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Sigmund Freuds Reiseschwerpunkt war Italien. Und seine große Liebe war Italien - daran ändern auch ganz wenige Reisen in andere Länder, wie die mehrwöchige Amerika-Reise, die mit einem sehr interessanten Schiffstagebuch im vorliedenden Band dokumentiert ist, nichts. Natürlich beinhalten die abgedruckten Briefe hauptsächlich Alltäglichkeiten und spontane Impressionen, aber gerade das macht den Reiz dieser Texte aus (ähnlich wie in Briefen von Stefan Zweig und Herrmann Hesse). So erfährt der Leser z. B. von der Schwierigkeit trinkbares Wasser in den heißen,italienischen August- und Septemberwochen (Ende des 19. Jahrhunderts) zu finden; in einer Zeit als es so gut wie kein Mineralwasser gab und der Reisendene von der Nordseite der Alpen itlienisches Brunnenwasser (natürlich!) nicht trinken konnte. Briefe aus dem reichen Südtirol und dem armen Sizilien zeigen die italienischen Gegesätze, die es heute auch noch gibt. Als Ergänzung sind für interessierte Leser auch noch Zugverbindungen von Deutschland bzw. Österreich nach Italien abgedruckt, deren Schnelligkeit aufhorchen lässt: es hat sich nämlich auf vielen Routen (München-Verona !) von der Zeit her kaum etwas geändert.

Ich empfehle diese Reisebriefe vor allem als Lektüre bei der nächsten eigenen Italienreise.

( J. Fromholzer )
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Drei Leidenschaften hatte Sigmund Freud (1856-1939): Psychoanalyse, Archäologie und Reisen. Ob sie sich gegenseitig bedingen, mag an anderer Stelle untersucht werden. Hier geht es um Briefe und Postkarten, die der Psychoanalytiker von seinen Reisen nach Griechenland, England, Bayern, Schweiz und Holland, Amerika und immer wieder Italien schrieb.

Er reiste mit seiner Tochter Anna, mit seiner Schwägerin Minna, mit seinem Bruder Alexander, mit Freunden - selten mit seiner Frau Martha. Es war seine "glühende Sehnsucht, zu reisen und die Welt zu sehen" gestillt. Manchmal mag es Flucht gewesen sein. So haben zwischen 1895 und 1923 (als man ihm die Krebsdiagnose gestellt hatte) einundzwanzig Reisen stattgefunden.

"Unser Herz zeigt nach dem Süden", ins gelobte Land aller Dichter, Maler und Intellektuellen, die Goethes Lied "Kennst du das Land, wo die Citronen blühn..." verinnerlicht haben. Das es keine unkritischen Reisen waren, eher beobachtend, lernend, aber auch genießend, beweisen die Briefe und Postkarten an seine "geliebte Alte (die Daheimgebliebene) oder die "Fratzen". So fand er an Venedigs Lido den "köstlichsten Sand zu Füßen". Er teilte mit, dass er sich "das schönste Hemd zum Besuch der Akropolis angezogen" habe. Und Minna schien es von einer gemeinsamen Reise 1898 bemerkenswert: "Wir wären also glücklich soweit, jede Nacht in einem anderen Bett zu schlafen, was Sigis Ideal ist." (und was manchen Anlass zu Spekulationen gab und gibt!)

"Sigis Ideal" waren allerdings kaum die Menschen in Neapel. Sie sind "hässlich, oft ekelhaft, schauen aus wie die Galeerensträflinge. Spektakel u Schweinerei sind wie im Mittelalter". Auch sonst fand er Kritisches zu berichten. So über grässliche Eisenbahnfahrten in Italien und die "Einsamkeit im Getümmel" Londons. "Ravenna ist ein elendes Nest" und die Abende in Florenz "sind lang, der Mond fehlt sehr, die Sterne sind meist im Baedeker".

Alles in allem aber waren die Reisen für den Analytiker Erkenntnis und Vergnügen. Vor allem Vergnügen, das Sigi weltmännisch genoss. So kaufte er leidenschaftlich gern ein. "Friseur u neue Crawate (1,50) haben das ihrige zur Hebung gethan", ließ er aus Rom wissen.

Es ist nicht mehr das Alltägliche, dass uns diese Briefe vermitteln. Aber das ist nett und manchmal sehr amüsant zu lesen. Große Betrachtungen über Kunst und Kultur fehlen, ebenso Selbstreflexionen oder gar selbstanalytische Aussagen. Dennoch geben diese Reisemitteilungen, vor allem auch geschrieben in einer wichtigen Lebens- und Arbeitsphase, manchen Aufschluss über den Seelendoktor aus Wiens Berggasse.
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am 27. Dezember 2010
Wir machen uns ja gern lustig über die Touristen mit dem Kommunikationszwang, deren wichtigstes Reiseziel es zu sein scheint, ständig eine SMS zu schicken: "Sind in Rom u stehen vor dem Petersdom. Wetter heiß. Hotel erträglich. Nehmen den Flieger morgen um 11. LG ..."

Nun ja, nach Lektüre dieses Buches weiß man, die Reisenden zu Ende des vorletzten Jahrhunderts hatten ganz ähnlich den Telegraphierzwang, jedenfalls ein gewisser Dr. Sigmund Freud, den es gern nach Süden zog. Postkarte aus Siena an Martha Freud (S. 79f.): "Nach reizender Fahrt in dieser schönen Stadt angekommen, wo wir 2-4 Tage bleiben. Nichts auf Post vorgefunden. Hoffentlich morgen. Wohnen im Palast Hotel Continental, ähnlich wie in Bologna Brun. Wetter nicht zu heiß. Wir sind früher angekommen, weil wir Ausflug nach S. Gimignano erst von hier machen wollen. Ich telegraphire nächstens den Ort, wohin ihr schreiben sollt, oder ich telegraphire mit Antworttelegramm. Obwol erst zweiter Reisetag, ist doch Venedig ganz vergessen, geschweige Wien, Aussee aber nicht. Wenn Ihr heute oder morgen schreibt, Adresse Orvieto p. rest.
Herzlichste Grüße auch von Dr. G[attel]. Sigm"
In diesem Stil geht es Seite um Seite.

Fazit: Diese Reisebriefe sind eine akademische Fleißarbeit, der jeglicher Charme als Reisebuch abgeht. Enttäuschend, nicht umsonst derzeit verramscht.
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