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Kundenrezensionen

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Leonardo Padura, inzwischen wohl der bekannteste kubanische Schriftsteller, hat lange recherchiert für seinen neuen Roman „Ketzer“, ist dafür extra nach Holland gefahren, um ein Gefühl für die Werkstattarbeit Rembrandts zu bekommen. Das Krimigenre, das ihn bekannt gemacht hat, verlässt er nicht ganz, aber spätestens seit seinem Erfolg mit „Der Mann, der Hunde liebte“ schreibt er inzwischen eher historisch geprägte Romane, in denen er aber immer noch der sozialistischen Lebensrealität Kubas einen alles entlarvenden Spiegel vorhält. Waren es bei dem Roman über Trotzki, Mercader und Iván drei Erzählstränge, so sind es auch im neuen Buch drei Erzählebenen, die über vier Jahrhunderte reichen.

In der historischen Reihenfolge, die nicht der des Buches entspricht, geht es einmal um den jüdischen Maler Elias, einen Schüler Rembrandts. Für Rembrandt saß dieser Jude Porträt für ein Christusbild, das er ihm auch mitgibt, als Elias von der jüdischen Gemeinde aus Amsterdam verbannt wird. Dieses Bild steht den roten Faden her, der die anderen Teile des Buches miteinander verbindet.
Das Gemälde landet in dem Besitz einer jüdischen Familie in Krakau, erst versteckt, dann durchaus offen gezeigt, sodass ein Foto des Gemäldes existiert. Die politischen Veränderungen durch den Nationalsozialismus zwingen die Familie Kaminsky zur Flucht. Ein Bruder gelangt schon vorher nach Kuba, ein Sohn wird ihm nachgeschickt. Dem Rest der Familie gelingt es noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, kubanische Visa zu bekommen und mit der MS St. Louis sich auf den Weg nach Kuba zu machen. Mit im Gepäck – das Bild. Padura spricht selbst von einem „der beschämendsten Vorfälle in der Geschichte Kubas“. Das Linienschiff liegt fast eine Woche vor Havanna und nur wenige der fast tausend Passagiere werden von Bord gelassen. Nachdem auch die Vereinigten Staaten und Kanada die Einreise verweigerten, musste das Schiff nach Europa zurückkehren, sie wurden dort von Holland, Belgien, Frankreich und England ausgenommen und gerieten damit zum großen Teil bald wieder in den Machtbereich der Nazis. Sehr viele kommen in den Vernichtungslagern um, die Kaminskys unweit ihres alten Wohnortes in Auschwitz.

Natürlich hatten sie versucht, das Bild als Verhandlungsmasse einzusetzen. Es gelangte nach Kuba, sie aber nicht. Die dritte Zeitebene spielt 2007/2008. Das Christus-Porträt taucht auf einer Londoner Auktion auf. Hier kommt ein alter Bekannter ins Spiel. Mario Conde, ehemaliger Polizist, der prägend für die ersten Kriminalromane Paduras war, arbeitet jetzt zwar nur noch als Buchantiquar, nimmt aber immer noch gern gutbezahlte Aufträge an. Diesmal stammen sie von einem Nachkommen der Kaminskys, wieder ein Elias, der Licht ins Dunkel bringen möchte. Ergänzt wird diese Recherche durch das Verschwinden Judys, eine kubanische Emo, „ein tropischer Ableger einer Bewegung, die man in der ganzen westlichen Welt finden kann“, wie Padura die Subkultur erklärt, die den alten Prachtboulevard Calle G okkupiert.

Alles gehört plötzlich zusammen, alle sind irgendwie in ihrer Zeit Protestler, Ketzer gewesen, die für ihre individuelle Freiheit eingetreten sind. Padura verwebt eindrucksvoll die historischen Fäden und bleibt hochaktuell, wenn er Judy sagen lässt: „Wenn ein Land oder ein System dir nicht erlaubt, frei zu wählen,…, ist es gescheitert.“ Das kann ein Land sein, das kann eine Religion sein, das ist spannende Welt- und Religionsgeschichte, die Padura hier entwirft. Ein großer Roman!
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In London taucht in einem Auktionskatalog ein Bild von Rembrandt auf. Doch die Versteigerung kann verhindert werden, weil Elias Kaminsky Ansprüche auf dieses Bild erhebt. Es gehörte einst seiner Familie, die als Juden vor den Nazis flüchten musste.
Und dieser Elias Kaminsky sitzt nun vor Mario Conde in Havanna und erzählt ihm seine Geschichte. Er will Licht ins Dunkel der Familiengeschichte bringen. Denn 1939 sollte das Bild den Neuanfang der Familie auf Kuba symbolisieren. Am 27. Mai 1939 stand Elias‘ Vater Daniel mit einem Verwandten am Pier von Havanna und erwartete den Vater, die Mutter und die Schwester, die an Bord der MS St. Louis die teuer bezahlte Freiheit aus Nazideutschland erkauft hatten. Mit im Gepäck: Der Rembrandt. Doch aus der sehnsüchtig erwarteten Familienzusammenführung wurde nichts. Geldgier und politisches Kalkül machten dem Glück den Garaus. Daniel sollte seine Familie nie wieder sehen. An Land ging jedoch der Rembrandt. Als Daniel Jahre später in die USA ausreisen – und somit Elias ein sorgenfreies Leben bescheren – konnte, war das Bild noch in Kuba. Doch es klebte Blut an ihm.
Das Bild hatte eine verhängnisvolle Geschichte. Als Kind ging Elias Ambrosius Montalbo de Ávila in die Schule des großen Meisters Rembrandt van Rijn. Doch auch er – Jude – wurde verjagt. Als Mitgift schenkte Rembrandt seinem Schüler das Bild des Christus, das über dreieinhalb Jahrhunderte später die Fachwelt in Erregung versetzen sollte.
Als Dritte im Bunde – wir sind wieder in der Gegenwart – wird Judy zum Puzzleteil im Bild des plötzlich aufgetauchten Rembrandts. Sie ist verschwunden. Seit zwei Wochen weiß niemand wo sie ist. Gerüchte und Spekulationen helfen Conde erstmal nicht weiter. Auch hat das Rätsel um das Verschwinden Judys originär nichts mit der Bildersuche zu tun. Doch führt es Code auf die richtige Spur…
Die Geschichten von Daniel, Ambrosius und … verschmelzen als logische Konsequenz miteinander. Sie alle verleugneten auf die eine oder andere Art ihren Glauben, ihre Herkunft. Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.
Leonardo Padura wagt erstmals den Sprung in die fernere Geschichte. Wieder ist Mario Conde beteiligt. Eigentlich sucht er sein Glück als Buchhändler. Doch die alte Spürnase juckt immer noch.
Mit gewandter und selten erreichter Sprache zieht er unaufhörlich den Leser in seinen Bann. Ist es zuerst die Frage nach den Umständen, warum die Kaminskys nicht wieder zusammenfinden konnten, wählt er später eine philosophische Weiterführung. Wer Geschichte liebt, kommt an Padura nicht vorbei. Er schafft mit einfachen Worten Sprachgebilde von enormer Sprengkraft. Wer dieses Buch beiseite legt, ist selber schuld. Noch nie war eine Welt(en)reise so spannend!
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Wie ein religiöser Text ist dieser Roman aufgeteilt in "Das Buch Daniel" (ausgehend von 2008 wird eine Geschichte erzählt, die ihren Ausgang im Jahr 1939 nimmt), "Das Buch Elias" (im 17. Jahrhundert in Amsterdam, als ein junger jüdsicher Mann gegen das Verbot des Rabbinerrates Maler werden möchte - mit Rembrandt als Lehrer) und schließlich "Das Buch Judith" (2008: Das Verschwinden einer jungen Emo, dem El Conde nachspürt und dabei ganz neue Dinge lernt) und schließlich "Das Buch Genesis" (in dem alle Fäden zusammengeführt werden).

In allen Erzählungen spielen „Ketzer“ eine wichtige Rolle, wobei der Begriff hier seine ganz eigene Belegung findet. Damit einhergehend stellt sich immer wieder die Frage, was es eigentlich bedeutet frei zu sein und wie leicht es ist, die Zerbrechlichkeit von Freiheit zu realisieren, wenn man in einem Land aufwächst, dass einem allerlei Freiheiten zu geben scheint. Auch zeigt sich in diesem Buch immer wieder, wie Regierungen, religiöse Autoritäten und andere oftmals versuchen, zum Schutz dieser Freiheit einige andere einzugrenzen. Das Gleichgewicht von Freiheit und Sicherheit, das sich seit dem Fall der Zwillingstürme des World Trade Centers die Gesetzgebungen vieler Länder zugunsten der Sicherheit verschoben – und dies oft eher stillschweigend – ist auch hier unterschwelliges Thema der Betrachtungen.

Das Buch endet schließlich nach den Danksagungen mit einer kleinen persönlichen Darstellung der Entstehungsgeschichte dieses Romans durch Leonardo Padura selbst. Und an dieser Stelle findet es auch wieder zu seiner Sprache zurück. Denn El Conde ist eher eine Reflektionsfigur in diesem Roman, durch dessen Augen und Ohren wir die verschiedenen anderen Geschichten wahrnehmen, die dann auch jeweils in einer anderen Erzählstimme dargestellt werden – außer im Buch Judith, in dem El Conde die größte Rolle spielt. Dabei ist es sicherlich Geschmackssache, wie einem die einzelnen Erzählstimmen gefallen, aber speziell nach den langen Erzählteilen Elias‘ im „Buch David“ und der fast ausschließlichen Darstellung aus der Zeit heraus des „Buchs Elias“ kommt Padura im „Buch Judith“ nicht wirklich zu seiner eigenen Erzählstimme für El Conde zurück, was das Lesen ein wenig erschwert.

Insgesamt hat Padura für dieses Buch – genau wie für „Der Mann, der die Hunde liebte“ – umfänglich recherchiert und dabei in zum Teil sehr unterschiedliche Richtungen. Dadurch wirkt das Buch insgesamt uneinheitlich und gelegentlich beschlich mich beim Lesen das Gefühl, man hätte das hier gesammelte Wissen besser auf zwei voneinander eher unabhängige Geschichten verteilt. Dabei sind die Hintergründe alle nicht uninteressant und es ist auf jeden Fall schön El Conde und seine Freunde wiederzutreffen. Aber es bleibt doch das Gefühl einer Lektüre, die hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben ist.
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am 7. Juli 2014
ich bin ein ausgesprochener padura-fan und kuba-liebhaberin. in diesem mit freude bestellten roman versucht padura zu viele handlungsstränge miteinander zu verflechten und das geht schief. nicht nur dass mario conde ermittelt, und er diese ermittlungsarbeit mit derzeitigen jugendströmungen in kuba verbindet, sie nehmen ihren ausgang vor beginn des 2. weltkrieges . das wäre eigentlich stoff genug, der mittelteil des romans beschäftigt sich mit der entstehung des bildes, um das es in diesem buch geht und dieser teil ist einfach zu langatmig. auch haben sich kunsthistorische fehler eingeschlichen. er schreibt z.b., dass ein bäcker jan vermeers mäzen gewesen sei. das stimmt einfach nicht: besagter bäcker hat bilder vermeers in zahlung genommen, da die enorme bäckerrechnung anders nicht zu bezahlen war. das bewusste aufblähen eines romans tut ihm selten gut, auch diesem nicht. deshalb nur 3 punkte.
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am 4. März 2016
Von dieser Geschichte hörte ich bereits vor Jahrzehnten. 1939 brachte aus Hamburg der Dampfer MS St. louis 937 Juden als Emigranten aus dem damaligen Nazi-Deutschland nach Havann/Cuba.
Trotzdem war es sehr erbauend, dies Geschichte aus der Sicht des Autors zu lesen. Dieser Roman zeigt hier sehr genau, die damilge
Situation auf Kuba, in Deutschland und die brutale Übermacht, die von den Nazis ausging.. Absolut Lesenswert.!

Frido Kalläne.
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am 27. Januar 2015
Je weiter der Leser in diesen lebendigen, bildreich verfasste und historisch kundigen Roman vordringt, desto mehr wird das jüdische Leben in Kuba bis zur Revolution, die jüdische Geschichte (gerade die der (oft selbstgewählten) Gettos) in Europa von der Mitte des 17. Jahrhunderts, vor allem aber zu Zeiten des Holocaust, in den Mittelpunkt der Erzählung rücken.

Zunächst aber führt Padura mit kräftiger Sprache in das aktuelle Leben in Kuba ein, setzt mit seinem bereits aus vorhergehenden Werken bekannten Protagonisten Mario „El Conde“ Conde das Geschehen der letzten Jahrzehnte „in Person“ in den Raum, zeigt den inzwischen fast mittellosen, aber lebensfreudigen und klugen ehemaligen Polizisten in „seinem Kuba“, dem Conde bis in die letzte Faser seiner Person ergeben. Trotz aller Widrigkeiten.

Mitsamt der engen Verbundenheit zu seinem Umfeld, dem Zusammenhalt unter den Armen und Gestrandeten, die en Masse in seiner Umgebung leben, der Trost im billigen Rum, der den Tag überstehen lässt.

Um dann langsam überzugleiten in „den Fall“ (den ersten des Buches).

Mario Conde wird engagiert, von Elias Kaminsky, Sohn des Daniel Kaminsky, der zu Zeiten des Beginns des dritten Reiches zu seinem Onkel nach Havanna geschickt wurde. Der damals auf seine Eltern und seine Schwester wartet. Passagiere auf der MS St. Louis.

Doch warum legt das Schiff, als es eintrifft, weit draußen an und fährt nicht in den Hafen ein?

Eines der schrecklichsten und inhumansten Ereignisse jener Zeit ist der historische „Anker“, den Padura u.a. als Aufhänger für seine Geschichte nutzt. Voll mit jüdischen Flüchtlingen, die ein Visum für Kuba erworben hatten, die auf Korruption hereingefallen waren. Flüchtlinge, deren Einreiseerlaubnis widerrufen wird. Wie auch jedes andere „frei“ Land das Schiff abweisen wird, bis die „Fracht“ zurückgebracht wird und damit in der Hölle des Holocaust verschwinden wird.

Ein Ereignis, dass Daniel Kaminsky ebenso prägen und von seiner jüdischen Gemeinschaft und, vor allem, dem jüdischen Gott-Glauben entfernen wird, wie jene Geschichten um ein Bild, das im Besitz seiner Familie sein soll und einen echten Rembrandt darstellt.
Eine Vorskizze zu den berühmten Christusdarstellungen aus der Hand des alten Meisters, mit dem es einen besonderen, jüdischen „Hintergrund“ hat.

Aber wer ist der „Ketzer“, dem das Buch seinen Titel verdankt? Was ist jener Mord, den Daniel Kaminsky anscheinend begangen hat und an wem? Wie kommt das Bild an den Ort, an dem es vor kurzem aufgetaucht ist?

Anhand dieser kriminalistischen Ebene der Geschichte entfaltet Padura einen intensiven Ereignisreigen durch die Jahrhunderte. Spürt Rembrandt, dem Bild und der jüdischen Gemeinde des 17. Jahrhunderts nach und setzt mit der Geschichte Daniel Kaminskys in Kuba und darüber hinaus ein packendes historisches Bild des jüdischen Lebens (nicht nur in Kuba).

Dem Drang nach einem „Leben im Getto“, des sich Abscheidens von der „anderen Welt“, der Linie zwischen reichen und armen Juden durch die Zeiten hinweg und der wechselvollen Geschichte Kubas selbst.
Und der „Gegenbewegung“ individuellen Seins (Daniel Kaminsky wird den letzten Rest seiner Traditionen bei der eigenen Hochzeit hinter sich lassen).
Aber auch der Rückkehr, als würde einen die eigene Prägung nie wirklich auslassen.

Ein Motiv zwischen Aufbegehren und Teil eines größeren Ganzen sein, dass sich durch die Personen und Zeiten hindurchzieht und manche „Ketzerei“ nach sich zieht.

Wie auch der erste „Fall“ der Suche nach dem Hintergrund des Bildes nicht das einzige kriminalistische Element im Buch bleiben wird und sich damit weitere „Lebensebenen“ des modernen Kuba, von Padura flüssig eingefügt, vor die Augen des Lesers gelegt werden.

Entwicklungen, die Padura sorgsam und psychologisch intensiv erzählt und die den Leser nahe heran bringen an die handelnden Personen in allen Zeitebenen des Romans.

Wobei die historischen Ereignisse (wie die Revolution) eher im Hintergrund mitschwingen und wie nebenbei erwähnt werden, aber in ihren Auswirkungen treffend geschildert sich vorfinden und in der Gegenwart in den handelnden Personen dann in einer plastischen, von klarem Blick und spürbarer Erregung über die Zustände bestimmten Lebensatmosphäre zusammenfließen. Geprägt von einer Art trotziger Resignation, einem nur mehr dahinfließen der Tage, dass dennoch voll brodelnden Lebens steckt und die Frage nach der eigenen Identität am ganz praktischen Leben (und der Liebe) durchdekliniert.

Ein faszinierender, mitreißender, in die Tiefe dringender Roman von hoher sprachlicher Qualität, der sowohl in der Geschichte, als auch in den handelnden Personen den Leser in seinen Bann zieht.
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TOP 500 REZENSENTam 13. November 2014
Vorab möchte ich bemerken das ich Leonardo Padura bisher nicht kannte. Ich bin beim Stöbern auf das Buch gestoßen und habe mich aufgrund der sehr guten Bewertungen und der Inhaltsangabe entschlossen das Buch zu kaufen. Leider hat es nicht im entferntesten das gehalten was es versprochen hat.
Ich habe etwas getan was ich in all den Jahren wirklich ganz selten getan habe - ich habe es zugeklappt und beiseite gelegt. Es gibt sehr viele Bücher die langsam "fahrt" aufnehmen aber dieses Buch ist einfach nur zäh. Die Geschichte springt immer wieder zwischen 1939, 1958 und 2008 hin und her. Die Geschichte wird langweilig und vor allem langatmig erzählt - furchtbar! Das wichtigste an einem Buch ist für mich, dass es mich fesselt, mich mitnimmt und mich in seinen Bann zieht - das es sich "flüssig" liest. Ein gutes Buch macht mir Lust auf mehr - dieses leider nicht!
Eigentlich sehr schade denn ich finde die Idee und die Thematik sehr interessant.
Mein Fazit: Gute Idee - schlecht umgesetzt!
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am 30. Mai 2014
ein typischer "Padura"; gut recherchiert; lehrreich und spannend bis zum Schluss; mal wieder besser als beim Thema(den Themen) erwartet; er ist halt ein Genie und die gespannten Bögen ins alte und aktuelle kubanische Gesellschaftsleben gibt es obendrauf oder grundlegend dazu; und Mario Conde ist ja schon Kult- der könnte ja mittlerweile eigene Themen-Stadtführungen durch Havanna anbieten...Ich freue mich schon auf den nächsten "Padura"!
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am 15. Oktober 2015
Ich habe fast alle Bücher von Padura gelesen. Die über 600 Seiten erfordert Geduld. Man freut sich wieder alte Bekannte im Buch zu begegnen.
Ich hoffe die nächsten Bücher von Leonardo Padura w zu viele Seitenerden weniger Seiten beanspruchen
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am 6. März 2015
Es handelt sich eigentlich um drei Geschichten in einem Buch, die sich hin und wieder berühren. Die Suche nach einem Rembrandt zugeschriebenen Porträt, das einer jüdischen Familie auf der S.S. Saint Louis 1939 die Einreise nach Kuba sichern sollte; das Schicksal eines jüdischen Malers im Amsterdam und Polen des 17. Jahrhunderts; die Suche nach einer im heutigen Kuba verschwundenen Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Formal ist es ein Buch in der Reihe um den Ermittler Conde, aber wer hier einen "normalen" Krimi erwartet, wird enttäuscht werden, da die eigentlichen Ermittlungen nur einen kleinen Teil des Buches umfassen. Padura ist ein grossartiger Erzähler, v.a. die Porträts von Amsterdam im 17. Jahrhundert und Havanna heute sind eindrucksvoll. Aber möglicherweise hat der Autor den Roman wirklich ein wenig aufgebläht, wie von anderen Rezensenten schon bemerkt.
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