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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
19
Metaphysik der Röhren (detebe)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:11,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 15. Februar 2014
Amélie Nothomb benutzt die autobiografischen Skizzen ihrer allerfrühesten Kindheit in Japan fast ausschließlich zum Philosophieren. Mit dem Gewinn der Wahrnehmung geht für die Zweijährige ein fast idealer, ja "göttlicher" Zustand zu Ende, der Verlust der Unschuld tritt ins Leben, Moral und Enttäuschungen werden erlebt, aber auch grenzenlose kindliche Freuden und Abgründe.
Die belgische Exzentrikerin besticht durch ihre Belesenheit und ihren originellen Wortschatz und -witz, und macht aus dem kindlich-profanen einen großen weltanschaulichen Rundumschlag. Manch einer mag der Autorin vielleicht Selbstgefälligkeit oder Eitelkeit unterstellen; wem sie aber grundsätzlich sympathisch ist, der wird aus diesem Buch großen Gewinn ziehen.
Das Buch ist übrigens im Zusammenhang mit ihren anderen beiden japanisch-biografischen Büchern zu sehen (Mit Zittern und Staunen sowie Der japanische Geliebte), die mir von Nothomb bisher am besten gefallen haben.
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am 1. Februar 2014
Klappentext: Am Anfang war das Nichts. Ein Lebewesen, das sich nicht rührte, nicht schrie. Bis die Großmutter weiße Schokolade aus Belgien brachte. Da wurde das Wesen zum Menschen. Zum Kleinkind im japanischen Garten Eden. Doch mit drei Jahren wird es aus dem Paradies vertrieben - von drei Karpfen.

Amelie Nothomb hat eine einzigartige Sprache. Ihre Beobachtungen sind präzise. Die Wendungen oftmals skurril.
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am 11. August 2015
Ich hatte bisher "Mit Staunen und Zittern" und "Der japanische Verlobte" gelesen und war von beiden Büchern sehr begeistert. Von diesem Buch war ich eher enttäuscht. Es ist zwar auch gut geschrieben, aber dieser Blickwinkel der Zwei- resp. Dreijährigen, von dem aus das Buch geschrieben ist, wirkt für mich aber nicht wirklich glaubhaft.
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am 18. Mai 2002
Für jeden Liebhaber der französischsprachigen Literatur ein Genuss. Wer kann, sollte es in der Sprache der Autorin, in französisch lesen. Das Buch ist unglaublich erfrischend, mitreißend und versetzt einen zurück in die Zeit, in der man als Kind mit den Tatsachen des Lebens konfrontiert wird. Zwar aus Sicht eines Kindes, eigentlich gerade aus der unbeeinflußten 'reinen' Empfindungs- und Urteilungsebene des Kindes, aber mit dem Intellekt des Erwachsenen. Ich werde auch die anderen Nothomb Titel lesen. Tolles Buch, unbedingt lesen!
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am 23. September 2004
... ist dieses Buch, das ich wie im Rausch in einem Zug durchlesen mußte, weil es mich sofort total in seinen Bann schlug.
Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Mädchens von seiner Geburt an bis etwa zum dritten Lebensjahr und zwar aus der ganz und gar ichbezogenen Weltsicht des Kleinkindes. Dabei verfolgt der Leser, wie sich das Kind entwickelt und die Welt um sich herum wahrnimmt, vom Säuglingsdasein bis zum kleinen Mädchen.
Amélie Nothomb hat aus dieser ungewöhnlichen Perspektive einen Roman geschaffen, der vielschichtig und witzig ist, historisch exakt und voller bunter Charaktere. Das kleine Mädchen ist die jüngste Tochter des belgischen Botschafters in Japan um 1970 und so spielt sich die Handlung in der exotischen Welt eines Diplomatenhaushaltes ab. Es wird die Familie beschrieben, das Personal und der Wechsel der japanischen Jahreszeiten mit Schlaglichtern auf die japanische Kultur. All das ist stimmig und dicht gefügt. Da Amélie Nothomb selbst aus einer Diplomatenfamilie stammt, trägt der Roman autobiographische Züge.
Das Buch ist eine Klasse für sich, eine richtige Delikatesse, und qualitativ so gut, daß man erstmal nichts anderes mehr lesen mag.
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am 10. März 2010
Ich bin auf die Schriftstellerin durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden. Ein Artikel über Schrulligkeit im grunde. Das hat mich neugierig gemacht, daraufhin habe ich mir dieses kleine Buch zugelegt und es an einem Abend verschlungen.
Eine so kleine, entzückende Geschichte, so schräg, so verrückt, so unglaublich, so seltsam, so herrlich, so witzig, so (fast schon) glaubhaft, so surreal, so zuckersüß. Ja ich mochte die Geschichte und ich mochte den Schreibstil. Ein wirklich entzückendes Buch, das ich jedem nur ans Herz legen kann, es wenigstens gelesen zu haben.
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am 17. August 2004
Hm! Das ist der erste Gedanke der mir zu diesem Buch einfällt.
Weil so viele von diesem Buch begeistert waren, wollte ich es dann doch mal selbst lesen. Die ersten Seiten kamen mir seltsam vor. Einerseits fand ich das Buch absurd, seltsam. Aber andererseits war es auch spannend und so recht aus den Händen legen konnte ich es auch nicht. Schlecht war es auf keinen Fall und die "Ideen" die in dem Buch stecken sind eigentlich ziemlich genial. Vermutlich hat es nicht exakt meinen Geschmack getroffen, dann dieses überhebliche des kleinen Mädchens, welche sich selbst für Gott hält, hat mich teilweise sehr genervt. Dann wiederum ist aber die Verwandlung von einer Pflanze zu einem weitgehend normalen Kind durch ein Stück Schokolade schon sehr originell. Man sollte das Buch unbedingt mal selbst gelesen haben :)
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am 8. September 2011
Ein zweieinhalbjähriges Mädchen entdeckt die Welt und ich durfte mit entdecken, vollkommen in den Blickwinkel der Erzählerin aufgehen und die Welt mit neuen Augen betrachten und lernen. Lernen was es zum Beispiel mit der Freude auf sich hat:"Die Freude ist ein Wunder, aus dem ich lerne, dass ich ich bin. Ich - das ist der Sitz der Freude. Die Freude, das bin ich: wo Freude ist, wird Ich sein. Keine Freude ohne Ich, kein Ich ohne Freude!"
Ich habe in diesem Buch unglaublich wohl und heimisch gefühlt, ich habe oft laut auflachen müssen und das Ende hat mich sehr glücklich zurückgelassen und mich zum Lachen gebracht. Als ob man die reine Lebensenergie lesen würde!
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am 1. Dezember 2002
Wie fühlt sich ein zweijähriges belgisches Mädchen in Japan in den sechziger Jahren. Amelié Nothomb weiss es, sie beschreibt ihre ersten Lebensjahre aus der Sicht einer Zwei- bis Dreijährigen. Diese Unmöglichkeit ist ihr faszinierend gelungen.
Jung sein = eine leere Röhre sein, die mit Leben gefüllt werden kann.
Ihre Füllung waren belgische Schokolade der geliebten Oma, Karpfen namens Maria, Joseph und Jesus im Gartenteich und der No-Theaterspielende Vater, der gleichzeitig Diplomat ist.
Wirr, chaotisch und absolut unüblich.
Aber so empfindet wohl eine Zweieinhalbjährige diese fremde Welt.
Amélie Nothomb ist ein absolut eigenes, originelles Buch gelungen.
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am 9. April 2002
Das Leben beginnt als Röhre: Man nimmt auf, scheidet aus, kanalisiert Lebensmittel, Flüssigkeiten, Sauerstoff und Geräusche. Das jedenfalls glaubt die Protagonistin von Amélie Nothombs neuestem Geniestreich „Metaphysik der Röhren". Die Protagonistin ist ein einjähriges Baby, das glaubt, die Welt, das Leben und die Menschen bereits begriffen zu haben - bis es belgische Schokolade bekommt. Dies ist der Moment, da das Röhren-Wesen „Ich" denkt. Und „Ich" ist ein ausgesprochen exzentrisches Wesen. Es hält sich für Gott. Und zwar ganz einfach deswegen, weil es feststellt, dass die Umgebung bei jeder kleinen Reaktion in Freude ausbricht. Der Garten Eden, in dem dieses göttliche Kind lebt, befindet sich in Japan. Der Vater ist Konsul, passionierter No-Sänger und vermeintlicher Kanalarbeiter. Das japanische Kindermädchen ist der perfekte Untertan, betet das Kind an. Aber was wäre ein Garten Eden ohne die Vertreibung aus dem Paradies - die hier durch einen heiligen Karpfen ausgelöst wird.

Nothombs neuer Roman kreist um Existenz- und Transzendenz-Fragen, die das Dasein als Neugeborene und Kleinkind aufwirft. Damit nähert sie sich auf (für den Leser) amüsante Weise Problemen wie dem Ich-Welt-Konflikt, zersetzt Grenzen zwischen Erdachtem und Erlebtem und strickt die Gesamtheit kindlicher und menschlicher Nöte in Geflechte aus diffizilen Fragen, vagen Vermutungen und extraordinären Lösungen.
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