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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
95
4,2 von 5 Sternen
Abbitte (detebe)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:13,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 4. Januar 2014
Leider kennen treue Kinogänger dieses brillante Buch bereits; denn auch der Film von 2008 ist sehr gut gelungen. Aber trotzdem: es lohnt sich, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und diese Geschichte (nochmals) zu lesen. Wie Jan McEwan die einzelnen Charaktere einführt und episodenhaft ins Leben ruft! Wie eine romantische Liebesgeschichte trotz familiärer und standesbedingter Schranken entsteht und plötzlich - aus heiterem Himmel - zerbrochen wird! Und wie sich die Gedanken der pubertierenden Briony als reine Eitelkeit entpuppen. Das ist aus meiner Sicht ganz grosse Literatur. Jan McEwan zeigt auf, wie sich Phantasien mit der Wahrheit vermischen, wie unbeabsichtigt Schuld und Sühne entstehen können.

Basis der Tragödie sind Hochmut und Eitelkeit in einer Gesellschaft mit noch nicht ganz überwundenen, sondern leise weiter gepflegten Tabus und Vorurteilen. Da bleibt die Wahrheit dann plötzlich auf der Strecke. Was plausibel erscheint, gilt plötzlich als wahr. Und niemand wagt zu widersprechen. Grausam! Dass am langen Ende auch die Täter leiden, mag als ausgleichende Gerechtigkeit wahrgenommen werden. Der eigentliche Appell für mehr Offenheit und damit auch zu mehr Demokratie wird dadurch aber nicht vermindert. Ein anspruchsvolles Drama auf sprachlich höchstem Niveau! Aber wegen der Längen im ersten Teil des Buchs ein Punkt Abzug.
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am 22. Oktober 2015
Sehr gute und schnelle Lieferung. Es kam sicher verpackt an und weist kaum Beschädigungen auf.
Zum Inhalt: Es ist ein wenig schwierig zu lesen, man muss sich Zeit nehmen.
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am 2. Mai 2012
Das Buch ist in drei Teile (+ Epilog) geliedert, wobei - grob gesagt - der erste die Schuld beschreibt und der letzte die Sühne. Der Epilog ist eine Rückschau 60 Jahre nach den beschriebenen Ereignissen. Ein zweiter Teil beschreibt den Rückzug der englischen Armee nach Dünkirchen an dem Robbie teilnimmt, die Sehnsucht der Liebenden, und verbindet die beiden Teile inhaltlich. Für mich war dieser zweite Teil der Schwachpunkt des Buches und der Grund dafür, es nur mit vier Sternen zu bewerten. Landsergeschichten in allen Ehren, aber in diesem Buch war es ein Fremdkörper (und ich habe da auch schon deutlich bessere gelesen).

Es war aber eine Freude, die beiden anderen Teile zu lesen. Stilistisch (wunderbar, zumindest im Original) aber auch inhaltlich überzeugend. Gut, äußerlich passiert recht wenig, aber dafür um so mehr im Inneren den Handelnden. Das "Innere" scheint eher seine Stärke zu sein. Wie gesagt fand ich den handlungsintensiveren Teil deutlich schwächer. Interessant ist hier eine Kritik am ersten Entwurf von Brionys Abbitte durch ein Verlagshaus, nämlich dass - sinngemäß - die psychologisierenden Elemente sehr stark sind, der geneigte Leser aber auch gerne etwas mehr Handlung und Spannung möchte. Das stimmt schon, aber wie gesagt, finde ich den handlungslastigen Teil weniger gelungen (da trifft auch auf seine handlungsintensivere Bücher wie Saturday zu, welches mir wenig gefallen hat).

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Auseinanderstzungen McEwans mit dem Schreiben an sich. Besonders stark ist hier der Epilog. [Achtung Spoiler] Der ganze Roman ist eine Abbitte. Robbie und Cee bekommen ihr Happy End und sind eben nicht an Blutvergiftung bzw. durch einen Bombenangriff gestorben. Briony verliert noch im hohen Alter gegen Lola - während sie stirbt, wird Lola weiterleben.
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am 5. März 2012
An einem heißen Sommertag im Jahr 1935 überschlagen sich die Ereignisse: Cecilia und Robbie kommen sich endlich näher werden jedoch von ihrer Schwester Briony erwischt, die die ganze Situation nicht richtig einzuschätzen weiß.
Am Abend verschwinden die Zwillinge nach einem Streit im Wald und alle begeben sich auf die Suche nach ihnen. Dabei wird Lola, die Schwester der Zwillinge und Cousine von Cecilia und Briony, in der Abenddämmerung vergewaltigt. Die einzige Zeugin dieses Verbrechens ist Briony, welche den Täter aber nur von hinten gesehen hat, ihn aber zu kennen glaubt. Für sie kommt nur eine Person in Frage: Robbie, schließlich hat er sich schon an ihrer Schwester vergangen. Aus dieser Mutmaßung, von deren Wahrheit Briony überzeugt ist, wird eine Aussage und Robbie wird noch am selben Abend verhaftet. Niemand glaubt Cecila, weil man wegen des Briefes, den Briony ihren Eltern übergeben hat, davon ausgeht, dass sie ihn nur schützen will. Daraufhin bricht die Familie auseinander, denn Cecilia will nichts mehr mit ihrer Familie zu tun haben, vor allem nicht mit ihrer Schwester.

Nach einigen Jahren Gefängnis bekommt Robbie die Möglichkeit seine Strafe zu verkürzen, indem er in den Krieg zieht. Gegen Ende des Krieges versucht er schwer verwundet zu Cecila zurück zu kehren, deren Briefe ihn am leben erhalten.

Nachdem ich zum ersten Mal den Trailer zum Film Abbitte mit Keira Knightley und James McAvoy gesehen hatte, war ich sehr darauf gespannt. Als ich dann erfuhr, dass es die Verfilmung eines Romans ist, wollte ich diesen sofort lesen und kaufte ihn mir.
Eigentlich hatte ich eine Art Liebesroman erwartet, das ist Abbitte jedoch ganz und gar nicht.

Ian McEwan will mit seinem Werk vielmehr zeigen, wie ein im Grunde kleines Missverständnis mehrere Leben zerstören kann. Denn genau darum geht es: Da Briony die Situation wegen ihres jungen Alters nicht richtig zu deuten weiß, muss sie für den Rest ihres Daseins mit den Konsequenzen leben, die sie erst als Erwachsene wirklich begreift.
Die Liebesgeschichte zwischen Cecilia und Robbie ist zwar schön, aber nur ein kleiner Teil des Ganzen.

Die Erzählweise ist zu Anfang etwas verwirrend und undurchsichtig, da man glaubt, dass ein und dieselbe Handlung mehrmals hintereinander erzählt wird. Mit der Zeit versteht man jedoch, dass der Autor die Erzählperspektive wechselt und die gleiche Handlung aus der Sicht verschiedener Charaktere darstellt. Der Leser kann dadurch die Gefühle der einzelnen Personen besser verstehen.

Der zweite Teil der Handlung bezieht sich inhaltlich auf den Zweiten Weltkrieg, wird vom Autor thematisch aber auf eine neue Weise erzählt. Ian McEwan möchte nicht vorwiegend auf die Grausamkeit und Sinnlosigkeit eines solchen Krieges hinweisen, sondern beleuchtet die Gefühlswelt eines Soldaten (Robbie) und seine Gedanken. Diese Erzählweise macht selbst diese Thematik wieder aufs Neue interessant.

Erwähnenswert ist auch noch der letzte Teil, in dem nun der gesamte Roman so präsentiert wird, als wäre er von einem der Hauptcharaktere selbst geschrieben.

Alles in allem ein anspruchsvolles, aber auch einzigartiges Buch, das man einmal gelesen haben sollte.
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am 24. Oktober 2008
Ich habe das Buch gelesen, als der Film in die Kinos kam - und war absolut begeistert. Ian McEwan schreibt unglaublich detailliert, in einem sehr langsamen Erzähltempo. So nimmt der erste Teil, der den schicksalhaften Nachmittag und Abend im Jahr 1935 beschreibt, allein 266 Seiten ein - von denen keine einzige überflüssig ist. Nur wenige Autoren bringen dieses Kunststück fertig.
Die Umgebungen werden sehr genau beschrieben, sodass man die Orte stets quasi vor sich sieht, aber vor allem ist es das Innenleben der Charaktere, das vom Autor geradezu seziert wird. Der Leser erhält sehr intime Einblicke in Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Motivationen der Charaktere. Es wird deutlich, dass der Autor meint, was er schreibt; in vielen Facetten der Charaktere dürfte sich der ein- oder andere Leser wiederfinden.

Was mir außerdem deutlich aufgefallen ist: Ian McEwan urteilt nicht (oder zumindest so gut wie nicht), sondern beschreibt nur. Das macht ihn frei von stereotypen Charakterbildern oder Beschönigungen. So kann man auch als Leser unvoreingenommener an die Geschichte herantreten.

Mein Fazit: Dieses Buch ist wahrscheinlich eines der besten, die ich bisher gelesen habe, und es wird sicherlich nicht mein letzter Ian McEwan bleiben. Ich kann es absolut empfehlen. Es sollte aber klar sein, dass es sich hierbei nicht gerade um leichte Kost handelt. Wer einfach ein wenig Unterhaltung sucht, wird sich von der Detailfülle und auch der Thematik des Buches womöglich erschlagen fühlen. Wer allerdings gern Bücher liest, die zum Nachdenken einladen und im Gedächtnis haften bleiben, der sollte "Abbitte" lesen.
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am 26. Oktober 2014
Dieses Buch hat es mir wirklich nicht leicht gemacht!

Inhalt:
Briony ist gerade einmal 13 Jahre alt und schon eine begabte Schriftstellerin, als sie im Sommer 1935 ihre Schwester und deren langjährigen Freund Robert Turner beobachtet. Nach anschließend furchtbaren Geschehnissen, nimmt Briony alles in die Hand und verändert es komplett. Aus Unwissenheit oder um ihre Geschichte zu perfektionieren, sie lädt eine enorme Schuld auf sich. Und dann kommt der Krieg und macht alles noch schlimmer.....

Cover:
Unsere Bibliothek hat eine Ausgabe von RM-Buch-und-Medien-Vertrieb; Auflage: Ungekürzte Lizenzausgabe (2005), also habe ich das dazugehörige Cover:
Weiß und orange harmonieren nicht unbedingt gut. Warum damit die Hälfte des Covers verschwendet wurde, weiß ich wirklich nicht.
Das Mädchen mit dem träumerisch leidenden Blick, das sich auf seinen Armen abstützt, ist doch viel verheißungsvoller und passt auch noch wunderbar zum Buch!

Meine Meinung:
Man braucht wohl etwas Zeit, um dieses Buch zu lesen und nebenher liest es sich schon gar nicht gut.
Anfangs hat die Geschichte mich dann aber schon bald in ihren Bann gezogen. Es ist faszinierend, wie der Autor die Geschichte schildert. Man fängt automatisch an sich Fragen zu stellen, man wird mit hinein gerissen in diesen Strudel.
Die Idee an sich ist schon eigen im positiven Sinn, ihre Umsetzung ist ....mir fällt kein passendes Wort dafür ein.
Die Charaktere sind perfekt, also nicht perfekt von ihren Werten, sondern perfekt struktuiert, abgestimmt und lebendig gemacht. Vielleicht ist perfekt gar nicht das richtige Wort, denn sie sind so selbstverständlich. Man kann zu ihnen durchdringen.
Der Schreibstil unterstreicht diese Eigenheit, macht das Buch einzigartig.
Der erste Teil, der Teil um Brionys Lüge, die ersten 266 Seiten, waren ein Meisterwerk, unbeschreiblich gut. Aber dann kam Teil zwei, ein Sprung in die Zukunft, der leider relativ langweilig anfing.
So viel muss ich verraten, es ging um den Krieg, die Sicht des Krieges und die Gefühle, aber auf diesem Bereich war das Buch so Mainstream, so gar nicht mehr dieses besondere Meisterwerk. Mein Interesse ist also vorerst eingeschlafen, ich habe nur weitergelesen, weil ich wissen musste zu welchem Ende Brionys Lüge führt. Zum Glück hat sich die Geschichte wieder zu ihrer Besonderheit zurück geangelt und das Ende hatte wieder diese eigene, meisterhafte Note. Ja, ein Ende, dass einen ein wenig stutzig macht und überlegen lässt. Ein Ende nach meinem Geschmack also. Sehr schön auch, dass es so einen runden Abschluss hatte.

Fazit:
Ein Buch mit Höhen und Tiefen, nichtsdestotrotz genial!
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am 26. Juni 2007
In guten Büchern bedarf es eines kleinen Anstosses, um das Leben der Menschen darin zum Einsturz, zur Umkehr oder Bestätigung zu bringen. Daß die dreizehnjährige Briony imstande ist, dies durch eine unwahre Behauptung zu schaffen, indem McEwan uns behutsam auf den Punkt hin führt, an dem wir erschüttert danebenstehen und zusehen müssen, mit welch kindlicher Naivität sie ihre Macht über das Leben anderer ausübt, gehört zu den einfühlsamensten Erzählpassagen der letzten Jahre.

In Büchern wie Der Zementgarten hat der Autor bereits bewiesen, wie scharf umrissen er die Verwirrungen der Kindheit zu beschreiben versteht. Weniger überzeugend der Erste Weltkrieg, den hätte es nicht gebraucht, auch wenn McEwan auch hier zu erzählen versteht.

Der wiederum gelungene Schluß hingegen, indem eine gealterte Briony auftritt, besitzt viel von der Ironie, die Ian McEwan seinen Romanen manchmal unterzieht. Ein lesenwertes Buch mit zwei, drei Schwächen, es gibt nicht viele Romane, die das von sich behaupten können.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 25. Oktober 2007
In Ian McEvans Roman um Leidenschaft und Phantasie, Schuld und Vergebung verändert ein heißer Tag im Sommer 1935 das Leben dreier Menschen für immer.

Die phantasievolle 12jährige Briony stellt ernüchtert fest, dass es in ihrer kleinen geordneten Welt keine wirklichen Geheimnisse gibt. Um sich für ihre zukünftige Laufbahn als Schriftstellerin zu qualifizieren, beschließt sie ihre Umwelt besser zu beobachten. Vorerst begnügt sie sich damit, sich den Erfolg der Aufführung ihres ersten Theaterstücks auszumalen, indem sie die Hauptrolle spielen wird. Doch sie muss feststellen, dass ihr hier das Heft schnell aus der Hand genommen wird. Ihre ältere Kusine Lola reißt die Rolle der Annabella an sich und gibt der jüngeren Verwandten das Gefühl kindlicher Unterlegenheit. Verwirrt und verletzt zieht sich Briony zurück und kann durch das Fenster eine unwirkliche und seltsame Beobachtung macht. Ihre ältere Schwester Cecilia kämpft mit dem jungen Robbie Turner um eine Blumenvase, reißt dann plötzlich die Kleider vom Leib, und steigt nur im Unterrock in den Brunnen! Briony gelingt es nicht, die Situation einzuordnen, spürt aber die Wut ihrer Schwester. Was hat Robbie ihr angetan? Als Turner ihr einen Brief für Cecilia übergibt, kann sie daher nicht widerstehen, den Inhalt selbst zu lesen. Der obszöne Inhalt entsetzt die junge Dame und sie vertraut sich ausgerechnet ihrer pubertären Kusine Lola an. Als diese ihr klar macht, dass der Nachbarssohn eine Psychopath sein muss, fasst sie den Entschluss ihre Schwester zu schützen. Leider führt jedoch ihre Überzeugung zu einer Katastrophe und am Ende wird Robbie Turner von der Polizei abgeführt und Briony als Hauptbelastungszeugin leistet unbeabsichtigt einen Meineid.
Der Leser hat es leichter als die verwirrte Briony. Aus allen Blickwinkeln kann er den unglückseligen Tag beleuchten. Die ruhelose Cecilia, die widerstreitende Gefühle für ihren ehemals besten Freund hegt. Der stolze Robbie Turner, der ihr so gerne sagen möchte, warum er sich in ihrer Gegenwart auf einmal so linkisch benimmt. Der Bruder der Tallis Schwestern der den Sohn eines Schokoladenbarons mit nach Hause bringt, welcher von der frühreifen Cousine der Tallis, Lola, angezogen wird. Und schließlich sind da noch die nervigen Zwillinge, die ihre Schwester Lola und den gesamten Haushalt durcheinander bringen. Alle versuchen, der Schwüle des Tages zu entrinnen und bereiten sich mit aufgestauten Gefühlen auf das abendliche Dinner vor, welches ein schreckliches Ende nimmt.
Das Buch von Ian McEwan ist in drei Teile aufgegliedert. Im ersten Teil werden die erwähnten Ereignisse beschrieben.
Der zweite Teil beschreibt Robbie Turners Erlebnisse nach dem Gefängnisaufenthalt. Die Familie Tallis hat für immer mit ihm und auch mit ihrer Tochter Cecilia gebrochen, die Robbie immer noch in Liebe ergeben ist. Die Liebenden werden aber schon bald wieder getrennt, als Mr. Turner als Soldat nach Frankreich geschickt wird. Die schrecklichen Erlebnisse im zweiten Weltkrieg bilden den Hauptteil des zweiten Buches.
Im dritten Teil begegnen wir einer gereiften Briony, die im Krankenhaus arbeitet. Inzwischen hat sie die Ereignisse des unheilvollen Sommertages neu verarbeitet und ist sich ihres schrecklichen Fehlers bewusst geworden. Noch immer mit sehr viel Phantasie begabt, versucht sie auf ihre Weise, Abbitte zu leisten.
Am Ende des Romans erfahren wir, dass Briony tatsächlich Schriftstellerin geworden ist und ihre Erlebnisse literarisch verarbeitet hat. Die Frage, ob der Bericht einer Abbitte reine Fiktion oder Wahrheit war, darf sich jeder selbst beantworten. Durften Cecilia und Robbie doch noch ein gemeinsames Glück erleben? Hat sich Briony mutig den Liebenden gestellt, oder ist sie feige zurück gewichen?
Der Autor verbindet die Tatsache, dass Briony unschuldig schuldig wurde und die wahren Täter ungestraft davonkommen mit dem schrecklichen Gesicht des zweiten Weltkrieges. Auch hier steht wieder Robbie Turner als Sinnbild eines zu Unrecht beschuldigten Täters im Zentrum. Um ihn herum ist Elend und sinnloser Tod und das Vaterland sammelt die Verletzten und Gefallenen ein. Es schließt sich der Kreis als Briony ein Museum besucht, indem eine Siegernation ihrer Helden gedenkt. Und Briony sieht ihre Mittäter in prächtiger Robe an den Schaukästen der Erinnerung vorüberziehen.
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am 15. Februar 2008
Was könnte man über diese Geschichte sagen? Dass der Autor gekonnt die Atmosphäre dieses drückenden Sommertages heraufbeschwört, eindrückliche, faszinierende Charakterbilder entwirft, die in ihren Zweifeln, Leidenschaften, Ängsten wirken, wie eben dem Leben entsprungen? Ja, all das. Doch auch, dass die Geschichte an sich, so gemächlich und langsam sie beginnt, den Leser schleichend in ihren Bann zieht, um ihn später mit einem unerwarteten und auf sehr seltsame Weise erlösend wirkenden Ende zu konfrontieren. Selten hat es ein Roman geschafft, so intensive Bilder zu erzeugen, von den schattigen Ecken der Bibliothek im Landhaus der Familie Tallis, wo die Liebe zwischen Cecilia und Robby ihren ersten stürmischen Ausbruch findet, bis zu den zerstörten Dörfern an der französischen Küste, die Soldat Turner auf dem Marsch nach Dünkirchen findet. Und damit bleibt Abbitte" bis zur allerletzten Seite faszinierend: eindrücklich beschriebene Charaktere in einer Liebesgeschichte, die von der ersten Seite an zu einem bitteren Ende verdammt und doch bis zur letzten Seite seltsam hoffnungsvoll erscheint - ein wundervoller Roman und absolut lesenswert.
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am 12. November 2006
Abbitte ist eines der besten Bücher von McEwan. Es ist zwar weniger abgründig als andere seiner Bücher, aber nichts desto trotz gibt es auch in diesem Buch Abschnitte, die von dem für McEwan typischen unterschwelligen Bedrohungsgefühl geprägt sind. Dies wird besonders im ersten Teil deutlich, der meisterlich die Ereignisse eines Tages aus sicht unterschiedlicher Charaktere beleuchtet. Der anschließende Bruch kommt unerwartet und wechselt den Stil. Mit dem dritten Teil folgt ein weiterer Bruch. Dadurch folgt das Buch dem Leben unterschiedlicher miteinander interagierender Figuren, um so gekonnt Themen wie Schuld und Vergebung zu thematisieren.

Ich möchte allerdings nicht behaupten, den tieferen Sinn des Buches verstanden zu haben. McEwans Bücher zeichnen sich meiner Meinung nach in erster Linie durch präzise und glaubwürdige Charakterzeichnungen aus und thematisieren häufig schicksalsbestimmende Schlüsselsituationen im Leben der unterschiedlichsten Menschen. Er inszeniert diese aber stets subtil und feinfühlig, so dass der Schrecken zwar erwartet, aber deshalb nicht geschmälert wird (s. "Der Trost von Fremden"). Packende und fesselnde Romane, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, schreibt McEwan nicht. Dafür behält man Sie meist lange in guter Errinerrung, da man Figuren aus Romanen selten so nahe kommt und versteht, wie bei McEwan. Seine Figuren reagieren nicht auf die Situationen, die ihnen ein konstruierter Plot anbietet, sie haben eigene Gedanken, sind nicht selten gebildet und immer stets selbst Motor der Geschichte. Die Bandbreite an Figuren, die Mcwan glaubhaft hervorbringt ist immens. Ich bin ein Fan geworden und lege es jedem nah sich auf McEwans Bücher einzulassen, obwohl Sie leider vielen Lesern zu grenzwertig oder gar langweilig erscheinen.
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