von Cora ungern bevormunden und behandelt ihre Anstandsdame herablassend.
Cora hat in New York noch eine andere Aufgabe, in die zu erfüllen sie große Hoffnung hat. In Rückblicken erfährt man immer mehr über die Kindheit Coras und wie sie zu der Frau wurde, die sie heute ist.
Durch den Aufenthalt und die Ereignisse in New York werden sich Coras starre Ansichten am Ende geändert und ihr Leben bereichert haben.

Laura Moriarty hat hier eine wunderbare Familiengeschichte abgeliefert, die dem ersten Anschein nach anderen Büchern ähnelt. Beim Lesen merkt man allerdings, dass die Geschichte etliche Wendungen nimmt, mit der man so nicht gerechnet hat.
Die goldenen Zwanziger in New York, die Stummfilmära, Lousie Brooks, sind zwar auch Themen, die das ganze Buch durchziehen, hauptsächlich aber geht es um Cora Carlisle und ihre Familie, und darum, was für eine starke Frau Cora ist und um den Wandel, den Cora im Laufe der Jahre durchlebt.
Das ganze Buch hindurch war ich gefangen von Moriartys Schreibstil, war mittendrin in Kansas, in New York, auf der Farm, in der Stadt, und vor allem am Leben Coras beteiligt.

Das Buch, die Geschichte dahinter, vor allem in dieser Zeit, hat mich beeindruckt. Darüber, dass das Leben lang sein kann, dass es sich ändern kann, dass man mit Erlebnissen wächst und sich verändert, denkt der Leser bestimmt noch einige Zeit, nachdem er die letzte Seite beendet hat, nach. Es hat mir großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen, ich war gespannt, abgelenkt, tief im Geschehen dabei.
Für das Schmetterlingsmädchen von Laura Moriarty gebe ich eine klare Leseempfehlung.
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Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
New York, New York

Die Zwanziger Jahre. Die Autorin entführt den Leser zunächst in ein verschlafenes Nest in Kansas. Alle Dinge gehen ihren Gang. Keine grösseren Ereignisse geschehen. Und doch gibt es in Wichita zwei schillernde Persönlichkeiten. Louise Brooks und ihre Mutter Myra. Louise, gerade mal 15 Jahre alt mit grossen Ambitionen, einmal eine berühmte Tänzerin zu werden. Während die meisten Frauen und Mädchen in Wichita noch an langen zugeschnürten Kleidern mit Korsett festhalten, zeigen sich Louise und ihre Mutter schon längst in kurzen Röcken. Louise trägt ihre Haare zudem zu einem kurzen Bubikopf - ein Skandal. Louises Eltern unterstützen die Tanzkarriere ihrer Tochter. Sie soll für eine Weile nach New York gehen, um dort zu lernen. Gesucht wird eine Anstandsddame, die auf das junge Mädchen aufpassen soll. Cora, Mutter von Zwillingssöhnen, die inzwischen erwachsen sind, nimmt die Herausforderung an.
Die beiden Frauen stürzen sich in eine völlig andere Welt. New York bebt vor Musik, Tanz, Theater und Film. Das Leben ist auf einmal ein grosses Abenteuer. Die zurückhaltende Cora hat alle Hände voll zu tun, auf ihren Schützing aufzupassen. Nicht immer gelingt ihr dies.

Während Louise beim Unterricht ist, geht Cora auf die Suche nach ihren familiären Wurzeln. Sie ist in einem Kinderheim gross geworden, das von Nonnen lieblos geführt wurde. Eines Tages wurde sie mit vielen anderen Kindern in einen Zug gesetzt, der nach Mittelwesten fuhr. Die Heimkinder wurden wie Vieh an den einzelnen Stationen angeboten, betrachtet und von potentiellen Eltern mitgenommen. Manche Kinder hatten Glück mit ihren neuen Eltern, manche Pech. Viele der Kinder wurden wie Sklaven gehalten und wurden lediglich als billige Arbeitskräfte angesehen. Cora hatte Glück. Sie konnte behütet bei den Kaufmanns aufwachsen. Doch jetzt zurück in New York möchte sie endlich wissen, wer ihre leiblichen Eltern waren. Bei den Nonnen stösst sie auf Granit. Durch eine List gelingt es Cora, doch noch an Infomationen zu gelangeen und lernt fast nebenbei noch die Liebe ihres Lebens kennen.

Ein wunderbarer Roman um zwei völlig verschiedene Frauen, zwei völlig verschiedene Schicksale und völlig verschiedene Wertvorstellungen. Das pulsierende New York, das verschlafene Wichita. Die Autorin versteht es, die Stimmungen, das Leben bildhaft darzustellen. Louise Brooks hat tatsächlich gelebt. Louise Brooks, die Tänzerin und Schauspielerin, flatterhaft wie ein Schmetterlling. Sie war eine Zeit lang ein gefeierter Leinwandstar. Ihr Foto ziert das Cover dieses herausragenden Romans. Ein Roman, der mich von der ersten Seite an begeistert hat.
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am 1. Mai 2013
Eine sehr unterhaltsame Lektüre.
Wunderschön geschrieben.
Die Lieferung war wie angekündigt und die Verpackung war OK.
Der Artikel war wie beschrieben und wies keine Mängel auf.
Es gab keine Beanstandung
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am 28. Februar 2013
Die 20er Jahre spielen den Hintergrund für diese Geschichte. Angelehnt ist sie an das Leben des Stummfilmstars Louise Brooks.

Cora lebt in Wichita, einer kleinen Stadt, in der noch „Recht und Ordnung“ herrschen. Doch als sie hört, dass für die verzogene Louise eine Aufpasserin gesucht wird um nach New York City zu reisen, meldet sie sich freiwillig. Nur noch ihr Mann Alan weiß, dass sie in New York ihre Familie suchen möchte. Da sie als Waisenkind dort gelebt hat, hofft sie eine Spur zu finden. Louise macht ihr das Leben nicht leicht. Immer mit einer leichten Herablassung begegnen sich beide und es prallen Welten von verschiedenen Ansichten aufeinander. Doch Louise ist trotzdem zielstrebig auf ihrem Weg die beste Tänzerin zu werden.
Cora stellt bald interessante Nachforschungen zu ihrer Familie an. Und dann hat jede der beiden Frauen ein „dunkles“ Geheimnis, dass offenbart werden muss. So ist das Fazit des Buches wohl, dass jeder Schein trügt und man kaum einen Menschen richtig kennt.

Insgesamt war das Buch gut recherchiert. Louises Leben war mir vorher nicht bekannt und auch das Leben in den 20er Jahren wird interessant dargestellt, ob es jetzt der Klan, die Rassentrennung oder ähnliches ist. Ich finde aber, dass die Beziehung der beiden mehr hergegeben hätte und ich mir eine stärkere Annäherung gewünscht hätte. Ab der Hälfte des Buches geht es eigentlich nur noch um Cora und ich muss ganz ehrlich sagen, so wirklich interessant fand ich den Charakter nicht. Ich habe nicht wirklich mitgefühlt bei ihr, weil ich Louise einfach interessanter gefunden habe. Und nach drei Vierteln des Buches fand ich es nur noch langweilig. Besonders das Ende hat mich enttäuscht, weil man das Gefühl hatte, es wurde in die Länge gezogen. Das Buch geht bis an das Lebensende von Cora und so fühlt es sich leider auch an. Irgendwo in dem Buch ist plötzlich die Spannung weg, nachdem die Geheimnisse bekannt werden.

Das Cover ist wundervoll!

Ich würde drei Sterne vergeben, weil der Hintergrund der 20er Jahre toll und interessant ist. Und dass es an eine echte Biographie angelehnt ist, finde ich auch klasse. Leider hat mich die Hauptfigur nicht überzeugt und ich habe schon deutlich fesselndere Bücher gelesen.
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am 18. Februar 2013
Rezension:


Die drückende Schwüle im Sommer 1922 hält das ländliche Kansas seit Wochen unerbittlich in seinen Klauen. Auch Cora Carlisle leidet darunter. Was würde sie für eine erquickende Aufgabe geben, jetzt wo ihre Jungs die Ferien weit entfernt auf einer Farm verbringen und sie ihrer täglichen Routine im Haus beraubt ist? Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nicht, dass ihr Wunsch bald Gestalt annimmt, denn ein unglaubliches Angebot an die Adresse eines jungen Mädchen ihrer Nachbarschaft, wird umgehend auch einschneidende Veränderungen in ihrer eigenen Lebensgeschichte mit sich bringen. 

Die Einladung die Louise Brooks aus New York erreicht, offeriert ihr die Chance des Lebens und die Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches! Endlich raus aus dem primitiven und staubigen Kansas und rauf auf die glitzernden und lauten Bühnen der Weltmetropole New York. Sie darf einen Monat lang an der berühmten Denishawn Dance Academy trainieren und ihre Talente zur Schau stellen. Louise ist sich sicher, das ist ihre goldene Eintrittskarte in das Leben, vom dem sie schon immer träumt und für das sie täglich hart arbeitet.

Doch so einfach wie es den Anschein hat, ist es keineswegs. Nicht allein ihre Minderjährigkeit verlangt selbstredend nach einer Aufsichtsperson, sondern auch ihre exzentrische, freizügige und unschickliche Art, lässt die 15 Jährige überall anecken und gibt den Menschen in ihrem Umfeld genug Zündstoff, um sich den Mund zu zerreißen. Von ihr geht ein unerklärlicher Reiz aus und durch ihre orientalisch anmutende Schönheit kann sie dem Gegenüber mit nur einem einzigen Augenaufschlag schon mal alle Sinne vernebeln. Doch hat man dann auch noch das Privileg mit ihr einen Wortwechsel zu führen, ist man sich nicht mehr sicher, dass die oftmals so scharfen und gezielten Provokationen wahrhaftig dem Mund eines derart grazilen Mädchens entspringen können. Was keiner weiß: Louise Brooks ist Meisterin im Manipulieren, Verwirren, Herzenbrechen!


Hier kommt Cora Carlisle in‘s Spiel, die als verheiratete und geehrte Frau eine perfekte Anstandsdame abgibt und in diesem Sommer nichts zu tun hat. Auf Ersuchen von Louises Vater wird Cora als Begleitung für ganze vier Wochen mit Louise nach New York City reisen und sie an der kurzen Leine halten. Immer im Hinterkopf, dass es sich bei Louise um einen extrem talentierten, aber ebenso allürenbehafteten Paradiesvogel handelt, dem es gilt, die Großstadt mit all seinen Gefahren und Verlockungen in nur kleinen Dosen zugänglich zu machen.

Allerdings entschließt sich Cora nicht allein aus diesem zeitlich passendem Angebot für einen Tapetenwechsel und die beschwerliche Reise an die Ostküste. Es eröffnet ihr insgeheim auch die Chance, etwas über ein dunkles und viel zu lange totgeschwiegenes Kapitel ihrer eigenen Kindheit zu erfahren. Nur sie weiß, dass sie eine Fassade wahrt, die ein Geheimnis der ersten Lebensjahre kaschiert. Nach viel zu vielen Jahren des Schweigens bietet sich plötzlich die Möglichkeit, einer blassen Erinnerung unbehelligt im Schutz der anonymen Großstadt nachzugehen. 

Als das ungleiche Duo den Zug in Wichita besteigt, wissen beide nicht, dass genau in diesem Moment die Gleise ihrer Lebenswege neu verlegt werden. Sie bleiben auf eine schmerzliche Weise miteinander verbunden, lange über den Tod hinaus...


Mein Fazit:

Mit dem ersten Blick auf „Das Schmetterlingsmädchen“ erhascht man eine Vorahnung der geheimnisvollen, wie auch tragenden Atmosphäre der Geschichte. Dezentes Farbenspiel und ein markantes, fast unnahbares Gesicht, mehr brauchte es nicht, um mich zu verzaubern und zu wissen, dass ich mich auf dieses Buch einlassen möchte. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, welches Erstaunen der wiederholte (spätere) Blick auf das schöne Gesicht hervorrufen würde, ich hätte es wahrscheinlich nicht geglaubt. Denn hier handelt es sich nicht um ein im Grafikprogramm entworfenes Cover, sondern um die aufpolierte Reproduktion eines originalen Fotos von Louise Brooks selbst.

Womit wir auch gleich beim Inhalt wären, von dem ich annahm, dass dieser historische Roman eine gänzlich frei erfundene Handlung hat. Dem Klappentext war nicht zu entnehmen, dass es eine biografische Anlehnung gibt. Da ich mit den Persönlichkeiten dieser Zeit nur wenig vertraut bin, war mir die Grande Dame des Stummfilms, Louise Brooks -besser bekannt als Lulu-, leider kein Begriff. Aber ich habe sie durch das Buch kennengelernt und diese Bildungslücke geschlossen.

Meine Erwartungen an nostalgische Atmosphäre, Lebensart und Konventionen der Goldenen Zwanziger, konnte Laura Moriarty zum größten Teil erfüllen. Man kann im Anhang nachlesen (und merkt es auch während des Lesens), dass die Autorin eine intensive und langwierige Auseinandersetzung mit der Recherche zur Person Louise Brooks und der damaligen Zeit hatte. Im Ergebnis des Romans zahlt sich diese Mühe wirklich aus. Es war eine gelungene Zeitreise mit detaillierten Beschreibungen von Moral, Konventionen, Alltagsdingen und Sprache, die wunderbar authentisch aufzeigt, wie es vor knapp 100 Jahren gewesen sein muss, zu leben und zu lieben. Wie viel im literarischen Lebenslauf von Lulu allerdings der Wahrheit entspricht oder der schriftstellerischen Freiheit geschuldet ist, kann ich nicht beurteilen.

Ich war überrascht, dass die Handlung nicht sofort in der schillernden Metropole NYC startet, sondern weit entfernt im ländlichen Teil der USA. Hatte ich mich doch in Vorfreude auf rauschende Partynächte mit Jazzmusik in glorreichen Etablissements eingestimmt. Diese Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt.

Also begab ich mich auf die Suche nach der Geschichte des Schmetterlingsmädchens. Was genau war der gemeinsame Nenner dieser zwei kontrastreichen und authentischen Frauen. Ich war gespannt und traf sie in einer bürgerlich konservativen Umgebung an, fernab der modernen Großstadt, jede mit Wunden einer traumatischen Vergangenheit gebrandmarkt. Zum einen ist da die biedere und farblose Mittdreißigerin Cora, Ehefrau und Mutter aus gut situierten Verhältnissen und andererseits der absolut egoistische und auf das Showbuisness fixierte Teenager Louise aus schwierigen Familienverhältnissen.

Die Figur Cora, obwohl sie die eigentliche Hauptfigur in diesem Roman ist, blieb mir leider in der Gesamtheit zu unscheinbar und glanzlos und konnte niemals mit der Brillanz und der Energie von Louise mithalten. Ihr haftet eine Sensibilität und morbide Zerbrechlichkeit an, die auch durch ihre exponentielle Entwicklung und Sprengung der sich einstmals selbst angelegten Ketten, niemals ganz abgeschüttelt wird. Cora entspricht nach aussen dem typischen Frauenbild der Zeit, lebt jedoch ein fingiertes Leben.

Louise dagegen erscheint auf der Bildfläche, und von ihr geht sofort eine Anziehung und Dominanz aus, die sich noch zusätzlich verstärkt, als sie sich ganz offenherzig als Konventionsbrecher outet und damit stetig Konfrontationen herauf beschwört. Sie ist ein Wirbelwind, der viel Potenzial und Charisma für den weiteren Verlauf erahnen lässt. Ich konnte bis zur letzten Seite nicht genug von Louise bekommen und sie ist mir ganz arg an's Herz gewachsen. Sicher lag das auch in ihrer koketten Art begründet, der vielsagenden Mimik, die die Autorin sehr bildlich beschreibt und den gewagten bis vorwitzigen Dialogen inklusive verbaler Provokationen, mit der sie ganz klar polarisiert.

Beide Charaktere stehen sich zu Beginn sprachlos und regelrecht hilflos gegenüber, finden dann aber ein Arrangement dem jeweils eigenen großen Lebenstraum eine Bühne zu geben. Auch wenn das bedeutet, stetig zähneknirschend Kompromisse eingehen zu müssen. Immer wieder kommt die Diskrepanz zwischen den beiden Frauen und deren verschiedenen Wertvorstellungen, wie auch Moralbewusstsein zum Vorschein und es wird ein wunder Punkt in der Handlung bleiben. Und genau hier liegt die Essenz und die Kraft des Romans. Dem Leser wird nicht nur eine großartige, mitreissende und bewegende Lebensgeschichte angeboten, sondern gleich zwei, die sich noch dazu völlig verschieden entwickeln. Die beiden ungleichen Lebenswege verweben sich zu einer unausgesprochenen Abhängigkeit, ein Geheimnis verbindet ihre Herzen, dass auch lange nach der gemeinsamen Zeit in NYC noch immer der Schlüssel zur verletzten Seele der anderen bleiben wird. Im letzten Teil des Buches verliert sich die gewohnte Engmaschigkeit der Erzählweise und man begleitet beide Frauen nur noch sporadisch weiter. Leider ist mir hier die Sicht auf Louises Leben eindeutig zu kurz gekommen, denn zu viele Fragen zu ihrer Karriere blieben für mich offen.

„Das Schmetterlingsmädchen“ hat es geschafft, dass ich der Geschichte, den großen Gefühlen und ihrer Tragik verfallen bin, denn innerhalb weniger Stunden hatte ich es ausgelesen. Ein Roman, der geschickt mit den Gefühlen der Leser zu spielen weiss und der einen so tief berührt, dass sich Tränen unaufhaltsam ihren Weg bahnen. Ich liebe dieses Buch und möchte gern mehr!

Kurz gesagt:

„Das Schmetterlingsmädchen“ ist ein ergreifender und tief emotionaler Roman, der zwei Frauenschicksale bebildert. Zum Teil werden dabei biografische Lebensstationen einer großen Schauspielerin der Stummfilmzeit nachgezeichnet. Nach drei Büchern der Gegenwartsliteratur wagt sich Laura Moriarty mit diesem Roman erstmals an einen historischen Hintergrund. Ich finde das ist ihr absolut perfekt gelungen. Mich konnte dieses Buch mit Tränen, Gänsehaut, aber auch jeder Menge Momente des Erstaunens und subtil feinherbem Witz restlos für sich gewinnen.

Daher meine absolute Weiterempfehlung, wer Bücher mit Tiefgang, großer Bühne und Einblicken in tragische Schicksale sucht, oder der auf den Spuren der berühmten Schauspielerin Louise Brooks wandeln möchte. Dieses Buch sollte man unbedingt gelesen haben, denn es garantiert großes Kino mit tollen Bildern und bewegenden, nostalgischen Momenten!

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am 10. April 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Der Originaltitel lautet: "The Chaperone", also "Die Anstandsdame", und passt - im Gegensatz zum deutschen Titel - zum Buch. Denn wer soll "Das Schmetterlingsmädchen" sein? Die zugegebenermaßen flatterhafte Louise, deren Biographie zwar Grundlage für den Roman ist, die aber keineswegs die Hauptperson ist? Oder Cora, die im Mittelpunkt der Handlung steht, aber weder als Mädchen bezeichnet werden kann, noch die geringste Ähnlichkeit mit einem Schmetterling hat. Also, vergessen Sie den Titel und lesen Sie lieber das Buch!

Cora begleitet die junge Louise nach New York und nutzt den Aufenthalt für eine Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit. Dabei macht auch der Leser eine Zeitreise an den Anfang des vorigen Jahrhunderts. Die Frauen haben gerade das Wahlrecht errungen. Junge Mädchen tragen die Haare im Pagenschnitt und die Röcke sind so skandalös kurz, dass man die Knöchel der Frauen sehen kann. Die Prohibition wird vielerorts aufgehoben.

In anderen Bereichen gibt es noch keinerlei Freiheit, da gilt es den Schein zu wahren. Auf Homosexualität steht Gefängnis. Waisenkinder werden von der Kirche mit Zügen nach Westen geschickt, um Pflegeeltern zu finden. Einige haben Glück; viele werden als billige Arbeiter oder Schlimmeres missbraucht. Goldene Zwanziger?

Nein, der Klappentext sagt nicht viel aus über das Buch. Über den Inhalt kann man auch nicht viel schreiben, ohne zuviel zu verraten. Wenn Sie sich auf einen ruhig erzählten historischen Roman einlassen mögen, lesen Sie ihn selbst. Und wenn Ihnen einiges sehr unwahrscheinlich vorkommt, fragen Sie ihre Großmutter. Möglicherweise kann sie sich daran erinnern!
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