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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
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am 17. Juli 2008
Der Plot ist von zufälligen Begebenheiten geprägt, auf die die Protagonisten nicht wirklich Einfluss nehmen konnten. Eher eine zufällige Begegnung des Ich-Erzählers in jugendlichen Tagen führt zur Bekanntschaft mit Hanna, fast doppelt so alt wie er, und schließlich zu einer auch sexuellen Beziehung. Eine gewisse Hörigkeit des jungen Mannes ist die Folge. Sie entwickeln bestimmte Rituale, zu denen es auch gehört, dass er ihr vorliest.
Als sie eines Tages spurlos verschwindet bedarf es einer langen Zeit, bis der jugendliche Liebhaber darüber hinwegkommt. Erst Jahre später trifft er sie wieder. Er studiert mittlerweile Jura und verfolgt, als Mitglied einer Studiengruppe die Nürnberger Prozesse. Und eine der Angeklagten ist Hanna. Die deutlich gealterte Hanna seiner Jugend. Angeklagt, gemeinsam mit anderen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges KZ-Häftlinge in einer Kirche während einer Bombardierung eingesperrt gelassen zu haben, obgleich sie niederbrannte. Ein Bericht, der kurz nach dem Geschehen verfasst worden war, steht im Mittelpunkt des Verfahrens. Jeder leugnet, nur Hanna gibt zu, dass sie ihn verfasst hätte.
Der Ich-Erzähler fühlt, dass er etwas tun muss, denn er weiß, Hanna kann weder Lesen noch Schreiben. Doch was kann er wirklich bewirken, ohne Hanna bloß zu stellen, ohne aller Welt das Geheimnis ihres Lebens zu offenbaren, zumal sie genau das nicht wünscht und lieber eine Höchststrafe in Kauf nimmt.
Er holt sich Rat bei seinem Vater, er führt ein Gespräch mit dem Richter. Ist das genug und richtig?

Über die Jahre der Haft - er selbst besucht sie nie - bespricht er Bänder und versorgt sie damit in der Haftanstalt. Er wird zu ihrem Vorleser, wie bereits in jungen Jahren.
Erst im Rahmen eines Begnadigungsakts kommt es zu einer Begegnung. Und was dann folgt macht ein gutes Teil der Dramatik aus.

Bernhard Schlink ist es grandios gelungen, einem durchaus überschaubaren Geschehen seinen prägenden Stempel aufzudrücken und daraus eine spannende, faszinierende Erzählung zu schaffen, die so, wohl kein anderer hätte schreiben können. Immer klar, einfach, überschaubar lässt er uns an einer alltäglichen Geschichte einer Jugendliebe teilhaben, die durch tragische Umstände unvorhersehbare Tiefe erlangt.
Dieses Buch sollte man gelesen haben, denn es wird in der heutigen Zeit nicht viele Autoren geben, die die Thematik des Dritten Reichs aufgreifen können, ohne die Einfachheit mancher Strukturen aus dem Auge zu verlieren, die zu unfasslichen Taten führten. Ich selbst habe in jungen Jahren Einblick in Teile von Ermittlungsakten nehmen können, und ich kann bestätigen, dass oft die unglaublichsten Ursachen zu ebensolchen Folgen führten - was aber den Opfern das Leben kostete und ihren Angehörigen kein Trost sein kann. HMcM
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am 23. Juli 2014
ein Buch, welches einen einfach nicht loslässt. Eine Geschichte, wie sie nicht düsterer, ja melodischer, lebhafter sein könnte.
Wie eine Liebe ein Leben zweier Menschen für immer beschäftigt. Das ist der Kern dieser Geschichte. Wie ein junger Mann ein Leben versucht aufzubauen, jedoch es nicht schafft, weil er die einzige Frau, die er jemals lieben konnte, nicht bei sich hat.
An dieser Sehnsucht hält er sein Leben lang fest. Jeden Tag, jeden Augenblick und jeden Moment, in dem er sich versucht sich auf neue Dinge zu konzentrieren, schweift er zurück zu den alten.
So zerbricht seine Ehe, sein Verhältnis mit seiner Tochter, seine zukünftigen Beziehungen, nur weil der Vergleich asymmetrisch ist.
Bis zum Schluss bleibt es ergreifend. Man ist wütend auf den Hauptprotagonisten, weil er sein Leben nicht anders in den Griff bekommt. Es nicht einmal zwanghaft versucht. Sondern sein Leben verstreichen lässt. Und auf Hannah, dieser großen Liebe, die dieses Zerbrechen zulässt. Teils aus Dummheit. Teils aus Scham vor ihrem alten Leben und ihrer Unmündigkeit.

Lesen Sie das BUCH.... es ist wunderbar...
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am 22. April 2017
Ich bin auf diese, aus dem Jahr 1995 stammende Geschichte gestoßen, als ich nach einem Buch suchte, dass sich gut zum Vorlesen eignet. Dabei stellte ich fest, dass das ‚Der Vorleser‘ nicht nur so heißt, sondern sich sehr gut zu diesem Zweck selbst nutzen lässt. Darüber hinaus fand ich es, 22 Jahre nach dessen Veröffentlichung, ungeheuer aktuell. Der Autor schafft sich mit der klugen Story alle Möglichkeiten, das Individuum Mensch in außergewöhnlicher Situation, von verschiedenen Seiten, sowohl gegenwärtig, als auch rückblickend zu betrachten und zu analysieren. Genau die hier beschriebenen Feinheiten im Charakter der Menschen sind nicht nur bemerkenswert, sondern wohl auch in jedem Zeitalter zutreffend, so dass man sie auf keinen Fall vergessen darf und sie sich deshalb immer wieder in Erinnerung bringen sollte. Man kann über den Autor Schlink denken, was man will, aber dieses Buch ist im großartig gelungen.
Während des Lesens kam mir der Gedanke, dass dieses Buch sich doch eigentlich wunderbar für den Lehrplan der Schulen eigenen würde. Erst hinterher stellte ich beim Recherchieren fest, dass es tatsächlich im Lehrplan der Sekundarstufen 1 und 2 steht. Das finde ich sehr gut. - Hoffentlich bleibt das auch weiter so.

Bewertung:
1. Inhalt, Story (Faktor 1): Eine sehr gute, interessante Kurzgeschichte, die wichtige philosophisch-menschliche Fragen aufwirft und gleichzeitig in einem interessanten Beispiel demonstriert.
Bewertung: 5
2. Der Sachverhalt (Faktor 1): Eine Frau und ein Mann. Eigentlich eine ganz alltägliche Geschichte und doch ganz anders.
Bewertung: 5
3. Der Stil (Faktor 1) ist sehr gut und trotz der belasten-den Problematik immer flüssig, interessant und span-nend zu lesen.
Bewertung: 5
4. Recherchen (Faktor 0,5) müssen sehr intensiv gewesen sein und rufen keinen Widerspruch beim Leser hervor.
Bewertung: 4
5. Die Handlungsorte (Faktor 0,5) sind glaubhaft beschrieben.
Bewertung: 4
6. Kritische Aspekte zur existierenden Realität, zur Politik, zum Leben der Menschen und Hinweise zum Bessermachen (Faktor 1): Es ist eine einzigartige Geschichte zur Aufarbeitung der deutschen politischen Vergangenheit des 20. Jahrhunderts. Es ist wichtig und richtig, dass es im Lehrplan der Schulen steht.
Bewertung: 5
Summe der Bewertung: 5
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am 6. Februar 2017
Gerade wenn man in der Jugend dieses Buch quasi als Pflichtlektüre im Unterricht durchgenommen und sich durchgequält hat, empfiehlt es sich, nun einige Jahre später, noch einmal reinzuschauen und sich faszinieren zu lassen. So ging es mir zumindest mit einigen klassischen Werken in der Vergangenheit. Dazu zählt auch „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink.
Absolut zu empfehlen!
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am 3. Mai 2007
Wie eine in jungen Jahren eingegangene Beziehung ein ganzes Leben weiterwirken und leiten kann, dies beschreibt Bernhard Schlink in seinem Roman „Der Vorleser“. Der Ich-Erzähler Michael Berg leidet im Alter von 15 Jahren an Gelbsucht. Als er sich auf dem Heimweg von der Schule übergeben muss, wird er von der 20 Jahre älteren Hanna Schmitz aufgelesen. Sie wäscht die Straße und Michaels Gesicht rein, anschließend bringt sie ihn nach Hause. Nachdem Michael die Krankheit ausgestanden hat, geht er zu Hanna um sich zu bedanken. Hiermit beginnt die Beziehung der beiden ungleichen Charaktere, die Michael sein ganzes Leben lang begleiten soll. Michael wird Hanna geradezu hörig, tut alles um sie nicht zu erzürnen, stellt wenig bis gar keine Fragen.

Die nur einen Sommer dauernde Beziehung endet abrupt, als Hanna plötzlich, ohne ein Wort zu sagen, die Stadt verlässt. Jahre später, Michael studiert mittlerweile Jura, gibt es ein Wiedersehen der beiden vor Gericht. In einem NS-Prozess soll Hanna gemeinsam mit anderen Frauen als KZ-Aufseherin zur Rechenschaft gezogen werden.

Schon während der direkten Beziehung zwischen Michael und Hanna wird dem Leser bewusst gemacht, dass Hanna ein Geheimnis in sich trägt. Während des Prozesses erkennt Michael, dass Hanna Analphabetin ist und um diese Scham zu verbergen selbst eine Gefängnisstrafe in Kauf nimmt.

Die Thematik von Scham und Schuld zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Angefangen von Michaels Scham gegenüber seiner Familie und seinen Freunden von der Beziehung zu Hanna zu erzählen, über dessen Schuldgefühl eine KZ-Aufseherin geliebt zu haben, bis hin zu Hannas Scham nicht lesen und schreiben zu können.

Mit erschreckender Einfachheit beschreibt Schlink, wie die Beziehung zu Hanna Michaels gesamtes Leben bestimmt. Immer wieder wird die Schuldfrage neu aufgeworfen, alle weiteren Frauen vergleicht Michael immer wieder mit Hanna.

Schlink, selbst Jurist in Bonn und Berlin, stellt den Leser vor die Aufgabe selbst zu entscheiden, ob man unter den gegebenen Umständen Mitleid mit Hanna, der Analphabetin, die ihr ganzes Leben nur nach dem Verbergen ihrer Lese- und Schreibschwäche ausrichtet, haben soll, oder ob man Hanna als KZ-Aufseherin und Kriegsverbrecherin verurteilen soll.

Problematisch ist die Beurteilung Hannas, deren Standpunkt und Charakter allein durch den persönlichen Blickwinkel des Ich-Erzählers übermittelt wird. Man erfährt nichts über Hannas Gefühle oder Beweggründe, dieses oder jenes zu tun, man muss sich allein durch Michaels Gedankengänge ein Bild über die Person Hanna Schmitz machen.

Mit kurzen, prägnanten Einleitungssätzen wird das Geschehen innerhalb eines jeden Kapitels grob vorweggenommen. Der Autor bedient sich einer einfachen Sprache sowie Struktur mit vielen kurzen, linearen Sätzen und einfachem Vokabular. Somit sollte es auch ungeübten Lesern möglich sein das Buch an einem Tag auszulesen.

Man soll jedoch nicht meinen, dass, nachdem man das Buch zugeschlagen hat, alle Umstände geklärt sind und man sich ruhigen Gewissens einer neuen Lektüre zuwenden kann. Der Roman wirft Fragen auf und regt Gedanken an, mit denen sich der Leser noch weit über die Lektüre hinaus beschäftigen kann, wird und vielleicht sogar muss.

Trotz seiner banal anmutenden Einfachheit ist „Der Vorleser“ ein gelungener Roman, der die Scham- und Schuldproblematik in ein völlig neues Licht rückt und aus der Literatur über den Nationalsozialismus nicht wegzudenken ist.
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am 6. Februar 2017
Das ist ja nun wirklich kein neues Buch, aber irgendwie ging das lange Zeit an mir vorbei. Sogar der Film. Schande auf mein Haupt, aber ich habe es ja nun auch geschafft :)

Ich bin darauf gekommen, weil es in einer Empfehlung eines Schriftstellers erwähnt wurde, den ich zu der Zeit in der Mache hatte. Ich hatte also keine Ahnung worum es geht, habe blind vertraut, gekauft und los ging's. Und ich muss zugeben, ich war relativ schnell entsetzt und beschämt :) Aber ich habe tapfer weiter gelesen und habe es nicht bereut! Die Gefühle und Empfindungen, die dargestellt werden - herztechnisch, nicht nur das Andere ;) - sind absolut nachvollziehbar, egal in welcher Verbindung, einfach von Mensch zu Mensch und es war erstaunlich für mich welche Wendungen das alles genommen hat und wie sich der Kern des Geschehens nach und nach herauskristallisiert hat.

Ein sehr aufrichtiger Roman und wem es wie mir ging und es noch nicht gelesen hat -> unbedingt nachholen!
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am 4. Juni 2001
„Was hätten Sie dann gemacht?", fragte die angeklagte KZ-Aufseherin den Richter. Eine Frage, die von jedem Leser von Bernhard Schlinks Der Vorleser eine Antwort fordert. Jedoch, ist es Schlink gelungen, diese Frage nicht nur auf das immer wieder bearbeitete Thema der Vergangenheitsbewältigung, sondern auch auf die psychologische Charakterisierung der Figuren zu beziehen.
Der zu Beginn fünfzehnjährige Ich-Erzähler, Michael Berg, beschreibt im ersten Teil des Buches sein leidenschaftliches Verhältnis mit der viel älteren Hanna, von deren Vergangenheit er fast nichts kennt und über die er auch nichts fragen darf. Nach dem ungeklärten Verschwinden Hannas überspringt der Text einige Jahre und Michael, der jetzt Jurastudent ist, wird durch einen, von seiner Studiumsgruppe beobachteten Naziprozess, gezwungen, zurück auf die Ereignisse seiner Kindheit und auf deren Bedeutung für sein zukünftiges Leben, zurückzuschauen.
Der Erfolg dieser Geschichte liegt an der Fähigkeit des Autors, mehrere, verschiedene Themen zusammen zu bearbeiten und den beiden Teilen des Buches durch das thematische Leitmotiv und die Struktur eine Einheit zu geben. Der erste Abschnitt bereitet den Leser auf das vor, was später geschehen wird, in dem er einige Elemente der späteren Handlung einleitet, zum Beispiel Themen wie Gewissenskonflikte und Verantwortung, die die zwei Teile verbinden und dem Text eine runde Struktur geben. Obwohl die Trennung des Textes in zwei Teile einen ungewollten Bruch für das Vergnügen des Lesers darstellen könnte, lenkt er, in der Tat, unsere Neugier auf die vielen unbeantworteten Fragen im Zusammenhang mit Hannas ungeklärtem Verschwinden und der Zeitraum, der einige Jahre umspannt, unterstützt die Darstellung des Hauptthemas der Vergangenheit und der Frage ob man ihr entfliehen kann oder sollte.
Obwohl der präzise Stil des Autors einige Aspekte der Hauptfiguren weniger berücksichtigt, zum Beispiel das Familienleben Michaels, erlaubt er dem Autor, eine moralisierende Auseinandersetzung mit dem Thema zu vermeiden. Durch Michaels Selbstanalyse, wenn sie auch teilweise überlang ist und das Tempo manchmal verlangsamt, gelingt es Schlink, den Leser zum Nachdenken zu bringen und ihm die Antworten auf die vom Buch aufgeworfenen Fragen zu überzulassen.
Die Originalität dieses Buchs liegt in der neuen Methode Schlinks, das Vergangenheitsbewältigungsthema zu bearbeiten. Der Naziprozess stellt die traditionellen Schuld- und Verantwortungsfragen, aber die Entwicklung Michaels nach dem Prozess und die Art und Weise, auf die er sich mit der Vergangenheit beschäftigt, führt die Vergangheitsbewältigung auf ein neues persönlicheres Niveau. Die Frage „Was hätten Sie dann gemacht?" gilt Somit nicht nur allgemein der Nazivergangenheit Deutschlands, sondern auch den persönlichen Ereignisse und Entscheidungen eines Individuums.
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am 2. November 2016
Von Anfang bis Ende fesselnächster. Ich konntest kaum weglegen.hatte schon nicht mehr lesen können weil ich solange am Stück gelesen hatte.nunist esfertig und ichwerde es noch einmal lesen da es mir so gut gefällt
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am 30. Januar 2005
Das Buch war mir schon vor Jahren von einem Freund empfohlen, aber weder geschenkt noch ausgeliehen, noch gekauft worden. Nachdem ich jetzt anfing zu lesen, hatte ich eine Ahnung von dem, was wohl kommen würde. Die zu Beginn präzise, fast minimalistisch einfache Sprache, die alles weglässt, was im Moment nicht gebraucht wird, Zeit, Ort, Umstände, die sich auch um herkömmliche Grammatik zuweilen nicht schert, dann sich aber völlig auf Details fixiert, wenn es dem Erzähler wichtig erscheint. Schwerelos zu Beginn, ein Jugendroman, Knabe liebt reife Frau, der abrupt endet, um bleiern schwer mit einem Naziprozess die deutsche Vergangenheit heraufzubeschwören. Sprache und Schreibstil werden komplexer. Spätestens wenn die Angeklagte den Richter zurück fragt, „Was hätten Sie denn getan?" geht einem das Buch unter die Haut, denn ab jetzt kann man sich den Zweifeln und Selbstvorwürfen, die sich der Erzähler macht, den Versuchen der Rechtfertigung und der Scham, dem Sog der Erzählung, die die Geschichte eines Lebens als Deutscher im Nachkriegsdeutschland ist, nicht mehr entziehen. Und man möchte die Frage, was hättest du denn in der Situation getan, selber nicht gestellt bekommen, weil die Antwort das ganze Leben über den Haufen werfen kann. Was bleibt, ist beklemmende Betroffenheit und eine traurige Geschichte, die gerade jetzt, zum sechzigsten Jahrestag der Befreiung von Auschwitz aktueller gar nicht sein kann.
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am 17. Januar 2017
Ich habe nicht unbedingt viel von der Geschichte erwartet. Ich wollte diese Geschichte lesen, bin aber nicht davon ausgegangen, dass mir die Geschichte so gut gefallen würde. Ich habe den Film dazu nie gesehen, hatte aber eine grobe Ahnung davon gehabt, worum es ging.
Im Endeffekt muss ich sagen: Was für ein Buch! Es hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen! Die moralischen Fragen wurden großartig ausgearbeitet, die Geschichte war rund und gut strukturiert. Am Ende konnte es mich sogar total überraschen. Super!
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