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VINE-PRODUKTTESTERam 23. Januar 2009
Es gibt hier schon viele gute Rezensionen zu "Abbitte", so dass es meiner eigentlich nicht mehr bedarf, aber ich habe dieses Buch vor über einem Jahr gelesen und es geht mir nicht aus dem Kopf und immer wenn ich daran denke, habe ich dieses eigenartige flaue Gefühl im Magen, eine Art von Sehnsucht, wie es manchmal passiert, wenn man einen literarischen Schatz gehoben hat. Solche Schätze, die einen auch noch lange nach dem Lesen beglücken, findet man selten und deshalb habe ich das Bedürfnis, etwas zu schreiben und vielleicht sogar jemanden zu animieren, das Buch zu lesen.

Dies ist eine Geschichte mit den alten großen Themen: Liebe, Vergänglichkeit und Schuld. Eine Geschichte, in der erzählt wird, wie sich das Leben zweier Familien für immer verändert: An einem einzigen heißen Sommertag, durch einen tragischen Vorfall, die unglückliche Verkettung von Umständen und nicht zuletzt durch eine Lüge.
Faszinierend ist der Schreibstil und die Atmosphäre die das Buch ausstrahlt. Die ersten zwei Drittel des 544 seitigen Buches erzählen von den Begebenheiten dieses einen heißen Sommertages 1935 auf einem Landgut vor London, und alles findet fast in Echtzeit statt. Man spürt die erdrückende Hitze, die willkommene Kühle im Haus und die seltsame Gespanntheit, die auf allen Personen, die sich hier bewegen, zu lasten scheint.

Drei Geschwister: Da ist die dreizehnjährige Briony Tallis, schwer in der vorpubertären Phase steckend und am Anfang ihre Schriftstellerei stehend. Ihre ältere Schwester Cecilia, die in den Collegeferien nach Hause gekommen ist und sich plötzlich gegenüber Robbie, dem alten Freund aus Kindertagen, befangen fühlt. Der große aber unreife Bruder Leon und sein Schokoladenfabrik-Freund Paul, den er als Gast mitbringt.
Und eben dieser Robbie, der uneheliche Sohn der Köchin, der zusammen mit den drei Geschwistern aufgewachsen ist. Er und Cecilia stoßen an diesem Tag bei mehreren denkwürdigen Begebenheiten aufeinander und entdecken bis zum Abend, dass sie sich nicht verabscheuen, sondern lieben.
Schließlich die Mutter Mrs Tallis, die wenig glücklich verheiratet und immer überspannt ist, sowie deren pubertierende Nichte Lola und die zwei Neffen, 10-jährige Zwillinge, die zusammen aufgrund der bevorstehenden Scheidung ihrer Eltern auf dem Landsitz der Tante den Sommer verbringen müssen.
Briony schreibt an ihrem ersten Theaterstück und beobachtet vom Fenster aus eine seltsame "Brunnenszene" zwischen Cecilia und Robbie, wo Cecilia sich so gut wie nackt zeigt. Schockiert und erschreckt, kann sie diese Szene zwar instinktiv irgendwie "erotisch" interpretieren, aber in ihrer Kindlichkeit noch nicht in ihr "normales" Weltbild einordnen. Irritiert beobachtet Briony weitere seltsame Dinge....

Nun wird aus den Begegnungen und den kleinen Ereignissen, dieses Tages, mithilfe der unterschiedlichen Perspektiven, und zeitlich gekonnt verschachtelt, ein Bild gewoben, das sehr plastisch und eindringlich ist. Sogar die Mutter, die mit schwerer Migräne bewegungslos im abgedunkelten Schlafzimmer liegt, deutet die Aktivitäten im Hause in dem Sie die Geräusche auf ihre Art interpretiert. Einzigartig diese Schilderung!
Was mir auffiel ist, dass die Hitze dieses Tages nicht nur ein Begleitumstand ist, sondern fast als Ursache für jene Ereignisse erscheint, die auf dem Landsitz der Tallis ihren fatalen Lauf nehmen. Etwas Unerhörtes liegt in der Luft. Zunächst passiert jedoch nur wenig... Die kleinen Begebenheiten, deren Sinn sich erst später entschlüsseln wird, reihen sich aneinander, bis das Unerhörte tatsächlich passiert.
Ein plötzlicher krasser Break und der Leser befindet sich abrupt mitten im Geschehen an der Front des zweiten Weltkriegs. Dieser relativ kleine Abschnitt verdeutlicht die Schrecken des Krieges, in einer Eindringlichkeit, wie ich es selten gelesen habe. Die Erzählung pendelt nun zwischen Robbies Kriegserlebnissen und Briony Geschichte, die mittlerweile als Krankenschwester im Lazarett in London "abbitte" leistet. Auch der Prozess, ihrer Entwicklung zur Schriftstellerin wird hervorragend vermittelt und, ein Geniestreich, in die Geschichte verwoben. Ich will nicht zuviel verraten nur: Genial wie Ian McEwan dies eigefädelt hat!
... und ganz am Ende erwartet den Leser eine plötzliche Wendung, die sowohl verblüfft, als auch sehr betroffen macht. Ich hatte danach das Bedürfnis den Roman sofort, in diesem neuen Licht, das der Schluss auf ihn wirft, gleich noch mal lesen zu wollen.

Fazit: Ian McEwan gelang hier ein großer Roman über Schuld und Sühne. Einige bezeichnen das Buch als langweilig, da es wenig Action besitzt und sehr langsam ist. Mich hat es atemlos gemacht und ganz in seinen Bann gezogen! So unterschiedlich kann man es wahrnehmen. Es ist trotz seines Anspruchs, sehr leicht zu lesen, lasst Euch nicht abschrecken! In allem liegt eine Traurigkeit über das Vergängliche und die Liebe, welche die Menschen verbindet. Und es ist einfach eine herzzereisende Lovestory zwischen Cecilia und Robbie!
Ich kann mich nur tief verneigen vor Ian McEwan und diesen großartigen Stück Literatur!
Lesen!

Ach, ja: Lasst Euch auch die Verfilmung nicht entgehen: Abbitte Der Film von Jo Wright ist gut gelungen, denn eigentlich galt das Buch als un- bzw. nur schwer verfilmbar da alles aus verschieden Blickwinkeln und Zeitperspektiven erzählt wird. Dies hat der Film mit filmischen Mitteln meisterhaft umgesetzt und auch die lastende Hitze und die Überspanntheit der großen Eingangssequenz grandios in Szene gesetzt. Auch wenn er nach der erstem Filmhälfte etwas an Qualität verliert.
1818 Kommentare| 88 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juli 2007
Was kann ich als Leser über ein solches Buch schreiben, ohne es in die eigenen Unzulänglichkeiten, mit Worten umzugehen, hinab zu ziehen?

Die Beschreibung der Protagonisten ist psychologisch absolut stimmig und einfühlsam wieder gegeben. Hier die pubertierende "Heldin" des Buches mit ihrer kindlichen Einbildungskraft, ihrer trotzigen Hartnäckigkeit und des letztendlichen Unvermögens, ihre falsche Beschuldigung, die das Unglück zweier Menschen heraufbeschwört, zurück zu nehmen und das eigene Leben für immer prägen wird. Dort die Unsicherheit und Verwirrung zweier junger Menschen, aus deren Kinderfreundschaft auf einmal Liebe geworden ist. Die dieses Glück, der eben erst gewonnenen Liebe nicht leben können und allein gelassen sind in ihrem Kampf gegen das, was nun über sie herein bricht und sie über Jahre in verzweifelte Sehnsucht und Isolation stürzen wird. Dies alles berührt zu tiefst, ohne dabei je sentimental und kitschig zu werden.

Der Leser wird gerade in der ersten Hälfte des Buches so in die Handlung hinein gezogen, als wäre er selbst als stiller Beobachter an jenem Sommertag auf dem Landsitz zugegen. Und nicht nur das, er fühlt, lebt und leidet mit und fühlt sich ebenso hilflos wie diejenigen, über die das Unheil herein bricht. - Das Unheil, das sich fortsetzt in den schockierenden Ereignissen des 2. Weltkriegs.

Dies ist ganz große Erzählkunst, eine gut erzählte Geschichte, ganz in der klassischen Tradition englischer Literatur. Ich habe dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen. - Und es gibt zum Schluß nur Eines zu sagen: Unbedingt lesen!!!
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am 9. September 2007
"Abbitte" ist sicherlich einer der besten Romane von Ian McEwan geworden, ein sprachlich meisterliches Werk über Menschen, die um ihr Lebensglück schuldlos betrogen werden.
Dennoch gestehe ich - und da stehe ich im Vergleich zu meinen Vorrezensenten ziemlich allein da - : ich habe mir das Lesevergnügen hart erarbeiten müssen. Lange klingt der erste Teil wie ein betulicher englischer Gesellschaftsroman, die Schilderung einer trägen Festgesellschaft auf einem britischen Landsitz, gefiltert durch die pubertären Empfindungen einer überspannten 13-jährigen. Sanft und sehr, sehr langsam wird die Katastrophe dieses Sommerabends dramaturgisch vorbereitet.
Der zweite Teil ist dann das Kontrastprogramm: eine auch sprachlich beinharte und schnörkellose Schilderung des Rückzugs der britischen Soldaten in Nordfrankreich im Zweiten Weltkrieg. Auch der dritte Teil bleibt in dieser Zeit: Briony, die weibliche Hauptperson arbeitet in einem Krankenhaus, das verwundete Soldaten betreut. Im unaufgeregt angefügten Epilog schließt sich dann der erzählerische Kreis; erst dann wird klar, dass all die verschiedenen Stimmungen des Romans ein kluges dramaturgisches Stilmittel waren.
Ich habe die Lektüre in weiten Strecken weder besonders spannend noch entspannend gefunden. McEwans Sprachgewalt hat mich geradezu niedergedrückt; für meine Bedürfnisse macht der Roman auch zu viele Worte. Phasen des Stillstands und der existentiellen Not wechseln ab - der Leser wird emotional ziemlich gefordert. Aber: es zahlt sich aus, sich auf "Abbitte" einzulassen, wenn es auch - auf seine Weise - ziemlich harte Kost ist.
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am 26. Juni 2007
In guten Büchern bedarf es eines kleinen Anstosses, um das Leben der Menschen darin zum Einsturz, zur Umkehr oder Bestätigung zu bringen. Daß die dreizehnjährige Briony imstande ist, dies durch eine unwahre Behauptung zu schaffen, indem McEwan uns behutsam auf den Punkt hin führt, an dem wir erschüttert danebenstehen und zusehen müssen, mit welch kindlicher Naivität sie ihre Macht über das Leben anderer ausübt, gehört zu den einfühlsamensten Erzählpassagen der letzten Jahre.

In Büchern wie Der Zementgarten hat der Autor bereits bewiesen, wie scharf umrissen er die Verwirrungen der Kindheit zu beschreiben versteht. Weniger überzeugend der Erste Weltkrieg, den hätte es nicht gebraucht, auch wenn McEwan auch hier zu erzählen versteht.

Der wiederum gelungene Schluß hingegen, indem eine gealterte Briony auftritt, besitzt viel von der Ironie, die Ian McEwan seinen Romanen manchmal unterzieht. Ein lesenwertes Buch mit zwei, drei Schwächen, es gibt nicht viele Romane, die das von sich behaupten können.
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am 24. Oktober 2008
Ich habe das Buch gelesen, als der Film in die Kinos kam - und war absolut begeistert. Ian McEwan schreibt unglaublich detailliert, in einem sehr langsamen Erzähltempo. So nimmt der erste Teil, der den schicksalhaften Nachmittag und Abend im Jahr 1935 beschreibt, allein 266 Seiten ein - von denen keine einzige überflüssig ist. Nur wenige Autoren bringen dieses Kunststück fertig.
Die Umgebungen werden sehr genau beschrieben, sodass man die Orte stets quasi vor sich sieht, aber vor allem ist es das Innenleben der Charaktere, das vom Autor geradezu seziert wird. Der Leser erhält sehr intime Einblicke in Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Motivationen der Charaktere. Es wird deutlich, dass der Autor meint, was er schreibt; in vielen Facetten der Charaktere dürfte sich der ein- oder andere Leser wiederfinden.

Was mir außerdem deutlich aufgefallen ist: Ian McEwan urteilt nicht (oder zumindest so gut wie nicht), sondern beschreibt nur. Das macht ihn frei von stereotypen Charakterbildern oder Beschönigungen. So kann man auch als Leser unvoreingenommener an die Geschichte herantreten.

Mein Fazit: Dieses Buch ist wahrscheinlich eines der besten, die ich bisher gelesen habe, und es wird sicherlich nicht mein letzter Ian McEwan bleiben. Ich kann es absolut empfehlen. Es sollte aber klar sein, dass es sich hierbei nicht gerade um leichte Kost handelt. Wer einfach ein wenig Unterhaltung sucht, wird sich von der Detailfülle und auch der Thematik des Buches womöglich erschlagen fühlen. Wer allerdings gern Bücher liest, die zum Nachdenken einladen und im Gedächtnis haften bleiben, der sollte "Abbitte" lesen.
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am 14. Januar 2014
Ich habe kaum ein Buch gelesen, das mich so lange gefangen hielt! Es ist schon eine Weile her (2008), seitdem ich den Roman das erste Mal gelesen habe. Seitdem habe ich "Abbitte" mindestens dreimal gelesen und jedes Mal gefiel es mir genauso gut wie beim ersten Lesen.
Vorweg, dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer ein Buch sucht, das unterhaltend und schnell zu lesen ist, sollte darum lieber einen Bogen machen... An die, nicht genug bekommen können von poetischen Bildern, schicksalhaften Begegnungen und gerne Bücher lesen, die auch etwas anspruchsvoller sind: Ihr seid hier genau richtig! Und ich kann euch nur raten, dieses kleine Meisterwerk in Augenschein zu nehmen, denn ihr werdet es nicht bereuen!

DIE HANDLUNG: Ein heißer Sommertag in einem englischen Landhaus im Jahre 1935, an dem das Leben dreier Menschen für immer verändert wird. Die Familie Tallis freut sich auf das Eintreffen des ältesten und einzigen Sohnes Leon und seines Freundes Marshall.
Dies soll mit einem großen Essen und der Aufführung eines selbstverfassten Theaterstückes "Die Heimsuchungen Arabellas" der jüngsten Tochter Briony gefeiert werden . Die Proben sind in vollem Gange. Leider läuft es nicht so, wie es sich die dreizehnjährige Briony vorstellt, denn ihre Cousins und ihre Cousine Lola machen nicht so mit, wie sie es gerne hätte. Es folgt der Abbruch der Proben und Briony will das Stück am liebsten absagen.
Doch dann beobachtet sie eine Szene zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia und dem Sohn der Zugehfrau Robbie Turner. Briony glaubt, die Situation zu durchschauen. Doch dadurch begeht sie einen folgenschweren Fehler, der durch die Umstände und schicksalhaften Verkettungen an jenem Tag fatale Folgen für alle Beteiligten haben wird...

AUFBAU: Das Buch ist in drei Teile aufgebaut. Der erste Teil umfasst die Ereignisse des Sommertages 1935, geschrieben aus mehreren Perspektiven der Charaktere. Teil Zwei und Drei behandeln spätere Lebensabschnitte der Personen, die aufgrund der Folgen des besagten Tages ein völlig anderes Leben führen. Der zweite Teil widmet sich Robbies Zeit im zweiten Weltkrieg an der Front in Frankreich, während der Evakuierung der britischen Armee. Der dritte und letzte Teil beschreibt Brionys Leben als Krankenschwester zur gleichen Zeit in London. Die Teile sind jeweils aus der Sicht des gewidmeten Charakters geschrieben.

MEINE KRITIK: Wie schon erwähnt, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der Sprache liegt. Ian McEwan hat eine Poesie in seinem Schreibstil, welche unvergleichlich ist! Er lässt dadurch eine Atmosphäre entstehen, die einen sofort in den Bann zieht und in die Zeit zurückreisen lässt zu den beschriebenen Ereignissen. Man hat das Gefühl beim Lesen, das Zirpen der Grillen zu hören und die Wärme und Schwüle des Tages auf der Haut zu spüren.
Auch hat er die Macht, die Charaktere unglaublich genau einzufangen. Ihre Beweggründe werden dadurch dem Leser sehr transparent gemacht. Und man stellt sich die Frage, wie der Autor sich so gut in ein dreizahnjähriges Mädchen hineinversetzen kann! Das Entlarvende und Besondere dabei ist meiner Meinung nach, wie er einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt. Schnell wird einem klar, dass man oft ebenso handelt mit den gleichen Beweggründen. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch.
Dies spiegelt auch stark die Intention des Buches wider: Jede ach so unbedeutsame Begebenheit kann im Gefüge des Schicksals eine ach so große Lawine an Ereignissen lostreten. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt. Es fängt das Leben so gekonnt ein, dass man anfängt, selbst zu reflektieren. Wie oft dachten wir als Kinder, Dinge der Erwachsenen zu verstehen, nur um später festzustellen, dass es doch nicht so war. Wie oft machten wir im Leben einen kleinen Fehler, der im Nachhinein große Probleme mit sich zog...
Jedoch ist das Buch sehr anspruchsvoll, trotz der Magie des Schreibstils und der überraschenden Erkenntnisse, die man über sein eigenes Leben erhält. Das Ende ist, ohne viel zu verraten, nicht leicht zu verdauen... Es ist sehr schonunglos und doch gibt es einem Mut und Hoffnung.
Für mich selbst ist die Liebesgeschichte, die dieses Buch erzählt, eher sekundär. Auch wenn sie zu einer meiner liebsten Liebesgeschichten gehört. Denn dieses Buch ist kein einfacher Liebesroman, nein, es ist ein Roman über das Leben und die Macht der Fantasie. Deswegen möchte ich die Liebesgeschichte von Cecilia und Robbie hier auch nur am Rande erwähnen. Sie ist wunderschön geschrieben und auch ein toller Grund, das Buch zu lesen. Jedoch sollte es nicht der einzige Grund sein, "Abbitte" zu lesen, denn dann wird man mit dem Buch wahrscheinlich nicht ganz so glücklich werden...

MEIN FAZIT: Dieses Buch bleibt einem noch lange im Gedächtnis. Es gehört für mich ohne Zweifel zu den größten Werken der Literatur!
Voller Poesie und Atmosphäre. Mit traurigen, aber auch witzigen Momenten und einem Ende, das noch lange nachhallt... Mein absoluter Lesetipp für all diejenigen, die sich nicht scheuen, sich an leisere und vielleicht auf den ersten Blick "langweiligere" Bücher heranzutasten. Wer hinter die Fassade, blickt wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt!

Natürlich habe ich auch den Film zum Roman gesehen. Ich finde ihn trotz einiger Abänderungen sehr gelungen! Er gehört definitiv zu meinen Lieblingsfilmen. Wer den Film gesehen hat und mochte, dem kann ich das Buch nur empfehlen! Ich denke nicht, dass man enttäuscht wird. Im Gegenteil! Meiner Meinung nach ist das Buch noch besser, aber so ist es ja eigentlich immer mit allen Büchern... Umgekehrt kann ich den Film natürlich auch für alle empfehlen, die das Buch gelesen haben ;)
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am 12. November 2006
Abbitte ist eines der besten Bücher von McEwan. Es ist zwar weniger abgründig als andere seiner Bücher, aber nichts desto trotz gibt es auch in diesem Buch Abschnitte, die von dem für McEwan typischen unterschwelligen Bedrohungsgefühl geprägt sind. Dies wird besonders im ersten Teil deutlich, der meisterlich die Ereignisse eines Tages aus sicht unterschiedlicher Charaktere beleuchtet. Der anschließende Bruch kommt unerwartet und wechselt den Stil. Mit dem dritten Teil folgt ein weiterer Bruch. Dadurch folgt das Buch dem Leben unterschiedlicher miteinander interagierender Figuren, um so gekonnt Themen wie Schuld und Vergebung zu thematisieren.

Ich möchte allerdings nicht behaupten, den tieferen Sinn des Buches verstanden zu haben. McEwans Bücher zeichnen sich meiner Meinung nach in erster Linie durch präzise und glaubwürdige Charakterzeichnungen aus und thematisieren häufig schicksalsbestimmende Schlüsselsituationen im Leben der unterschiedlichsten Menschen. Er inszeniert diese aber stets subtil und feinfühlig, so dass der Schrecken zwar erwartet, aber deshalb nicht geschmälert wird (s. "Der Trost von Fremden"). Packende und fesselnde Romane, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, schreibt McEwan nicht. Dafür behält man Sie meist lange in guter Errinerrung, da man Figuren aus Romanen selten so nahe kommt und versteht, wie bei McEwan. Seine Figuren reagieren nicht auf die Situationen, die ihnen ein konstruierter Plot anbietet, sie haben eigene Gedanken, sind nicht selten gebildet und immer stets selbst Motor der Geschichte. Die Bandbreite an Figuren, die Mcwan glaubhaft hervorbringt ist immens. Ich bin ein Fan geworden und lege es jedem nah sich auf McEwans Bücher einzulassen, obwohl Sie leider vielen Lesern zu grenzwertig oder gar langweilig erscheinen.
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am 26. Oktober 2014
Dieses Buch hat es mir wirklich nicht leicht gemacht!

Inhalt:
Briony ist gerade einmal 13 Jahre alt und schon eine begabte Schriftstellerin, als sie im Sommer 1935 ihre Schwester und deren langjährigen Freund Robert Turner beobachtet. Nach anschließend furchtbaren Geschehnissen, nimmt Briony alles in die Hand und verändert es komplett. Aus Unwissenheit oder um ihre Geschichte zu perfektionieren, sie lädt eine enorme Schuld auf sich. Und dann kommt der Krieg und macht alles noch schlimmer.....

Cover:
Unsere Bibliothek hat eine Ausgabe von RM-Buch-und-Medien-Vertrieb; Auflage: Ungekürzte Lizenzausgabe (2005), also habe ich das dazugehörige Cover:
Weiß und orange harmonieren nicht unbedingt gut. Warum damit die Hälfte des Covers verschwendet wurde, weiß ich wirklich nicht.
Das Mädchen mit dem träumerisch leidenden Blick, das sich auf seinen Armen abstützt, ist doch viel verheißungsvoller und passt auch noch wunderbar zum Buch!

Meine Meinung:
Man braucht wohl etwas Zeit, um dieses Buch zu lesen und nebenher liest es sich schon gar nicht gut.
Anfangs hat die Geschichte mich dann aber schon bald in ihren Bann gezogen. Es ist faszinierend, wie der Autor die Geschichte schildert. Man fängt automatisch an sich Fragen zu stellen, man wird mit hinein gerissen in diesen Strudel.
Die Idee an sich ist schon eigen im positiven Sinn, ihre Umsetzung ist ....mir fällt kein passendes Wort dafür ein.
Die Charaktere sind perfekt, also nicht perfekt von ihren Werten, sondern perfekt struktuiert, abgestimmt und lebendig gemacht. Vielleicht ist perfekt gar nicht das richtige Wort, denn sie sind so selbstverständlich. Man kann zu ihnen durchdringen.
Der Schreibstil unterstreicht diese Eigenheit, macht das Buch einzigartig.
Der erste Teil, der Teil um Brionys Lüge, die ersten 266 Seiten, waren ein Meisterwerk, unbeschreiblich gut. Aber dann kam Teil zwei, ein Sprung in die Zukunft, der leider relativ langweilig anfing.
So viel muss ich verraten, es ging um den Krieg, die Sicht des Krieges und die Gefühle, aber auf diesem Bereich war das Buch so Mainstream, so gar nicht mehr dieses besondere Meisterwerk. Mein Interesse ist also vorerst eingeschlafen, ich habe nur weitergelesen, weil ich wissen musste zu welchem Ende Brionys Lüge führt. Zum Glück hat sich die Geschichte wieder zu ihrer Besonderheit zurück geangelt und das Ende hatte wieder diese eigene, meisterhafte Note. Ja, ein Ende, dass einen ein wenig stutzig macht und überlegen lässt. Ein Ende nach meinem Geschmack also. Sehr schön auch, dass es so einen runden Abschluss hatte.

Fazit:
Ein Buch mit Höhen und Tiefen, nichtsdestotrotz genial!
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am 11. Juni 2013
Vor cirka einem Jahr bin ich auf den Film "Abbitte" gestoßen und war restlos begeistert. Ich hab ihn immer und immer wieder angesehen und wollte schließlich auch endlich das Buch lesen. Ich kann nicht sagen was von beidem besser ist, obwohl ich meistens doch eher zu den Büchern tendiere. Auch in diesem Fall kann ich das Buch wirklich wärmstens empfehlen. Der Schreibstil ist äußerst angenehm und jede Seite ein Genuss. Es fällt schwer beim Lesen überhaupt jemals eine Pause einzulegen. Sowohl die Umgebung als auch die einzelnen Handlungen sind durch gut gewählte Worte leicht vorzustellen und nachvollziehbar, und das macht dieses Buch wirklich aus. Vor allem Leser mit einem Hang zum Drama werden es lieben, weil die gesamte Handlung auf einem einzigen Fehltritt einer der Protagonisten aufbaut, den man die gesamte Geschichte über verflucht und dadurch schön mitleiden kann.

Kurz zusammengefasst erzählt das Buch eine wunderschöne und herzzerreißende Liebesgeschichte, die im Bücherregal eines jeden begeisterten Lesers stehen sollte. Meiner Meinung nach ist es eines der schönsten Bücher die ich je gelesen habe.
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am 13. Mai 2008
ich muss sagen, es ist schon lange her, dass mich ein buch so gefesselt hat!
die art zu schreiben hat mir sehr sehr gut gefallen , vor allem diese realistischen beschreibungen der geschehnisse im krieg oder auch einer migräne .
ich konnte mich noch nie so gut in die personen hineinfühlen, wie bei diesem buch !
ich bin richtig traurig, es schon ausgelesen zu haben : )
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