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Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
20
3,3 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 4. Februar 2015
Das Umschlagcover dieses Romans beschreibt dieses Buch als ein Epos vergleichbar den Werken von Gabriel Garcia Marquez. Ungeachtet der Tatsache, daß man nicht einen Autor mit einem anderen vergleichen kann, denn jeder hat seinen eigenen Weg uns durch seine Welt zu führen, entbehrt dieser Vergleich doch jeder Grundlage. Verkrampft versucht der Autor uns in die Welt es ländlichen Chinas zur Zeit des Japanisch Chinesischen Krieges zu entführen. Aber lediglich die Beschreibung der Grausamkeiten , gehäutete Menschen, Gehirnmasse die im Wasser des Flusses wie Blumen schwimmt, Blut und wieder Blut, gelingt sehr bildhaft. Der Rest fusst auf der Hoffnung, dass wir die Leser mit roten Hirsefelderm soviel asozieren können wie der Autor. Rot, rot und immer wieder rot. Ansonsten gelingt es dem Autor nicht uns in die Welt seiner Charaktäre und deren Emotionen einzubinden.
Ich bin durchs laendliche China gereist ,habe mich mit chinesischer Geschichte , Literatur und Kunst befasst und war schwer enttäuscht von diesem Roman.
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am 9. Mai 2014
Ich "musste" diese Buch für unsren Literaturkreis kaufen, leider (oder zum Glück, es wurde ja offenbar auch später nicht besser) kam ich nicht über die ersten 50 Seiten hinaus.
Detailversessene Grausamkeiten und langatmige Ausführung von Belanglosem. Ich kann leider die Auszeichnungen die dieser Autor - insbesondere für "Das rote Kornfeld" erhalten hat, nicht nachvollziehen. ich war übrigens nicht die Einzige im Kreis, die das Buch nicht zuende gelesen haben.

Fazit, keine Beurteilung möglich.
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TOP 500 REZENSENTam 6. November 2012
Wer ein Buch rezensieren will, nachdem es ausgezeichnet wurde, kann sich dem Einfluss der "Preisautorität" kaum entziehen, sicher eine Schwierigkeit, um die eigene Objektivität noch über Wasser zu halten, vor allem dann, wenn es auch noch um dem den wie hier diesjährigen Nobelpreis 2012 geht. Mon Yans wohl bekanntestes Werk, ist eine Poesie des Grauens, eine Kriegsverarbeitung zwischen China und Japan, eine Traumaverarbeitung von Kriegs- Grausamkeitserlebnissen, das zwar phasenweise wirklich gut geschrieben ist, jedoch durch seine langatmige Zähheit und nie endenwollende Brutalität auf den Leser ermüdend sich auswirkt, wo sich Begeisterung und Enthusiasmus sich längst verabschiedet haben und von der Leserschaft ein gehöriges Durchhaltevermögen und ein dickes Fell in Sachen morden und Blut vergiessen haben muss, ansonsten erreicht diese Lektüre dann eben doch die Schmerzgrenze des Lesers, auf die ein Mo Yan schon längst keine Rücksicht mehr nimmt. Martin Walser meinte kürzlich im Spiegel-Magazin, man würde förmlich "schwindlig geschrieben", wie eben hier gestorben, gehungert wird.

Der Schreibstil ist z.T. gewöhnungsbedürftig, manchmal richtig gut, poetisch, tiefsinnig, dann wieder abflachend, irritierend, brutal, Mo Yan geht mit seinen Schilderungen, wie Menschen bspw. morden bis aufs Ganze. Der Autor scheint es zu lieben, Flüssigkeiten von Menschen zum Fliessen zu bringen, von verspritzenden Gehirnmassen begonnen, bis hin zu Blut in allen nur erdenklichen Schattierungen und farblichen Ausprägungen. Wir sind in den zwanziger und dreissiger Jahren des 20. Jhd., der Enkel Doughuan erzählt die Geschichte von seinen Urgrosseltern und Eltern, in einem chinesischen Dorf namens Gaomi. Ohne grosse Hintergründe aufzublättern, findet sich der Leser inmitten von Kriegsvorbereitungen und Gräueln vom Strübsten. Mo Yan lässt hier Menschen sterben und wenige Seiten danach leben sie weiter, als ob sie nicht gestorben wären, wo hier Zeitsprünge anfangen oder enden, bleibt dem Leser überlassen. Unrealistische Bilder, angreifende Hunde die Leichen fressen und Menschen wie eine Armee angreifen, könnten abstrakter und bizarrer nicht beschrieben werden. Mo Yan treibt das Ganze soweit, dass sogar "Menschen" hundeähnliche Züge erhalten...nur um überhaupt die Atmosphäre in diesem ungemütlichen Buch etwas anklingen zu lassen...

Menschen wird bei lebendigen Leibe die Haut abgezogen, oder die Genitalien abgeschnitten um sie dann in ihre Mäuler zu stopfen. Bei soviel ausufernden Brutalitätsschilderungen, bleibt die Sprachgewalt und das Sprachtalent eines Mo Yan dann eben doch verzweifelt stark in den Hintergrund gedrängt. Die ganze Morderei ging mir persönlich irgendwann wirklich auf die Nerven! Ewig nur: Gesetze, Strafen, Verbrechen, Vergewaltigung inklusive. Der Leser gibt sich das volle Programm, Dramatik bis zum Erbrechen...Wenn das Alles ist, was uns ein Mo Yan zu geben hat, kann ich mich einer Enttäuschung kaum noch entziehen. Vermutlich werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einen anderen Autor lesen, oder eben noch ein anderes Werk von Mo Yan. Mal sehen.

Müde und erschöpft geht man aus diesem Werk, das ich nicht weiterempfehlen kann und möchte. Eine grauenhafte und langatmige, ständig wiederholende Lektüre das das Grauenhafte ungebrochen schildern will. Ein Roman der weder eine Lesefreude generiert, noch irgendwie strukturiert wäre, oder gar einen zusammenhängenden Plot vorzuweisen hätte. Also wenn das dann Weltliteratur sein soll, frage ich mich wirklich. Drei Sterne trotz alledem, für den Schreibstil, der aussergewöhnlich ist, und Passagen erkennen lies, die wirklich eine Freude waren zu lesen, nur sind sie durch den gesamten Dramatikbogen eben dann doch gewaltig überschattet, was dem Ganzen auch dem Können des Autors gewaltig an sprachlicher und literarischer Qualität entzieht.
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am 22. August 2011
'Das rote Kornfeld' von Mo Yan ist schon ein beachtliches Buch: drei Generationen und somit Jahrzehnte chinesischer Geschichte bilden die Handlung, die auch noch gut geschrieben ist. Zwar findet das Leben des Erzählers, im Vergleich zu seinen Vorfahren, weit weniger Beschreibung, und auch über deren Geschichte erfährt der Leser nicht alles, der dichten Atmosphäre tut das aber keinen Abbruch.

Vollkommen begeistert war ich nach der Lektüre dieses Buches trotzdem nicht. Neben den zahlreichen toll zu lesenden Kapiteln gibt es einfach zu viele langatmige Stellen, einige Motive wiederholen sich auffällig oft (vielleicht Absicht, hat mich aber dennoch irgendwann gestört) und die ständigen Orts- und Zeitsprünge in der Erzählung haben mich vor allem am Ende etwas genervt.

'Das rote Kornfeld' ist ein sprachlich und inhaltlich beeindruckendes Buch, was chinesische Literatur angeht, haben mich allerdings (neben anderen) 'Leben!' von Yu Hua, 'Warten' von Ha Jin oder aber auch modernere Werke wie die Geschichten von Zhu Wen deutlich stärker fesseln können.
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am 23. Januar 2016
Ich wurde durch einen Freund,der ein Chinafrak ist und viel von chinesischer Kultur und Literatur versteht gerade auf dies Buch aufmerksam gemacht,das die neuzeitigen Umwandlungen dieses riesigen Landes mit den vielen oft schmerzlichen Veränderungen für seine Bevölkerung zum Thema hat.
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am 6. Februar 2014
Literatur-Nobelpreisträger Mo Yan verwebt in seinem berühmtesten und von Zhang Yimou preiswürdig verfilmten Roman eine endlose Reihe von Episoden zu einem monumentalen Gemälde des chinesisch-japanischen Krieges von 1937-45. Der Autor verfährt dabei digressiv und schweift von der Zeitebene der Kriegshandlungen immer wieder ab in die Vergangenheit, gelegentlich auch in die Zukunft, die Zeit des Ich-Erzählers, wobei kurz auch die Kulturrevolution (die tragische Geschichte von »Geng mit den den Achtzehn Stichen«, S. 462ff.) gestreift wird. Heimliche Hauptfigur ist die allgegenwärtige Hirse, die überall auf den Feldern von Nordost-Gaomi (Provinz Shandong), dem Schauplatz der Handlung, wächst und stumme Zeugin der umwälzenden Ereignisse wird.

Im Kern wird die Liebesgeschichte von Yu Zhanao und Dai Fenglian, den Großeltern des Ich-Erzählers, erzählt (der mit dem Autor übrigens einige biografische Gemeinsamkeiten aufweist): ihr Kennenlernen, als Zhanao, einer der Sänftenträger, der Dai Fenglian zu ihrem leprösen Ehemann, dem Erben einer Schnapsbrennerei, trägt, quer durch die leuchtend rot blühende Hirse angrenzender Felder, ihre ersten Blicke, die erwachende Liebe, ihr erster Beischlaf im Hirsefeld und die darauf folgende Ermordung der Familie des Schnapsbrenners durch den verschlagenen Zhanao, der auch gleich die ganze lepraverseuchte Wohnstatt mit abfackelt, sich nach einer angemessenen Wartezeit als Dai Fenglians Ersatz-Ehemann anbietet und später mit ihr und dem dort eingesessenen Onkel Luohan die Hirseschnaps-Brennerei betreibt. Auch als Mitglied einer Räuberbande, dessen Anführer Blatternacken er in den zwanziger Jahren durch eine List tötet und sich an dessen Stelle setzt (S. 365-372), oder als Ehebrecher mit seiner Dienstmagd Lianer, mit der er, von Fenglian ertappt und voller Hass aus dem Haus geworfen, später zusammenlebt und die Tochter Xiangguan zeugt (während sich Fenglian dem zwielichtigen Schwarzauge an den Hals wirft), ehe es zur Versöhnung und Duldung der Nebenfrau kommt, bleibt Yu Zhanao der meist unrühmliche Mittelpunkt dramatischer Vewicklungen, bis er sich schließlich im Kampf gegen die Japaner als tapferer Kriegsheld und Partisanenkommandant auszeichnet, während sein Sohn Douguan, der immer an seiner Seite ist, ebenfalls zum erbitterten Krieger reift. Lianer, die vom Ich-Erzähler als Zweite Großmutter bezeichnet wird, und Xiangguan, die fünf Jahre alte »kleine Tante«, überleben den Angriff der Japaner auf ihr Dorf nicht. Die »kleine Tante«, die Tochter von Zhanao und Lianer, wird von einem Japaner mit dem Bajonett aufgespießt. Fenglian und Zhanao kümmern sich um die sterbende Lianer, die zuvor von mehreren Japanern geschändet worden ist und sterbend wie eine Besessene wüste Verwünschungen ausstößt.

Da der Roman die Chronologie nicht einhält, beginnt er im Kriegsjahr 1939, als Douguan fünfzehn ist, mit dem heroischen Widerstand der Bewohner von Zhanaos Dorf gegen die japanischen Invasionstruppen und den Überfall an der Brücke über den Schwarzwasserfluss auf eine Reihe von Militärfahrzeugen, unter denen sie einen Laster erbeuten, ein Pyrrhussieg, der schließlich Fenglian das Leben kostet. Doch auch die selbstzerfleischerische Rivalität unter­schiedlicher chinesischer Regimenter, die sich gegenseitig Waffen neiden und bis aufs Blut bekämpfen, wird nicht ausgespart (S. 407f.). Überhaupt ist bei einem Schwerverbrecher als Protagonisten nicht schwer auszurechnen, dass in diesem Buch für Helden mit weißer Weste kein Platz ist.

Zu den bewegendsten Abschnitten gehört im dritten Kapitel, »Hundewege«, die Schilderung des Überlebenskampfes der Mutter des Ich-Erzählers (Douguans späterer Ehefrau), die mit ihrem dreijährigen Bruder Anzi in einem Dorfbrunnen vor den heranrückenden Truppen der Japaner versteckt worden ist und mit ansehen muss, wie das Kleinkind während des entbehrungsreichen Ausharrens in Dunkel und Kälte einem Fieber erliegt (S. 234ff.). Auch der Kampf von Zhanao und Douguan gegen eine wild gewordene Hundemeute, die sich vom Aas der vielen Kriegstoten in den Hirsefeldern ernährt und daher vernichtet werden soll, bleibt im Gedächtnis haften. Denn Mo Yan stilisiert die Hunde hier zu anthropo­morphen, strategisch operierenden Widersachern der Dorfbewohner und überschreitet damit besonders eindrücklich die Genregrenze zu Märchen und Mythos. Immer wieder erweist sich der Autor bei digressiv vorgebrachten Anekdoten am Rande der Kernhandlung, etwa bei denjenigen um den Bezirksrichter Cao (S. 150ff.), der im Fall des Schnapsbrenner-Mordes auf ganz eigene Weise ermittelt, bei der ironischen Erwähnung der Wirkung gebundener Frauenfüße auf männliche Chinesen (S. 117) oder dem Mythos vom Babyfriedhof, auch als Chronist oder - das ist mitunter schwer zu unterscheiden - Epigone des ländlichen Anekdotenschatzes und mündlicher Überlieferungen.

Fazit: Mo Yan entfaltet einen bunten (vor allem von der Farbe Rot beherrschten) Reigen emotionaler Episoden, die alle durch die Familien- bzw. Dorfgeschichte der Protagonisten zusammengehalten werden, und hält sich dabei, wie in modernen Romanen leidige Unsitte, an keine Chronologie. Die ausufernde und zerfaserte Erzählweise unterbindet den Sog, den dieses Epos sonst vielleicht - trotz mancher recht umständlich angelegter Tableaus von der Pracht der Hirsefelder in Nordost-Gaomi - auf den Leser hätte ausüben können. Erschreckend, ja erschütternd ist die Schonungslosigkeit, mit der Kriegsgräuel der Japaner wie Massaker und Vergewaltigungen geschildert werden; herausquellende Därme und ausgetretene Hirnmasse gehören zum radikal-realistischen Rüstzeug des Romanciers. Schöngeister sind gewarnt.
Unterm Strich beansprucht dieser kraftvoll-rustikale, lebensvolle und zugleich todverkündende Roman vor allem als Dokument der Wunden verdientes Interesse, die die brutale japanische Invasion in der chinesischen Volksseele gerissen hat, und ist als solches zweifellos schwer zu übertreffen, auch wenn der Autor selbst kein Augenzeuge der Ereignisse war. In jeder Hinsicht darf »Das rote Kornfeld« als schwere Kost eingestuft werden: Wer diesen Roman zu verschlingen hofft wie ein chinesisches Pendant zu »Vom Winde verweht«, wird sich an den schwer verdaulichen, blutigen Fleischbrocken, die Mo Yan hier serviert, brutal verschlucken.
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am 26. März 2013
Grausam, ekelhaft, detailverliebt... die drei Gedanken kamen mir schon nach den ersten 50 Seiten des fast 500 Seiten umfassenden Romans. Während die ersten Seiten zwar schon einen eigentümlich packenden und ungewöhnlich scharfen Stil versprachen ("Mit fünf Jahren konnte er tauchen wie ein Entchen, sein kleines rosa Arschloch tanzte über dem Wasser und die Füsse wedelten in der Luft"), wird dieser in der Folge zum schonungslosen Ausdrucksmittel von Grausamkeiten, denen ich in diesem Ausmass an ekelerregender Detailversessenheit noch nie vorher in der Literatur - nicht mal in der KZ-Literatur - begegnet bin : die Enthäutung Louhuans bei lebendigem Leibe, der Leichenfrass streunender Hundemeuten, der langsame Tod eines 3-jährigen Kindes in einem Brunnen, das Ausgraben des Kadavers der Grossmutter nach 2 Jahren - um nur einige zu nennen - werden seitenlang in allen Details inklusive Farbe und Geruch diverser Körperflüssigkeiten, für die der Erzähler offenbar eine besondere Vorliebe hegt, beschrieben.

Sicherlich war der chinesisch-japanische Krieg ein fürchterliches Gemetzel mit grausamer Tötung von Soldaten und Zivilisten, sicherlich war die Einstellung auch der damaligen chinesischen Zivilgesellschaft gegenüber Gewalt eine andere als heute in der westlichen Welt, aber ich habe mich immer wieder gefragt, was das Buch in seiner Aneinanderreihung von abscheuerregenden Szenen eigentlich bezwecken soll.

Die (Liebes-)Geschichte der Grossmutter des Erzählers, auf die auf der Rückseite der Ausgabe kurz hingewiesen wird, ist tatsächlich nur der Aufhänger und eher nebensächlich, die "barocke Fabulierlust" (Helmut Martin, Süddeutsche Zeitung) hat für mich an Barockem nur den Überfluss an Ekelhaftigkeit und Detailversessenheit der Darstellung von Töten, Sterben und Verwesen in allen Facetten, deren Sinn durch den Erzähler - den Enkelsohn der Hauptperson - so gut wie gar nicht hinterfragt wird, und von den handelnden Personen inmitten des Gemetzels sowieso nicht hinterfragt werden kann. Letztendlich gibt der Erzähler damit alles an den Leser ab. Wer es denn geschafft hat, sich durch die 500 Seiten hindurchzuarbeiten, ohne dass ihm beim simplem Gedanken an rote Hirse nicht schon schlecht wird, darf sich nun auch fragen, warum er das alles eigentlich überhaupt gelesen hat. Bei mir war es letztendlich die Neugier auf diesen nie zuvor angetroffenen Stil, und eine Art experimentelles und zeitweilig voyeuristisches Staunen über die menschliche Fähigkeit, Grausamkeiten zu begehen, durchzustehen, zu erzählen und nachzulesen. Ob das einen Nobelpreis verdient hat, bleibt zumindest für mich dahingestellt...
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am 16. März 2001
Der durch die Verfilmung seiner Romane auch in Europa berühmt gewordene chinesische Schriftsteller Mo Yan (geb. 1956)beschreibt die Geschichte eines gebrochenen Helden vor und während der japanischen Besatzung der chin. Provinz Nordost-Gaomi, der Heimat Mo Yans. Rund um eine Schlacht zwischen chinesischen Dorfbewohnern, vagabundierenden Söldnertruppen und der übermächtigen japanischen Armee, die sich in den Weiten der roten Kornfelder, eigentlich Zuckerhirsefelder, zuträgt, beschreibt Mo Yan die anarchistischen Zustände und brutalen Lebensbedingungen der chinesischen Landbevölkerung. In einer ausgesprochen dichten, verwobenen und durch Zeitsprünge und Rückblenden immer wieder aufgebrochenen Erzählung verweben sich Leid, Tapferkeit, Elend aber auch Liebe und Eifersucht zu einem expressiven Gemälde in der sich das Blut der Menschen mit dem Rot der endlosen Hirsefelder vermischt.
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Auf beinahe 500 Seiten beschreibt der Ich-Erzähler in diesem internationalen Debutroman Mo Yans die Leben seiner direkten Vorfahren in den Nachwehen der Boxeraufstände und während des Zweiten Weltkrieges. Im Kampf gegen Hunger, Armut, feindselige Landsleute und natürlich gegen die Japaner erleben sie allerlei Grauenhaftes, das Menschen anderen Menschen antun - und sie begehen es auch selbst.
Neben den beschriebenen Gegnern tritt für einige Zeit auch ein riesiges Rudel verwilderter Haushunde auf, die den Menschen schließlich auch noch eine gnaz eigene Schlacht aufzwingen. Und zum teil kann man Mensch und Hund in diesem Kampf nicht mehr wirklich voneinander unterscheiden.

Bereits in diesem Roman zeigt sich Mo yans sehr drastisch-plastische Sprache, die einem die Lebens- und Sterbensumstände der damaligen Zeit in China nur allzu sehr verdeutlicht. Das sollte man beim Kauf dieses Buches unbedingt bedenken. Auch sind die Zeitsprünge zum Teil doch sehr willkürlich und lassen das Buch gerade gegen ende ein wenig zerfasert erscheinen. Aber insgesamt ist "Das rote Kornfeld" ein durchaus interssantes Leseerlebnis, besonders, wenn man historisch interessiert ist.
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am 2. Februar 2015
Unter dem Vorwand einer Familiengeschichte wir hier Gewalt in jeder Form ausufernd dargestellt.
Ströme von Blut und Hirnmasse und alle anderen unappetitlichen Details werden so häufig variiert,
dass man den Überblick verlieren kann.
Dazu, wie bei diesem Autor offenbar das Markenzeichen, massenhaft Alkohol.

An sich geschichtlich ein interessanter Stoff, doch hier dient das Kriegsgeschehen nur als blutiges Spektakel, als Illustration einer im Grunde völlig banalen Dreiecksgeschichte.

Mein Fazit zu diesem Buch:
völlig überschätzt, schade um die Zeit.
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