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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
8
4,6 von 5 Sternen
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am 1. Juni 2013
von der zeitschrift "die zeit" empfohlen, habe ich mir dieses buch gekauft und diesen kauf auch nicht bereut. diese allesamt wahren geschichten zeugen von der vielfalt der liebe samt ihren irrungen und wirrungen. mir hat auch sehr die einfühlsame sprache des autors gefallen und die klarheit seiner erzählungen, ohne zu bewerten oder zu urteilen. ein sehr lesenswertes buch.
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am 20. Mai 2013
Grossartiges Buch, eine Geschichte wie die andere. Höchst aufschlussreich und interessant und sehr detailgetreu geschrieben.
Die Lektüre dieses Buches kann ich jedem nur empfehlen! Berührend, ergreifend, erschreckend und verstörend!
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Erwin Koch, dessen Debütroman "Sara tanzt" vor 10 Jahren erschien, ist von Hause aus Journalist und seine zu Herzen gehenden Geschichten sind eigentlich Reportagen die schon früher in Deutschen oder Schweizer Zeitungen oder Magazinen erschienen sind. In den meisten Fällen muss die Liebe nicht verschwiegen werden. Es handelt sich bei den Reportagen und Porträts um Menschen in aus dem Rahmen fallenden Konstellationen, von Menschen und Helden in missglückten Lebenssituationen.
Erwin Koch behandelt in behutsamen, atmosphärisch verdichteten Momentaufnahmen, mit physiologischem Feinsinn, Sanftmut und erzählerischer Kraft, Vorfälle im Leben von solchen Menschen die es wirklich gegeben hat. Er beschreibt die Fakten mit äußerster Präzision, beschreibt mit großer Distanz in brillanten Dialogen, voll Warmherzigkeit diese unterschiedlichsten Schicksale. Er schafft so für den Leser eine fast intime Nähe zu den Figuren, wobei er exzeptionelle, merkwürdige und desaströse Gegebenheiten mit großer erzählerischer Leidenschaft und Akribie schildert.

Geschichten die auf unterschiedlichste Art berühren, lange nachhallen und nachdenklich machen.
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Jörg Immendorff saß als Kind oft als Indianer im Apfelbaum des Großvaters und jagte imaginäre Büffel. Nun sitzt er vor dem Autor und erzählt aus seinem Leben. Einem Leben, das bald darauf gelebt sein wird, das allerdings übervoll war, schaffensreich, aber auch trotzig und aufsässig. Zuweilen glich es einem Waterloo-Sieg seiner ehemaligen Zinnsoldaten, einem Sieg über seinen Vater, der früher nicht zuließ, dass der Kleine gegen ihn gewann, "der Vater schnippte die Regimenter des Sohnes weg, Sonntag um Sonntag". Doch der Kampf wird nicht mehr lange währen. "Grau an Bart und Haar, krank auf den Tod" bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, der Pinsel nicht mehr in der Hand: "Es ist nun nicht so, dass ich jeden Tag mit dem Gedanken an den Tod verbringe. Eher ist es auch etwas Befreiendes, ich meine / bin da irgendwie / glaube ich / auch privilegiert, weil ich, dem Tod so nahe, mich mit ihm beschäftigen muss. Ich bin zu sehr noch hier / es gibt ja dumme Tode, wo man denkt, was soll der Quatsch? / Aber / ja / ich bin zu sehr noch hier, und je mehr ich dieses Hier bejahe, macht das Jenseits mehr Sinn. Es ist ja nicht eine Treppe, die immer goldener wird, die unten hölzern anfängt und oben mit Gold endet / vielleicht ist ja die erste Stufe aus Gold und die letzte aus Holz / mit sehr viel Mist dazwischen, ich weiß es nicht / aber ich denke, je intensiver man lebt / wenn ein Tag intensiv ist, speist sich etwas (...) Ja / selbst die jenseitigen Energien speisen sich von den Eindrücken, die man hinterlässt. "

Um hinterlassene Eindrücke, um gelebtes Leben, um heimliche Lieben, geht es in den zehn großartigen Geschichten des bereits zweimal mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichneten Schweizer Autors. Allerdings liegt in allen etwas Bedrohliches und der Tod ist fast immer ständiger Begleiter. Da ist das junge Mädchen, das unheilbar an Leukämie erkrankt, der liebevolle Ehemann, der mehr und mehr erkennt, dass er schwul ist, die vierundneunzigjährige Gertie, deren Vater im Krieg standrechtlich erschossen wurde, weil er den psychischen Druck nicht mehr aushielt und den Kampf verweigerte, nun aber endgültig von der britischen Regierung rehabilitiert wird. Agnes wiederum bringt im Wahn ihre eigene Tochter um: Sie, die die Untreue ihres Mannes jahrelang schamhaft vor allen zu verstecken suchte, mit ihrer Tochter aber immer mehr an einen einzigen Fehltritt erinnert wird. Linda und Johan wiederum bekommen eine Tochter mit EB, einer unheilbaren Erbkrankheit, bei der sich die Haut ihres kleinen Mädchens ständig vom Körper löst. Sterbehilfe ist das Thema dieser äußerst emotionalen Erzählung. Oder aber der eindrucksvolle Bericht der beiden Uiguren Abu Bakr und Adel, zwei Männer einer turkstämmigen Minderheit im Westen Chinas, die auf der Suche nach Arbeit zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort waren und nun als Niemandsmenschen in Guantanamo sitzen. Ein Bericht, der den Atem anhalten lässt.

"Die Masse unseres Universums besteht zu 96 Prozent aus Dingen, die wir nicht verstehen...", erläutert im letzten Text Rolf Landua, Physiker am CERN. Auch die Beweggründe, Schicksale und vor allem das agierende Umfeld von Erwin Kochs Protagonisten versteht man mitunter nur schwer. Doch wie schrieb der Autor bereits in seinem Roman "Nur Gutes": "Die Wahrheit, so lange man lebt, ist ein Gedicht, ein Gespenst, ein flüchtiger Stoff, haltbar und dingfest erst im Nachruf. Was der Mensch wahrnimmt, ist nicht die Welt an sich, sondern ihre Spiegelung. Die Welt erscheint ihm nur so." Die äußeren Verhältnisse verwischt Koch mit einem Weichzeichner, blendet sie beinahe aus, um sich ausschließlich auf die Innenräume zu konzentrieren. Er benutzt Techniken der Reduktion, der sparsamen Andeutungen, der Auslassung, des Verschweigens. Doch gerade dieses literarische Mittel schafft einen ungemeinen Freiraum für das Empfinden des Lesers. Das Nichtgesagte rückt in den Vordergrund und erzeugt eigenständige Assoziationen. Mit seinem so typischen Stil - kurze, fast stakkatoartige Sätzen und wirkungsvoll eingesetzte Iterationen -, erzeugt Koch durch seine ausgezeichnete Beobachtungsgabe, die menschliche Regungen und scheinbar nebensächliche Begebenheiten schon im Ansatz aufspürt, eine atemberaubende, unterschwellige Spannung, die sich immer mehr steigert. Mit dem Einsatz souveräner literarischer Mittel stößt er in die Tiefe des Leserbewusstseins vor.


Fazit: Erwin Kochs beeindruckende, wahre Geschichten verbergen allerfeinste Literatur. Ein Buch, das durch seine unglaubliche Eindringlichkeit den Atem anhalten lässt, das zuweilen Tränen in die Augen treibt, aber niemals pathetisch wird, das weniger an psychologisch eindeutigen Schnittmustern seiner Protagonisten interessiert ist, sondern vielmehr auf die Grauzonen menschlichen Verhaltens setzt, ein Sack voller Gedanken, die zumeist kein schönes Bild zeichnen. Aber wie sagt Sarah aus seiner Eingangstext so treffend: "Ein neues Leben ist gewonnen. Eine neue Ansicht der Welt." Ein Buch: eindringlich, direkt und unglaublich intensiv.
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am 4. Juli 2013
Das iist ein Buch, das unter die Haut geht ! Obwohl ein knapper, sachlicher Schreibstil ist immer alles gesagt.
Absolut zu empfehlen !
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am 11. Juli 2014
der balanceakt absolut erschütternder schicksale auf ebenso existenzielle wie essentielle weise zu dokumentieren gelingt sowohl inhaltlich wie auch formal mit bravour
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am 18. März 2013
Von dieser Liebe darf keiner wissen vereint Kurzgeschichten, die von der Liebe handelt, vom Leben und der Ohnmacht, der man sich in beiden ausgeliefert sieht. Es sind Geschichten von Menschen, die sich den Schwierigkeiten des Lebens gegenüber stehen und sich diesem Leben stellen müssen, weil sie keine andere Wahl haben.

Mit Schmerzen beginnt an einem Samstag Morgen der lange Leidensweg von Sarah. Leukämie heisst die Diagnose, Chemotherapie, Haarverlust, Schmerzen, Angst, Kampf und Wut sind die Folgen.

Sarah geht ihren Weg durch diese Krankheit, stellt sich ihr und hält sich an ihre Pläne, die sie für ihr bevorstehendes Leben hat.

Was, wenn man anders ist als die anderen, aber nicht weiss wieso? Wenn die Eltern und Grosseltern einem sagen, was geht und was nicht und dies die Sicht auf das eigene Ich versperrt?

Dario lebt das Leben, wie es sich gehört, heiratet, hat Kinder, einen Beruf – bis alles nicht mehr weiter geht. Zumindest nicht so. Damit steht er am selben Punkt wie zwei Priester, die nur noch einen Ausweg sehen, nämlich sich umbringen zu lassen, damit ihr Geheimnis mit ihnen ins Grab geht.

Nicht mehr weiter wie bisher geht es auch für eine britische alte Dame, welche die Hinrichtung ihres Vaters im Ersten Weltkrieg nicht einfach hinnehmen, sondern für seine Rehabilitierung kämpfen will.

Von dieser Liebe darf keiner wissen erzählt in kurzen, berührenden Geschichten von einem Leben, das vom Sterben bedroht ist, von einem Leben zwischen dem, was geht und was nicht. Es sind Geschichten über Menschen, die diesem Leben einerseits ohnmächtig gegenüber stehen und es doch in die Hand nehmen und ihren Weg hindurch suchen.

Erwin Kochb eschreibt ganz normale Menschen in deren ganz normalem Umfeld, welches mal in der Schweiz, mal in den Niederlanden, in China, Brasilien ist. Er tut dies in einer klaren, kurzen, knappen Sprache, der jegliches Pathos fehlt. Die Geschichten wirken durch ihre Figuren, die auf eine liebenswürdige Weise gezeichnet sind, die nachvollziehbaren Schwierigkeiten ausgesetzt sind und dadurch berühren.

Fazit:
Lebensnahe Kurzgeschichten zwischen Leben und Sterben. Sehr empfehlenswert.
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am 7. September 2014
Es ist super geschrieben, jede Geschichte ist aber keine einfache Leselektüre. Viele Geschichten kommen mir sehr oft in Erinnerung, wenn ich im Alltag bin.
Ich bevorzuge persönlich momentan leichtere Kost und konnte das Buch nicht am Stück durchlesen, brauchte immer wieder etwas leichteres um die Emotionen, die dieses Buch bei mir hervorrufte, zu verarbeiten.

Das ist allerdings nur persönlicher Geschmack und die labile Widerstandsfähigkeit einer Frau, die so harte Kost (genauso wie Horrorfilme, Dokumentationen über Missstände) nicht jederzeit gut verarbeiten kann. Ich lese daher um abzuschalten und das war dafür ungeeignet.
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