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am 2. September 1999
Mehrere Geschichten verflechtet Aitmatov in dieser Bestandsaufnahme der Sowjetunion der späten achziger Jahre. Eine alte Wolfsfamilie wird durch die Berge Kirgisiens gehetzt, ein junger Mann will Rauschgiftschmuggler bekehren, der Hirt Boston widersetzt sich bürokratischem Widersinn und Jesus diskutiert mit Pilatus über Schuld. Es überrascht beim Lesen, daß sich hier ein Autor findet, der ohne hohles Pathos die moderne Welt kompromißlos an moralischen Maßstäben mißt. Der Richtplatz ist der Ort, an dem die Menschen Stellung beziehen müssen. Awdi irrt nach seinem Studium ziellos durch sein Leben. In einem Chorkonzert, daß er zufällig besucht, begreift oder besser spürt er die Tragödie seines Landes und seine eigene. Aber mit dem Willen, etwas zum Positiven zu ändern, ist es nicht getan: Mit seiner Aufrichtigkeit sieht er sich erst dem Gespött und schließlich der brutalen Gewalt von Rauschgifthändlern ausgesetzt (bemerkenswert, daß so etwas in der damaligen SU erscheinen konnte), schließlich wird er, ähnlich wie zweitausend Jahre vor ihm Jesus, an einen Baum gebunden und hängengelassen. In den vielfältig verbundenen Geschichten geht es immer wieder um die Frage, an welchem Punkt ein Mensch sich widersetzen muß, um nicht seine Selbstachtung zu verlieren. Das alles geschieht vor einer überwältigenden Landschaftskulisse, getränkt mit Mythen und Sagen. Ich kenne keinen heutigen Autor, der wie Aitmatov zum großen Drama fähig ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 18. Februar 2016
.....mit diesen Worten etwa ermahnt der zur Aussprache angereiste Vorgesetzte den Seminarist Awdji Kallistratow seine Situation nochmal zu überdenken. Letzterer mag seinen Idealismus nicht aufzugeben. Am Ende aber bezahlt er seine gelebte Überzeugung mit dem Leben. Ein ihm von einer Redaktion in Auftrag gegebener gesellschaftskritischer Artikel wird zurückgewiesen. Die Abwärtsspirale ist nicht mehr aufzuhalten.
Ebenso erfahren die Wölfe Akbara und Taschtschajnar - immer wieder in die Flucht getrieben - die gleichgültige Gier der Menschen und deren Raubbau an der Natur. Menschliche und tierische Dramen spitzen sich zu. Der Richter aller Dinge ist die Zeit........
Eine Parallele zu den geschilderten Ereignisse bildet ein mögliches Gespräch zwischen Jesus Christus und dem römischen Statthalter Pontius Pilatus. Damit der Statthalter nicht unnötig kritische Aufmerksamkeit erntet und ihm sein Wohlstand erhalten bleibe, wird Jesus ans Kreuz genagelt

Der Richtplatz ist kein konkreter Ort. Aber er ist der Ort an dem sich die Folgen unüberlegten menschlichen Handelns erfüllen. Die Opfer sind allerdings - in diesem Roman, wie wohl auch im Leben - in aller Regel die, die vorausschauend und sensibel Unheil zu verhindern suchen und ihren Lebensstil im Einklang mit der Natur beibehalten wollen.
Insgesamt eine deutliche Ermahnung unsere Massstäbe an Moral und Humanität immer mal wieder einer Prüfung zu unterziehen und die Propheten in den eigenen Reihen aufmerksam anzuhören.

Ein Buch, das zu lesen wirklich empfehlenswert ist.
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am 27. August 2001
Dass dieses Buch von mir nur 3 Sterne erhält, hat folgenden Hintergrund: Aitmatov gehört für mich zu den ganz großen russischen Schriftstellern, weil er wie kaum ein anderer die Seele des russischen Vokes einfängt. Die russische Sprache ist für mich eine der schönsten überhaupt. Vor einigen Jahren bekam ich durch Bekannte die DDR- Übersetzung "Die Richtstatt" in die Hände und damit begann das Aitmatov- Fieber. Leider muß ich sagen, das die neue Übersetzung für mich nicht in der Lage ist, alle Stimmungen so zu beschreiben und ein Stück der russischen Seele einzufangen wie es die alte Übersetzung geschafft hat. Für mich klingen die Sätze gekünstelt und steif. Aber Gott sei Dank gibt es ja Antiquariate wo man noch fündig wird.
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am 9. Oktober 1999
"Die Richstatt" so hieß das Buch in der DDR dürfte der beste Roman sein, den ich bisher gelesen habe. Aitmatow ist ohnehin Nobelpreisverdächtig. Leider ist sein neuer Roman nicht ganz so überzeugend wie dieser hier.
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