Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More 8in1 Promotion Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
99
3,6 von 5 Sternen
Format: Broschiert|Ändern
Preis:10,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. Mai 2010
Das Besondere der ersten Commisario Brunetti Romane ist sicherlich nicht mehr vorhanden, aber lesenswert sind Donna Leons Kriminalgeschichten aus Venedig allemal - dies mal meiner Rezension voran gestellt.

Im mittlerweile 18. Fall von Guido Brunetti, "Schöner Schein", beginnt Donna Leon wie bereits in den letzten Romanen mit zwei parallel laufenden Handlungssträngen. Da ist auf der einen Seite die deutlich jüngere Ehefrau Franca Marinello des venezianischen Großindustriellen Maurizio Cataldo, die wegen ihres nach Schönheitsoperationen maskenhaft entstellten Gesichtes in der Klatschpresse nur Superliftata genannt wird und die Brunetti auf einem Empfang seines Schwiegervaters, Conte Falier, kennen lernt. Sie überrascht ihn mit besonders tiefgehenden Literaturkenntnissen und fasziniert ihn so sehr, dass seine Frau Paola (vollkommen zu Unrecht) Eifersucht entwickelt. Da sein Schwiegervater überlegt, mit Cataldo in Geschäftsbeziehung zu treten, bittet er Brunetti, die beiden auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen. Dabei erfährt Brunetti unerwartete Dinge hinter dem "schönen Schein" von Superliftata und ihrem älteren Mann.
Gleichzeitig wird Bruneti von seinem Chef, dem immer nur auf seinen eigenen Vorteil bedachten, affektierten und ziemlich inkompetenten Vice-Questore Patta, gebeten, einem Sonderbeauftragten der Carabinieri, Maggior Guarino, Amtshilfe bei dessen Ermittlungen in einem brisanten Müllskandal zu leisten. Doch kaum befasst sich Brunetti mit dem Fall, wird Guarino inmitten der Müllverbrennungsanlagen vor den Toren Venedigs ermordet aufgefunden.
Bei seinen weiteren Ermittlungen stösst Brunetti auch dank eines Fotos, das ihm Guarino noch vor seiner Ermordung zukommen liess, auf den zwielichtigen und gefährlichen Terrasini, der Kontakte zur Mafia vermuten lässt und der offensichtlich eine Affäre mit Franca Marinello hat, was beide Fälle zusammen führt.

Wieder einmal greift Donna Leon aktuelle politische Themen Italiens auf - dieses mal das große Müllproblem des Landes - wer erinnert sich nicht noch an die Zeiten, als Neapel im Müllchaos versank und die italienische Regierung das Militär in den Süden zum "Aufräumen" schicken musste.... oder an die Müllfrachter, die in Afrika den hochgiftigen Sondermüll aus Europa abluden - bis der Skandal aufflog.
Das Besondere an Donna Leon ist es, dass sie angenehm unspektakulär, aber gleichzeitig sehr vielschichtig diese Themen in ihren Roman verarbeitet. So auch in Commisario Brunettis 18. Fall. "Schöner Schein" liest sich locker und flüssig, die Sprache ist wie gewohnt einfach und trotzdem nicht zu abgedroschen. Das Ende ist anders, als man es Anfangs erwartet und auch die philosophischen Dispute Brunettis mit seiner Frau Paola sind tiefgründig und ironisch gestaltet - somit sind eigentlich alle Zutaten für einen guten Roman vorhanden.

Dass es letztendlich aus meiner Sich nur 4 statt 5 Sterne gibt, liegt daran, dass dieses Muster so langsam Abnutzungserscheinung zeigt - die Romane Leons sind unterhaltsam und auch durchaus spannend, aber sie nutzen sich mit der Zeit ein wenig ab. Irgendwie hat man beim lesen das Gefühl des "déjà vu". Nichts desto trotz aber lohnt sich der Kauf des neuen Falls von Brunetti "Schöner Schein", denn die Qualität schlägt die Abnutzung ;-).
0Kommentar| 76 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Mai 2004
Ich habe bisher alle Krimis von Commissario Brunetti gelesen. Dieser letzte fällt ab. Die bewährte Mischung aus Mord, Korruption und Schweigzirkel einersteits und der Lebensklugheit seiner Frau Paola andereseits, die Brunetti nun seit Jahren begleiten, ist auch in diesem Band vorhanden.
Insofern gibt es wieder einen typischen Donna Leon, da weiß man, was man hat.
Darüber hinaus reicht das Buch aber nicht. Die Aufklärung der Falles kann erst erfolgen, wenn das korporative Schweigen der Militärkadetten gebrochen wird. Diese Hürde nimmt Brunetti und sein Mitarbeiter so unerwartet aalglatt, daß man selbst in den im Buch mehrfach zitierten drittklassigen amerikanischen Filmen mehr erwarten darf. Begonnene Handlungsstränge werden abgebrochen, Ermittlungswege nicht verfolgt.Insgesamt hat man den Eindruck, daß der Personenfundus ausgeschöpft ist wie bei deutschen Fernsehproduktionen, in denen auch immer dieselben Gesichter in unterschiedlichen Rollen auftauchen.
Daß Guido letztendlich nach der Aufklärung vor dem Täter und seinen Helfern kapituliert, läßt eigentlich nur den Schluß zu, daß der nächste Band der letzte sein wird: Commissario Brunetti wird sich auf die Polizeiakademie versetzen lassen, Vice-Questore Patta kann endlich aufatmen und Signorina Elettra wird Assistentin am Lehrstuhl für Datensicherheit und -schutz.
Das Buch liest sich gut, alles rund, alles wie gehabt, gutes Handwerk.
So wie der "Tatort" am Sonntagabend.
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Mai 2004
Im neuesten Buch von Donna Leon hat Commissario Brunetti einen offensichtlich scheinenden Selbstmord eines Schülers an einer militärisch geführten Eliteschule aufzuklären. Dabei sticht er in ein Wespennest: Die Mechanismen der Vergabe von Staatsaufträgen treten bei den Recherchen offen zu Tage -- und es zeigt sich, wie sehr jene, die gegen Korruption ankämpfen, auf verlorenen Posten stehen und sich selbst in höchste Gefahr bringen. Parallelen zu Zuständen, wie sie im Italien von heute zu finden sind, muss der Leser selbst ziehen, aber es wird ihm nicht schwer gemacht. Niemand ist jedoch gehalten, diese Parallelen auf Italien zu beschränken.
Es zeigt sich auch, dass Donna Leon in ihren jüngsten Brunetti-Büchern eine -- früher nicht so merkbare -- Dimension einbringt, in der sich der Commissario einem ethischen Konflikt stellen muss, der nicht so leicht oder manchmal auch gar nicht zu lösen ist. Einen Fall aufzuklären, ist eine Sache. Wie aber verhält man sich, wenn die Gerechtigkeit unmenschlich ist oder die Menschlichkeit ungerecht? Es ist nicht immer leicht, Polizist zu sein und Mensch zu bleiben. Das muss Commissario Brunetti in seinem zwölften Fall deutlicher denn je erfahren.
Entschließt sich ein Kriminalautor, einem seiner Helden nicht nur ein Buch, sondern eine ganze Buchreihe zu widmen, so sollte er die Kunst beherrschen, in jedem Band neue Aspekte zu bringen und das dem Leser vertraute handelnde Personal trotzdem wiedererkennbar darzustellen. Je mehr Bücher dieser Art erscheinen, desto schmaler wird er Grat, auf dem der Autor wandeln muss. Donna Leon beherrscht diese Gratwanderung meisterhaft. Ihre ersten Brunetti-Bücher sind vor allem gute Krims, bei denen der kriminalistische Scharfsinn im Vordergrund steht. Doch von Band zu Band wird immer deutlicher, dass das Schließen der Polizeiakten den Leser selten auch ethisch befriedigt. In diesem Bereich bleibt eine Spannung, die nur umso ungeduldiger den nächsten Brunetti-Krimi herbeisehnen lässt.
Wer noch keinen Brunetti-Krimi gelesen hat, der bringt sich mit der Lektüre von "Verschwiegene Kanäle" um das Erleben dieser Entwicklung. Empfehlen würde ich einem Einsteiger, mit dem ersten oder einem der frühen Bücher zu beginnen. Trotzdem bleibt "Verschwiegene Kanäle" auch für den Brunetti-Neuling ein sehr guter Krimi -- und mehr als das.
0Kommentar| 62 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 4. Juli 2005
Ernesto Moro, Schüler an der Militärakademie, wird erhängt aufgefunden. Als Todesursache wird Selbstmord angegeben, aber Brunettis Intuition sagt etwas anderes.
"XY wird ermordet; Brunetti nimmt die Untersuchungen auf, aber alle Zeugen mauern", lautet die Inhaltsabgabe der meisten Donna Leon-Krimis, und der vorliegende macht keine Ausnahme. Im Gegensatz zu früheren Romanen ist es aber nicht Brunetti selbst, der gegen die Mauern des Schweigens stößt, sondern Untergebene. Der Leser erfährt also nur unmittelbar davon, erlebt sie aber nicht gemeinsam mit Brunetti selbst, sieht man vom Vater des Opfers ab. Man ist demnach beim Lesen nicht wirklich eingespannt.
Auch der Rest ist bekannt: Brunetti wird von Vice-Questore Pata zurückgepfiffen und schlägt diesen mit eigenen Waffen, und Signorina Elettra besorgt Hintergrundmaterial. Derweil sinniert Brunetti über Korruption, Schweigegelder und Vetternwirtschaft. Nachdem in vorherigen Romanen Regierung, Kirche, Behörden und andere in Brunettis Schussfeuer gerieten, ist diesmal das Militär an der Reihe und nicht nur das italienische. Via Guido und Paola äußert sich die Autorin über die Kriegspolitik ihres Geburtslandes
Alles gut und schön, aber Brunetti - oder eher seiner Autorin - ist das Feuer abhanden gekommen. Die Story dümpelt vor sich hin, braucht einen breiten Raum, um Brunettis Wege von X über Gasse A und Kanal B nach Y zu schildern und ihn im Büro beim Unterschreiben diverser Papiere zu beobachten. Im Grund macht er nichts anderes als die Zeit totzuschlagen zwischen seinem Auftrag an Elettra, dem Empfang der Ergebnisse und gelegentlichen Gesprächen. Aus diesen Erkenntnissen kann er ein Motiv basteln und zumindest für sich selbst den Schuldigen entlarven.
Natürlich tritt auch die Familie auf, aber die Dialoge mit Paola sind nichts anderes als Wiederholungen der Ermittlungen und Bestätigung von Brunetti eigenen Gedanken. Raffi und Chiara sind Randfiguren und hätten doch bei dem vermeintlichen Selbstmord eines Jungen in ihrem Alter eine größere Aufmerksamkeit verdient.
Ob man sich wünschen sollte, dass Brunetti sich versetzen lässt? Oder ob man auf einen weiteren Roman mit dem Commissario hoffen sollte? Eigentlich gerne, aber bitte nicht nochmal einen solchen Langeweiler.
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Juni 2011
Seit einigen Jahren lese ich regelmäßig Brunetti Krimis. Bei den ersten, die ich gelesen habe, kann ich mich sogar noch an Inhaltliches erinnern: "Venezianisches Finale", "Acqua Alta" oder "Die dunkle Stunde der Serenissima" würden mich jederzeit wieder bestens unterhalten und zum Nachdenken anregen .
Aber seit einigen Jahren freue ich mich zwar jeweils, wenn ich ein neues Buch in der Bücherei leihen kann. Aber irgendwie habe ich die Geschichten sehr schnell vergessen, sie sind in meiner Erinnerung schall- und klanglos untergegangen. Ich fürchte dieses Schicksal wird auch "Schöner Schein" ereilen.
Die Thematik Müllentsorgung im Zusammenhang mit organisiertem Verbrecher ist zwar ein Dauerbrenner und sicher imemr wieder ein lohnenswertes Motiv. Die familiäre Situation der Familie Brunettis ist wiederum angenehm vertraut dargestellt. Und doch fehlt irgendwie der Kick. Die Lösung des Falles bleibt irgendwie schwammig. Man weiß am Ende zwar, weshalb die Opfer umgebracht wurden, die Details der Morde sind aber nicht Thema des Buches.

Der deutsche Titel bedient das beliebte Motiv des Gegensatzes Schein - Sein und wurde vom Verlag wahrscheinlich gewählt, weil der Leser ziemlich lange bezüglich einer Person in die Irre geführt wird. Aber eigentlich trifft es der Originaltitel "About Face" besser.

Liebhaber von Cicero und anderer klassischer römischer Literatur kommen in diesem Buch voll auf ihre Kosten. Dem Nicht-Lateiner bleibt der Eindruck, dass alles eigentlich schon mal in der Literatur beschrieben ist. Wozu braucht es denn noch mehr Bücher?

Ich schwanke ein bisschen zwischen der Ansicht, dass sich der Protagonist Brunetti langsam etwas abgenutzt hat und andererseits der Bewunderung, dass Donna Leon diesem Charakter solange treu geblieben ist und im Vergleich zur Regiokrimi Schwemme, die wir gerade erleben, immer noch sehr hohe Qualität abliefert. Ich denke mal, ich werde auch die weiteren Brunetti-Fälle lesen, auch wenn sie vielleicht nicht so nachhaltig wirken, wie sie es früher taten.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. August 2012
Leider, leider ist das kein Bestseller von Frau Leon - ganz im Gegenteil sogar eines ihrer schwächsten Bücher !

Die Handlung zieht sich schleppend und unspektakulär in die Länge, die Problematik der Müllbeseitigung wird kurz erwähnt, Brunetti und seine Familie waren auch schon lebhafter und der "Fall" ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Besonders uninteressant empfinde ich die vielen Anspielungen auf Bücher der Antike und die Zitate aus diesen Werken.

Meiner Meinung nach voll in der Lagune versenkt !
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Oktober 2015
... und nicht den Neupreis von 10,90 € bezahlt habe. Ich war enttäuscht. Da sind 2 (plus 1) Morde, die nur halbherzig bzw. gar nicht "seziert" werden. Nur oberflächlich und ganz am Schluss erfährt man den Zusammenhang. Stattdessen eine entsetzlich langatmige Geschichte zur "Superliftata", zusammenkonstruiert, die uninteressanter nicht sein könnte. Am Ende bleibt der Leser in der Luft hängen. Die Geschichte rund um die Müllmafia wird nicht zu Ende erzählt, wobei es wohl Absicht war, da es keine Lösung gibt für die Machenschaften der Camorra. Das Buch ist plötzlich und unbefriedigend am Ende. Der schlechteste und für mich am wenigsten ausgefeilte Donna Leon Roman, den ich bisher gelesen habe. Positiv und amüsant die Gespräche zwischen Brunetti und Patta.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. August 2010
Wie jedes Jahr liegt auch diesmal ein neuer Roman von Donna Leon vor. Mit dem vorliegendem Werk sind es nun 18 Romane. Kaum zu glauben woher die Autorin die Kraft dazu aufbringt.
Anders wie in den vorherigen Exemplaren wurde mit einem anderen Übersetzer das Original übersetzt. Für mich ist die gute Sprache der anderen Werke nicht erreicht. Die Kritik bei den letzten Büchern das es keine Toten gegeben hat und es würde zu einem Krimi dazugehören, kann ich nicht teilen aber diesmal wird die "Kundschaft" ausreichend von Donna Leon bedient. Wie jedes Mal kauft der Leser ein Stück von Venedig mit und hat ausreichend dazu mit dem "Schönen Schein" Gelegenheit dazu. Die Computerexperten unter den Lesern werden sicherlich schmunzeln wie geschickt eine Signorina Elettra in einer Polizeistation in nahezu jedes Computernetz in Venedig oder Italien eindringen kann. Das ist wohl auch aus gesetzlichen Gründen weit weg von der Realität. Aber Commmissario Brunetti löst damit jeden Fall und hilft damit zusätzlich dem eigenen Schwiegervater. Am Ende ist auch dieser Fall gelöst, die Umweltsünder angeprangert und Gründe für eine Gesichtsoperation geklärt. Der Schöne Schein von Donna Leon und vier Sterne bleiben.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Mit Begeisterung habe ich bisher alle elf Fälle von Commissario Brunetti gelesen. Der zwölfte Band führt uns in die militärische Eliteschule von San Martino. Dort hat sich der sechzehnjährige Sohn des unerschrockenen und kritikfreudigen Politikers Fernando Moro, Ernesto Moro, im Waschraum erhängt. Brunetti glaubt nicht an einen Selbstmord. Routiniert ermittelt er mit legalen und illegalen Methoden, so wie wir es von ihm kennen. Er führt uns in die verschwiegenen Kanäle von Militär und Politik. In der Welt der Kadettenschule herrscht Verschwiegenheit und Loyalität. Weder die Familie des Ermordeten, noch der Lehrkörper der Anstalt, noch die gedrillten Mitschüler sind an einer Aufklärung des Falles interessiert. Brunetti klärt natürlich wieder auf, doch das Ende dieses Romans kann nicht überzeugen, ja ist enttäuschend für alte Brunetti Fans.
Sicherlich, was Brunetti und Donna Leon verbindet, ist in jedem Roman die absolute Routine mit der sie ihrer Arbeit nachgehen. Das Rahmenprogramm und deren Personen, die sich um einen immer neuen kriminalistischen Kern bilden, sind immer gleich(der launische Vice - Questore Giuseppe Patta, die Polizeibeamten Vianello und Pucetti, der Pathologe Venturi, die Blumen liebende und pfiffige Signorina Elettra, die kochkundige Ehefrau Paola und die beiden Kinder Raffi und Chiara). Doch diese Monotonie nimmt auf Dauer die Spannung für die nächsten Fälle, es ist zwar eine bekannte Umgebung in der man sich bewegt, doch auch Bekanntes kann auf die Dauer ohne Neuheiten, langweilig werden.
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich hatte es mir ganz fest vorgenommen: Ich warte! Auch wenn der wie immer sehnsüchtig erwartete neue Roman von Donna Leon schon jetzt erschienen ist, ich warte mit dem Lesen bis Juli. Denn im Juli fahre ich an den Gardasee und natürlich auch nach Venedig, kann den Krimi also lesen, während ich am Ort des Geschehens bin, einen Espresso vor mir - ganz klar, ich warte. Aber da ich das Buch nun schon habe, kann ich wenigstens den Klappentext lesen. Klingt interessant. Na ja, wenn ich das Buch schon einmal in der Hand habe (und Diogenes-Bücher habe ich so gern in der Hand ' dieses handliche Format, dieses schöne Papier, dieser herrliche Geruch eines druckfrischen Buches!), kann ich ja wenigstens den ersten Absatz'
Es beginnt mit einer Abendeinladung bei Brunettis Schwiegereltern, bei der er der ihm bisher unbekannten Franca Marinello gegenübersitzt, die 'Superliftata' genannt wird, weil ihr Gesicht so stark operiert ist, dass jegliche Mimik unmöglich ist. (Man merkt, dass Donna Leon etwas gegen Schönheitsoperationen hat.) Aber Brunetti ist von der Frau völlig fasziniert, denn sie liest zu seinem großen Erstaunen Cicero und Ovid und so kann er endlich einmal über die Bücher reden, die er liebt. (Seine Frau Paola ist ja bekanntlich ein eingefleischter Fan von Henry James). Gut, dass Paola so verständnisvoll ist'
Der zweite Strang des Romans dreht sich um illegale Mülltransporte. Brunetti wird um Amtshilfe gebeten, aber der hilfesuchende Kollege wird kurz darauf ermordet aufgefunden. Wie immer herrlich daneben ist die Reaktion des Vice-Questore Patta (eine meiner Lieblingsfiguren): 'Er hat doch einen recht vernünftigen Eindruck gemacht. Wie konnte er sich einfach so umbringen lassen?'. Zum Totlachen ist die Beschreibung von Pattas winterlicher Kleidung.
Neben Patta tauchen natürlich auch die anderen gewohnten Charaktere wieder auf, ergänzt durch eine attraktive neue Kollegin, die Brunetti gefährlich werden könnte, wenn er nicht genau wüsste, was er an seiner Paola hat. Was Paola auch bewusst ist: 'Ich koche'. Die unterhaltsamen ehelichen Dialoge finden am Ende, nach der überraschenden Vereinigung der beiden Handlungsstränge, ihren Höhepunkt in einem der feministischen Vorträge Paolas, die einer Mörderin am liebsten einen Orden verleihen möchte.
Leider kommt die kulinarische Seite diesmal ein wenig zu kurz, ebenso wie das Lokalkolorit. Dafür entschädigen aber die philosophischen Betrachtungen, die meine Leseliste jetzt um Cicero und Ovid erweitert haben.
Wie jedes Jahr werden meine Erwartungen an den neuen Brunetti-Krimi nicht enttäuscht. Liebevoll gezeichnete Charaktere, ein wunderbarer Schauplatz (diesmal ungewohnt verschneit), und eine solide Krimihandlung, deren Spannung nicht auf möglichst blutigen Gruseleffekten beruht, sondern auf einer realistischen Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse und des menschlichen Umgangs miteinander.
Und dass ich nicht warten konnte, macht nichts ' ich kann das Buch ja einfach noch einmal lesen, wenn ich in Venedig bin'
0Kommentar| 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden