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Kundenrezensionen

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am 7. Mai 2013
Johann Friedrich von Allmen hat über Jahre in großzügiger Weise das Erbe seines Vaters unter die Leute gebracht. Er hat sich mit schönen Dingen umgeben, hat lustvoll gespeist, ist pompös gereist und hat kulturvoll dem Müßiggang gefrönt. Da er gewohnt war, mit Geld zu leben, verschwendete er keine Gedanken daran, wo es her kam. Nun, da die Quelle zu versiegen droht, muss Allmen sich damit beschäftigen, mit weniger Luxus auszukommen. Er schränkt sich zwar ein, hat aber dabei klare Vorstellungen, worauf er keinesfalls verzichten möchte. Dazu gehören sein Bechstein-Stutzflügel, das Premierenabonnement der Oper und der treue Carlos, der ihm die all zu profanen Besorgungen des alltäglichen Lebens abnimmt. Um seine Kreditwürdigkeit bei seinen Gläubigern bewahren zu können, kann Allmen nicht immer auf legale Weise vorgehen, wenn er wieder ein paar Franken in die Haushaltskasse fließen lassen muss. Aber selbst im Rahmen seiner Geldbeschaffungskriminalität bewahrt er Stil und Charme eines Gentlemans.

Auf gewohnt unterhaltsame Art serviert uns Martin Suter mit „Allmen und die Libellen“ eine spannende Detektivgeschichte, die glaubhafte Bezüge zur Realität hat, ohne diese all zu genau wiedergeben zu wollen. Vom eigentlichen Fall um die außergewöhnlichen Jugendstil-Schalen von Gallè soll hier zum Erhalt der Spannung nichts preisgegeben werden. Die Geschichte aber lebt auch vom glitzernden Flair der reichen Welt, die häufig nur eine Fassade für den moralischen und kulturellen Verfall dahinter ist. Allmen selbst ist im umgekehrten Sinne wiederum nur ein Scheinbild der vornehmen Gesellschaft, indem er zwar deren Sitten und Bräuche aus fester Überzeugung beibehält, ihm aber das große Geld abhanden gekommen ist. Aus dieser Diskrepanz nähren sich fortwährend die kleinen und großen Konflikte, denen sich Allmen als armer Reicher ausgesetzt sieht.

Da Suter seine Geschichte mit schnell entworfenen Bildern, kurzen Szenen und griffiger Sprache filmreif und zügig vorantreibt, ist die Lektüre unterhaltsam und vergnüglich. Gern folgt man Allmen auf seinen Streifzügen durch die gehobene Gesellschaft. Ohne unbedingt zum Jet-Set zu gehören, kann man sich diese Lebensweise immerhin vorstellen. Zudem wird die Echtheit des Reichtums durch die reale Lebenssituation des Helden von Suter auf augenzwinkernde Art gebrochen. Aus der Tatsache, Wohlstand gewöhnt zu sein, ergibt sich bei Allmen etwas wie „unverschuldete Dekadenz“, die er aber durch Charme und Würde auf einnehmende Weise wieder ausgleichen kann. Hinzu kommt die Figur des Dieners Carlos, der mit allerhand Fertigkeiten und kluger Verschwiegenheit ausgestattet, eine perfekte Ergänzung des sympathischen Lebemanns Allmen darstellt.

Allmen und Carlos entwickeln bei ihrer Lösung des Libellen-Falls eine tragende Geschäftsidee, die ihnen auch in Zukunft eine reiche Einnahmequelle sein soll. Das originelle Duo wird also auch weiter zur allgemeinen Freude der breiten Leserschaft ermitteln. Denn: Wer Suter mag, wird Allmen lieben.
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am 21. Oktober 2012
Martin Suter hat wieder einmal eine Geschichte, einen Krimi erzählt, in der für ihn so typischen Sprache; mit den für ihn so typischen Charakteren und in der für ihn so typischen Atmosphäre.
Ich fand das Buch rund, gelungen und werde mich heute Nachmittag an den Folgeband machen.

Was mir aber an Suter außerordentlich gefällt: während es zunehmend Krimis, Romane gibt, die häufig 600 und mehr Seiten umfassen- und das häufig auch nur, weil künstlich in die Länge gezogen - schafft es Suter, seine Geschichte rund und gut in 200 Seiten zu packen und das bei höchstem Lesegenuss.
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TOP 500 REZENSENTam 7. Januar 2011
Wenn ich das neue Werk von Martin Suter in seinen Inhalten verdichte, dann sind es diese 3 Punkte:

1. Höchste Spannung

Schnell ist man drin, fokussiert auf eine Person und nicht ein Konglomerat von Beziehungsnetzen, die man erst begreifen muss. Man fühlt sich dieser Person sehr nahe und hat sofort emotionale Nähen zum Protagonisten, ja, irgendwie kommt er einem bekannt vor. Vielleicht kam es bei mir über die Tatsache, dass Allmen, der Protagonist und dem verarmten Adel zugehörig, lese-süchtig ist, ja Bücher als Allheilmittel gegen alle Anfechtungen und Probleme ansieht. Egal, was vorher war, bei Somerset Maugham verfliegen bei ihm alle Sorgen, entstehen neue Welten, die ihn faszinieren, an seinem Flügel sitzend, mit klassischer Musik, er der Büchersack, alles neu erklingen lässt und not-wendet. Dass der Kunstraub tatsächlich passierte, gibt dem Buch Würze und die Spannung bis zum Schluss lässt eine überraschende Wendung zu!

2. Kreative, weite Sätze

Suter schreibt in höchster Spannung glas-klare Sätze, ruhig, beobachtend, jene Dinge abrufend, die man kennt, aber so noch nie auszudrücken in der Lage gewesen wäre. Dazu braucht man keine 500 Seiten, sondern die Reduktion auf Wesentliches bereichert die eigene Erinnerung und nimmt seine Sätze mit in den eigenen Sprachschatz. Unnachahmlich, wie er Allmen's hohe Kreditwürdigkeit erklärt, die er sich in Zeiten des übervollen Geldkontos erworben hat. Und wie er heute davon profitiert. Was mir bei vielen Romanen, auch bei Klassikern wie den Buddenbrocks, oft zusetzt, ist das weitschweifig gedrechselte, jedes Detail erklärende. Bei Suter stehen die Sätze frei im eigenen Raum des Lesers, ein Schreibstil, der m.E. beim Entstehen weitaus mehr Anstrengung erfordert als lange, verweilend langweilige Satzkaskaden.

3. Ideale Länge

Die klare, verständliche Sprache ist deshalb so, weil sie ungeschwurbelt und klar wie ein Schweizer See daherkommt. Nichts ist überflüssig, es scheint so perfekt wie die Schweiz vordergründig schön und romantisch ist, überschaubar und doch tiefgründig echt. Man kann diesen Roman bequem in zwei Tagen lesen, so wie ich das getan habe. Dabei lese ich Suter's Werke immer nochmal, um die feinen Nuancen und Zwischentöne aufzunehmen, die ihn so auszeichnen. Hier sind es die Hotelbesuche, die Gespräche an der Rezeption, mit dem Hotepersonal, das Sich-Bedienenlassen, dessen Kunst er in vielen Sätzen nachzeichnet. Allmen ist gerne in Hotels, genießt das Verwöhnt-Werden, das sich immer wieder neu auf Situationen Einlassende.

INSGESAMT kann einen an Suter die Beobachtungsgabe, der feinste Blick auf die Schweizer Gesellschaft immer faszinieren. Nahm er in den Geschichten aus der Business-Class die Oberschicht bzw. das biedere Management gerne aufs Korn, so überzeichnet er hier im Grunde die fatal gelangweilte Schicht muße-orientierter Erben. Man fragt sich selbst, was würde man tun, wenn man Millionen hätte: etwas beitragen, etwas Neues kreieren oder einfach alles großzügig verleben? Allmen lebt ohne Schuld, ohne schlechtes Gewissen, er hilft anderen, ist ein Aus-der-Welt-Genommener, der sein Geld reichlich abfließen lässt. Er kommt erst zurück ins Leben, als er sein eigenes Minus-Wachstum korrigieren und mit seinem Charme andere betrügen muss, seiner einzigen erworbenen Fähigkeit außer dem Geldausgeben. Erst dann nimmt er seine Mitmenschen wirklich wahr und erlebt echte Mit-Menschlichkeit. Er hatte seinen Helfer und außerplanmäßig anwesenden Ausländer bzw. Diener immer zuvorkommend behandelt und wird von diesem jetzt nicht fallen gelassen. Ein Segen ausgleichender, menschlicher Gerechtigkeit.

Die schönste Stelle für mich ist jene zu Beginn, als er eine Dame kennenlernt, die ihm nach dem schnellen Bargespräch schon in der Oper sehr nahe kommt bzw. er es auch danach einfach geschehen lässt. Die Beschreibung klingt sehr authentisch und man kann sie besser verstehen, wenn einem einschlägige Schweizer Lokale bekannt sind, in denen (ältere) Frauen sich zügig nehmen, was sie an (jungem männlichem Nachwuchs) wünschen. Warum auch nicht, wir leben im Zeitalter der Gleichberechtigung! Allmen muss auch dies erleiden und zu seinem eigenen Erstaunen wird bei seiner mußischen Betrachtung des Lebens fast jede Lage zu einer Chance. Er sieht im Haus der ihn für eine Nacht Begehrenden Kunstwerke, die er zu Bargeld machen könnte, um seinen zudringlichen Gläubigern die Faust offen zu halten ...

Mehr sei nicht verraten. Unbedingt lesen! Schon jetzt freue ich mich auf die weiteren Bücher bzw. Geschichten, die Allmen zusammen mit seinem unentbehrlichen Diener erleben wird.
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am 6. Juni 2017
Nachdem ich Suter's Roman "der Koch" als grossartig, originell, phantasievoll empfunden habe, muss ich gestehen, dass das vorliegende Werk mich eher entaeuscht hat.
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am 4. Februar 2011
So dünn wie die Buchdecke ausgefallen ist, so dünn kommt (quantitativ) der Inhalt daher. Nachdem mich "Der Koch" so begeistert hat, habe ich alle Romane von Martin Suter hintereinander verschlungen, und mir hat alles so gut gefallen, dass ich "Allmen und die Libellen" blind gekauft habe. Ich mag diese präzise und schnörkellose Sprache und die Art wie er seine Geschichten erzählt. Martin Suters Stil ist für mich die moderne Fortführung großer Schweizer Schriftsteller wie Friedrich Dürrenmatt oder Max Frisch. Ohne Zweifel, auch dieser Suter ist wieder kurzweilig und fein erzählt. Doch nach nur 2 Stunden Lesevergnügen bleibt ein bisschen der schale Geschmack, ob da nicht einfach mal jemand schnelle Kasse machen wollte. Trotzdem bin ich auf den nächsten Suter gespannt, aber da werde ich mich bis zum Taschenbuch gedulden.
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Martin Suter ist in beeindruckender Weise gelungen, wovon viele seiner ehemaligen Berufskollegen träumen. Vom Schreiben leben können, ohne sich als Sprachrohr von Herstellern überflüssiger Artikel verdingen zu müssen. Werbetexter, das war mal. Heute zählt Martin Suter zu den bekanntesten Autoren deutscher Sprache und kann sich sein bestes Werk "Small World" im Kino ansehen, mit Gérard Depardieu in einer der Hauptrollen. Ich mag Martin Suter den Erfolg gönnen, weil er ein sympathischer Mensch ist, sich in verschiedenen Genres versucht und einen eigenständigen Stil fand. Auf sein neues Buch war ich auch deshalb gespannt, weil mich sein letzter Roman "Der Koch" überhaupt nicht überzeugte.

Auf dem hart umkämpften Gebiet der Krimi-Autoren hat sich Martin Suter bisher noch nicht gezeigt. Und nur sein Name würde nicht reichen, um die Liebhaber von monumentalen oder außergewöhnlichen Verbrechen, schrulligen Detektiven und originell verstorbener Menschen zum Überlaufen zu bewegen. Aber nach der Lektüre von Martin Suters erstem Fall bin ich zuversichtlich, dass es ihm gelingen wird, Johann Friedrich von Allmen als Serienfigur zu etablieren. In diesem Genre kommt es Martin Suter zugute, dass er als erfolgreicher Werbetexter die wichtigsten Lehrsätze verinnerlichte, wie man ein Publikum verführt, bei Laune hält und überrascht. Wer mehr über den Inhalt wissen möchte, lese die erstklassige Rezension von Dr. Ursula Kempf.

Nach der Regel "Most advanced yet acceptabel" vorgehend, nimmt Martin Suter bekannte Elemente erfolgreicher Krimiautoren auf und verändert sie gerade so stark, dass wir sie als Leser erkennen und dennoch als neu empfinden. So erinnert John Allmen an Figuren, die wir trotz ihrer adligen Lebensweise sympathisch finden, weil sie mit den Gepflogenheiten ihres Standes nicht zurechtkommen. Und auch Carlos, sein Diener und Helfer, glauben wir aus anderen Romanen bereits zu kennen, obwohl er ein ehemaliger Schuhputzer aus Guatemala ist. Wir mögen das ungleiche Paar und freuen uns darüber, wenn es die Vertreter einer Einkommensklasse, zu der wir nie gehören werden, an der Nase herumführt. Wir verzeihen Allmen seine Hochstapeleien und Carlos sein Tiefstapeln. Wir finden es richtig, dass die scheinbaren Opfer zu Täter werden und hart auf einem Boden aufprallen, den wir tagtäglich betreten. Und wir danken es Martin Suter, dass er uns über die Mauern gucken lässt, hinter denen Millionäre mit ihrer Entourage die Welt des schönen Scheins zelebrieren.

Wie Martin Suter seine Hauptfigur einführt und dessen Charakter beschreibt, erinnerte mich an Gottfried Keller. Denn wir erschließen die Persönlichkeit Allmens aus den Objekten seiner nächsten Umgebung und aus seinen unscheinbaren Alltagshandlungen. Den großen schweizerischen Schriftsteller Gottfried Keller ins Spiel zu bringen, heißt natürlich nicht, dass ihm Martin Suter schon auf gleicher Augenhöhe begegnen könnte. Aber die Leichtigkeit, mit der Suter seine Figuren diesmal agieren lässt und die präzisen Dialoge halten vielen Vergleichen stand. Zudem ist der Verzicht auf spektakuläre Handlungen äusserst wohltuend und macht es dem Leser einfacher, sich an der kunstvollen Komposition dieser Gaunerkomödie zu erfreuen.

Mein Fazit: Ob es Martin Suter gelingen wird, aus John oder Johann Friedrich von Allmen eine tragende Serienfigur zu formen, wird sich zeigen. Den Auftakt halte ich auf jeden Fall für geglückt. Mit viel Charme und Ironie lässt der bekannte Autor das ungleiche Paar Allmen und Carlos ein Abenteuer bestehen, das alles andere als geplant war, aber die Finanznöte des sympathischen Lebemannes Allmen auf überraschende Weise löste. Wer von Serienmördern, Psychopathen und neurotischen Kriminalkommissaren genug hat, wird an Suters Gaunerkomödie auf hohem Niveau bestimmt Freude haben.
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Hörbuch-Rezension: ALLMEN UND DIE LIBELLEN, von Martin Suter, gelesen von Gert Heidenreich
4 Audio CDs im aufklappbaren Pappkarton (CDs in einzelne Papphüllen), mit kleinem Booklet |ungekürzte Lesung Laufzeit 244 Minuten erschienen bei Diogenes

Das Schöne an Martin Suters Romanen ist die einfache und klare Sprache. Und die faszinierenden Millieustudien, die ich anhand seiner Romane bisher so ausgemacht habe. Das hat mir schon beim TEUFEL VON MAILAND und bei DER KOCH gut gefallen. Dennoch bin ich nicht völlig sicher, ob ich nach diesem Ausflug in die Welt des Schweizer Geldadels noch einmal mit dabei bin. Wenn Gert Heidenreich wieder liest, vermutlich schon. Soviel vorab...

Mir erscheint dieser Protagonist, Von Allmen, zu langweilig und trotz ausführlicher Charakterisierung wird mir hier kein Oberschichten-Robin Hood aus diesem Snob, der es von klein auf nie gelernt hat mit dem vielen Geld (des Vaters) umzugehen. Von Allmen hat nämlich Schulden und kommt mit seiner bisherigen Gelbeschaffungsmethode - kleinere Diebstähle, die er als Selbstverständlichkeit ansieht - nicht mehr richtig über die Runden. Dass er auch seinen persönlichen Diener - Guatemalese, ohne Aufenthaltserlaubnis freilich - nicht mehr bezahlen kann, beschert ihm nur minder Kopfzerbrechen. In eine- zumindest für seine Verhältnisse - echte Bredouille gerät er erst, als er nach einem One Night Stand den Absprung von der lästigen Dame nicht so recht schafft. Allerdings! Schnell vergessen, dass die Dame mehr von ihm will, als er in der Sammlung ihres Vaters auf eine Sammlung Jugendstil-Vasen stößt. Eine unwiderstehliche Gelegenheit ... die unabsehbare Folgen nach sich zieht.

Einen so genannten Kriminalfall ahnt und erhofft man über mehr als die Hälfte der Gesamtlaufzeit; erst auf den letzten 60 Minuten der einigermaßen "tricky" ausgedachten Story gewahr. Der Aha-Effekt versöhnt mich! (Ein zustimmendes Lächeln zaubert mir eine Erwähnung in dem kleinen Booklet aufs Gesicht: Dass es nämlich im Oktober 2004 tatsächlich einen solchen Kunstraub (bisher ungeklärt) gegeben haben soll. Bravo, Herr Suter!)

Das Schöne an dieser Hörbuch-Lesung: Die ausgezeichnete Stimme von Gert Heidenreich. Perfekt. Jede Betonung sitzt. Alles schön sonor. Gefällt mir ausgezeichnet. Jeder Charakter aus den Dialogen bekommt sein eigenes Gesicht.
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am 16. September 2012
Einfühlsame Beschreibung eines alternden Grandseigneur: Geld muss man mit vollen Händen ausgeben; Musik, Bücher, Kunst und Kultur sind überhaupt das Wichtigste im Leben - wie wollen wir uns dieser schönen Erzählung über die schönen Dinge des Lebens nähern? Vielleicht so: Nachdem ich vor einigen Wochen mein erstes Buch von M. Suter gelesen hatte (Lila Lila), beschloss ich, mindestens noch zwei oder drei weitere Romane dieses Autors zu lesen, so gut hatte mir dieser erste gefallen. Eher zufällig griff ich nach "Allmen" und wurde wieder positiv überrascht:

"Das Opernpremierenabonnement war ein weiteres Kernstück auf Allmens Liste der lebensnotwendigkeiten. Erst wer sich das nicht mehr leisten kann, ist wirklich pleite"(S.36). Wir sehen einem alternden Lebemann dabei zu, wie er in Würde mit den Kalamitäten des Lebens umgeht und auf seine alten Tage noch einmal beginnt zu kämpfen. Ganz dramatisch sogar, denn es wurde auf ihn geschossen, und er will doch leben! Aber dieser "plot" des Buches, die Kriminalgeschichte, ist nicht die Hauptsache, die Geschichte von den fünf wunderschönen Gallé-Schalen mit den Libellen darauf, und wie diese Schalen entwendet werden und wer sie wann, warum entwendet hat, und wer am Ende das Geld bekommt. Viel wichtiger und wirklich lesenswert ist dieses Buch wegen der eleganten, leichtläufigen und zugleich einfühlsamen Beschreibung dessen, wozu man Geld eigentlich braucht, und wie man es sinnvoll verschwendet, und wie gut es tut, horrende Trinkgelder zu geben oder an einem einzigen Abend für ein gediegenes Zwei-Personen-Dinner 6000 Schweizer Franken zu bezahlen. Den Luxus und die Verschwendung und die hohe Kunst des Lebens in Schönheit und Würde mir liebenswert annehmbar zu erzählen, das hatte vor M. Suter mit diesem kurzen Roman noch niemand geschafft, denn ich bin eher ein sparsamer, bescheidender Mensch. Nun denn, es geht auch anders, und gar nicht mal so schlecht!
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am 22. Dezember 2012
Allmen und die Libellen scheint der Auftakt einer Krimiserie zu sein. Im Mittelpunkt steht der Müßiggänger Allmen, der über viele Jahre ein Millionenerbe verpulvert hat und nun vor dem Scherbenhaufen seines finanziellen Ruins steht. Seine Villa musste er verkaufen, Gläubiger beginnen rabiat zu werden und Freundschaften drohen zu zerbrechen, nur sein Butler Carlos, der längst zu einem Mädchen für Alles" geworden ist, hält noch zu ihm. Da für Allmen Arbeiten nicht infrage kommt, wird er zum Dieb teurer Kunstgegenstände und Antiquitäten. Sutter erzählt die Geschichte gewohnt gekonnt und präzise. Ihm genügen oft ein zwei Sätze, um ganze Charaktere zu beschreiben und lebendig werden zu lassen. Leider fehlt es dem Plot etwas an Pfeffer und Spannung, daher nur 4 Sterne.
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am 12. Dezember 2012
... ein (wiedereinmal) wortgewaltiges Buch von Martin Suter, welches ich an einem Tag verschlungen habe. Riechen Sie das Croissant? Den Geruch im Gärtnerhaus? Die muffig abgestandene Luft in der Bibliothek, die Flügelpolitur und den Einband der Bücher?
Wie kein anderer inszeniert Suter ein weiteres Mal filmreiche Szenen im Kopfe des Lesers, der sich von Seite zu Seite durch einen wortgewandten Roman-Krimi liest und gefesselt auf die allesentscheidende Wendung am Schluss des Buches pocht. Die da -übrigens- den Höhepunkt der Geschichte bildet.

Wieder einmal mehr habe ich mir nach Beendigung des Buches 200 Seiten mehr gewünscht ... Und sie in "Allmen und der rosa Diamant" gefunden. Absolut empfehlenswert, nicht nur für Suter-Liebhaber!
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