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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
6
4,0 von 5 Sternen
Manteuffels Murmeln: Roman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:16,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 23. März 2014
Befänden sich unter allen 260 Kapiteln des "Geschichten"-Romans Kästchen, auf welchen stände: - Wenn Du das unterschreiben würdest " bitte ankreuzen " - dann wären wohl 245 Kreuze in meinem Buch ( für die fehlenden 15 Kreuze wäre ich zu "g'schamig") !
Selten habe ich mich bei der Lektüre eines "Romans" in Geschichtenform so amüsiert, mich verstanden gefühlt und Dinge "ausgesprochen gelesen", welche in Deutschland oft unausgesprochen bleiben, weil sie nicht in die "Tugendtoleranz" der öffentlichen deutschen Gesellschaft passen.
Ich habe viel gelacht, oft zustimmend genickt und gedacht: "Dies traut sich nur der Kunze"!
Ich habe im Kapitel 113 - das erste Mal im Leben - einen Song nur durch Lesen der Worte gehört, im Kapitel 175 das erste Mal verstanden, warum unsere Königin zu den Fußballern in die Kabine geht und im Kapitel 254 - was im "Hirn" des Trainers Erwin Binse so vor sich geht...
Die 3 Kapitel sind wilkürlich ausgesucht - die anderen 277 Kapitel sind keinesfalls schlechter!
Mein Tipp - kaufen, lesen, lachen - selber denken - und lernen...
Danke Heinz - ein tolles Buch!!!
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TOP 500 REZENSENTam 7. Mai 2014
Unter dem Titel "Manteuffels Murmeln" steht in kleineren, aufgeräumt sachlichen Lettern betont beiläufig der Hinweis >Roman<, wie das eben da so steht auf Romanen. Nun bin ich kein Literat, der sich anzumaßen wagen würde, unumstößliche Klassifizierungen von wortgewordener Kunst vorzunehmen - und es ist ja zugegeben oftmals auch gar nicht so leicht eine eindeutige Kategorie zu finden -, aber wenn "Manteuffels Murmeln" ein Roman ist, dann ist Leo Tolstois "Krieg und Frieden" ein Kochbuch. Von mir aus auch ein Reiseführer oder ein Ratgeber für heimwerkende Hobbyfliesenleger. Viel mehr hat Kunzes neues Buch, sein zwölftes, jedenfalls mit meiner rudimentären Vorstellung eines Romans nicht gemein als Tolstois Bestseller mit meinen Kategorievorschlägen. Das macht aber gar nichts, Enttäuschung vollkommen ausgeschlossen, denn es steht ja groß Kunze drauf, und Kunze ist auch drin. Und was für einer! Prall, provokant, ganz nah dran und ganz weit weg an und von unserer Realität, völlig überspitzt in hyperventilierenden Formulierungen und gerade dadurch oft wie ein ganz profaner Gesellschaftsspiegel, um dann wieder in schon fast brutal banalen Schilderungen Alltagsirrsinn mit verzogenem Mundwinkel und verschobener Augenbraue zu präsentieren. Mit "Manteuffels Murmeln" geht Kunze in allem was ihn thematisch umtreibt - und das ist bekanntlich so ziemlich alles - noch ein paar Schritte weiter - in alle Richtungen gleichzeitig!

Ob in poetischer oder philosophischer Laufrichtung, ob in irrwitzigen Wortkonstruktionen, die sich zu turmhohen Satzschichtungen emporschrauben (und gar nicht intellektuell oder gar sinnschwanger sondern einfach nur witzig seien wollen - und es auch sind) oder in messerscharfen Kritiken an dem Unfug, den wir zunehmend als >normal< und als >Lebenswirklichkeit< bezeichnen; in alle Richtungen schreitet Kunze beherzt voran. Tat er immer schon, gewiss, aber seine Fußspitze erreicht mit diesem Buch neue Weiten. Kunze 2014 wirkt vielleicht (noch) intensiver, weil er sich - und das ist schon sehr auffällig - vor allem die Laufrichtung ins Private und Persönliche für den Leser erkenntlich gestattet. Verklausuliert und hinter Wortgebirgen versteckt, wird es auch in der Vergangenheit in den vielen Kilometern Text, die dieser Schreibwütige bisher schon zu Papier gebracht hat, den privaten HRK gegeben haben, aber in "Manteuffels Murmeln" traut er sich zuweilen erstaunlich klar aus der Deckung. Es entglitscht nicht zur schamlosen Selbstzurschaustellung trivialster privatester Begebenheiten als Kunstform, dennoch meint man auf einigen Seiten mehr denn je den Menschen Heinz Rudolf Kunze als den Dichter zu erkennen, wenn sich das überhaupt auseinanderdividieren lässt.

Auch wenn man reale Vorlage und erdachte Romanfigur (Roman, haha) grundsätzlich nie gleichsetzen darf, scheint die Kohärenz zwischen beiden hier in einigen Passagen doch stärker denn zuvor. In einigen mit unumstößlicher Klarheit formulierten kritischen gesellschaftspolitischen Zeilen geht es nicht mehr um Sprachkunst, sondern um die nackte Aussage - gut so, in dieser weitgehend aussagenlosen Zeit!

Doch auch wie er mit einer geradezu ansteckenden Hingabe mehr als sechs Seiten lang (Kapitel 113) ein Musikstück beschreibt, dass man es das Buch lesend tatsächlich zu hören glaubt, selbst dann, wenn man das Album nie zuvor gehört hat (er erwähnt weder den Titel noch den Namen der Band; den Indizien zufolge müsste es sich um "Tales from topographic oceans" von YES handeln), dann öffnet da ein Musikhörer sein Herz, gibt Einsicht in seine persönlichen klanglichen Vorlieben; da spricht keine erfundene Kunstfigur, da spricht Kunze selbst.

Ganz unverstellt persönlich, und für mein Dafürhalten auch mutig, wird es an ein paar wenigen Stellen, wo Christian Wulff das Thema ist. Sicher, jeweils eingebaut in einen Drumherumtext, der aber immer nur den Anschein eines Kunsttextes vermitteln soll. Letztlich sind es aber Demonstrationen von Freundschaft und Loyalität.
Was wurde Kunze nicht (von angeblichen oder vormals offenbar irrtümlichen Fans) angefeindet, als irgendwann bekannt wurde, dass er (schon seit vielen Jahren) mit dem Ministerpräsidenten von Niedersachsen befreundet ist. In reichlich linksideologisch vernebelter Überheblichkeit (und mit einem offenbar denkwürdig einseitigen Verständnis von einer offenen, pluralen Gesellschaft) geißelte man ihn des Verrats. Woran, wußte man zwar eigentlich nicht so genau, aber schon aus Prinzip: Ein Rockmusiker hat gefälligst nicht mit einem ranghohen CDU-Politiker befreundet zu sein, das passt nicht ins wunde Weltbild, das macht ihn unglaubwürdig, basta! Und dann wird der auch noch Präsident! Und Kunze ist immer noch mit ihm befreundet! Auweia! Der will sich doch bloß im Licht der Macht sonnen, wichtiger erscheinen, sich größer dünken, weil ja der Herr Präsident in seine Konzerte.... Was da nicht alles in lustigen Foren wutschnaubend zu lesen war. Erbarmen!
Man kann die Präsidentschaft Wulffs und seine rein persönliche Tauglichkeit für das Amt durchaus begründet kritisch sehen - eben gerade das zeichnet ja eine offene, meinungsfreie Bürgergesellschaft aus - das öffentliche Abschlachten dieses Mannes aber war schlichtweg infam!
Und siehe da: Kunze war und blieb bis heute eng mit ihm befreundet, bezog Stellung, auch als von allen Seiten beißender Spott, sich völlig vergaloppierende Anschuldigungen und ätzende Häme über Wulff ausgeschüttet wurden und man sich wohl bis heute in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unbedingt selbst aufwertet, wenn man sich (menschlich, nicht politisch!) auf seine Seite stellt. Kunze tut es, auch in "Manteuffels Murmeln", nur leicht als Kunst und Dichtung getarnt, mehr als Loyalitätskundgebung unter Freunden, mit offenem Visier. Wer ihm diese Freundschaft noch immer verübelt, sollte dringend seinen eigenen Charakter auf den Prüfstand stellen.

In "Manteuffels Murmeln" mischt sich in 280 Kapiteln auf 320 Seiten alles wozu Kunze sprachlich fähig ist. Von abstrakt-absurder Phantasie bis zur Lebensbetrachtung mit der Klarheit eines Gletscherbachs. Allein ein Roman ist es eben nicht. Auch wenn die Figur Manteuffel und zwei Weggefährten Manteuffels als hauchdünner roter Faden im Buch in großen Abständen immer mal wieder auftauchen und einen noch dünneren roten Faden als schräge Erzählung durch das Buch ziehen, ist dieses Buch letztlich so sehr ein Roman wie die elf Bücher von Heinz Rudolf Kunze zuvor auch - nämlich gar nicht! Notabene, auch in früheren Büchern Kunzes gab es mit Kilian und seiner Freundin Tirami-Su alter egos, die immer mal wieder anstelle eines Ichs in den Texten auftauchten. In "Manteuffels Murmeln" heißen sie eben Manteuffel, Gruber und Minze.

Vor genau 30 Jahren erschien drei Jahre nach seiner ersten LP mit "Deutsche Wertarbeit" Kunzes erstes Buch. Eher als eine Art Notlösung, um dem schreibwütigen Musiker ein Forum zu bieten, für all die Texte, die über seine Liedtexte hinaus permanent entstehen; Texte, die meist aufgrund ihrer Beschaffenheit auch niemals Lied werden könnten. Das Konzept blieb zehn Bücher und 25 Jahre bis 2009 und dem Buch "Saldo mortale" weitgehend unverändert. Alle zwei, drei Jahre erschien ein Buch, das die 25-30 Liedtexte der in der Zwischenzeit veröffentlichten zwei, drei Alben enthielt und zusätzlich (und eigentlich hauptsächlich) jeweils um die 200 weitere unveröffentlichte (vereinzelt lediglich in Konzerten frei gesprochen vorgetragenen) Texte zum Inhalt hatte, die eben sonst noch so in der Zwischenzeit diesem Permanentschreiber aus der Feder flossen. Die Liedtexte waren also eher die Zugabe; trotzdem wurden die Bücher wohl allzu oft als reine Lieder-Bücher eines Musikers missverstanden, von Kunze-Hörern und wohl noch mehr vom Buchhandel.
Beim letzten Buch "Vor Gebrauch schütteln" wurden die Liedtexte erstmals weggelassen; nur bekam jenes den oben schon erwähnten betont beiläufigen Hinweis in etwas unüblicher Form: >Kein Roman< stand da ketzerisch unter dem Titel zu lesen. Und das war es ja auch. Und das ist "Manteuffels Murmeln" ebenfalls.

Als kleinen Appetithappen zum Schluss noch eine gekürzte Abschrift von Kapitel 18.
Bei der Buchpräsentation im März im Roten Salon der Berliner Volksbühne, wo Kunze kreuz und quer einige Kapitel des neuen Buches las, hat mich dieser sehr klare Text tief beeindruckt und sich mir (22 Jahre jünger als Kunze) sofort eingeprägt; insbesondere die letzten zwei Zeilen sitzen wie ein Fausthieb bitterer Erkenntnis:

Der junge Mann sagt: Ich war im Internet.
Der alte Mann sagt: Ich war im Internat, da hab ich was gelernt.
Der junge Mann sagt: Durch mein Facebook habe ich 5000 Freunde.
Der alte Mann sagt: Freunde hatte ich wohl nur einen oder zwei, aber in deren Gesichtern konnte ich lesen wie in einem offenen Buch.
(...)
Der junge Mann sagt: Ich werde alles anders machen als du.
Der alte Mann sagt: Ich weiß, und deswegen wird es genauso sein wie bei mir.
Der junge Mann sagt: Das glaube ich dir nicht.
Der alte Mann sagt: Das glaube ich dir gern, aber ich weiß es.
Der junge Mann sagt: Pah, ich habe noch so viel Zeit.
Der alte Mann sagt: Da irrst du dich.
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am 12. November 2014
Ach, der Kunze. Er hat schon selbst zugegeben, seit jeher wie der Vorsitzende
der Jungen Union auszusehen. Paßte sich im Laufe der Jahre aber erst
pöapö daran an. (Altersrechtsverschiebung, das ist der unabwendbare Lauf der
Dinge, spätestens mit 90 bin auch ich dann dement und Nazisau. :-)
Begleitend folgt, daß er viel zu texten hat. (Aber nichts zu sagen -
Künstlerschicksal.*) Man kann den ganzen Zettelkasten natürlich auf toten
Bäumen rausbringen und "Roman" nennen. Aber hier lesen, nein danke.
Viele interessante Gedanken, aber anstelle diesen Wirrwarr zu lesen, würde ich
lieber die ersten Platten von HRK wiederhören.
P.S. Spaßiges Gedankenspiel: Kunze und Dietmar Dath tun sich für einen Roman
zusammen.
P.P.S. Was sagte Leela zu Pai? (Keine Ahnung, das war unter vier Augen)

Gutmütige **1/2

* The Offspring "Genocide"
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am 19. April 2014
Dieses Zitat aus "Manteuffels Murmeln" kann man exemplarisch für den Roman sehen. Einen Roman, der, dem Begriff nach, zwar in der Tat die Langform der schriftlichen Erzählung ist, einer Erzählung allerings, die sich zäh windet und sich immer wieder in Wortspielereien verliert, die der Songautor Kunze - weil an 3:30 oder 6:60 Minuten gebunden - durchaus besser hinbekommt.

Bei Herrn Manteuffel gibt es gelegentlich sogar Textpassagen, die man bei der Reputation einer Institution wie Heinz Rudolf Kunze, kaum erwartet hätte. Wenn man Dinge liest wie "Tausende von Lehrstellen können nicht besetzt werden, weil die Schulabgänger zu viele Leer-Stellen im Kopf haben." oder "Männer sehen wie Frauen aus und Frauen sehen wie Männer aus für einen Hammerhai. Denn er lernt sie ja nur im Taucheranzug kennen. Meer oder weniger." fragt man sich (jedenfalls als Kenner des Kunze-Œuvres) wo da die Qualitätskontrolle geblieben ist. Aber auf diese Frage gibt Kunze/Manteuffel selbst die Antwort: "Unbedingt muß ich aufhören zu schreiben. Ich muß versuchen, einen Damm zu errichten gegen diese unentwegte Sucht, zu formulieren. Wer soll denn diese Textberge jemals sichten, geschweige denn lesen?"

Im Vergleich zu "Vor Gebrauch schütteln" wird dieses Werk für manchen Leser zu noch schwererer Kost werden, weitab jeglicher Unterhaltung und vielleicht dann doch schon auf dem Weg zu ernster Literatur. Wenn da nicht Formulieurngen wären wie: "Während der Twitterwochen kommen wir gar nicht raus aus dem Interbett." - Sowas gehört auf die Bühne als kurzer Gag zwischen zwei Songs. Aber nicht mitten in eine Flut von 320 Seiten voller Gedanken. Darin geht es unter. Leider.
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am 17. November 2014
Sterne muss man ja vergeben .. aber es fällt schwer,
weil es ja .. gefühlte unendlich viele .. Einzelaufsätze sind.

Es ist Kunze wie man ihn kennt, die Texte stammen auch teilweise
aus seinen Auftritten.

jeden würde ich andere Attribute geben:

Kritisch, Genial, trivial, provokant, obszön, langweilig, spannenden, Zeitkritisch,
esotherisch, religiös, humanistisch, gleichgültig, fatalistisch, resigniert, mutig,
zornig, lesenswert, ärgerlich, begeisternd ....

Als Leser ist man definitiv überfordert, wenn man mehr als 10 oder 20 hintereinander lesen will,
ich habs so gehandhabt, dass ich immer mal zwischendurch etwas gelesen habe.
Wie gesagt, eine Bewertung nach Punkten ist geradezu unmöglich.
Was es schwer lesbar macht, ist der fehlende rote Faden ..
warum es Roman genannt wird, erschliesst sich mir nicht, die Sprünge zwischen den Themenbereichen
tuen weh (vielleicht ist das aber gewollt, man kann und soll es nicht "konsumieren")
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am 25. August 2014
.. habe Heinz Rudolf Kunze life erlebt, das ist mit dem Lesevergnügen nicht wirklich vergleichbar. Kann dieses Buch dennoch weiter empfehlen.
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