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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 24. September 2012
....wenn ein Buch nicht spannend ist. Ich bin ein großer Suter-Fan, habe alle seine Bücher verschlungen, mich immer bestens dabei unterhalten gefühlt. Ich bewundere nach wie vor seine Ideen, seine Fantasie, so auch bei diesem Roman, der eigentlich eher eine Kurzgeschichte hätte werden können, hätte der Autor auf die sehr detaillierten, minutiösen u. doch eher langatmigen, um nicht zu sagen, langweiligen, Aktionen der beiden Witwer verzichtet. Klar, wenn man die Zeit (die es ja nach deren Theorie nicht gibt) um 20 Jahre zurückdrehen möchte, kann dies nicht in ein paar Tagen bzw. in dem Fall Sätzen geschehen. Aber derart ausführlich u. sehr oft auch völlig unglaubwürdig, unlogisch u. nicht nachvollziehbar, hätte nicht sein müssen.
Ich habe das Buch teilweise quer gelesen, d.h. wenn zum wievielten Male beschrieben wurde, wie ein Strauch gesetzt, beschnitten etc. wurde, hab ich das einfach überblättert. Zum Fortgang der Handlung hat es sowieso nicht beigetragen. Den Schluss finde ich ziemlich an den Haaren herbei gezogen, erinnerte mich an frühere TV-Serien-Enden.
Ein paar Szenen und wie immer das Lokalkolorit zeigten, dass es doch Martin Suter, ein famoser Autor, war, der es geschrieben hat.
Aber alles in allem war es für mich wohl sein schwächster Roman, ich freue mich auf den nächsten, es kann nur wieder besser werden.
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am 28. August 2012
Ein gänzlich sinnloser Mord geschieht und auch ein knappes Jahr später hat Peter Taler keinerlei Anhaltspunkt, warum seine Frau vor der gemeinsamen Haustür hinterrücks erschossen wurde. Er flüchtet in Rituale, um die Zeit irgendwie verstreichen zu lassen, doch eigentlich steht sein Leben still, eine Verarbeitung des Geschehens ist nicht möglich, da es gänzlich unverständlich ist.
Aich zur Arbeit schleppen, Einkaufen, Bier trinken, aus dem Fenster starren, jeder seiner Tage verläuft auf die immer gleiche Weise, bis er plötzlich irritiert feststellt, dass sein Ausblick aus dem Wohnungsfenster sich irgendwie verändert hat, er aber nicht definieren kann, was daran anders ist. Für den Fall, dass sich dies wiederholt, macht er Fotos und stolpert dabei auf der Digitalkamera über die letzte Aufnahme, die seine Frau seinerzeit gemacht haben muss. Dieses Foto nimmt Suter zum Anlass, den Leser (bzw. Hörer wie in meinem Fall) auf eine extrem ausführliche, für mein Empfinden quälend langatmige, Exkursion in eine Parallelwelt zu bugsieren, in der ein aberwitziges aber leider auch in seiner langen Vorbereitung nicht sonderlich spannendes Experiment gestartet wird, welches durch das Rückgängigmachen von 20 Jahren Veränderung einen Punkt der Vergangenheit wiederauferstehen lassen möchte. Nebenbei wird dem Leser noch eine ausgedehnte falsche und eine kurz angedeutete richtige Fährte serviert, die beide nicht all zu schwer zu durchschauen sind.

Ich habe mich als Suterfan seit der Ankündigung des Buches sehr darauf gefreut und direkt bei der (Vorab-)Veröffentlichung des Hörbuches bei Audible gerne zugeschlagen. Leider hat es mir insgesamt überhaupt nicht zugesagt und ich war sehr erstaunt, hier nach dem Hören ausschließlich 4 Fünfsternerezensionen vorzufinden. Für mein Empfinden ist die Geschichte sehr dünn und die Beweggründe, die die Hauptfigur dermaßen aufopfernd an seinen Nachbarn binden und eine unglaubliche Kröte nach der anderen klaglos schlucken lassen, erschreckend schlecht nachvollziehbar. Regelrecht verärgert bin ich jedoch über die stundenlange (wie gesagt, ich habe das Buch gehört) und viel zu detaillierte Schilderung der gemeinsamen Arbeit der Beiden, die die Umgebung rund um ihre Wohnungen optisch perfekt in die Zeit von 1991 zurück versetzen sollen. Das nehme ich dem Autor wirklich übel, diesem Sachverhalt, der das halbe Buch einnimmt, dermaßen viel Raum zu geben, ohne das es die Handlung irgendwie voran bringt. Einfach schlimm. Sorry, Herr Suter.

PS: Den Lesern, die Freude an Gedankenspielen zum Thema Zeit haben, kann ich an dieser Stelle das Buch "Und immer wieder die Zeit. Einstein's Dreams" von Alan Lightman ans Herz legen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. August 2012
Peter Taler ist Witwer. Seine Frau Laura wurde vor einem Jahr ermordet. Ein Ereignis, über das er nicht hinweg kommt. Er hat sich seither ein Leben mit festen Ritualen geschaffen, die ihm suggerieren, Laura würde noch leben. Zu den Ritualen gehört das Beobachten der Umgebung.
Eines Tages fällt ihm auf, daß sich irgendetwas verändert hat, doch er weiß nicht, was. Es hat etwas mit dem alten Knupp zu tun, der auf der anderen Straßenseite wohnt. Durch Bildervergleiche wird klar: Knupp hat bestimmte Pflanzen im Garten ausgetauscht. Und noch etwas: Nicht nur Peter Taler beobachtet; auch er wird beobachtet. Von Knupp! Es kommt zu einem ersten Kontakt, der mit der Zeit intensiver wird. Knupp, der nicht an die Zeit glaubt, sondern nur an Veränderungen, hat ein bestimmtes Ziel und bittet Taler um Hilfe. Der kann zwar Knupps Standpunkt nicht nachvollziehen, merkt aber, daß der Kontakt zu Knupp ihn von seinen Problemen ablenkt. Und Knupp scheint etwas über den Mörder von Talers Frau zu wissen. Für diese
Information verlangt er aber Talers Hilfe. Eine ungewöhnliche Partnerschaft beginnt.

Das Thema ist eigentlich banal. Zwei Witwer leben in ihrer eigenen Welt und finden doch irgendwie zusammen. Der eine glaubt nicht an die Zeit und will - ohne hier allzu viel verraten zu möchten - einen bestimmten Tag aus der Vergangenheit wiederherstellen. Der andere ist nur interessiert, den Mörder seiner Frau zu finden. Diese beiden unterschiedlichen Charaktere hat Martin Suter auf höchst eindrucksvolle Weise beschrieben. Und auch die Nebenfiguren mit ihren Eigenarten, seien sie nett oder nervig, sind alle sehr glaubhaft. Suter hat es verstanden, realistisch zu bleiben, ohne eine Figur zu überzeichnen.
Auch das Thema "Zeit" hat er gut aufbereitet. Nicht, dass ich den Argumenten, daß es keine Zeit gibt, gefolgt wäre, dazu muß man wohl ein wahrer Gläubiger sein, aber Talers Unsicherheit hat er mit viel Gefühl beschrieben. Nebenbei wartet Suter auch noch mit der einen oder anderen unerwarteten Wendung auf, was die Spannung aufs Neue anfacht.
Für mich war es das erste Buch von Martin Suter. Weitere werden bestimmt folgen.
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am 27. Januar 2013
Unübersehbar ist, dass der Roman von einer bei Suter sonst eher seltener festzustellenden Melancholie durchzogen ist, deren Hintergrund wohl in seiner eigenen tragischen Familiengeschichte zu sehen ist. Das Ringen mit dem Verlust eines geliebten Menschen sowie die obsessive Suche nach einer Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen bestimmen den Plot, der sich stets um sich selbst dreht. Die sich daraus ableitenden sehr detaillierten Beschreibungen der Rückverwandlung des Gartens in einen Zustand wie vor zwanzig Jahren erscheinen mitunter als Länge, haben aber als Strukturelement durchaus ihren Sinn. Einmal mehr besticht Suter mit der Kunst, Situationen, Personen und Stimmungen mit wenigen treffenden Worten eindrücklich zum Leben zu erwecken. Die Schlusspointe finde ich sehr gelungen - hier wird nicht nur der gordische Knoten des in sich verknäulten Plots durchschlagen, auch der uns eher vertraute, flott formulierende und erzählerisch temporeichere Autor Suter tritt abschließend noch einmal auf die Bühne.
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Mit dem Phänomen Zeit haben sich Generationen von Physikern, Psychologen, Biologen und Philosophen beschäftigt, ohne eine abschließende Antwort zu finden. Zeit ist relativ, Zeit ist subjektiv, Zeit ist Veränderung, Zeit ist im Sinne von Kant eine a priori Denkkategorie. Das Bewusstsein erzeugt die Illusion der Zeit. Martin Suter beschäftigt sich literarisch mit der Zeit und so kommt sein Protagonist Knupp zu dem Ergebnis: "Die Zeit existiert nicht." (88) Um diesen Gedanken kreist der Roman. Ein Augenblick soll festgehalten werden. Die Realität wird dem Augenblick angepasst.

Ort der Handlung ist eine kleine Wohnsiedlung, die Protagonisten sind Peter Taler und der Sonderling Albert Knupp. Beide haben ihre Frau verloren. Martha Knupp-Widler starb vor zwanzig Jahren, Laura Wegmann wurde vor einem Jahr ermordet. Taler ist von der Polizei enttäuscht und versucht den Fall selbst aufzuklären, Knupp arrangiert sich auf seine spezielle Art und Weise mit der Situation. Er hat eine individuelle Theorie zur Zeit und versucht diese empirisch zu beweisen. Taler wird in seinem eigenen Interesse sein Helfer. Damit ist der Handlungsrahmen abgesteckt. Wie wurde der Plot umgesetzt?

Der Leser spürt die Zeit. Sie scheint gedehnt zu sein. Die Handlungen drehen sich um Fotos und um Angleichung der Außenwelt an diese Fotos. Dieser Prozess macht wesentliche Teile des Romans aus. Abwechselung bieten die Szenen auf Talers Arbeitsstätte. Zu guter Letzt wird der Mordfall geklärt. Es handelt sich aber nicht um einen Krimi, sondern eher um einen psychologischen Roman. Mir fehlen in diesem Werk tiefergehende philosophische Betrachtungen zur Zeit, die eine so zentrale Rolle spielt. So wirkt die Geschichte phasenweise recht fad.

Fazit: Der Plot ist genial; die Umsetzung mäßig.
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am 23. Januar 2016
Bei diesem Roman 'Die Zeit, die Zeit' hatte ich den Eindruck, er hat sich verrannt, er zehrt von seinem Ruhm und Ruf.
Er schildert zwar in seinem typisch ironisch-distanziert-reduzierten Stil Szenen, hat aber Schwierigkeiten mit dem Überbau der Geschichte.
Was bei Small World, Der dunklen Seite des Mondes, Lila Lila, dem Perfekten Freund so gelungen war - Fachgebiete darstellen und in einen Roman einbinden wird in 'Die Zeit, die Zeit' nicht erreicht.
Die endlosen Schilderungen der Herrichtung eines Anwesens in den Zusatnd von vor vielen Jahren - irgendwann wird es banal und langweilig.
Und der Schluss? Habe ich das richtig verstanden, dass am Ende die Seifenblase platzt und der Protagonist aus einem Traum erwacht?
Mir kam zu Ohren, dass Suter in der neuen Auflage das Ende umgeschrieben hat.
War ihm mit der vorherigen Lösung auch nicht ganz wohl ?
Herr Suter, bleiben Sie bei weniger fantastischen Themen als der Überwindung der Zeit, da sind Sie besser!
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am 24. September 2014
“Die Zeit, die Zeit” ist mein 3. Roman von Martin Suter, der mich wie auch die vorherigen beiden nicht nur gut unterhalten, sondern auch nachhaltig beeindruckt hat. Es gibt Romane, die liest man, befindet sie für gut, weiß aber nach 2 Wochen nicht mehr, um was es eigentlich ging. Mit Suters Romanen ist mir das noch nicht passiert, da seine Geschichten immer derart originell sind und von der ersten bis zur letzten Seite bis ins kleinste Detail durchdacht, dass sie stets im Gedächtnis bleiben.

Mit diesem Roman schafft der Autor einen Mix aus Thriller, Liebesgeschichte, philosophischer Abhandlung und Zeitreiseroman, der allein aufgrund dieser aufregenden Mischung faszinierend und lesenswert ist. Wie der Titel schon verrät, steht die Zeit als solche im Zentrum des Romans. Die Hauptfiguren Taler und Knupp wünschen sich beide nichts mehr als die Zeit zu einem bestimmten Zeitpunkt, der ihnen alles genommen hat, was das Leben für sie lebenswert gemacht hat, zurückzudrehen. Talers Nachbar Knupp ist der Überzeugung, dass dies möglich ist und obwohl Taler zunächst mehr als skeptisch ist, klammert er sich doch an diesen Hoffnungsschimmer. Einige unerwartete Wendungen fesseln den Leser wie bei einem Thriller an die Geschichte und dann wiederum sind es die leisen, nachdenklichen Töne, die einen innehalten lassen.

Auffällig ist die distanzierte Haltung des Erzählers zu den Protagonisten, die er beide oft nur beim Nachnamen nennt. Damit wird eine gewisse Emotionslosigkeit des Erzählers suggeriert, die dem Leser die Gelegenheit gibt, sich selbst ein umfassendes Bild über die beiden zu machen. Dies gelingt dem Leser vor allem Dank Suters überzeugenden und nahezu perfekt konstruierten Charakteren. Wie gewohnt, gelingt es ihm, Gefühle, Momente und Personen mit wenigen treffenden, unaufgeregten Worten in die Fantasie des Lesers zu transportieren.

Der Autor des Buches “Der Irrtum Zeit” ist übrigens genau wie das Werk selbst reine Fiktion. Das Gleiche gilt für das oft erwähnte Buttonpond-Experiment. Martin Suter hat diese Dinge so überzeugend dargestellt, dass ich einfach danach googeln musste :-) Damit wäre nur ein weiteres Mal bewiesen welch ein Meister der Fiktion er ist.

Der richtige Knüller von “Die Zeit, die Zeit” ist das Ende. Ich kann ja nichts verraten, aber diese Schlusspointe macht dieses Buch in meinen Augen zu einem wahren Meisterwerk und den letzten Satz werde ich wohl für immer im Kopf behalten.

Mein Fazit: “Die Zeit, die Zeit” ist ein intelligenter Roman, der den Leser fordert, unterhält und nachdenklich stimmt. Suter überzeugt wieder durch Kreativität, überzeugende Charaktere, eine unaufgeregte Sprache und ein geniales Ende.
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am 18. Oktober 2012
Als absoluter Suter-Fan, der alle seine Romane gelesen hat, bin ich sehr enttäuscht von seinem aktuellen Werk "Die Zeit, die Zeit".

Das Buch lässt jeden Spannungsbogen vermissen, selbst die unterhaltsamen Handlungs-Elemente halten sich sehr in Grenzen. Es hält sich seitenlang mit langatmigen und unspannenden Detailbeschreibungen einer abstrusen und unrealistischen Rückwärts-Veränderung eines Straßenzugs auf und man fragt sich sehr lange, wann denn endlich die Pointe kommt.

Eine gewisse Abstrusität ist man von Suter gewohnt und das macht ihn auch aus, aber dieses Buch schlägt in seiner unrealistischen Handlung wirklich aus der Art. Teils philosophische Ausschweifungen über Zeit und Veränderung, teils Fantasy, aber nicht der Suter-Roman, bei dem man auf jeder Seite gebannt weiterlesen will.

Kaum wird das Buch am lang ersehnten Ende (sehr spontan und ohne vorherige Spannungskurve) ein kleines bisschen spannend, ist dieses mit wenigen Seiten enttäuschend kurz und artet ganz zum Schluss in absolute Fantasie aus. Das letzte, knapp zweiseitige Kapitel mutet an, als hätte der Autor nach all den ausschweifenden Detailbeschreibungen keine Lust mehr gehabt, das Ende auszuführen. Die Frage, ob das ganze Buch am Ende als Traum oder einfach als Spielerei mit der Wirklichkeit und ihren Möglichkeiten zu werten ist, bleibt offen, macht das Ganze aber nicht wirklich interessanter.

Während ich bei jedem anderen Suter-Roman jede Zeile genossen habe, habe ich hier erstmals Seiten ungeduldig überflogen. Allein die unverwechselbare Suter-Schreibe und die (leider enttäuschte) Hoffnung auf ein interessantes Ende haben mich dazu bewogen, das Buch zu Ende zu lesen.

Ich würde nicht nochmal soviel Geld für dieses Buch ausgeben!
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am 28. November 2015
Ich habe bereits 3 Suter-Bücher gelesen welche mir allesamt sehr gut gefallen haben, darum möchte ich mich auch als Suter-Fan äußern und mich aber zur Vorsicht mahnen, damit ich „Die Zeit, die Zeit“ nicht unbewusst positiver bewerte als es ihm zusteht.

Die verwitwete Hauptperson Peter Taler trifft in seiner Lethargie auf den ebenfalls verwitweten und vor allem zeitzweifelnden Albert Knupp, die mit allerhöchstem Aufwand versuchen „die Zeit noch einmal zurückzudrehen“ und damit die Toten zu wecken.

Wie häufig in einem Suter-Roman steht zu Beginn ein Mann. Man dringt ein bisschen in sein Leben, erfährt nach und nach was ihn bedrückt und wie er ist. Suter schafft es in seinen Romanen immer sehr gut, den Personen etwas Tiefe zu geben und ihnen Ecken und Kanten zu geben. Daher hat man bei seinen Figuren auch häufig das Gefühl, sie gut zu kennen und deren Erleben und Verhalten zu verstehen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind in diesem Buch nicht ganz so ausgereift wie in anderen Suter-Werken. Man streift manchmal ein bisschen mehr das Oberflächliche.

Der Leser muss sich, genauso wie Peter Taler, auf die Idee, es gebe keine Zeit, einlassen. Ansonsten könnte es sein, dass es etwas quälend wird. Diese Idee ist auch genau das, was das Buch ausmacht.
Was mich auf jedem Fall beim Lesen gestört hat war, dass Taler und Knupp nur geringe Schwierigkeiten hatten, ihre „Filmszenerie“, als welche sie getarnt ist, umzusetzen. Ich stelle es mir beinahe unmöglich vor, eine Nachbarschaft bis ins kleine Detail (Blätter von Bäumen, gealterte Hausfassaden und Straßen) sozusagen zurückzuverwandeln. Im Roman ist das aber mit etwas Hilfe und viel Geld möglich, in relativ kurzer Zeit. Leider wird dies auch noch sehr detailliert beschrieben und wie schon einige Mitrezensenten beschrieben haben, wird es beim dritten Mal langweilig zu hören, wie ein Busch auf bestimmte Weise zurückgeschnitten wird.

Das Ende bzw. die Auflösung des Mordes mag definitv überraschen, wertet das Buch für mich aber auf jeden Fall auf! Mich hat es ein wenig enttäuscht, weil sich die Erzählung beinahe wirklich auf die Zusammenarbeit Talers und Knupps beschränkt und es dann trotzdem ein wenig langatmig wird, bis man erfährt, was dahinter steckt.
Empfehlen kann man es auf jeden Fall jedem treuen Suter-Leser. Die, die es werden wollen, sollten sich an ein anderes Buch wenden.
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am 23. November 2012
Ein Buch, dessen Thematik dem Leser lange im Gedächtnis bleiben wird und zum Nachdenken anregt. Nur wer sich darauf einlässt, kann das Buch auch wirklich genießen: Suters detaillierte Beschreibungen, durch die der Roman entschleunigt wird, seine Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, mit wenigen Worten Stimmungen hervor zu zaubern.
Der ungeduldige Leser mag hier vielleicht nach action lechzen, doch Suter hält dagegen und schreibt seelenruhig weiter in der Rekonstruktion von Haus und Garten.
Mir gefällt die Ruhe, die der Autor in diesem Buch mit seinem Schreibstil ausstrahlt, seine Bedächtigkeit und Überlegenheit über die Hetze der Zeit. Hat Peter Taler doch nichts mehr zu verlieren und am wenigsten die Zeit.
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