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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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Nachdem ich vor ein paar Wochen zufällig "Der Trost von Fremden" gelesen habe und vom Stil des Autors fasziniert war, besorgte ich mir weitere Bücher von ihm.
Über den Inhalt des Romans "Am Strand" wurde hier genug geschrieben.
Über die flirrende Atmosphäre, den eleganten Stil, die beeindruckende Sprachgewalt und die literarische Raffinesse sicher auch.
Ian McEwan gehört jetzt zu meinen Lieblingsautoren. Ich werde alles lesen, was er geschrieben hat - und hoffen, dass ich von einem solchen Künstler viel lernen kann.
Carla Berling
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am 20. Juli 2007
Zwei Jahre haben wir nun mit großer Spannung auf das neueste Buch von Ian McEwan gewartet. Nach dem sensationellen Erfolg von "Abbitte" 2002 und der ungewollten Prophezeiung der Londoner Attentate 2005, die er mit seinem kurz vorher erschienenen Roman "Saturday" tat, legt er nun einen kleinen, aber feinen Roman vor, der uns weit in die Vergangenheit zurückführt. Der Roman spielt im Juli 1962 in England, einer Zeit, an deren Kultur und Gesellschaftsnormen sich nur die älteren Leser aus eigener Anschauung erinnern. Für alle nach dieser Zeit Geborenen ist die Lektüre dieser tragischen Liebesgeschichte eine interessantes, aber auch erschütterndes Panaroma einer Zeit, in der die Liebe noch Konventionen unterworfen war, die sich heute niemand mehr gefallen lassen würde.

Edward und Florence haben geheiratet und sitzen nun in ihrer Flitterwochensuite in einem Hotel am Strand von Chesil Beach in Südengland. Sie haben sich ihr Dinner aufs Zimmer bringen lassen. Die Szene könnte romantisch sein, doch das Zimmer knistert regelrecht vor Spannung, was auch den servierenden Kellnern nicht entgeht, die sich deswegen so schnell es die Form zulässt, zurückziehen und die beiden allein lassen.

Beide, Florence und Edward, sind innerlich auf höchste angespannt, denn in den nächsten Stunden wird etwas geschehen, was beide seit langer Zeit erwartet haben: mit großer Erregung und banger Vorfreude der aufgeregte Edward, mit großem inneren Widerstand bis hin zu regelrechten Ekelattacken und Verspannungen im ganzen Körper die vor Angst zugebackene Florence. Es ist ihre Hochzeitsnacht und nach alter Sitte werden sie bald zum ersten Mal miteinander schlafen.

Für Florence ist die Vorstellung, ihren Mann, den sie sehr liebt, nackt vor sich zu sehen, ihn in sich eindringen zu spüren, ein wahrer Alptraum. Lange Zeit hatte sie es verdrängt, doch nun gibt es für sie kein Entrinnen mehr. Edward ist ein sensibler Mann, der sehr wohl die innere Anspannung seiner Frau spürt. Schon all die Monate vorher, wenn er sie küßte, spürte er, wie sich ihre Zunge zurückzog und sie ihren ganzen Körper verspannte. Dennoch, er ist ihr Mann und er hofft, daß sie, wenn er denn einmal vollzogen wird, den ehelichen Beischlaf auch zu genießen lernen wird.

Und so sitzen die beiden vor ihrem mehrgängigen Hochzeitsessen, bekommen kaum etwas davon hinunter und versuchen sich in belanglosem Smalltalk. Dabei, und das macht den großen Hauptteil des Romans, erinnern sich beide in ihren Gedanken, in die sie während der langen Schweigephasen versunken sind, an ihre jeweiligen Elternhäuser, ihre Kindheit und Jugend und daran wie sie sich kennen gelernt haben.

In der Schilderung dieser Szenen kommt die wahre Meisterschaft McEwans zum Vorschein, die auch schon andere Romane von ihm ausgezeichnet hat: er kombiniert die persönliche Lebensgeschichte von Menschen mit den politischen Vorgängen der jeweils geschilderten Zeit. Und so erfahren wir viel über die britische Innen- und Außenpolitik Anfang der sechziger Jahre, die ersten, von England ausgehenden Protestbewegungen gegen die Atomrüstung (Aldermastonmarsch), bei denen sich unser Liebespaar auch kennen gelernt hat.

Florence und Edward sind beide in nicht ganz problemlosen Familien ausgewachsen. Während Florence Mutter oft genervt ist von der Musik ihrer Tochter, die sie leidenschaftlich immer wieder übt und übt, weil sie den Ehrgeiz hat, es zu einer gewissen Meisterschaft zu bringen, ist Edwards Mutter gar nicht richtig anwesend, und etwa ab seinem vierzehnten Lebensjahr wird ihm und seinen Schwestern richtig bewusst, daß seine geliebte, aber immer seltsam abwesende Mutter geistesgestört ist.

Doch all dies ist nicht die eigentliche Ursache für ihre sexuellen Probleme, jedenfalls legt es der Autor dieses Romans nicht nahe. Das Hochzeitsdinner nimmt seinen weiteren Verlauf, die beiden überlegen noch, ob sie nicht noch einmal an den nahe gelegenen Strand gehen sollten, als Florence die Flucht nach vorne antritt, und vorschlägt, sich auf das Bett zu setzen. Edward beginnt, sie zu streicheln, sie lässt sich verkrampft darauf ein, hebt auch ihr Hinterteil, als er ihr Höschen ausziehen will und bald darauf sind sie beide ganz nackt. Florence nimmt all ihren Mut zusammen und will, so wie sie es in einem ihrer Ratgeber für die junge Ehefrau gelesen hat ( es ist ja nicht so, dass sie sich nicht ausführlich mit dem auseinandergesetzt hätte, wovor sie sich so fürchtet und ekelt), ihrem geliebten Mann helfen, und führt mit ihrer Hand seinen Penis dorthin, wo er hin soll. In Sekundenschnelle ist für Edward der erste Beischlaf beendet und er versinkt in großer Scham. Florence zieht sich in aller Eile an, den trocken werden Samen Edwards noch auf ihrem jungfräulichen Bauch, und flüchtet an den Strand.

Dort findet sie Edward schlussendlich, als er ihr nachgeht und ihr die heftigsten Vorwürfe macht:
"'Du hast nicht die leiseste Ahnung davon, was es heißt, mit einem Mann zusammenzusein, Sonst wäre das nie passiert. Du hast mich auch nie rangelassen. Keinen blassen Dunst hast du von dem Ganzen, stimmt`s ? Du führst dich auf, als schrieben wir das Jahr 1862. Du weißt ja noch nicht einmal, wie man richtig küsst.'"

Florence setzt sich zur Wehr, wirft nun ihm vor, versagt zu haben, womit sie ja auch nicht ganz Unrecht hat. Der Streit eskaliert, sie trennen sich, Edward sagt die angebotene Stelle bei Florence` Vater ab und wird sich fortan nie mehr binden. Aber er wird Florence nie vergessen:
"Endlich ( als er über sechzig ist) konnte er sich eingestehen, daß er nie wieder jemanden kennengelernt hatte, den er so liebte wie sie, daß er nie wieder jemand getroffen hatte, Man oder Frau, der es an Ernsthaftigkeit mit ihr aufnehmen konnte. Wäre er mit ihr zusammengeblieben, hätte er sein Leben vielleicht aufmerksamer und zielstrebiger gelebt, hätte vielleicht sogar die Geschichtsbücher geschrieben."

Er weiß, dass Florence immer noch in dem von ihr gegründeten Quartett erfolgreich öffentliche Auftritte absolviert, aber es kommt nie mehr zu einer Begegnung der beiden.

Ein so gesehen trauriger Roman über zwei intelligente Menschen, die sich sehr viel zu sagen haben, deren Körper aber nicht die Zeit hatten, die ihnen gemäße Sprache zu lernen, und die aber auch nichts dafür tun, dass sich dieser bedauernswerte Zustand änderte und sich so immer weiter gegenseitige Verletzungen zufügen und durch konsequentes Nichtstun den Lauf ihres ganzen Lebens verändern. Ein Roman, der sensible Einblicke vermittelt in die Gesellschaft Großbritanniens in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, ein Werk, das wie auch die letzten Romane McEwans ein sprachliches Erlebnis ist.
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am 23. Januar 2009
Edward und Florence sind frisch verheiratet und sitzen nun in ihrem Flitterwochenhotel am Abendessenstisch. Besonders Florence ist äußerst nervös, steht ihr doch die Hochzeitsnacht bevor. Dem prüden Geist der frühen 60er Jahre entsprechend weiß sie so gut wie nichts darüber, was da geschehen soll, und das Wenige, was sie weiß, stößt sie ab.

Edward hingegen freut sich darauf, seine Frau endlich ganz intim kennenzulernen und hat mit ihrer Reaktion auf seine Annäherungsversuche so nicht gerechnet ...

Nur ein schmales, groß gedrucktes Büchlein, aber Ian McEwan ist Meister darin, Stimmungen einzufangen, die gesamte Persönlichkeit eines Menschen durch dessen Gedankenwelt, seine Handlungen und Gefühle zu charakterisieren. Hier herrscht nach der Hochzeit keine fröhliche Euphorie, sondern Unsicherheit, Angst, ja sogar Ekel seitens Florence.

Während das Drama der Hochzeitsnacht seinen Lauf nimmt, werden Rückblenden eingestreut, in Edwards und Florences ganz unterschiedlich verlaufene Kindheit - Florences eher intellektuelle Familie einerseits, Edwards chaotischer Haushalt mit der Mutter, die seit einem Unfall geistig behindert ist, die Studienzeit, das Kennenlernen in Oxford ...

Einziges Mängelchen für mich war die Kürze des Ganzen, ich mag McEwan noch etwas lieber, wenn er sich ein bisschen mehr Raum gönnt, die Geschichte zu entwickeln.
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am 14. Januar 2008
Freie Liebe, heißer Sex, Ekstase - davon sind Edward und Florence im Sommer 1962 weit entfernt, als sie in einem Hotelzimmer am Meer der Hochzeitsnacht entgegen fiebern. Obwohl schon über ein Jahr zusammen, sind beide eigentlich unerfahren im Umgang mit dem anderen Geschlecht. So verschieden ihre Lebenswelten und ihre Herkünfte sind, so quälen jeden auch unterschiedliche Gedanken an das bevorstehende "Ereignis".
Während Edward alles richtig machen möchte, aber nur Angst hat zu versagen oder zu früh zu kommen - immerhin hat er sich eine Woche enthalten, verspürt Florence einfach nur Widerwillen und Ekel vor dem, was auf sie zukommt. Für sie würde es reichen, sich zu lieben und zu ehren und glücklich zusammen zu leben.
In fünf Kapiteln lässt McEwan den Leser teilhaben, wie sich Florence und Edward kennenlernen, gibt uns Einblicke in die jeweiligen, doch so unterschiedlichen Familienverhältnisse der beiden, und beschreibt gemeinsame glückliche Momente des verliebten Paares.
Sprachlosigkeit, das Klammern an Konventionen, das gegenseitige höfliche Verschweigen ihrer Unterschiede, und die Angst vor den eigenen Gefühlen macht beide blind füreinander, und lassen beide in einer Scheinwelt wandeln. Die Hochzeitsnacht mündet unweigerlich in ein Fiasko. Aber keiner von Beiden ist in der Lage, einen Schritt auf den anderen zuzugehen, keiner sieht einen Ausweg aus der Situation.
Am Ende des Buches blickt Edward zurück und denkt daran, wie entschieden anders sein Leben zusammen mit Florence gelaufen wäre, hätte er sich am Strand anders verhalten: "So kann sich der Lauf eines Lebens ändern - durch Nichtstun". Wobei beide Protagonisten sicherlich aus ihrer Situation und Zeit heraus sich einfach nicht anders verhalten konnten.
Ein toller Roman, eine traurige Liebesgeschichte, ein Stück Zeitgeschichte.
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am 26. Juli 2007
Ian McEwan Am Strand Diogenes
ISBN 3257066074

Ein Szenario, wie man es sich romantischer nicht vorstellen kann: Edward und Florence auf der Hochzeitsreise in einem erstklassigen Hotel in Dorset an der Küste von Chesil Beach.
Scheinbar unbeschwert und überglücklich essen sie zu Abend auf ihrem Zimmer mit Blick auf die an den Garten angrenzende Küste.
Aber der Schein trügt!
In ihnen brodelt es vor unausgesprochenen Gefühlen: Ängste vor der Hochzeitsnacht bestürmen Florence und Vorfreude auf die lange ersehnte Vereinigung erfüllt ihn.
Stilsicher und genau protokolliert McEwan die erste geschlechtliche Begegnung des jung vermählten Paares. Jedes Detail ihrer Gedanken und Äußerungen, ihrer Zweifel und der Unsicherheiten findet den richtigen Ausdruck.
Diese Nacht wird ihr gemeinsames Leben verändern!

Was aber ist geschehen?

Bei einer Aktion der Studentenbewegung gegen Atomkraft hatten sie sich 1961 kennen gelernt.
Er kam aus einem kleinen Dorf, sie aus einer besseren Gegend Oxfords. Beide studierten in London und warteten nach dem Examen auf die Abschlussnote. Er hatte Geschichte studiert und sie Musik. Sie schwelgt in der Kammermusik aller bekannten Künstler der Vergangenheit bis zu Benjamin Britten und spielt selber Geige in einem Quartett, er liebt Rock ?n? Roll und Blues.
Die Emanzipationsbewegung der Jungen von den Eltern und die sexuelle Revolution befanden sich 1962 in ihren Anfängen. Kein Wunder, dass sich Florence und Edward in den Fallstricken vergangener Lebensgewohnheiten und in deren Ritualen verfangen. Sie können ihre eigenen Gefühle nicht einordnen und die des anderen ebenso wenig. Sexualität vor der Hochzeit fand so gut wie nicht statt.
In ihrer Hochzeitsnacht, die so glücklich begann, passiert Unerwartetes.
Florence ist geschockt und Edward ist ratlos und wütend.
Die ersehnte Freiheit, die sie sich nach der Hochzeit und befreit von der elterlichen Bevormundung erhofften, zerrinnt ihnen unter den Händen.

McEwan beobachtet genau und registriert auch die kleinste Regung, so dass man alle Szenen fast wie in einem Film miterlebt.
Die tastende Unsicherheit der Annäherung, die vertrackten Täuschungen, denen sie aufsitzen; ihre ersten Begegnungen in den Elternhäusern, die unterschiedlicher nicht sein können: McEwan hat alles im Blick!

Er zeichnet sein Porträt einer Zweierbeziehung atmosphärisch eindringlich. Ihm steht ein unermüdlich vielseitiger und poetischer Sprachschatz zur Verfügung, mit dem er mitreißend Stimmungen des Augenblicks einfängt.
Man sieht die Landschaft, hört die Geräusche des Wassers und der Nacht und kann sich dem tragischen Missverstehen eines jungen, verliebten und zugleich enttäuschten Paares nicht entziehen.
Wie er die Geschichte einbettet in die Zeit politischen Wandels, die eine veränderte Sexualmoral und den kalten Krieg mit sich bringt, das zeigt ihn als Meister der unterhaltsamen und fesselnden Poesie.

Auch in diesem Roman stehen menschlichen Beziehungen wie in seinen vorherigen Büchern im Focus seines Berichts. Er weiß, dass sie glücken oder misslingen können, denn vieles hängt vom richtigen Handeln zum rechten Augenblick ab.

Zuletzt gewährt die Weisheit des Alters einen genaueren Blickwinkel!

McEwan wird wie bei seinen vorherigen Büchern ? Abbitte? und ? Saturday? ein begeistertes Publikum finden!
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am 6. April 2008
Nur ein halbes Jahrzehnt vor der sexuellen Befreiung der 68er sitzt das frischvermählte Paar Edward und Florence in der Hochzeitssuite eines Hotels an der englischen Kanalküste. Die Luft virbriert vor Spannung. Für beide steht das "erste Mal" bevor. Doch während bei Edward die Stimmung schwankt zwischen Versagensangst und sexueller Erregung, empfindet Florence blanke Angst, hervorgerufen aus konventionstreuer Erziehung, Religion und einem unterschwelligem Abscheu vor dem, was ihr nun bevorsteht.

Geschickt wird die Enticklung der beiden Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Milieus bis hin zu diesem verhängnisvollen Abend in die Erzählhandlung eingebunden, der dann in einem Eklat gipfelt, aus dem beide nicht wieder herausfinden.

JJ Liefers ist die Idealbesetzung für dises Hörbuch. Er versteht es brillant, die unterschiedlichsten Stimmungen der beiden Personen widerzugeben, deren Lebensglück von der Prüderie und Enge der Zeit verunmöglicht wird.
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am 30. Juli 2012
Für mich spricht die Geschichte eine Art Tabuthema an.
Ich finde die beiden Charaktere außerordentlich subtil ausgearbeitet und authentisch dargestellt. In solche eine Situation zu kommen, ist gar nicht so unwahrscheinlich, zumal sie ja nicht im Jetzt spielt.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen, die Handlung war einfach faszinierend. Die beiden Menschen haben in ihren Augen rational und nach dem bestmöglichen gehandelt und nicht irgendwelche abstrusen Entscheidungen getroffen.
Generell ist das Buch sehr kurzweilig und schnell gelesen. Dennoch schafft man es sofort, sich in die Charaktere hineinzuversetzen (wenn man ähnliche Erfahrungen gemacht hat).
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am 18. Februar 2010
Ian McEwan hat mich schon mehr als ein Mal begeistert, dieser Roman(Hörbuch) übertrifft mal wieder jede Erwartung!
Obwohl sich die eigentliche Handlung nur über ein paar Stunden erstreckt, erfährt man drum herum das ganze Leben zweier Menschen, aus welchem Milieu sie kommen, was sie geprägt hat, was ihnen wichtig ist, wie sehr sie sich lieben und im Grunde auch verstehen und trotzdem das Falsche tun.
Jan Josef Liefers liest das Hörbuch geradezu perfekt. Jeder Gedanke der Protagonisten wird so lebendig als dächte man ihn selbst, jede Bewegung vollführt man im Inneren, jedes Schweigen lastet auf einem und als Frau fasse ich es kaum, wie detailliert ein männlicher Autor solche Gedanken zu Papier bringen kann, deren Vorhandensein sich Frauen in jener Zeit vor der sexuellen Revolution wohl selbst kaum bewusst waren, geschweige denn aussprachen.
Ein großartiges, emotional tiefgründiges Buch!
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am 26. Februar 2014
"Am Strand" erzählt vom Wendepunkt in Edward und Florences Leben. An ihrem Hochzeitstag im Juni 1962 sehen sie beklommen, fasziniert und völlig unwissend ihrer Hochzeitsnacht entgegen.

Mit seiner unheimlich dichten, bilderreichen Erzählweise hat mich Ian McEwan sofort in seinen Bann gezogen. Mit seiner auf den Punkt gebrachten Sprache ist es ihm gelungen, die Geisteshaltung einer untergegangen Zeit wieder auferstehen zu lassen. Die 200 Seiten waren im Nu ausgelesen und ich freue mich auf ein nächstes Werk von McEwan.
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am 13. August 2014
Ein junges, unerfahrenes Paar, eine bevorstehende Hochzeitsnacht, diverse unaussprechliche Ängste und Erwartungen – für unsere sexuell emanzipierte Generation ist diese Situation kaum vorstellbar. Für Edward und Florence im Jahr 1962 ist das allerdings die Realität. Sie haben gerade geheiratet und sind kurz davor, in einem Hotel ihre erste gemeinsame Nacht zu verbringen. Während Edward sich nur mit Versagensängsten quält, ist für Florence der Gedanke an körperliche Liebe allgemein abstoßend. Und da ein Gespräch über die Situation unmöglich scheint, steuern die beiden Schritt für Schritt auf die unvermeidbare Katastrophe zu.

Sehr einfühlsam zeichnet Ian McEwan das junge Paar, beschreibt abwechselnd ihr Innenleben. Er führt den Leser auch in die Vergangenheit des Paares, erzählt von der jeweilige Kindheit und dem Kennenlernen. Gerade einmal 200 Seiten braucht er dafür, weshalb “Am Strand” auch eine unheimlich dichte Erzählung ist, vollgepackt mit Gefühlen und Gedanken, die mich als Leser mitgerissen haben, obwohl die ganze Situation aus meiner heutigen Sicht schwer vorstellbar ist. Ian McEwan versetzt sich gleichermaßen in die Lage von Florence und von Edward und vermittelt die unterschiedlichen Sorgen der beiden sehr nachvollziehbar.

Mir hat “Am Strand” sehr gut gefallen, die eher knappen Erzählungen aus der Vergangenheit, bei denen man zwischen den Zeilen lesen muss, ergänzen sich gut mit der Ausführlichkeit des Hochzeitstages. Nach “Abbitte” war dies mein zweites Buch von Ian McEwan, aber sicher nicht mein letztes.
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