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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
49
4,0 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 26. März 2014
Peter Fricke verleiht dieser mörderischen Geschichte mit seiner wunderbaren Stimme den richtigen Dreh aus Humor und
Leichtigkeit, den Ingrid Nolls Romane sowieso ausmachen, den aber ein Vorleser auch in der Stimme erst mal treffen muß!
Und das schafft er wirklich sehr gut, wodurch es ein Hochgenuss ist ihm zuzuhören.
Ich werde diese Lesung nicht nur einmal genießen.

Der Roman selbst ist ein echter Ingrid Noll.
Schiefgelaufene Mordpläne die aber Eigendynamik entwickeln, kleine Betrügereien und kriminelle Energien aller Art reihen sich wie schwarze Perlen einer dunklen menschlichen Kette aneinander und gehören wie selbstverständlich zu einer alltäglichen deutschen Familie, in der Einkaufen und Kochen, familiäre Wärme und Zuneigung die offizielle Hauptrolle spielen. Hinter der Fassade brodelt es aber gewaltig. Der ganz normale Familienwahnsinn wie wir ihn alle kennen - mit den konsequent zu Ende gedachten bösen Möglichkeiten von Bohnerwachs und anderen Mordwaffen des Haushalts. Unterhaltsam und Sprachlich ein Hochgenuss.
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am 13. April 2017
Das Buch wurde mir empfohlen.
Es ist aufgrund der lebendigen Erzählung leicht und schnell zu lesen.
Wer noch nicht das Pflegesystem kennengelernt hat, meint evtl. es ist alles erfunden.
Nein, es ist wie im richtigen Leben! Sehr unterhaltsam!
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TOP 500 REZENSENTam 23. August 2010
Entsorgen, die Alten wegpacken, erben und die Sorgen loswerden?

Unter diesem Spannungsbogen entwickelt sich eine fein gesponnene Geschichte vom frustrierten Ehepaar, dem überforderten (sozialpädagogischen) Nachkömmling, seiner lesbischen Schwester in Berlin und dem kernigen, unverwüstlichen Opa.

Opa ist der Held, er hält die Fäden in der Hand und lässt seine Familie zappeln.

Seine An-Gehörigen benehmen sich wenig anständig, sie sind ihn leid, seine Kapriolen würzen aber dieses Buch bis zum Schluss. Seine nimmermüde Lebenslust lässt allen anderen die Lust vergehen.

Opa hat das Geld, die Macht und eine Lust am Leben, die ihn fit und jung hält. Er denkt nicht an den Tod, keine Sekunde. Er lebt im Jetzt und kämpft so, wie er immer gekämpft hat.

Die Morde in diesem Buch sind geplant und herrlich ungeplant, sie sind so normal wie Frühstücksbrötchen. Alles geht schief und fügt sich wunderbar zusammen.

Ein eigenwilliges und feinsinniges Buch über Geld, Liebe und das Zusammenleben von Generationen.
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Die Spezialität von Ingrid Noll sind rabenschwarze Kriminalromane, die hinter der bürgerlichen Wohlanständigkeit versteckt die Untiefen menschlichen Zusammenlebens ausloten. So auch in ihrem neuesten Werk Ehrenwort", in dem sie eine bitterböse Farce veranstaltet.

Sehr zum Leidwesen ihrer alten und jungen Romanfiguren und sehr zur Freude der Leser. Letztere nämlich kommen in dem beim Diogenes Verlag erschienenen Roman voll auf ihre Kosten, wenn sie in die abgründigen Einzelheiten der Familiengeschichte der Knobels hineinblicken dürfen.

Als Harald und Petra den 90jährigen Willy Knobel nach einem schweren Sturz zur Pflege in ihr Haus aufnehmen, scheinen dem alten Herren, Haralds Vater, nur noch wenige Wochen beschieden. Da aber bei

Ingrid Noll nie etwas kommt, wie es eigentlich kommen sollte, schreitet die Genesung des Seniors erstaunlicherweise gut voran. Welche Rolle dabei Max, der Sohn der Eheleute, spielt, warum er Willys Pflegerin Jenny verfällt und wieso diese ein dunkles Geheimnis hat, mag hier noch nicht verraten werden. Ingrid Noll aber verrät im Laufe der Geschichte alles, stellt Vermutungen auf den Kopf, bringt Unglaubliches an das Tageslicht und seziert das Familienchaos bei den Knobels auf das Genüßlichste.

Ein neues Bravourstück der First Lady des schwarzen deutschen Kriminalromans.
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am 14. Juli 2011
Willy Knobel störrischer und bärbeißiger Endachziger wohnt nach dem Tod seiner Frau alleine in einem großen Haus an der Bergstraße. Der körperliche Verfall scheint kaum mehr aufzuhalten, er wird starrsinnig und vergesslich. Die Körperpflege scheint er weitgehend einzustellen. Sein Sohn Harald kümmert das Schicksal des Alten wenig, er hat sich schon vor Jahrzehnten mit seinem ehemals herrschsüchtigen Vater überworfen und wartet sehnsüchtig auf das Erbe. Nur Enkel Max und Schwiegertochter Petra, wenn auch nicht frei von Selbstsucht, kümmern sich um ihn. Als Willy Knobel sich eine Schenkelhalsfraktur zuzieht scheint sein Ende nahe. Seine letzten Tage soll der Alte im Schoß seiner Erben, die sich bereits die Hände reiben, verbringen; doch diese haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ingrid Noll ist eine herrlich böse, fast britisch anmutende Kriminalkomödie gelungen, die sie flott, leicht lesbar mit viel Humor und Spannung zu erzählen weiß.
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am 27. Oktober 2010
Nach dem Krankenhaus hat der Vater wohl nicht mehr lange zu leben, sagen die Ärzte. Da kann man ihn ruhig zu Hause aufnehmen, schließlich wird man den Alten auch beerben, findet die Schwiegertochter.

Doch dann derappelt sich der Alte unerwartet wieder, Sohn und Schwiegertochter sind entsetzt und genervt und sinnen auf Abhilfe. EIn Sturz? Das müsste sich doch arrangieren lassen?

Richtig böse beginnt Ingrid Nolls neuer Roman, zeigt, was alles schieflaufen kann und wie schnell dann mörderische Gedanken sprießen können.

Doch leider hält die Autorin das Tempo nicht durch, bald verflacht die Geschichte, verliert Spannung und auch zwei schnell eingeführte Kleinkriminelle können das nicht retten.

Schade. Denn Ingrid Noll ist die Meisterin der bösen Geschichten und hat sonst einen scharfen Blick auf menschliche Abgründe und wie diese übertüncht werden. Doch hier gelingt ihr das nur im ersten Teil.

Hans Peter Roentgen
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am 28. Januar 2012
Bei Opa Willy macht sich langsam das Alter bemerkbar. So muss er nach einem Unfall bei seinem Sohn Harald einziehen. Harald und seine Frau Petra wollen den Alten am liebsten unter der Erde sehen und malen sich schon die rosige Zukunft inklusive Erbe aus. Aber Enkel Max kümmert sich so gut um ihn, dass das Lebensende wieder in weite Ferne rückt. Harald und Petra haben sich das ganz anders vorgestellt und versuchen, Willys Ableben ein bisschen nachzuhelfen. Wie bei Ingrid Noll zu erwarten, ist der Weg dahin mit einigen Leichen gepflastert.

Wieder hat Ingrid Noll es geschafft, dass ich ihr Buch sehr schnell verschlungen habe. Die skurrilen Figuren wirken wie aus dem alltäglichen Leben und trotz viel Humor bleibt diese Geschichte doch irgendwie spannend. Besonders der schrullige Opa mit seinen Lateinzitaten und den unberechenbaren Handlungen macht dieses Buch lesenswert. Im Vergleich zu früheren Werken erscheint mir dieser Roman jedoch etwas schwächer, weshalb ich mich für 4 Sterne entschieden habe.
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Dieses Buch habe ich in einer Nacht verschlungen. Der Autorin ist mit "Ehrenwort" ein Buch gelungen, von dem man nicht mehr lassen kann. Eingentlich ist es die traurige Geschichte eines 90 - jährigen Mannes. Der weisen Autorin allerdings ist es gelungen diese Geschichte humorvoll und zugleich nachdenklich machend, aufzuschreiben.

Willy Knobel lebte bis zu seinem 89. Lebensjahr allein in seiner Wohung. Aber dann war der Witwer in seiner Küche ausgerutscht und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Schon nach wenigen Tagen ist klar, der Mann hat nur noch wenige Tage zu leben.

Sein 20 - jähriger Enkel Max beschließt ihn in die elterliche Wohnung zum Sterben zu holen. Aber Willy Knobel macht allen einen Strich durch die Rechnung. Max gelingt es seinem Großvater mit Pudding wieder Lebensgeister einzuhauchen. Indess planen Willys Sohn und dessen Frau Mordpläne. Sie wollen den Alten möglichst schnell los werden.

Bei einem Mordversuch stirbt nicht Willy, sondern eine Schwester des täglich zu Willy kommenden Pflegedienstes. Dennoch ist dieses bewegende Buch kein Krimi, eher eine Bestandsaufnahme aus einem Mehrgenerationenhaus.

Das Zusammenleben, das Aufeinandereinstellen ist schwer. Dazu kommen die Heimlichkeiten von Max und seiner Freundin. Und doch gibt Max für mich hier die beste Figur ab. Ohne ihn wäre der Großvater längst tot.

Max ist der einzige wirkliche Gesprächspartner für seinen Opa. Er erzählt ihm auch, was sich bisher niemand traute, dass seine Schwester lesbisch ist und inzwischen in Berlin wohnt. Inzwischen geht es Willy Knobel sogar wieder so gut, dass er mit seinem Enkel einen Doppelgeburtstag plant. Beide zusammen werden 111 Jahre alt. Sie meinen diese Schnapszahl müsse begossen werden und genehmigen sich hin und wieder mal ein Schnäpschen.

Dieses Buch lässt den Leser nicht so schnell wieder los. Es ist erstaunlich wie leicht es sich bei der Vielzahl der Probleme lesen lies und es wirft Fragen auf: Wer wird sich um mich kümmern wenn ich mal 90 bin? Wie sieht mein Eheleben aus? Habe ich noch Ziele?
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Februar 2011
Willi Knobel kommt nach einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus. Zunächst erholt sich der neunzigjährige gut, dann aber verschlechtert sich sein Zustand. Schwiegertochter Petra und Enkel Max beschließen den Sterbenden für die letzten Wochen bei sich aufzunehmen. Nur Harald will seinen verhassten Vater nicht im Haus haben. "Es wird ja nicht mehr lange dauern. Und gegen eine baldige Erbschaft hast du bestimmt nichts einzuwenden." Mit diesen Worten beendet seine Frau die Diskussion. Durch die liebevolle Pflege seines Enkelsohnes erholt sich der Alte jedoch. Und bald denkt nicht nur Harald darüber nach, wie man den immer rüstiger werdenden Rentner unauffällig loswerden könnte.

Ingrid Nolls "Ehrenwort" habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Und mich dabei prächtig amüsiert. Der Roman ist ein Feuerwerk bitterbösen schwarzen Humors. Spritzig und flott formuliert, kurzweilig und in seinen kuriosen Wendungen überraschend. Das er neben der reinen Unterhaltung auch Stoff zum Grübeln bietet, liegt daran dass Noll zu Papier bringt, was andere nicht einmal zu denken wagen.

In der Familie Knobel haben alle etwas zu verbergen. Es bleibt nicht ohne Folgen, dass Max von dem Kleinkriminellen Falko erpresst wird, sich in dessen Ex-Freundin Jenny verliebt, welche dann ausgerechnet als Pflegerin die Betreuung des Großvaters übernimmt. Auch Harald kann kaum mit der Wahrheit ans Licht, welcher Zusammenhang wirklich hinter dem Unfalltod der zweiten Pflegekraft Kriemhild und seinem missglücktem Selbstmordversuch besteht. Und Petras Nerven halten dem Druck einen Liebhaber verheimlichen und anonyme Drohanrufe abwehren zu müssen auch nicht stand. Kein Wunder wenn einem im Zustand nervös überreizter Nerven das Eisenrohr "ausrutscht".

Unbeschadet geht aus diesen Verwicklungen einzig der Großvater hervor, der sich ungeachtet des um ihn herum herrschenden Chaos glänzend erholt und mit seinen Marotten die ohnehin geplagten Familienmitglieder zum Wahnsinn treibt. Wie bei Noll gewohnt gibt es wieder eine Menge ungeplante Leichen, die zum Teil höchst kompliziert entsorgt werden müssen. Deren man sich teilweise aber auch sehr bequem und vor allem unerkannt entledigen kann.

Trotz ihres makaberen Inhaltes stößt einem die Geschichte nicht vor den Kopf. Der Ausgleich gelingt Noll durch die warmherzige Beschreibung der Beziehung zwischen Großvater und Enkel. Sie zeigt das die Pflege eines alten und kranken Menschen nicht nur Last und Pflicht ist, sondern die Möglichkeit einer engeren Bindung einschließt. Und das man Respekt vor dem Leben haben sollte: in jedem Alter!
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am 6. Februar 2011
Der 90-jährige Opa bringt den Haushalt des längst erbschaftsbereiten Sohnes samt Schwiegertochter Petra und Enkel Max gehörig durcheinander, denn der bettlägerige Alte will einfach nicht abtreten. Kein Wunder also, wenn sich Gefühle aufstauen, den unerwünschten Zustand alsbald einem für alle Beteiligten zufriedenstellenden Ende zuzuführen, denen Ingrid Noll - wie immer - frivole Nahrung verleiht. Wie immer geht, wenn keine Profis sondern Dilettanten am Werk sind, einiges schief. Die Autorin läßt natürlich kein Klischee aus und gelegentlich kalauert sie einfach dahin. Aber gut, so sind gutbürgerliche Familien eben, ein körperlich und beziehungsmäßig abgearbeitetes Ehepaar mit lesbischer Tochter, ein bißchen Fremdgehen und Max, ein etwas schwindliger Sohn, der sich mit dem Opa aber wirklich gut versteht.
Flott lesbare Urlaubslektüre, nicht gänzlich ohne Tiefgang, die sich nicht unrealistisch und kurzweilig um bürgerliche Fragen von Erben und Sterben dreht. Nicht das beste von Ingrid Noll, aber doch auch ein Kaleidoskop über die Befindlichkeiten deutschen Kleinbürgertums.
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