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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
77
4,2 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 20. Juni 2017
Der Brite Ian Russel McEwan wurde 1948 in Aldershot geboren und hat bereits viele preisgekrönte Romane geschrieben, für die er 2000 von der Queen auch in den Adelsstand erhoben wurde.

„Am Strand“ erschien 2007, ebenso auch die deutsche Übersetzung. Darin geht es um die Hochzeitsnacht des sehr ungleichen Paares Florence Ponting und Edward Mayhew im Juli 1962 an einem Strand in Dorset. Es ist eine Zeit, in der Prüderie auf der einen wi e auch Enthaltsamkeit auf der anderen Seite ein Klima schaffen, dem eine solche Hochzeitsnacht buchstäblich zum Opfer fallen kann.

Ian McEwan breitet vor uns meisterlich das sehr unterschiedliche Milieu der frisch Vermählten aus, die sich bei einer politischen Versammlung kennengelernt haben: Florence ist die schöne, meisterhaft Violine spielende und sehr differenziert fühlende Tochter aus gutem Hause, der es materiell an nichts mangelt, deren Professoren-Mutter aber eine stets distanzierte Beziehung zu ihren Kindern ohne körperliche Liebesbezeigungen gepflegt hat, möglicherweise ist Florence sogar sexuell vom Vater, einem Geschäftsmann missbraucht worden, was nur sehr vage im Roman angedeutet wird. Dementsprechend herrscht bei ihrer Tochter eine völlige Tabula rasa in Sex-Dingen. Eine Aufklärung hat nicht stattgefunden, alle diese „Dinge“ gelten als schmutzig und nicht zu den höheren Dingen gehörig, denen sich Florence verschrieben hat. – Edward im Gegenzug kommt aus ärmlichsten Verhältnissen mit einer nach einem Verkehrsunfall geistesgestörten Mutter und Geschwistern, um die er sich mit dem Lehrer-Vater kümmern muss, hat sich schulisch hochgearbeitet ins Geschichtsstudium. Er kennt das wahre Leben, liebt eher den Rock’n’Roll und hat auch verzichten gelernt. Dadurch kann er sich auch auf eine sehr spärliche Körperlichkeit in der Verliebtheit mit Florence einlassen, hofft aber natürlich, dass sich das mit der Vermählung schon geben wird.

Doch die zögerliche körperliche Annäherung der beiden, von ihr ängstlich beargwöhnt, von ihm drangvoll eingeleitet, gerät zum Fiasko, als es durch Florence zu einer Ejaculatio präcox bei Edward weit vor dem Beischlaf kommt. Florence ist über die damit verbundene Besudelung ihres Körpers entsetzt und flieht zum Strand. Edward folgt ihr schliesslich. Es kommt zur Aussprache, die aber in gegenseitigen Schuldzuweisungen endet, weil man eben in diesen Zeiten noch nicht über diese Dinge reden kann. Als Florence ihre Frigidität eingesteht und den vermittelnden Vorschlag macht, weiter eine platonische Beziehung zu führen mit dem Zugeständnis an Edward auf aussereheliche Sexabenteuer, um nur ja die Beziehung zu retten, rastet Edward beleidigt aus. Florence flieht daraufhin ins Hotel zurück, packt ihre Koffer, die Ehe wird aufgelöst und beider Leben verläuft getrennt. Edward bleibt für den Rest seines Lebens ein Einzelgänger ohne eigene Familie und ohrfeigt sich mitunter dafür, dass sein rechthaberisches Schweigen und seine Untätigkeit die so sehr geliebte Florence von ihm weggetrieben hatte.

Der Leser mag sich fragen, ob ein anderes gemeinsames Leben beider möglich gewesen wäre bei der großen Unterschiedlichkeit ihres Herkommens. Immerhin beruhte ihre gegenseitige Attraktion sicherlich doch auch gerade auf diesen so unterschiedlichen Erfahrungen der beiden. Aber dass Beziehungen auseinander gehen, wenn man nicht versucht miteinander zu reden und aufeinander hinzuhören, das gibt es selbstverständlich zu allen Zeiten - und nicht nur in den fernen 60ern. (20.06.17)
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am 19. Mai 2017
Am Anfang lest sich das Buch etwas schleppend und wirr. Sehr detaillierte Erzählungen aus der Kindheit der beiden Hauptcharaktäre machen das Buch etwas langatmig zu lesen. Zwischendurch kommt der Autor immer wieder auf die sich anbahnende Hochzeitsnacht der Beiden, die sich beinahe durch das ganze Buch hindurch zieht. Das Ende hingegen ist relativ schnell und oberflächlich erzählt.

Jedoch haben mich die sehr intensiv und detailliert beschriebenen Charaktäre, wo man das Gefühl hat dass denen eine Seele eingehaucht wurde fasziniert.

Das Buch hat mich berührt da es einem vor Augen führt wie vergänglich das Leben ist. Wie man durch falschen Stolz anfängt sein Leben zu vergeuden und zu vertrödeln

Trotz Anfangsschwierigkeiten ein sehr lesenswertes Buch.
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TOP 500 REZENSENTam 25. April 2010
Inhalt:
Edward und Florence befinden sich auf ihrer Hochzeitsreise und quälen sich beide mit Befürchtungen, Ängsten und Pflichtgefühlen. Während Edward sexuelles Versagen antizipiert, zeigt Florence gar kein Interesse an Sex und fühlt sich regelrecht abgestoßen. Keiner erwähnt dem anderen gegenüber, was wirklich in ihm vorgeht - und so befinden sie sich bald in einer Spirale aus Schweigen, Interpretation der Aktionen und Reaktionen des anderen, Paranoia und Wut.

Mein Eindruck:
Die Sprache McEwans mag zum Ort und zur Zeit der Handlung passen, doch waren mir seine Schilderungen bisweilen zu schwülstig und künstlich (z.B. '(...) daß der empfindlichste Teil seiner selbst (...) für eine gewisse Zeit (...) in der natürlichen Höhlung dieser fröhlichen, liebenswerten und so außerordentlich intelligenten Frau weilen würde' oder 'anschwellender Leibeszustand'). Die Protagonisten wirkten auf mich wenig glaubwürdig und nicht lebendig, die Handlung erschien zu konstruiert. Alles in allem empfinde ich 'Am Strand' als einen belanglosen Roman, trotz oder gerade wegen der gewollten psychologischen Tiefe, die der Autor meiner Meinung nach jedoch nicht erreicht.

Mein Resümee:
Ian McEwan kann es besser. Romane wie 'Abbitte', 'Der Trost von Fremden' oder 'Liebeswahn' haben mich vor Jahren begeistert und sehr bewegt. 'Am Strand' bleibt meiner Meinung nach deutlich hinter diesen Büchern zurück.
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Eigentlich, so könnte man meinen, sollten zwei Volljährige Menschen Anfang der Sechziger Jahre aufgeklärt genug sein, um zu wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie heiraten. An Liebe, Zuneigung und Respekt mangelt es den beiden Protagonisten jedenfalls nicht. Zunächst nicht. Florence und Edward kennen sich bereits über ein Jahr, haben sich vorsichtig aneinander heran getastet, obwohl ihre Familienverhältnisse arg unterschiedlicher Natur sind, haben die beiden sich eine gemeinsame Zukunft ausgemalt und sitzen nun in dieser vertrackten Situation fest: Der Hochzeitsnacht.

Bei genauerem Hinsehen, lernen wir beim Lesen zwei Menschen kennen, deren Erwartungen sich - trotz gemeinsamer Pläne - völlig unterscheiden. Das liest sich nicht nur beinahe spannender als ein Thriller, es ist definitiv spannender als ich es mir vorgestellt habe.
Ian McEwan malt ausschweifend großzügige, wunderbar geistreiche Portraits der beiden, und ihrer Familien. Vor allem aber zeichnet er mit feinem Schwung die Erwartungen, die die beiden so sehr unterscheiden. Die Szenen werden einmal aus Edwards und dann der Sicht von Florence erzählt. Das Ergebnis, das wir Leser geboten bekommen bietet faszinierende Einblicke in das Innenleben zweier Menschen - und freilich ist es interessant zu assoziieren, mit eigenen Erfahrungen. Dennoch halte ich es für eine gewagte Theorie das Verhalten der beiden zu verallgemeinern.

Seltsam amüsiert bis entzückt stelle ich für mich übrigens eine dumme Kleinigkeit fest, die mich schmunzeln lässt und ein bisschen versöhnt mit den unglaublich erotischen Vorstellungen einiger großen Weltliteraten , die ihre Streichinstrument spielenden Protagonistinnen stets als begehrenswert erotische Lustobjekte überzeichnen. Wer Geigerinnen und Cellistinnen faszinierend findet, sollte das hier gelesen haben. Insbesondere Herren Coelho, Bieri und Mulisch würde ich diese Lektüre dringend anraten. :-p

Intelligente Lektüre, die einen tiefen Einblick in eine vergangene Epoche liefert und höchst aufschlussreich ist in der Hinsicht Kommunikation unter Partnern.
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am 14. Februar 2010
Nach dem eher mäßigen Roman "Saturday" liefert Ian McEwan mit "Am Strand" wieder einen ausgezeichneten Roman ab, der unter die Haut geht. Es st unglaublich, wie ein Autor lediglich eine einzige Hochzeitsnacht und zwei Liebende benötigt, um soviel Lesefreude, Tiefgang und Nachhaltigkeit zu erreichen. Insbesondere für die Leser/Innen, die Einblicke bzw. Kenntnisse über die britische Gesellschaft haben, ist dieser Roman ein besonderes Ereignis.
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am 21. April 2017
Die Story lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ein frisch vermähltes Paar will bzw. soll seine erste gemeinsame Hochzeitsnacht verbringen, die beide vor ungeahnte Herausforderungen stellt und letztlich zu einem Desaster führt. Mehr passiert in dem Buch eigentlich auch nicht. Zwischen den Szenen in der Hochzeitssuite wird beschrieben, wie sich das Paar kennenlernte. Leider wird hier immer wieder seitenweise und bis ins letzte Detail beschrieben, wie die spätere Braut irgendwelche klassischen Musikstücke einübt und interpretiert oder sich der Bräutigam mit der Geschichte und historischen Begebenheiten auseinandersetzt. häufig habe ich daher solche furchtbar langatmigen Seiten einfach überblättert. Schade eigentlich, denn die Schreibweise hat mir eigentlich zugesagt. Das ist aber wie so oft, einfach auch Geschmacksache. Meiner war es nicht.
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VINE-PRODUKTTESTERam 31. Dezember 2007
Selten machte es ein Autor dem Leser so einfach, sein Buch zu verschlingen. Und hiermit beziehe ich mich nicht nur darauf, dass dieser Roman mit knappen 200 Seiten vom Umfang recht dünn ist.
Aber der Inhalt! Eine Sprache, die klar und präzise ist und dennoch verspielt, umschmeichelt und beschreibt. Mc Ewan geizt nicht, aber er wirft auch nicht mit überflüssigem Ballast um sich. Es ist alles irgendwie auf dem Punkt und ich bin beim Lesen nicht einmal gestolpert.
Erzählt wird die Geschichte der Hochzeitsnacht von Florence und Edward zu Beginn der 60er Jahre in England. Wobei die Handlung auch hätte an jeden anderen beliebigen Ort und zu jeder anderen beliebigen Zeit hätte stattfinden können. Hier kämpfen zwei Protagonisten mit ihren Gefühlen und mit ihrer Sprachlosigkeit. Wie anders hätte dieses Buch ausgehen können, wenn nur einer die Kraft gefunden hätte, über seinen Schatten zu springen und zu reden. Doch keiner der Beiden konnte es. Weder mit den Eltern, noch mit Freunden und erst recht nicht mit dem Ehepartner.
Wie klar Mc Ewan das alles beschreibt, war für mich ein literarischer Hochgenuss. Dieses Dilemma, in welchem beide Protagonisten stecken, ist hervorragend dargestellt worden. Mit Hilfe des Perspektivenwechsels auf Edward oder Florence ist dieses Mc Ewan sehr gut gelungen. Und wie man deren Gedanken, deren Ängste und Gefühle nachvollziehen konnte. Ich denke, jeder wird beim Lesen geschmunzelt haben und an eigene Erlebnisse aus seiner unerfahrenen Jugend zurück gedacht haben.
Ein großes Plus dieses Buches ist es für mich, dass man als Leser keinen der Protagonisten als den Guten oder den Bösen hinstellen kann. Mc Ewan gelingt es, die Sympathien immer gleichmäßig zu verteilen. Männliche Leser werden die Haltung Edwards sehr gut nachvollziehen können. Und ebenso gelingt es ihnen, in das Denken der Frauen hinein zu gelangen. Genauso wird es den weiblichen Lesern gehen. Und gerade hierin sehe ich eine große Stärke dieses Buches.
Über das Ende mag man sich streiten, auch darüber, dass es zu einseitig auf Edward eingeht. Es hätte auch genauso gut sich auf Florence konzentrieren können, das Ende wäre dasselbe gewesen. Für mich stellt es auch kein Manko dar, dass alle anderen Figuren etwas zurück gestellt werden. Man erfährt genug über die Eltern, die Geschwister oder die Freunde der beiden Protagonisten. Und wie ebendiese auf das Leben von Edward und Florence gewirkt haben. Schade, dass die beiden nicht wirklich zueinander kommen. Aber dieser Roman lässt kein anderes Ende zu. Auch nicht, wenn er zehn Jahre später angesiedelt worden wäre. Die Sprachlosigkeit von Edward und Florence ist kein typisches Problem der 60er Jahre.
Eine unbedingte Leseempfehlung! Und für mich Grund genug, noch mehr von Mc Ewan zu lesen.
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am 19. Januar 2010
...unterbreitet Florence ihrem frisch angetrauten Ehemann noch in der Hochzeitsnacht, die für beide der Höhepunkt in ihrem bisherigen Leben ist, aber auf Grund der Unerfahrenheit ihrer jungen Liebe scheitert.

Doch der Reihe nach: Nach der Trauungszeremonie finden sich Edward und Florence in einer romantischen Hotel-Suite am Strand des Ärmelkanals wieder, doch beiden ist es nicht möglich auszusprechen, was sie sich längst hätten sagen müssen: Edward, dass ihm die Erfüllung der Liebe in dieser Hochzeitsnacht überaus wichtig ist, und Florence, dass sie sich in Wahrheit vor jeder Form der körperlichen Liebe ekelt. Nach dem Dinner kommt es im Schlafgemach zum unausweichlichen Streit, denn die Erwartungen, die Edward an seine frisch angetraute Liebste stellt, kann Florence nicht erfüllen und ihm die Liebe, nach der er sich sehnt, nicht schenken.

Nach einem heftigen Streit läuft Florence einige Kilometer den Strand entlang. Edward, in seinem Stolz als Mann zutiefst gekränkt, wartet zunächst eine Zeitlang ab, besinnt sich aber dennoch, ihr an den Strand zu folgen. Er macht ihr Vorhaltungen und Vorwürfe, was Florence nach einem heftigen Wortgefecht schließlich dazu bewegt, das - in Edwards Augen - unmögliche und "unmoralische" Angebot zu unterbreiten (wie das Angebot aussieht, kann hier nicht verraten werden, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen).

Die ganze Geschichte spielt in der Hochzeitsnacht, doch gibt es immer wieder ausführliche (manchmal für meinen Geschmack vielleicht etwas zu weit ausschweifende) Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Protagonisten. Florence, eine ambitionierte Cellistin, kommt aus einem hoch angesehenen Elternhaus (ihre Mutter ist Professorin an einer Universität in Oxford) und Edward, mit einem Magister in Geschichte in der Tasche, ist das Kind einer ganz gewöhnlichen Arbeiter-Familie und seine Mutter seit einem Unfall geistig krank; Edward möchte am liebsten, dass Florence so wenig wie möglich über seine Familie und seine kranke Mutter erfährt...

Ian McEwan's Schreibstil überrascht und erfreut mich jedes Mal aufs Neue! Ihm gelingt es perfekt, seine LeserInnen mit seinen Romanen (so auch mit seinem Werk "Am Strand") in eine atmosphärisch dichte und geladene Spannung zu entführen und die wechselnden Stimmungen dieser Hochzeitsnacht mit seinen Worten so präzise zum Leser zu transportieren, dass es eine reine Freude ist, in die Welt des Autors einzutauchen.

Absolute Kaufempfehlung von fünf Sternen für dieses fantastische Buch!
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am 20. Juli 2007
Ian MacEwan, Autor so wunderbarer Romane wie "Abbitte" und "Saturday", scheint sein Thema gefunden zu haben. Immer wieder variiert er den Moment, in dem das Schicksal eingreift und das Leben der betroffenen Menschen unwiederbringlich verändert, in seinen Erzählungen und Romanen.

Auch in seinem gerade erschienenen neuen Roman "Am Strand" legt er die Geschichte zweier ganz frisch verheirateter Menschen auf diesen Punkt an.

Florence und Edward haben soeben geheiratet. In einem Hotel an der Küste Englands wollen sie ihre Hochzeitsnacht verbringen. Es ist das Jahr 1962, die sexuelle Revolution hat noch nicht Einzug gehalten, beide sind unerfahren und unsicher. Die Angst, etwas falsch zu machen sitzt tief.

Ian McEwan lotet die Gedanken beider Partner genau aus. Edward hat bereits einige Zeit im Elternhaus von Florence verbracht. Er genießt die offene, intellektuelle Atmosphäre, die in ihrer Akademikerfamilie herrscht. Er selbst hat sein Studium der Geschichte mit Bravour bestanden, stammt aus einer ländlichen Gegend und wuchs mit einer kranken Mutter und einem überforderten Vater auf. So kann er sein Glück, nun bald mit Florence ein freies, selbstbestimmtes Leben führen zu können, kaum fassen.

Doch in dieser Nacht, in der alles so einfach sein könnte, nehmen Erwartungen und Wirklichkeit einen so unheilvollen Verlauf, dass sich Florence und Edward wie zwei Fremde gegenüber stehen...

Kraftvoll und konzentriert, konsequent und ohne Aufhebens konfrontiert McEwan den Leser auch in "Am Strand" mit dem Wimpernschlag, der schließlich eine entscheidende Weiche stellt. Unumkehrbar wird auch in diesem Buch eine Liebe auf eine Probe gestellt, über die schließlich eine eilige und unbedachte Äußerung, ein Moment, in dem jemandem die Kontrolle über das, für das er Verantwortung übernommen hat entgleitet, entscheidet.

Abermals gelingt ihm mit diesem Buch ein kleines Kunstwerk, mit ungeheuren "Zwischen den Zeilen-Botschaften" und einer Wortdichte, in die man abtaucht und die einen erst aus ihrem Bann entlässt, wenn man das Buch zuschlägt. Grandios!
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am 5. März 2009
Vorweg muss ich sagen, dass dies mein erstes Buch von Ian McEwan war. Ich las dieses Buch aufgrund der guten Bewertungen hier auf Amazon und wurde nicht enttäuscht.

In vier Kapiteln berichtet der Autor über die zwei völlig unterschiedlichen Einstellungen zur Hochzeitsnacht zweier frisch verheirateter Menschen im Jahr 1962 und davon, wie daran die Ehe zerbrechen kann. Dabei wechselt er gekonnt zwischen der Erzählung zur Hochzeitsnacht und dem Rückblick darauf wie Florence und Edward sich kennenlernten.

Ein wunderbares Buch eines tollen Autors, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert hat und das ich somit auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
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