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am 5. November 2013
Die Rache heißt Carrie
Carrie hat wahrlich kein leichtes Leben. Aufgewachsen bei einer Mutter, die sich ihrem religiösen Wahn hingebt und versucht ihre Tochter zur Unschuld der Welt zu erziehen, geradezu fanatisch und gespenstisch alles als Sünde abstraft, fällt sie bei ihren Mitschülern schnell auf. Sie wird Opfer von verschiedenen Hänseleien, die immer grausamer werden, die ihr Leben zur Hölle machen. Vor allem, als sie beim Duschen nach dem Sportunterricht aufgrund ihrer ersten Periode in Panik ausbricht, versucht ihr keiner klar zu machen, was das Blut zwischen ihren Beinen bedeutet, dass sie zur Verzweiflung treibt. Im Glauben, sie verblutet, bewerfen sie ihre Mitschüler mit Tampons und anderen Dingen, ziehen sie auf und lassen sie mit ihrer Todesangst kämpfen. Schließlich greift die Sportlehrerin ein und beendet die grausame Szene, bei der auch eine Lampe plötzlich zu Bruch ging.
Es war nicht der erste ungewöhnliche Fall dieser Art, der die telekinetische Kräfte in Carrie weckt. Sie lernt mit dieser schlummernden Kraft umzugehen, sie zu kontrollieren und beginnt damit Gegenstände schweben zu lassen. Ein kleines bisschen Trost in ihrem sonst bescheidenen Leben, dass sie schon lange abgeschrieben hat.
Doch Tommy, einer beliebtesten Jungen der High School, fragt sie, ob sie mit ihm auf den Abschlussball gehen soll. Anfangs ist Carrie misstrauisch und sieht dahinter nur eine grausame Episode der Demütigung, lässt sich aber von ihm überreden. Alles scheint gut zu werden, für sie könnte endlich ein neues Leben beginnen, sie könnte aus dieser Welt ausbrechen, einfach nur normal leben. Zumindest glaubte sie das...

Mit "Carrie" legte Stephen King seinen ersten publizierten Roman hervor und damit den Meilenstein für seine Weltkarriere. Was King uns in seinem Roman erzählt, ist eine kleinstädtische Geschichte, über eine religionsfanatische Mutter, die mehr als nur eine Störung zu haben scheint, und das tragische Schicksal eines Mädchen, dass sich nur wünscht wie die anderen zu sein, von ihren Mitschülern gemocht zu werden und nicht nur das Opfer ihrer Umstände zu sein. Bis dahin könnte man meinen, man hat einen klassische Geschichte vor sich, über ein Mädchen, dass es schafft akzeptiert zu werden, endlich aus ihrer Misere ausbrechen kann und doch schlussendlich noch tiefer fällt. Doch nichts dergleichen bietet Stephen King und erzählt stattdessen die Geschichte eines Mädchen mit einer Gabe. Ihre telekinetischen Kräfte sind für sie ein Segen, in ihrer sonst so abscheulichen Welt und verleihen ihr Kraft und Mut und schlussendlich auch die Kraft, sich an denen zu rächen, die ihr so lange Leid zugefügt.
Das Faszinierde ist dabei, dass man als Leser nicht ein einziges Mal den Gedanken verspürt, dass es ungerecht ist. Insgeheim liest man über die Worte und denkt sich, sie haben es verdient, sie haben es alle verdient und ist schier entsetzt über seine eigene Brutalität. Denn das, was Carrie White erleben musste, wünscht sich niemand. Man durchleidet ihr Leben, möchte sie in den Arm nehmen und trösten, ihr sagen, dass alles gut wird, sie von ihrer kranken Mutter wegnehmen, die sie einsperrt und für ihre angeblichen Sünden bestraft, die keine Sünden sein können, weil sie natürlich sind. Eine Mutter, die sich selbst hasst für ihr sündiges Leben und ihrer Tochter zur absoluten Reinheit erziehen will, egal wie viel Kummer Carrie dabei ertragen muss. Egal, was sie ihrer Tochter dabei antut und sie sehr sie Carrie dadurch von der Gesellschaf isoliert.
Mit spielerischer Hand bringt uns Stephen King zu diesen Mitgefühl für Carrie. Er erzählt aus verschidenen Perspektiven ihr Leben, aus ihrer Eigenen, teilweise aus Leuten, die sie kannten, die manche Dinge miterlebt hatten oder auch die Sicht ihrer Peiniger, die man aufhalten möchte und doch nur zusehen kann. Dabei greift King zu ungewöhnlich Mitteln. Er benutzt Zeitungsausschnitte, Berichte aus fiktiven Büchern oder teilweise wissenschaftliche Abhandlungen um das Phänomen Carrie aufzuschlüsseln und schafft dadurch die nötige Distanz zum Leser, dass er sich ein gesamtes Bild der Lage machen kann. Immer mit einem angepassten Schreibstil, der nicht nur die Gedanken seiner Perspektivträger realistisch wiedergibt, sondern temporeich die Geschichte vorantreibt. Dieser Reichtum aus Ansichten, vermengt sich zu einer Person, einer runden Persönlichkeit, die eine tragische Figur ist und deren Beweggründe man nur zu gut verstehen kann. Man verspürt Hilflosigkeit, weil man das Unausweichliche kommen sieht, weil es so kommen muss und sieht die Katastrophe, ihre Anfänge, ihre Gründe und ihre Auswirkungen. Und nicht immer geht King dabei in chronologischer Reihenfolge vor, nimmt Teile vorwegt, fügt andere hinzu, so dass der Leser das Ende vorzeitig weiß und es trotz allem der Spannung nicht schadet. Vielmehr ist das Vorwegnehmen, der Schlüssel dem Leser das Herz zu brechen, denn er möchte es aufhalten und kann es doch nicht tun. Das komplette Spektrum wie ein braves Mädchen zu einem Monstrum wird, dass es gar nicht sein wollte und nie werden wollte, ist dargestellt. Und genau dort zerspringt der Horror in Stephen Kings Roman und wird zu einen tiefsinnigen Roman, der nicht nur ein Höllenszenario beschwört, sondern vor allem ein Psychogram eines Unschuldigen bietet, der durch seine Ohnmacht keinen anderen Ausweg mehr sieht. Carrie ist wie ein Tier, in die Ecke gedrängt und keinen anderen Ausweg mehr sieht. Das übernatürliche Element ist da nur noch ein Extra um dem Ganzen einen bildreichen Rahmen zu bieten und die Handlung mit einem Knall enden lässt, und einen Leser zurücklässt, der nicht weiß, der die Katastrophe bedauern oder das tragische Schicksal von Carrie beweinen soll.

Fazit
"Carrie" ist Stephen King's Debüt, welches nicht ohne Grund den Meilenstein für eine Karriere legte. Hier zeigt der Meister des Horrors seine Vielfältigkeit, sein Gespür für Charaktere und das Talent für bitterböse und große Szenarien. Für Fans von King Pflicht, für alle anderen eine großartige Erfahrung für tiefsinnige Horrorliteratur, die weit über den bloßen Horror hinausgeht. Wenn es nicht sogar in seinem Inneren den wahren Horror des Lebens zeigt.
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am 19. Februar 2013
"Carrie" ist der Erstlingsroman von Stephen King und auch mein Erstlingsroman von ihm! ^^
Ich kenne zwar schon den Film von 1976 doch das Buch ist (natürlich) etwas anders.

Im Vergleich zu vielen anderen Romanen des Autors ist "Carrie" mit etwas über 300 Seiten nicht besonders dick. Kann man an einem Wochenende durchlesen.
Der Aufbau des Romans ist unterschiedlich zum Aufbau der o.g. Verfilmung.
Es besteht aus drei Teilen (Blutsport, Ballnacht, Trümmer) und einem Nachwort zur Entstehung des Romans und der Verfilmung.
Der ganze Fall von Carrie White wird bruchstückhaft als Rückblick erzählt (soll heissen, es ist von Anfang an bekannt, DASS es zu einem grausigen Zwischenfall kam, in welchem Telekinese eine Rolle spielte).
Während des Rückblicks wird der Erzählfluss immer wieder durch längere Passagen unterbrochen, in denen u.a. die Überlebenden, die Nachbarn, spezialisierte Gutachter und Psychologen, Presse, etc. zu Wort kommen.
Aber auch im Rückblick selber wechselt die Erzähl-Perspektive stets zwischen Carrie und all den anderen Nebencharakteren (der reumütigen Mitschülerin Sue Snell, der Sportlehrerin Miss Dejardin, Carries Tanzpartner Tommy Ross und dem Schulleiter).

Der Leser erfährt nicht nur die ganzen Details, sondern kann sich auch ein Bild von der Psyche der Charaktere (allen voran der Protagonistin Carrie) machen. Inklusive der verschiedenen Einstellungen verschiedener Leute zu dem Vorfall.
Ich selber konnte einige Dinge erfahren, die mich beim Film stutzig machten. Zum Beispiel der Vorfall mit der (anscheinend folgenlosen) Ohrfeige der unverbesserlichen Missetäterin Chris durch die Sportlehrerin. Im Buch erfährt man, daß dies sehr wohl ernste Konseuenzen nach sich zog und zwar für mehr als eine Person.
Carries religiös fundamentalistische Mutter ist hier sogar noch verrückter und brutaler als im Film. Sie hat schon als junges Mädchen psychisch labile Züge gezeigt und alle Leute um sich herum (inkl. ihrer eigenen Mutter) wortwörtlich zur Hölle gewünscht. Sie misshandelt ihre Tochter Carrie oft mit harten Schlägen und Tritten in empfindliche Stellen (nicht nur Ohrfeigen). Und sie hat ihre Tochter schon als Kind versucht umzubringen.
Carrie selber ist auch etwas anders als in der Verfilmung. Sie ist eher rundlich statt dürr. Ausserdem wird sie durchaus als attraktiv bezeichnet. Selbst wenn ihre Aussehen durch die stressbedingte Neigung zu Pickeln und die scheusslichen Kleider entstellt wird.
Zudem hegt sie schon früh rachsüchtige Gedanken und übt ihre telekinetischen Fähigkeiten (mit minimalsten Fortschritten), die sie schon als kleines Kind hatte.
In ihr wütet mehr hilfloser Zorn als Unsicherheit. Sie versucht daher auch öfters gegen ihre Mutter aufzubegehren, was ihr aber nur weiteren Schmerz bringt.
Interessante Psychographie.

Der Schreibstil des Autors ist in dem Roman noch etwas unausgegoren. Es gibt hier oft lange Sätze ohne jegliche Kommazeichen und auch welche mit vielen Einklammerungen. Wirkt manchmal etwas seltsam. Aber da es ein Debütroman des King of Mystery & Horror ist, will ich mich gar nicht weiter drüber auslassen. Ausserdem ist das Wichtigste eh der Inhalt.

Alles in Allem kann ich dem Roman nur weiterempfehlen.

PS:
Noch 2013 soll eine moderne Verfilmung des Romans in die Kinos kommen. Diese will sich näher an der Buchhandlung orientieren. Die Darsteller sind u.a. Chloe Grace Moretz als Carrie und Julianne Moore als ihre Mutter.
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am 29. Oktober 2015
Wow.
Ich kann wirklich behaupten, sehr viele Bücher gelesen zu haben. Und Stephen King beeindruckt mich jedes mal aufs neue.
Habe noch nie bei einem Buch so richtig "Horror gespürt" beim lesen, wie hier.

Durch den besonderen Stil (er reiht Berichte und Interviews zu dem "Vorfall" aneinander) lässt er das ganze sehr real wirken.
Während ich las konnte ich anerkennende "wows" nicht vermeiden.
Ich weiß nicht, ob ich mir den dazigehorigen Film tatsächlich ansehen kann. Schon die Worte reichten zum gruseln.

Kurz zur Story:
Carrie wächst extrem religiös auf, wird in der Schule gemobbt. Wenn sie sich so richtig ärgert geschehen plötzlich seltsame Dinge...

Den Rest: lesen!

Interessant auch im Nachwort die Entstehung des Buches. Weggeworfen, abgelehnt, keine hundert seiten lang.. Und dann ein mega Erfolg!
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am 24. Oktober 2013
Zugegeben: früher mochte ich Stephen King bzw. dessen Filme nicht besonders bzw. konnte ich mich nicht dafür faszinieren. Einem seiner Klassiker habe ich mich nun in der englischen Originalfassung zugewandt: Carrie.

Die Geschichte rund um das gemobbte Mädchen liest sich größtenteils spannend, die Figuren sind sauber ausgearbeitet, alles in allem fand ich das Buch aber einen Tick zu lang, da sich die Ereignisse ja fast ausschließlich um die Zeit vor / um den Abschlussball selbst drehen. Nichtsdestotrotz hat King mit diesem Werk sicherlich einen Grundstein im Genre gelegt, billige Kopien gibt es ja reichlich.

Was mir leider nicht besonders zusagte - ich habe wie gesagt bisher nur dieses Buch von ihm gelesen! - ist der Schreibstil. King hat eine Eigenart, den Stream of Consciousness in Klammern zu packen. Das wirkte auf mich seltsam und befremdlich und störte den Lesefluss "Momma, Momma...". Das gleiche gilt für die zahlreichen Ausschnitte aus Zeitungsartikeln, durch welche der Leser zusätzlich informiert werden soll. Gute Idee, leider zu oft eingesetzt, finde ich, da es ebenfalls dem Buch den Fluss nimmt an manchen stellen. Zuletzt muss ich doch Stephen King's teils harsche Wortwahl etwas negativ anmerken - ab und ab wirkt der Text schon etwas, naja, "unseriös". Vom Englischen her war es problemlos lesbar für mich (C1), ab und an stößt man trotzdem auf typisches American English, wo sich das nachschlagen schon lohnt.

Alles in allem ein Klassiker im Genre, leider nach meiner Meinung nicht handwerklich perfekt. Für gute Unterhaltung und um den Wortschatz im American English etwas zu erweitern genau richtig.
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am 14. März 2013
CARRIE - das Kind einer krankhaft religiösen, abnormalen Mutter - sie sieht ihr Kind als Ausgeburt des Bösen, wehrt sich gegen die Anfälle ihrer Mutter, in dem sie Dinge Kraft ihres Willens zuwege bringt. Als Kleinkind zerstört ein Steinregen das Elternhaus und erst später wird ihr bewußt, daß sie es ist, die abnormale Dinge bewirken kann.
Der Autor schildert die Leiden Carries als Jugendliche. Sie wird von allem ferngehalten, was zum Leben einer Heranwachsenden dazugehört. Sie wird in der Schule gehänselt und ausgestoßen. Und als die Menstruation vor aller Augen ihrer Klassenkameradinnen eintritt, weiß sie nicht wie ihr geschieht.
Als ein begehrter Junge sie zum Abschlußball einlädt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Ihre Mutter warnt sie und will sie zurückhalten, doch sie setzt ihren Willen mit ihren unheimlichen Kräften durch. Als dann am Ball etwas gegen sie organisiert wird, beginnt das Grauen.
Ich konnte das Buch, das vorzüglich gelesen ist, fast nicht aushalten.
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TOP 100 REZENSENTam 5. Dezember 2012
Als allererstes: gebt dieses Buch keinen Kindern. Es ist viel zu gruselig und brutal. Das heißt nicht, dass das Buch schlecht ist! Aber Jugendliche unter 16/17 wären von soviel echt wirkender Brutalität (physisch und psychisch) sicher etwas schockiert. Der "Gruselfaktor" kommt vor allem durch die spannende Erzählweise und das sehr einfache Einfühlen in die Figuren. Das muss ein Autor erst einmal hinbekommen! Übrigens, das Englisch ist recht einfach gehalten - man kommt als "mittelguter" Englischleser sehr gut mit. Worum geht es:

Carrie ist die Tochter von Margaret White. Sie war 16Jahre lang dem völlig absurd religiösen Wahnsinn der Mutter ausgeliefert und wurde dadurch zu einem psychischen Wrack. Dazu kamen dann auch noch Hänseleien, Unterdrückung in der Schule und Abneigungen ihr gegenüber. Aber was viele nicht ahnen - Carrie hat in sich schlummernde telekinetische Kräfte. Diese hat sie bisher nur einmal im Alter von 3 Jahren gezeigt, als ihre Mutter sie töten wollte. Die Geschichte startet in der Mädchen Dusche, als Carrie zum ersten Mal ihre "Tage" hatte. Das arme Mädchen wurde noch nie in dieses Frauenthema eingeweiht und dachte Sie blutet zu Tode. Dann kamen die "Schulkameraden" und beschimpften und bewarfen sie mit Tampons und Binden...

Ich bin völlig perplex wie gut der Autor die Geschichte aufgebaut hat bis zum endgültigen Rachezug von Carrie. Man muss als Leser ganz einfach mitfühlen und das ist das Gruselige an der ganzen Geschichte. Der Schreibstil wechselt zwischen dem Erzählen der Geschichte und Ausschnitten (Zeitung/Interviews) nach dem Carrie-Rachezug in Ihrer Heimatstadt. Ganz toll, so etwas hatte ich bis dato noch nicht gelesen.

Das war mein erste Stephen King Buch und ich hatte es in knapp 6 Stunden gelesen. Mein nächstes Buch vom Autor werde ich noch ein wenig auf sich warten lassen... aber den Film 2013 werde ich mir auf jeden Fall im Kino anschauen (mit der eigentlich viel zu hübschen "Chloë Grace Moretz" als Carrie).
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am 4. Januar 2014
Ich wurde seitens der Amazon.de - Redaktion per E-Mail aufgefordert, meine Meinung zu "Carrie" kundzutun, was ich hiermit gern tun will. Ersparen kann ich mir, denke ich, die einschlägigen Hinweise auf die Hintergründe, die zum Zustandekommen, zur Veröffentlichung und zum Durchbruch dieses Erstlings von Stephen King geführt haben. Es weiß eh jeder, und wenn ich das nochmal referieren würde, würde das eh nur dem fadenscheinigen Zweck dienen kundzutun, dass ich das Wissen ebenfalls drauf habe. Also kann ich mir das auch ebensogut schenken. Wir sind ja hier schließlich nicht in der Schule! Im übrigen beinhaltet die e-book-Ausgabe ein umfangreiches Nachwort, wo das alles ausführlich drinsteht und das auch auf die Verfilmung von Brian de Palma aus dem Jahr 1976 eingeht. Letztere übrigens mit einer Sissy Spacek in der Titelrolle, die - und das steht weder im Nachwort, noch ist es bei wikipedia nachzulesen, sondern es ist mein eigenes Urteil - wirklich bezaubernd ist! Besonders in der Szene, wo sie mit ihrem Schwarm Tommy beim Abschlussball am Tisch sitzt.

Nun war aber tatsächlich dieser Film der Anlass für mich, das Buch anzufordern.
Den Film hatte ich bereits etliche Male gesehen und war restlos überzeugt, wie die Sache abgelaufen ist: Sue überredet ihren etwas simpel gestrickten Freund dazu, die Auenseiterin Carrie auf den Abschlussball zu begleiten, die Stimmzettel werden manipuliert, Carrie und Tommy müssen als Paar des Abends auf die Bühne, wo schon die bösartige Chris zusammen mit dem gutmütig-vertrottelten Billy darauf wartet, einen Eimer mit Schweineblut über Carries Kopf auszuleeren - eine gehässige Anspielung auf Carries erste Menstruation, die sie unter der Gemeinschaftsdusche nach dem Sportunterricht ereilt und zum Amüsement ihrer Mitschülerinenn in Panik versetzt hat. Das Ganze also ein abgekartetes Spiel, das letztlich in dem Amoklauf Carries endet, bei dem sie durch ihre telekinetischen Kräfte einige Mitchüler und Lehrer zu Tode bringt, die zuvor über die Situationskomik lachen musste.

Ins Wanken gebracht hat meine Ansicht die Besprechung einer Neuverfilmung im Rahmen eines Filmforums, die neben dem bekannten Film auch die Romanhandlung einbezogen hat. Wäre es nicht doch möglich, dass Sue an dem Komplott gar nicht beteiligt war, sondern tatsächlich Buße tun wollte, indem sie ihren Freund dazu überredet, Carrie quasi als Wiedergutmachung zum Ball einzuladen? Und ist ihr Freund Tommy vielleicht doch nicht der stumpfe und oberflächliche Schönling, als den ihn de Palma inszeniert? Aber wenn das so ist: Wieso erscheint Sue plötzlich doch auf dem Ball und ist dann am Grinsen wie ein Honigkuchenpferd, sobald sie ihres Freundes samt Carrie auf der Bühne ansichtig wird ...? Seltsam, seltsam!

Um diese Fragen zu klären, gab es nur eines:
Ich musste das Buch lesen!
Und tatsächlich hat mich der Roman in Sachen Aufhellung nicht im Stich gelassen. Wesentlich deutlicher und ausführlicher gezeichnet finden sich hier die Hauptcharaktere mit all ihren Motivationen und Widersprüchen. Stephen Kings Sue kaufe ich ab, dass sie wirklich ein schlechtes Gewissen und etwas wiedergutmachen möchte, Tommy ist in der Vorlage überhaupt kein stupider Schönling, sondern ein integrer und intelligenter junger Bursche, der sich seiner Verantwortung durchaus bewusst ist - inklusive des Zweifels, ob er Carries Martyrium mit seiner Einladung nicht noch schlimmer macht. Weder Sue noch Tommy hatten eine Ahnung von dem Plan mit den Eimern voll Blut - was ihnen allerdings im Nachhinein niemand akauft! Denn in Form fingierter Buchauszüge, Zeitungsartikel und Anhörungsprotokolle präsentiert uns der Autor einen Einblick in Carries tragischen Werdegang unter ihrer wahnhaft religösen Mutter. Ebenso schildert er die Folgen für den Ort, die das durch Carrie angerichtete Massaker nach sich zog - und die sind, gelinde gesagt, katastrophal! Was mir ebenfalls gut gefallen hat: Der Roman reflektiert die Grenzlinie, ab wann ein Sreich zu einer kriminellen Handlung wird. Eine Figur kennt sich da nämlich zufällig genauestens aus. Und das ist nicht Chris!

Als nicht ganz so stark empfinde ich die Passage, als es zwischen den beiden Protagonistinnen gegen Ende zu dem unerlässlichen Showdown kommt. Das erscheint mir dann doch etwas aufgesetzt und auch ein wenig zu dick aufgetragen.

Alles in allem haben wir es hier jedoch mit einem psychologisch und dramaturgisch sorgfältig durchgearbeiteten Roman zu tun, der durch den Einschübe von Pseudo-Zitaten aus verschiedenen nachträglich entstandenen Quellen einen besonderen Reiz erhält (im Nachwort erfahren wir, dass der Autor hier aus der Not eine Tugend gemacht hat - dies aber durchaus gekonnt!) und als Erstling bereits viele Qualitäten des späteren Bestsellerautors vorwegnimmt.

Was die Verfilmung betrifft, so würde ich ihr die Lektüre des Buches allemal vorziehen. Der Roman ist ausfühlicher und präziser, und die Fragen, die der Film aufwirft, stellen sich aufgrund eines anderren Handlungsverlaufes überhaupt nicht! Die einzigen Pluspunkte, der für den Film sprechen, sind wirklich Sissy Spacek und ihr grandioses Schauspiel.
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am 13. Juni 2015
Stephen Kings erster Roman ist, vor allem für Stephen Kings Verhältnisse, eher kurz, aber das ist hier eher von Vorteil. So wie die Geschichte aufgezogen ist, hat das Buch keine Längen und bringt gandenlose Stephen Kings Botschaft rüber: Wenn Mobbing zu weit geht und das Opfer sich plötzlich wehren kann.
Das Buch ist hart, brutal, aber absolut lesenswert. Die Frage nach Tätern und Opfern lässt sich nicht so leicht beantworten, und das macht die Geschichte auch so interessant.
Einen Stern habe ich abgezogen, weil ich die Zeichnung der Charaktere noch nicht so gut ausgebaut fand. Die Motivation für den "Streich" an Carrie ist etwas vage, aber das kann man auch als Realismus sehen. Braucht es wirklich einen echten Grund, um jemanden, der anders ist, zu mobben? Jedenfalls fand ich Carrie gut, aber nicht sensationell, und vier Sterne sind doch auch ein schöner Wert.
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am 2. Februar 2014
Kurze Geschichte vorab, Carrie ist mein Erstes Stephen King Buch, und auch das erste Buch, welches ich von vorne bis hinten komplett durchgelesen habe. Das liegt daran da bisher kein Schriftsteller es geschafft hat mich richtig an eine Geschichte zu fesseln beziehungsweise ich kam nie richtig in eine Geschichte rein, sodass diese spannend wurde. Stephen King jedoch kann genau dies, ich hätte es nie für möglich gehalten das Ich, jemand der sich nie viel aus Büchern gemacht hat ein Buch so verschlingt.

Die ersten Seiten waren langatmig. Für mich zumindest. Als jedoch die Story sich immer weiter ausbaute und man die Charaktere besser kennenlernte wurde es immer und immer besser und spannender, zusammengefasst habe ich das Buch in 3 Tagen durchgelesen, ist auch kein dickes Buch, aber für mich bedeutet das schon was.

Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen und mir gefiel sehr, wie Stephen King seine Charaktere beschrieb und wie leicht man sich mit ihnen verbinden konnte.

5/5 Sternen alle mal verdient!
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am 11. Juli 2014
Geniales Buch vom Meister und zurecht der Wegbereiter seines Erfolgs für die Zukunft.Perfekte Darstellung der Charaktere und Situationen.Einzigartig zu Papier gebracht.Einfach nur packend,mitreißend gefühlvoll und wieder einmal in gekonnter Weise die Wiedersprüchlichkeit,Verlogenheit und Boshaftigkeit der menschlichen Seele darstellend.Das kann so nur S.King ! Ein Millionenpublikum von Lesern auf der ganzen Welt kann ihm nur Recht geben.
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