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am 9. Dezember 1999
"Letztlich ist die wahre Geschichte des Lesens wohl die eines jeden Lesers". So stellt Manguel am Ende des autobiographischen Einleitungskapitels zu seinem Buch fest, das dementsprechend auch im weiteren Verlauf von einer sehr persönlichen Sichtweise seines Autors geprägt ist. Er erzählt aus der Geschichte des Buches, vor allem natürlich der Leser, aber auch der Autoren, Hersteller, etc. diejenigen Episoden, die ihn selbst am meisten berührt oder beeinflußt haben.
Der Hauptteil des Buches besteht aus zwei großen Abteilungen, "AKTE DES LESENS" und "DIE MACHT DES LESERS". Das Anfangskapitel der ersten Abteilung beschäftigt sich mit dem rein physikalischen Vorgang des Lesens; ein Stichwort lautet etwa Neurolinguistik, also die Erforschung der Beziehung zwischen Gehirn und Sprache. In weiteren Kapiteln geht es beispielsweise um Notizen beim Lesen oder das Auswendiglernen, aber auch um das Gutenberg-Projekt (Literatur im Internet). Die verschiedenen Themen werden dabei immer an historischen lesenden Persönlichkeiten festgemacht wobei natürlich auch viele kurzweilige Anekdoten anfallen. Sie tragen mit dazu bei, daß die Lektüre dieses Buches nie langweilig wird. Etwas aus den übrigen Themen dieses Abschnittes heraus fällt vielleicht das Kapitel "Die Gestalt des Buches", in dem es um die historische Entwicklung des Buches an sich geht; also im Gegensatz zu den sonst behandelten "Innerlichkeiten" ganz einfach um "Äußerlichkeiten": eben die Gestalt des Buches quer durch Zeiten und Kulturen, um seine Materialien, Herstellung, Aufbewahrung oder um den Buchhandel.
Der zweite Teil ist inhaltlich etwas tiefgründiger angelegt, als der erste. Er beschäftigt sich des öfteren mit den Vorgängen, die quasi "hinter" den Büchern oder auch im Leser stattfinden. So handelt etwa das Kapitel "Das Lesen der Zukunft" nicht von dem, was man im ersten Moment dahinter vermuten könnte, sondern von Weissagungen und Wahrsagerei. Andererseits sind aber auch hier wieder eindeutige Kapitelüberschriften zu finden: "Verbotenes Lesen", "Bücher stehlen" oder "Der Autor als Leser"; weitere Stichworte sind Bücherverbrennungen und Zensur. Der Anmerkungsapparat mit Quellenangaben und ein Register machen das Buch im übrigen auch als Nachschlagewerk nutzbar.
Trotz der persönlichen Herangehensweise des Autors oder vielleicht gerade deshalb handelt es sich um ein sehr schönes Buch. Jeder Versuch, bei einem Thema wie diesem eine wie auch immer geartete Universalität anzustreben, müßte dagegen wahrscheinlich zwangsläufig scheitern (vgl. die imaginäre "Geschichte des Lesens" im Kapitel "Nachsatz"). Vielmehr regt das Buch dazu an, eine ebenso persönliche Sicht zu entwickeln und das Abenteuer "Lesen" immer wieder von neuem zu erleben. Um es in einem Satz zu sagen: Die mittlerweile vielfachen Lobgesänge der Rezensenten haben ihre volle Berechtigung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 28. Mai 2005
Ein Begleiter für lange Zeit
Um es gleich vorwegzunehmen: „Eine Geschichte des Lesens" von Alberto Manguel zieht mit der Flutwelle amüsanter und spannender Fakten den Lesenden in ein Meer des Wissens,
in das er viele Male eintauchen muss, wenn er sich Teile davon zu eigen machen will.
Ich lese es gerade zum zweiten Male und stelle fest, wie sich mein Bewusstsein für die Möglichkeiten des Lesens schärft und der Genuss steigt. Kein Wunder, dass der polyglotte in Buenos Aires geborene Manguel dem Akt des Lesens so viele Aspekte abgewinnen konnte, wirkte er doch als Verlagslektor, Literaturdozent und Übersetzer in Städten, wie Paris, Mailand, London und Toronto, die für ihre Bibliotheken berühmt sind.
Die Welt, „ein grandioses Buch", in allen ihren Erscheinungsformen zu lesen, einschließlich der Menschen, die selber Bücher sind, auf kein geringeres Ziel richtet sich die Leidenschaft besessener Leser wie Manguel. Dieser hat seine „Geschichte des Lesens" nicht fortlaufend diachron wie ein Geschichtsbuch angelegt. In dem Kreis von Autor, Buch und Leser stellen seine Kapitel Segmente dar, die nur in der jüngsten Gegenwart spielen könnten, zum Beispiel „Die stillen Leser", „Bilder lesen", „Vorlesen", aber durch Rückblicke bis zu den Anfängen des Lesens Tiefendimension gewinnen.
Alle denkbaren Methoden des Lesens, immer wieder angereichert mit Skizzen, Bildern und Beispielen von Lesern aus allen Teilen der Welt, führt Manguel vor Augen. Nur einige seien hier erwähnt:
· das Lesen als physische Aktivität, die sich zwischen Zeichen, Augen und Gehirn ereignet,
· die Aufgabe des Lesens, sichtbar zu machen, „was die Schrift nur in Andeutungen und Schatten zu benennen weiß" (Al Haytham),
· das laute und stille Lesen,
· das Buch als Gedächtnis, mit dessen Hilfe der interpretierende Leser einen neuen Text hervorbringt (Petrarca),
· das Erlernen noch unbekannter Kodierungen,
· das Erschließen eines Textes auf unterschiedlichen Ebenen, praktiziert zum Beispiel durch Talmudgelehrte,
· die Auffassung literarischer Texte als Gleichnisse in der Manier Kafkas, die voraussetzen, dass die in Dichtung gespiegelte Welt unfassbar ist,
· das Lesen der Zukunft, das von der „überzeitlichen Strahlkraft" von Dichtung handelt,
· das Dekodieren von Bildern,
· das Vorlesen am Arbeitsplatz zum Zwecke der Unterhaltung und Bildung, das 1866 in kubanischen Tabakfabriken begann,
· der symbolische Leser, der den Symbolgehalt des von ihm gelesenen Buches verkörpert.
So differenziert wie die Arten zu lesen sind auch die von Manguel dargestellten symbolträchtigen Orte des Lesens, etwa Babylon als Ursprungsland des Buches, die lesewütige Stadt Alexandria, die fatimidische Bibliothek von Kairo, die Räume des Lesens und Körperhaltungen bei der Lektüre, zum Beispiel das einsame Lesen in der Natur oder im Bett, zerstreut oder konzentriert, das Lesen hinter Mauern [besonders fesselnd der Bericht über die bedeutenden literarischen Werke japanischer Hofdamen mit der von ihnen entwickelten Schriftsprache „kanbungaku" (794-1185)], das weltvergessene Lesen, öffentliche Verkehrsmittel als Leseorte, das Lesen vor Publikum, Liebespaare bei gemeinsamer Lektüre, verbotenes Lesen.
Gelungene Visualisierungen spiegeln die Mannigfaltigkeit von Leserinnen und Lesern, von Schauplätzen der Lektüre, von Materialien, mit denen Botschaften transportiert wurden: Abbildungen aus einer Islamschule des 16. Jahrhunderts und anderer Schulszenen des europäischen Mittelalters, Dante mit der Göttlichen Komödie, Zeichen einer erfundenen Schrift, eine Seite aus der Heidelberger Armenbibel, die Darstellung eines Fabrikvorlesers, die Lesemaschine von Ramellis, das Mammutalbum von Vögeln Amerikas und das kleinste Buch der Welt, die lesende Eleonore von Aquitanien, abgebildet auf ihrem Sarkophag, eine lesende Sklavin, ein fünftausendjähriger Leser, Leserinnen mit „Verbotenen Früchten" (verbotener Literatur), Kardinal Hugo de Saint Cher, der erste Brillenträger, der sich in einer längeren Exposition über die Erfindung und Bedeutung der Brille findet, sind wahllos herausgegriffene Beispiele.
In dem Kapitel „Das geordnete Universum" berichtet Manguel über die Versuche berühmter Bibliotheken ihre immensen Bestände zu katalogisieren, eine Aufgabe, die schon bei der Ordnung kleiner Privatbibliotheken schwierig genug ist.
Wie sehr unsere heutige Lesekultur auf Lesegewohnheiten der Antike, der Kirchenväter, der Mönche des Mittelalters und der Gelehrten der Renaissance fußt, wird immer wieder mit Verweisen auf Aristoteles, Plinius den Jüngeren, Vergil, Konstantin den Großen, Augustinus, Dante und Petrarca dargelegt. Manguel ist aber alles andere als rückwärts gewandt. Dass mit der Erfindung des Computers der Absatz von Büchern gestiegen und eine andere Lesekultur entstanden ist, führt er gegen Kulturpessimisten ins Feld.
Angesichts der Exkurse in amerikanische, russische, englische, französische, italienische, arabische und japanische Weltliteratur könnte man Manguel verdächtigen als Bildungsbürger für eben solche geschrieben zu haben. Er ist aber selber ein ‚Büchernarr' im positiven Sinne (Die Scheingelehrten führt er im letzten Kapitel seines Buches mit dem Holzschnitt von Dürer für die erste Ausgabe des Narrenschiffs (1494) von Sebastian Brant vor). In dieser Eigenschaft interessiert ihn selbstverständlich der subversive Leser und die Furcht der Diktatoren aller Epochen vor diesem, das heimlich heroische Lesen von Sklaven, die Geschichte der Bücherverbrennungen und die vom Vatikan verdammten Werke, der Leser, der sich seiner Macht bewusst ist, der symbolische Botschaften als Konterbande entdeckt, der als Leser ebenso wie der Autor Meister sein kann, der für seine Leidenschaft stiehlt, weil er „eine intime, körperliche Beziehung zum Buch" mit niemandem teilen will, und der Leser, der den Reiz verbotener Lektüre auskostet.
Hat Manguels Buch eine erhebliche Schwäche? Vielleicht stößt sich jemand daran, dass ein großer Teil seiner Beispiele aus der Zeit vor der Aufklärung stammt. Andere mögen gerade eine Stärke darin sehen, dass er Lesehaltungen bis zu den Ursprüngen zurückverfolgt. Sein immenses Wissen, unterhaltsam vorgetragen, ganz das Gegenteil von Kathedergelehrsamkeit, wird die meisten Leser lange Zeit fesseln. Wer nach Anregungen für kreatives Lesen sucht, wird von Manguel inspiriert.
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am 17. Februar 2008
Um es gleich vorweg zu nehmen. Es ist ein schöngeistiges, wundervolles Buch, das sich mit dem Zweck aller Literatur, dem Lesen selbst befasst. Die Edition - Verlag Alfred A. Knopf, Kanada (in Deutschland: Verlag Volk und Welt, Berlin) - dringt in reizend gefühlvoller Schlichtheit ins Herz des Lesers.

Im Rahmen einer kleinen Bildergalerie von Lesenden, gleich zu Beginn des Buches "Die Geschichte des Lesens", (darunter auch der blinde Jorge Luis Borges, dessen Vorleser der junge Autor Alberto Manguel im Argentinien der 1960er Jahre war), erkennen wir, dass es nicht nur Frauen-die-lesen-sind-gefährlich gibt, sondern auch Männer aller Zeiten und Kulturen sich der Sehnsucht Lesen (Virginia Woolf) gerne hingegeben haben: der junge Aristoteles, Vergil, der heilige Dominikus, Jesus und die Schriftgelehrten, der heilige Hieronymus, Erasmus von Rotterdam (in seiner Studierstube), Charles Dickens, zwei unbekannte Islamschüler sowie ein ebenfalls unbekannter Moguldichter sind - neben dem schon erwähnten Borges - nur einige der Protagonisten männlichen Geschlechts, für die diese Gymnastik des Geistes nicht weniger bedeutend war, als eine durchaus auch nicht unwichtige körperliche Ertüchtigung.

Es ist die letzte Seite, mit der Alberto Manguel beginnt. So nämlich - "Die Letzte Seite" - überschreibt der Autor sein erstes Kapitel. "Lies um zu leben!", schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts der Schriftsteller Gustave Flaubert in einem Brief. Lies um zu lesen, und du fällst in jene Welten (und lebst infolgedessen in jenen Welten), von denen Alberto Manguel zu berichten weiß. Ganz von hochmütiger - wie er schreibt - Sehnsucht durchdrungen, identifizierte er sich restlos z.B. mit den Versen von Robert Louis Stevenson: "König in meinem Reich war ich, / Die Bienen summten nur für mich / der Schwalbe Flug galt mir."

Wir lernen kennen: den Schattenleser, den stillen Leser, das Buch der Erinnerung, das Lesen lernen, um uns plötzlich - nachdem der Einstieg wie erwähnt die letzte Seite war - auf der fehlenden ersten Seite wiederzufinden. Auch Bilder lesen will gelernt sein. Und das Vorlesen ist ein Akt des Lesens mit ganz eigener Bedeutung.

Die Buchgestaltung als Handwerk ist eine Kunst ganz besonderer Art - eine Tatsache, der uns zwischenzeitlich auch der Hamburger Buchgestalter, Formfinder und Sinneswandler Rainer Groothuis mit seiner Frage, wie denn Bücher auf die Erde kommen, näherbrachte.

Das einsame Lesen - in Sonderheit das Lesen im Bett ["Auch ich lese im Bett" (Manguel)] - ist ein Lesen, bei dem Ort und Zeit sowie auch die entsprechende Körperhaltung, gemeinsam mit dem auszuwählenden Lesestoff in Synthese und Harmonie zueinander finden müssen. Über Walter Whitman, den großen amerikanischen Dichter des vorletzten Jahrhunderts, Begründer der modernen amerikanischen Dichtung, - "Schließt euere Türen nicht vor mir, ihr stolzen Bibliotheken" - führt uns Alberto Manguel zu den Metaphern des Lesens.

Die Macht des Lesens - "Um gut zu Lesen muss man ein Erfinder sein." (Ralph Waldo Emerson) - führt uns über babylonische und sumerische Anfänge, direkt in das geordnete Universum, ins Bibliothekswesen: beginnend mit einer der ersten großen Universalleistungen, der Bibliothek von Alexandria, deren Werke in so großer Zahl gesammelt werden mussten, weil sie "den grandiosen Anspruch erhob, das gesamte Wissen der Menschheit zu umschließen." In der Zukunft des Lesens sah Alberto Manguel - "Die Geschichte des Lesens" erschien im Jahre 1996 - noch nicht die damals erst in Ansätzen zu ahnenden Veränderungen, die das Internet und der rasant exponentielle Anstieg, was das Thema Speicherkapazitäten in der Informationstechnologie betrifft, inzwischen mit sich brachte. [Google scannt und speichert zurzeit im Silicon Valley die gesamte Literatur der Menschheit; alles was bisher erschien, zumindest alles von Allem, was denen in die Hände fällt. Und das ist fast alles.]

Es gibt noch vieles Entdeckenswerte, was Alberto Manguel uns unterbreitet. Ein Kapitel heißt "Bücher stehlen". Wir lernen kennen: den symbolischen Leser, den Autor als Leser, den Übersetzer als Leser - Umberto Eco braucht für den Übersetzer als Übersetzer, quasi dasselbe mit anderen Worten, hierfür ein ganzes Buch ("Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen") - sowie den Büchernarr.

Am Ende erfahren wir allerdings, dass die Geschichte des Lesens kein Ende hat. Gemeint ist jedoch nicht die Geschichte des Lesens, sondern "Die Geschichte des Lesens", das uns vorliegende Buch. Es hat kein Ende. (Ganz klar: die letzte Seite war ja schon am Anfang.) Es hat kein Ende, und das zu unserem großen Glück. Das aber - so gilt es festzuhalten - sind nicht meine Worte.
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am 15. Januar 2000
Manguels "Geschichte des Lesens" ist nicht so sehr eine Geschichte der Bücher, die wir lesen, sondern vielmehr eine Geschichte von uns, den Lesern, wie wir lesen, was wir lesen und was das für die Bücher um uns bedeutet. Manguel beginnt sein hervorragendes Werk mit einem Abriß seines eigenen Lebens, sofern es sich um das Lesen dreht. Er erinnert sih daran, daß er unbewußt Lesen lernte und plötzlich all die zeichen in der Welt entziffern konnte. Von da aus kommt er zu seinen ersten Kontakten mit wirklichen Büchern und dem intimen Kontakt mit ihnen und derem Inhalt. Diese Beschreibungen sind von einer unglaublichen Intensität und man mag bedauern, daß man sichj nicht selbst derart klar und wortreich an die ersten eigenen Erlebnisse mit Büchern und dem Lesen an sich erinnern kann. Die folgenden Siten den Buches geben einen hochgelehrten Überblick über die Kutlur und die Kunst des Lesens, vermitteln dabei auch, inwieweit die Literatur den Leser ändern kann und geben willkommene Hinweise zur Weiterentwicklung der eigenen Bücherlisten. Auch die Historie kommt, wie es der Titel schon vermuten läßt, nicht zu kurz. Es gibt interessante Überblicke über die geschichte der Entstehung von Literatur, aber auch von prominenten Lesern in der Geschichte. Das Buch ist eine Notwendigkeit für die Bibliothek eines jeden Bücherliebhabers. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 7. Januar 2000
Bücher *zum* Lesen gibt es ja nun zuhauf (davon zeugt nicht zuletzt diese Web-Seite), hier ist nun ausnahmsweise mal eins *über* das Lesen. Was ist so faszinierend an dem Vorgang, der uns dazu bringt, ihm so viele Stunden unseres Lebens zu "opfern"? Der Autor Alberto Manguel, selbst natürlich ein passionierter Leser, gibt hier einen Einblick in die Welt des Lesens (und so auch in die des Schreibens), in dem er die verschiedensten Aspekte, die Menschen zum Lesen bewegen, näher betrachtet. Auch der Stellenwert und die Entwickung des Lesens innerhalb der verschiedenen Kulturkreise wird - mit zahlreichen Fotos bzw. Bildern - veranschaulicht. Dabei ist das Buch niemals nur oberflächlich, sondern dringt durchaus auch in geschichtliche und philosophische Tiefen ein. Zum Nebenbeilesen also sicherlich nicht geeignet, man braucht schon ein wenig Durchhaltewillen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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TOP 500 REZENSENTam 9. April 2016
"Man kann das Leben, diese einmalige Kutschfahrt, nicht neu beginnen, wenn es vorüber ist; aber wenn man ein Buch in der Hand hält, ganz gleich, wie schwierig es zu verstehen ist, kann man am Schluss zum Anfang zurückkehren, von vorn beginnen, um das Schwierige und damit das Ganze Leben zu begreifen."
Orhan Pamuk

Es gibt kaum ein Buch, das ich je mit so großem Wohlbefinden gelesen habe wie Alberto Manguels "Eine Geschichte des Lesens". Es ist, um es schlicht und einfach zu sagen, ein wunderschönes Buch. Ein Werk hinter dem dieselbe Botschaft steht, die Manguel auch in seinem großartigen Eine Stadt aus Worten herausarbeitet: Sprache ist Leben, ist Kommunikation, ist Grundzug der menschlichen Wahrnehmung, Deutung, des existenziellen Erlebens.

"Ich habe die Welt in den Büchern kennengelernt: dort war sie assimiliert, klassifiziert, etikettiert, durchdacht, aber immer noch ungeheuer."
Jean-Paul Sartre

In diesem Buch begegnen einem viele Geschichten. Es ist eine Geschichte des Lesens und gleichsam eine Anekdotensammlung des Lesens, ein Philosphie des Lesens, eine Reflexion des Lesens, eine Landkarte des Lesens, eine Analyse des Lesens und eine Eroberung des Lesens. Und naturally eine Liebeserklärung an das Lesen.

Denn vor allem sind Literatur und Lesen etwas Lebendiges, nichts Totes, wie es manchmal hingestellt wird.

"Mit Hilfe seiner Ignoranz, seines Glaubens, seiner Intelligenz, mittels List und Tücke und dank seiner Phantasiebegabung schreibt der Leser den Text neu. Er hat denselben Wortlaut, wir aber von einem anderen Leitgedanken durchsetzt, und so schafft sich der Leser den Text neu, indem er ihn aus den Buchseiten ins Leben ruft.
[...]
Ordnet man Gullivers Reisen von Swift der schöngeistigen Literatur zu, wird daraus ein humoristischer Abenteuerroman; reiht man ihn in die Soziologie ein, ist er eine Satire auf das England des 18. Jahrhunderts; als Kinderbuch enthält er lustige Geschichten über Zwerge und Riesen und sprechende Pferde; unter der Rubrik Phantastik wird er zum Vorläufer des Science-Fiction-Romans; unter Reisen zur Beschreibung einer imaginären Reise; unter Klassik zu einem Spitzenwerk der abendländischen Literatur."

Manguel ist eine nicht akribische, sondern magische Biographie des Lesens gelungen. Ein tiefes Buch, das sich trotzdem mit großem Lesehunger weglesen lässt. Eine Sammlung voller faszinierender Detail, die sich aber in einem Ganzen bewegt, dem Wesen des Lesens.
Ein Buch, das zum Schmökern und gleichsam zum Schwelgen einlädt.

"Doch in jedem Fall ist es der Leser, der den Sinn in die Zeichen hineinliest, der einem Gegenstand, Ort oder Ereignis die Lesbarkeit abgewinnt. Der Leser ist es, der einem System von Zeichen Bedeutung beimessen muss, um es zu entziffern. Wir alle lesen in uns und der uns umgebenden Welt, um zu begreifen, wer wir sind und wo wir sind. Wir lesen, um zu verstehen oder auf das Verstehen hinzuarbeiten."

"Sieh, so ist die Natur ein Buch, lebendig,
Unverstanden, doch nicht unverständlich."
Walt Whitman
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am 13. November 2003
Ein Buch, das Lust macht. Auf Lesen, auf Leben. Wenn man sich in ein Buch verlieben kann, dann in dieses. Manguel hat ein einzigartiges Talent, den Leser mit jeder Seite tiefer in die wunderbare Welt der Bücher zu ziehen. Voller Respekt und Achtung erzählt er 'eine' Geschichte des Lesens, 'seine' Geschichte des Lesens, von der Antike bis heute.
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am 16. Januar 2001
Alberto Manguel gibt vor - zumindest im Titel -, eine GESCHICHTE des Lesens zu schreiben. Das Buch ist allerdings mehr eine ziemlich langatmige Anekdotensammlung, in der ab und zu durchschimmert, wie gut diese Geschichte des Lesens haette werden koennen. Manguel verpasst die Chance, einen roten Faden zu entwickeln, der seine - teilweise durchaus interessanten - Beobachtungen in einen groesseren Zusammenhang stellt und ihre Bedeutung herausstreicht. So bleiben die einzelnen Kapitel isoliert, die einzelnen Ideen haengen in der Luft. Hinzu kommt, dass Manguel einen penetranten Ich-liebe-Buecher-so-sehr-Ton anschlaegt und uns kleine Geschichten aus seinem Leben liefert - beides Dinge, auf die ich persoenlich gut verzichten koennte. Ein weiterer Mangel: Manguel laesst wichtigste Themen aus oder beruehrt sie nur am Rande (Welchen Einfluss haben verschiedene Schriftsysteme, z.B. lateinisch und chinesisch, auf die Leseerfahrung?). Leider ist "Eine Geschichte des Lesens" ein missgluecktes Buch, das nur dank des interessanten Themas und ein paar guter Passagen nicht noch weniger als zwei Sterne erhaelt.
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am 12. März 2014
das buch war als geschenk gedacht, es ist mir vor kurzem mit den besten empfehlungen als leihgabe gegeben worden und dem Leser vertraue ich
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am 13. November 1999
Auf dieses Buch haben wir alle schon lange gewartet. Ein Buch, das man von der ersten Seite bis zur letzten verschlingt und gerne wieder zur Hand nimmt. Ein Buch, das man kauft, um es zu haben. Mehr auf unseren Seiten...
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