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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
7
Die Logik der Waffen: Westliche Politik im Orient
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:19,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 22. April 2013
Auch dieses Buch wird seinen Platz bei Freunden im Wohnmobil finden, welche bald für 3 Monate in Europa herumreisen werden.
L. Wegelin
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am 31. März 2013
Dieses Buch deckt Zusammenhänge auf, welche zeigen, dass es nie möglich sein wird, diese Konflikte zu lösen. Zu viele Interessen sind da im Spiel.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 20. März 2013
Ende 2012 stellte Orell Füssli „Die Logik der Waffen – Westliche Politik im Orient“ vom Journalisten Ulrich Tilgner vor. Tilgner war über 30 Jahre Nachrichten-Korrespondent.
Seine Thesen: Wie wir alle seit 2010 miterleben durften, verändert sich die politische Situation im Orient drastisch. Jahrzehntelang herrschende Diktatoren wurden vom arabischen Frühling aus dem Amt gespült, in anderen Ländern halten sie sich mit aller Macht und ringen Rebellionen blutig nieder. Tilgner behauptet, statt den Aufbau moderner Zivilgesellschaften zu fördern, zöge sich der Westen zurück. Anderseits schürten die USA Bürgerkriege und verteidigen ihre strategischen Interessen in der Region mit neuen militärischen Mitteln – mit Drohneneinsätzen, Kommandoaktionen und Cyberkrieg. Diese Politik folge hauptsächlich einer inneren Logik der Waffen und sei nur wenig durch einen ordnungspolitischen Rahmen geleitet.

Vor allem letztere These kann ich nicht nachvollziehen. Zwar stimmt es, dass das US-Militär mit seinen andauernden Kriegseinsätzen überdehnt ist, und sich daher zwangläufig neuer militärischer Mittel in der Kriegsführung bedient wird, die eigene Soldaten schonen sollen, aber dass dies ein Scheitern westlicher Politik ist, sehe ich nicht so. Ich denke schon lange, dass es bestimmten Kräften in den USA, die uns in diesen Krieg herein gelogen haben, gar nie um die geheuchelten Kriegsziele, etwa die Entfernung von Saddam Hussein aus dem Amt, oder aber das Gewinnen eines Krieges, oder eine neue Ordnungspolitik im Orient ging, sondern der Kriegsführung um des Krieges wegen, welche Milliardengewinne für den militärisch-industriellen Komplex bedeuten und eine generelle Schuldenalimentation für den Kapitalismus liefert, sowie Zugriff auf die dortigen Ölreserven, aber nur, wenn man dort für immer als Besatzungsmacht bleibt.

Mir fehlt zudem jeder tiefgründige Blick auf US-Politik, er beschreibt zwar ausführlich, was die machen, aber ohne tiefgründig einzusteigen, wer was warum macht. Ob es sich wirklich um zufällige Entwicklungen handelt, oder ob diese nicht schon vor dem 11.9.2001 angedacht und waren, etwa mit dem „Project For A New American Century“, und wie geplant umgesetzt wurden. Wenn man das nicht bedenkt, kommt man vielleicht zu falschen Schlüssen in der Bewertung. Auch beim Thema Saudi-Arabien kommt Tilgner meines Erachtens nach zu falschen Schlüssen. Die Verbindungen zwischen US-Kreisen und Saudis wird völlig übergangen. Dabei sind die Ölinteressen bestimmter US-Kreise und Saudi-Arabien so sehr miteinander verquickt, dass man einen saudischen Botschafter schon „Bandar Bush“ nannte. Statt dessen behauptet Tilgner, die USA hätten kaum noch Einfluss auf die Saudis, die Saudis würden mehr und mehr machen, was sie wollen.
Gut ist das Buch in der Einschätzung des Scheiterns westlicher Politik im Irak und Afghanistan, was ja auch das Hauptanliegen des Buches ist. Das möchte ich nicht unterschlagen. Auch das Thema Iran, wie man rhetorisch gegen diesen mit Lügen und Verdrehungen vorgeht, ist gut umrissen. An diesen Stellen handelt es sich um ein sauber recherchiertes Buch, mit vielen persönlichen Quellen von Tilgner angereichert.

Auch wenn es um die Logik der Waffen geht, und damit die Frühlingsrevolution nicht primär im Fokus steht, mir kommt das zu kurz, zu Ägypten gibt es nur zwei drei Andeutungen, dabei ist die Schere im Kopf im Umgang mit Despoten doch die politische Erkenntnis westlicher Politik bis dato schlechthin gewesen. Wie Kai Kniffke, der Chefredakteur von ARD-aktuell, in einem kleinen mea culpa einräumte. „Diese [Versäumnisse] lägen vor allem in der Vergangenheit, in der systematischen Ausblendung des Themas „Menschenrechte“, wenn beispielsweise der ägyptische Staatspräsident Mubarak in der Bundesrepublik Deutschland zu Besuch war. Man habe sozusagen eine Schere im Kopf gehabt, die zwischen guten und bösen Diktatoren unterscheide“, wie er in einem Blog sagte.
Tilgner geht auch auf Libyen kaum ein. Andere Revolutionen, Saudi-Arabien, Bahrain, Jemen, werden so wie in der sonstigen Presse weiterhin gar nicht thematisiert, dazu muss man schon Anhänger der Occupy-Bewegung sein, um das mitzubekommen. Wie der Westen in bestimmten Ländern gemäß eigenen Interessen keine Meinung hatte, stillschwieg oder die Diktatoren gewähren lässt, auch jetzt noch, während man in anderen Ländern wie Libyen oder Syrien offen die Rebellen unterstützt, selbst wenn diese islamistisch sind. Alles der eigenen Interessenlage wegen. Mehr als diese Nichtberichterstattung entlarvt doch nichts die Verlogenheit unserer Medien.

Ich habe das Buch gelesen, weil es am Rande auch „meine“ Thematik berührt, namentlich westliche Politik im Rahmen des „War on Terrors“ nach 9/11.
Ich war etwas enttäuscht. Gerade weil ich dachte, Tilgner sei ein Querdenker, der sich nicht mit „embedded information“ zufrieden stellen wollte. Denn gemäß Wikipedia war Tilgner „laut eigenem Bekunden unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen“ in der öffentlich-rechtlichen Nachrichtenberichterstattung und ließ „deshalb seinen Vertrag mit dem ZDF auslaufen“.
„Er kritisierte unter anderem, dass es seiner Ansicht nach im ZDF mangelnde Unabhängigkeit und einen Hang zum „eingebetteten Journalismus” gäbe.“
Was bei mir einige Erwartungen weckte. Doch eine von ihm selbst geschilderte Episode zeigt, dass auch Tilgner noch ganz am Anfang ist, die eigene Schere im Kopf zu überwinden.
Tilgner sagt, bis 2009 habe er nicht viel von Berichten gehalten, dass westliche Geheimdienste im Irak einen Bürgerkrieg forciert haben könnten, erst eine Begegnung mit einem Scheich hätte dies geändert, als der ihn Fotos von angeblichen Akteuren zeigte und über Tilgners Naivität lachte. Da diese Szene kriegsentscheidend für eine Einschätzung seiner journalistischen Rolle ist, zitiere ich sie komplett:
Seite 174 f:

"Bis heute hält sich im Irak das Gerücht, auch westliche Geheimdienste hätten mit den Terroristen zusammengearbeitet, um das nach dem Sturz Saddam Husseins entstandene Chaos noch zu vergrößern.*42 Genau wie die US-Armee nach dem Krieg im April 2003 nicht gegen Plünderer vorgegangen sei, und später die Armee und die Polizei aufgelöst hatte, so hätten Ausländer auch Al-Kaida gefördert. Mit Anschlägen verschärften die Terroristen Spannungen zwischen den beiden großen Religionsguppen des Iraks (Schiiten und Sunniten).
Selbstmordattentäter zündeten ihre Sprengsätze in schiitischen Prozessionen oder vor großen Moscheen, wenn sich dort die Gläubigen zum Gebet versammelten. So sollten Racheaktionen provoziert werden.
Da zur gleichen Zeit schiitische Todesschwadronen Mitarbeiter des alten Geheimdienstes oder Funktionäre des Regimes von Saddam Hussein ermordeten, bei denen es sich in der Regel um Sunniten handelte, forderten auch immer mehr Sunniten Vergeltung, zumal viele von ihnen ihre staatlichen Positionen verloren hatten."

*42: "Bis zum Jahre 2009 habe ich entsprechenden Geschichten keinen Glauben geschenkt. Verunsichert wurde ich durch Scheich Ali Hatam Al-Ali Suliman. Er war Führer der Stammesmilizen, die gegen Al-Kaida gekämpft haben. Nach einem Interview für das Schweizer Fernsehen am 25. Februar 2009 öffnete er die Schublade seines Schreibtisches und zeigte mir Fotos, auf denen wilde Gestalten zu sehen waren. Es handle sich um US-Agenten, die mit Al Kaida-Kämpfern Anschläge verübt hätten. Als ich sagte, ich glaube dies nicht, lachte er nur, meinte, ich sei naiv, und ließ die Bilder wieder in seinem Schreibtisch verschwinden."

Wo ist der Fehler in Tilgners journalistischem Verhalten? Erst recherchiert er nicht, weil bestimmte Informationen seinem Glauben widersprechen, dann bekommt er Beweismaterial gezeigt, was ihn zumindest ins verunsichert, aber anstatt am Ball zu bleiben, selbst zu recherchieren, bleibt dies nur eine Anekdote in seiner Recherche.

Wie es überhaupt bis 2009 dauern konnte, bis Tilgner sich dieser Vorstellung nicht mehr a priori erwehrte, erschließt sich mir nicht. Gab es denn den Vorfall am 19. September 2005 mit der britischen SAS-Einheit, die sich als Araber verkleideten und offenkundig Anschläge begehen wollten, aber von örtlichen Polizeikräften in Haft genommen wurden und anschließend von britischen Panzern wieder befreit worden waren, etwa nicht? Kennt Tilgner nicht die anonymen Berichte über "Selbstmord"-Attentäter im Irak wider Willen, die überlebten, nachdem sie für Geld bestimmte Routen zu belebten Plätzen fahren sollten, aber planabweichend ausstiegen, und dann deren Auto explodierte, was von Robert Fisk am 28.04.2006 im britischen Independent berichtet wurde? Oder die Hinweise, dass dem Angriff auf den Schrein von Samara dubiose Aktivitäten von schwarz gekleideten Männern vorausgingen? Oder wie der US-Neocon Daniel Pipes bereits im Februar 2006 offen darüber philosophierte, dass ein Bürgerkrieg zwischen Shiiten und Sunniten doch gut für die Besatzungsmacht wäre? Tilgner erwähnt es zwar kurz, aber analysiert nicht den Nutzen von einer solchen Taktik und fragt nicht, ob es wirklich möglich ist, dass bestimmte Kräfte innerhalb der USA dies wirklich forciert haben könnten.
Weil er sich das nicht vorstellen kann? Das ist leider symptomatisch und enttäuschend.
Insgesamt ist es für die behandelte Thematik ein gut recherchiertes Buch, mir fehlt ein wenig der Tiefgang, daher möchte ich dem Buch vier Sterne geben. Ohne Frage ist Tilgner ein Journalist der besseren Sorte, der weiter ist als viele andere, was die Überwindung der Schere im Kopf angeht. Erwähnen möchte ich noch, dass ich drei verschiedene Versionen dieser Rezension geschrieben habe, anfangs 3 Sterne für berechtigt fand, dann diese Bewertung und meine Formulierungen doch wieder als zu harsch ansah, insbesondere, was den Vergleich zu Prof. Greiners Werk „9/11: Der Tag, Die Angst, Die Folgen“ angeht. 4 Sterne gehen auf jeden Fall in Ordnung.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. Januar 2013
Eine für ein Sachbuch unerwartet fesselnd geschriebene Analyse, die nachvollziehbar, präzise und überzeugend ist, zugleich leider auch bedrückend. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 9. November 2012
Aus jeder Zeile dieses Buches spricht ein, wie ich auch finde, zu recht 2003 mit dem Hans-Joachim Friedrich Preis ausgezeichneten Journalisten.

Sein Gespür und Art und Weise wie er "uns" Laien die Fakten näherbringt und uns auch an seinen eigenen Einschätzungen der Situation teilhaben lässt find ich einfach nur Klasse.

Schade das es solche tollen Leute lieber überwiegend mittlerweile für die Schweizer, und das soll die Schweiz nicht schlecht machen, arbeiten.

Somit möchte ich diese Buch gerne allen (vor allem unseren Politikern) empfehlen zu lesen wenn sie mal wirklich mit dieser Thematik,
- die uns alle betrifft -, auseinander setzten wollen.

Für Herrn Tilgner wünsche ich, auch wenn er es sicher nie erfahren wird was ich hier schreibe, alles erdenklich gute für seine weitere Arbeit und sein Privatleben natürlich auch.

-Danke!-
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. November 2012
Ich hatte das Glück, zufällig bei der Vorstellung von Ulrich Tilgners Buch "Die Logik der Waffen. Westliche Politik im Orient" auf der Frankfurter Buchmesse anwesend zu sein. Vor seinem Vortrag hatte ich mir nicht allzu viel erwartet erwartete ich doch eine peter-scholl-latourhafte Analyse à la "Demokratie ist in den arabischen Staaten nicht möglich, weil alle Araber in ihren Stammesstrukturen verhaftet sind", wie es auch der Grundtonus in Medien ist. Doch in der Tat schaffte es Tilgner in seinem Vortrag, wie auch in seinem Buch, ein wesentlich differenzierteres Bild von den politischen Entwicklungen der letzten 30 Jahre in Nah- und Mittelost zu zeichnen.

In den einzelnen Kapiteln des Buches werden die politischen Situationen und Hintergründe der einzelnen Nah- und Mitteloststaaten (Iran, Syrien, Afghanistan, Irak, Libyen, Saudi-Arabien, Pakistan) sowie ihre Verstrickungen untereinander und mit dem Westen aufgezeigt und analysiert. Hervorzuheben ist hier sicherlich das Kapitel zum Iran, das eine Art Chronik des "Atomstreits" um das zivile, aber in Zukunft möglicherweise atomwaffenfähige Atomprogramm von Iran enthält und u.a. vom ähnlich zivilen Atomprogramm mit militärischem Potenzial während der Herrschaft von Schah Reza Pahlavi als westlichem Verbündeten zu berichten weiß. Tilgner gelingt es in diesem Kapitel die Widersprüchlichkeit westlicher Politik in dieser Region zu demonstrieren.

Illustriert werden die einzelnen Kapitel von Statistiken und Tabellen, etwa zu Militärhaushalt, Kriegstoten in den einzelnen Kriegsschauplätzen, etc. Wer allerdings eine Narrative zu den Kriegen im Irak und Afghanistan sucht, der wird in diesem Buch nicht fündig werden. Es geht hier um das große Ganze - die Verflechtungen von Militär- und Zivilpolitik der westlichen Staaten mit den lokalen Eliten, die Rivalität zwischen Saudi-Arabien und Iran, sowie die Unterdrückung demokratischer Bestrebungen in der gesamten Region durch Saudi-Arabien und die Unterstützung durch westliches Militär und Geheimdienste. Dabei wird deutlich, dass der Westen bereits relativ früh keinerlei Anspruch mehr hatte, Demokratien in den betreffenden Staaten aufzubauen. In diesem Kontext wird auch dargelegt, wie westliche Medien - hier vornehmlich die deutsche Medienlandschaft - an der Verschleierung der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen mithelfen.

Natürlich geht es in dem Buch auch um den "War on Terror". So nehmen Ausführungen zu den damit einhergegangenen neuen Kriegsformen einen breiten Raum ein. Dazu gehört etwa die Automatisierung des Krieges durch Drohen bzw. Roboter, die vor allem von der Obama-Administration forciert wurde und in naher Zukunft auch von der EU in großem Stil durchgeführt werden soll. Tilgner stellt hier völlig zu Recht heraus, dass mit dieser Automatisierung enorme völker- und menschenrechtliche Probleme aufgeworfen werden. So gelten etwa die Genfer Konvention und die Haager Landkriegsordnung im Falle von Drohnenangriffen nicht. Dadurch wird die systematische Aushöhlung von Menschenrechten ermöglicht und die Errungenschaften in Sachen internationales Völkerrecht der letzten sechzig bis siebzig Jahre bedroht. In diesem Zusammenhang werden der Einsatz privater Sicherheitsfirmen und der Cyberkrieg ebenfalls betrachtet.

Formal lässt sich das sagen, dass das Buch sauber geschrieben ist. Der Autor kann in der Regel all seine Ausführungen durch Quellen belegen. Ausnahme sind hierbei einerseits Tilgners persönlich Erfahrungen in den verscheidenen Staaten und andererseits Abschnitte, in denen er von den Schilderungen von ungenannten Diplomaten und Bekannten berichtet. In dieser Angelegenheit müssen wir Tilgner einfach vertrauen, zumal es sicherlich journalistische Praxis ist, sich über Jahre eine Vertrauensbeziehung zu Kontakten aufzubauen und diese nicht einfach durch Nennung der Namen aufs Spiel zu setzen. Genau genommen macht Tilgner sich damit jedoch angreifbar gegenüber Kritikern, die dieses Buch sicherlich haben wird.

Insgesamt ist diese Lektüre für all jene zu empfehlen, die sich abseits der voherrschenden Darstellungen in den Medien ein differenziertes Bild machen möchten und sich für die Zukunft der Meschenrechte und des Völkerrechts interessieren.
14 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 30. Oktober 2012
Durch Berichte im Fernsehen ist mir Ulrich Tilgner seit langem als seriöser Berichterstatter aus Krisengebieten bekannt. Erstmals erlebe ich ihn hier als Buchautor und bin beeindruckt mit welchem Mut er die Politik des Westens nicht nur in Frage stellt, sondern für gescheitert erklärt.

Er schaut sich nacheinander den Iran, Syrien, Afghanistan, den Irak und Libyen an und berichtet sehr genau wie der Westen in diesen Gebieten tätig wird. Oft werden die militärischen oder politischen Aktionen des Westens von der Sicherung von Bodenschätzen der jeweiligen Regionen bestimmt, aber auch um weiterhin militärische Vormachtstellungen zu sichern.

Um so eindrücklicher sind Tilgners Beschreibungen wie die USA und ihre Verbündeten immer wieder neue Kriege begannen und hinter den Kulissen Niederlagen eingestehen mussten. Egal ob dies im Irak oder in Afghanistan der Fall ist. Uns wird dies immer noch als Sieg des Westens und der Demokratie verkauft.

An einer Stelle des Buches geht Tilgner auf die Situation der Christen in Syrien und dem Irak ein. Er beschreibt ihre Rolle als Mittler zwischen den Welten in den letzten Jahrhunderten. Heute werden eben diese Christen oft als Spione des Westens gesehen und sie werden drangsaliert und verfolgt. Folge davon wiederum ist, dass sie diese Länder in so großer Zahl verlassen wie nie zuvor.

Ulrich Tilgner jammert aber nicht nur. Er erteilt Krieg und auch Sanktionen klar und eindeutig eine Abfuhr, weil diese Mittel bislang selten zu gewünschten Zielen führten. Der Autor zeigt politisch mögliche Lösungsansätze, die er allerdings von westlichen Politikern kaum erwartet.

Ein Buch das aufrüttelt, Lösungen zeigt, aber mich doch auch ein wenig ratlos zurücklässt!
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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