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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
35
3,7 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 3. Mai 2007
Für einen Mitteleuropäer ohne jegliche Asienerfahrung ist "Kitchen" in erster Linie ein seltsames Buch, auf das man sich einlassen muss.

Nicht, daß die drei relativ kurzen Geschichten "Kitchen", "Kitchen (2)" und "Moonlight Shadow" schwierig zu lesen wären, im Gegenteil. Aber in allem, was die Autorin schreibt und in der Art WIE sie Dinge beschreibt, wird deutlich, daß asiatisches Denken und Handeln nicht mit europäischen Maßstäben zu messen sind. Dennoch tauchen in den von Mangas aber auch von traditionellen japanischen Motiven beeinflußten Geschichten immer wieder vertraute Bilder auf. Tod, Trauer und Liebe sind universelle Gefühle, auch wenn in verschiedenen Kulturen ganz verschieden damit umgegangen wird.

"Kitchen" liest sich ein bißchen wie das Tagebuch eines 15-jährigen Mädchens, ein wenig melodramatisch, teilweise etwas surreal. Trotzdem trifft der eine oder andere Satz zwischendurch mitten ins Herz.

Wie gesagt, ein seltsames Buch, auf das man sich einlassen muss.
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am 11. November 2003
Ich muss sagen, nachdem ich so viel Gutes über dieses Buch gelesen hatte, war ich relativ enttäuscht. Es stimmt zwar, das man einen recht guten Einblick in typisch japanische Verhaltensweisen und den Alltag einer (japanischen) Erwachsenwerdenden erhält, aber die Geschichte ist eher ein seichtes Dahinplätschern als fesselnde Handlung. Obwohl in recht rascher Abfolge viele an sich interessante Dinge passieren, bleibt man irgendwie unberührt davon, weil einem die Charaktere nicht richtig nahegebracht werden. Sie sind zwar alle auf ihre Art und Weise außergewöhnlich, mir persönlich fehlt jedoch die Vielschichtigkeit. Die Hauptperson zum Beispiel wirkt die ganze Zeit seltsam fremd und irgendwie oberflächlich. Beim Lesen hat man das Gefühl, dass sie sich selbst manchmal nicht für real hält, die Welt um sie herum eher wie in einem Dunstschleier wahrnimmt, einem Traum ähnlich - und so verhält sie sich auch. Wäre sie eine Person, die ich persönlich kennengelernt hätte, würde ich sagen, sie ist merkwürdig. Alles, was man von ihr weiß ist eigentlich, dass sie in kurzer Zeit ihre gesamte Familie verloren hat und bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit zu weinen anfängt. Und viel mehr erfährt man das ganze Buch über nicht.
Die Beschreibungen der Umgebung, der Gefühle der Charaktere und die diversen Vergleiche sind zwar sehr schön und stimmungsvoll, aber es gibt einfach niemanden in dem Buch, mit dem ich persönlich mich identifizieren könnte. Selbst ihre Beziehungsprobleme betrachtet Mikage wie eine Aussenstehnde, als sehe sie gerade eine Soap im Fernsehen.
Dennoch muss ich zugeben, dass ich das Buch irgendwie nicht aus der Hand legen konnte, auch wenn das widersprüchlich erscheint. Banana Yoshimoto hat einfach eine Art zu schreiben, die einen nicht mehr loslässt, selbst wenn einen das Buch - wie mich in diesem Fall - nicht wirklich vom Hocker reißt. Ich denke aber, dass es trotzdem empfehlenswert ist, denn es macht sehr deutlich, wie (freundlich aber) distanziert Japaner normalerweise mit Fremden umgehen und wie schwer sie sich damit tun, sich anderen ganz zu öffnen, sich gehen zu lassen, denn sie fürchten nichts mehr als den eigenen Gesichtsverlust. Außerdem gebraucht das Buch eher Andeutungen als klare Aussagen, sodass es oft zum Nachdenken animiert, was es wiederum interessant macht.
Wer sich nicht daran stört, die Denkweise der Hauptfigur bis zum Schluss nicht ganz oder nur teilweise nachvollziehen zu können, der sollte sich das Buch kaufen, denn ansonsten ist es eine recht unterhaltsame Lektüre, die ich durchaus weiterempfehlen kann.
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am 11. September 1999
Die Küche als Raum der Geborgenheit, der Zuflucht und der Ruhe. Und schließlich auch als Neuanfang. Es ist sehr erstaunlich; immer wenn man sich mit den Dingen und Personen in diesem Buch vertraut fühlt, passiert etwas Fremdartiges, das einem die andere Kultur, in der die Geschichte spielt, wieder vor Augen führt. Themen wie Selbstmord und Geschlechtsumwandlung kommen wie selbstverständlich vor. Für wen ist Selbstmord schließlich nicht eine durchaus akzeptable Lösung für Probleme und Schmerz?! Und über allem das große Thema: Wie das Leben weiterleben, wenn man die wichtigste Bezugsperson verloren hat? Wie "Abschied" nehmen, kann man das überhaupt? Dieses Buch mit seinen zwei Geschichten hat mich sehr in seinen Bann geschlagen. Zum einen wegen seiner Thematik, aber auch wegen seines Einblicks in die Lebensphilosophie der östlichen Kultur. Meiner Ansicht ein Lesegenuß, den man nicht verpassen sollte. Und wer die Möglichkeit hat, die japanische Verfilmung der Geschichte "Kitchen" zu sehen, sollte die Chance nutzen. Sie ist genauso fremdartig wie das Buch und sehr schillernd. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 5. August 2004
Ein Freund hat mir dieses Buch gegeben mit den Worten: Das musst du unbedingt lesen! Das habe ich auch gemacht und zwar fast an einem Stück. Dieses Buch hat so viele Gefühle in mir geweckt. Von Himmel hoch jauchzend bis zu tode betrübt! Ich glaube es ist egal in welchem Alter man ist, dieses Buch ist wirklich für jeden geeignet. Es geht in diesem Buch über den Tod, Abschied, Liebe, Einsamkeit. Das sind sicherlich alles Gefühle die man kennt. Es ist sehr interessant zu sehen wie diese Frau mit diesen Gefühlen in ihrem Buch damit umgeht. Teilweise war es so traurig das ich feuchte Augen bekam und ein anderes Mal machte es mir so wahnsinnigen Mut.
Das Buch ist auf jeden Fall ein Buch das man gelesen haben sollte.....
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am 18. August 2014
Das Buch "Kitchen" beinhaltet drei Geschichten, wobei die zweite Geschichte (Kitchen II/ Vollmond) eine Fortsetzung der ersten Geschichte (Kitchen) darstellt, während die dritte Geschichte (Moonlight Shadow) eigenständig ist, sich jedoch thematisch recht bruchlos in Gesamtkontext einfügt. Ein zentrales Themenelement ist der Verlust nahestehender Menschen und die Verarbeitung dieses Verlusts. Ein anders wichtiges Themenelement ist die Illusion der traditionellen Kernfamilie.

WORUM GEHT ES?

Kitchen I + II: Das Leben des Mädchen Mikage ist durch den fortschreitenden Verlust ihrer Familie geprägt. Nachdem sie als Kind ihre Eltern verloren hat, stirbt schliesslich auch die Großmutter der jungen Frau. Zuflucht bietet ihr der Raum der Küche und das Kochen. Der Junge Yuichi, der ihre Großmutter kannte, bietet ihr an, bei ihm und seiner Mutter Eriko einzuziehen. Eriko, die eigentlich Yuichis Vater ist, ist transsexuell. Eriko hilft Mikage durch ihre lebeslustige und unkonventionelle Art die Verlustsituation zu durchleben. Eines Tages geschieht jedoch ein Verbrechen, welches Mikage und Yuichi mit einem erneuten Verlust konfrontiert...

Moonlight Shadow: Das MädchenSatsuki leitet unter dem Verlust ihres Freundes Hitoshi, der bei einem Autounfall ums Leben kam. Der Bruder ihres Freundes, Hiiragi, hat den Unfall unverletzt überlebt, verlor seine Freundin jedoch ebenfalls. Beide versuchen, den erlittenen Verlust zu verarbeiten...

EINIGE GEDANKEN ZUM BUCH:

Ich hatte gehofft, dass das Buch etwas vom Verve der Bücher eines Haruki Murakami in sich trägt. Diese Erwartung wurde bitter enttäuscht. Ein hochgejubeltes Erstlingswerk, in das von Kritikerseite Erwartungen und Deutungen hineinprojiziert werden, die es in meinen Augen nicht erfüllt. Es ist schlicht langweilig.

Das Buch bemüht sich in beinahe streberhafter Attitüde, stets eine angemessene Metapher zu finden oder "sanft" die Linie zwischen Realität und Illusion zu verwischen (...). Gleichzeitig manifestiert es von sich aus Interpretationsansätze, die es zu einer guten Lektüre für einen Schulaufsatz machen würden. Wer die einzelnen Aspekte brav abhakt bekommt eine gute Note. So wie das Buch von den Kritikern eine gute Note erhalten hat, denn es sammelt Fleißkärtchen.

Es wird gerne betont, dass das Buch offen mit Themen wie "Transsexualität" oder "Suizidalität" umgeht. An dieser Stelle frage ich mich: was bitte erwarten Sie denn von einer (Kult-)Autorin der jungen Literaturszene (In diesem Fall: Tokios). Fröhliche Tage für Hanni und Nanni? Antiquierte Lebensentwürfe und verklemmte Moralvorstellungen? - wohl kaum.
In all seinem Bemühen um literarischen Anspruch hat das Buch leider selbst etwas Verklemmtes. Es wagt nichts. Gar nichts.

Es ist nicht alles schlecht an Kitchen. Es gibt den einen oder anderen Satz, den ich mochte, diesen zum Beispiel:
"Langsam sickerte das Wasser, das ich getrunken hatte, in mein ausgetrocknetes Herz."
Allerdings reichen ein paar schöne Sätze nicht, um eine gute Geschichte zu erzählen.
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am 25. Februar 2010
Mikage wird nach dem Tod ihrer Großmutter von ihrem Studienkollegen Yuichi und dessen ttanssexueller Mutter Eriko aufgenommen. Beide junge Menschen verbindet eine große Einsamkeit, die sie noch näher zusammen führt als Eriko ermordet wird.

Diese Geschichte von Banana Yoshimoto ist eine der besten Geschichten über moderne urbane Einsamkeit, die ich je gelesen habe. Der Tod ist allgegenwärtig für Mikage, die ihre gesamte Familie verloren hat und alleine in der Welt steht. In Yuichi findet sie einen Seelenverwandten, doch es braucht viel Zeit, ehe die beiden ihre Schicksalsschläge überwinden und aufeinander zugehen. In einer der schönsten und zugleich völlig unspektakulärsten Liebesszenen überhaupt hat mit einer Portion Essen zu tun, die Mikage Yuichi im Taxi bringt.

Essen und Kochen spielt allgemein eine große Rolle im Leben der jungen Frau. Ihre liebsten Orte sind Küchen, eine Zeit lang schläft sie sogar in der Küche, und sie kocht, auch um ihre Seele zu ernähren. "Ich liebte Küchen als wäre diese Liebe im Gedächtnisspreicher meiner Seele als ferne Sehnsucht einprogrammiert", sagt Mikage einmal und der Vorgang des Essen Zubereitens und gemeinsam Essens zieht sich durch die gesamte Geschichte als Symbol für Geborgenheit, die dabei hilft, Trauer zu verarbeiten. Eine wunderschöne Liebesgeschichte, eine bittersüße Großstadtgeschichte und vor allem eine zutiefst aktuelle Beschäftigung mit Einsamkeit, Tod und Loslassen.
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am 22. Juni 2013
Als “Kitchen” 1988 in Japan erschien, wurde es zum Kultbuch, es wurde millionenfach verkauft und gewann die wichtigsten Preise des Landes. Man sprach sogar von “Bananamania”.

In diesem schmalen Büchlein werden zwei Geschichten erzählt.
In der Hauptgeschichte verliert Mikage ihre Großmutter, ihre einzig lebende Verwandte. Auf sich allein gestellt, wird sie von Yuichi und seiner Mutter Erico (ein(e) Transsexuelle(r)) eingeladen, zu ihnen zu ziehen. Für Mikage ein völlig neues Lebensgefühl, doch sie geniesst die Tage und Abende mit der Kleinfamilie, bis es eines Tages zu einer Tragödie kommt.

“Kitchen” ist eine starke kleine Geschichte. Es geht um Liebe, Trauer, Verlust und den Umgang mit dem Leben. Es geht aber auch um die Rolle der Frau in Japan, um den täglich Kampf, wenn man anders ist und vor allem geht es um Vertrauen. Ich weiss nicht, was es mit japanischen Autoren auf sich hat, aber ihr Schreibstil ist immer ein wenig besonders. Alles wirkt ein wenig melancholischer, langsamer, feiner… Yoshimoto schreibt sehr zurückhalten und ohne Schnörkel und trotzdem fängt sie den Leser ein. Mikage wirkte auf mich wie eine Freundin, die weit weg wohnt, der man gerne helfen möchte und es nicht kann. Eine zerbrechlich wirkende Frau, die trotzdem ihren Weg geht.

In “Moonlight Shadow” geht es um Satsuki, die versucht, den Tod ihres Freundes zu verstehen und zu verkraften, um den Umgang mit der Trauer und den Weg zurück ins Leben. Wie ist es, die erste Liebe zu verlieren, was macht das mit einem, wie geht man damit um und wie überlebt man es. Eine kraftvolle Geschichte über den Tod und das Weitermachen. Für mich vielleicht sogar die bessere der zwei in diesem Buch.

“One caravan has stopped, another starts up. There are people I have yet to meet, others I’ll never see again. People who are gone before you know it, people who are just passing through. Even as we exchange hellos, they seem to grow transparent. I must keep living with the flowing river before my eyes”

Fazit: lesenswert!
Überzeugte 5 Sterne.
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am 28. Februar 2008
Tod, Abschied, Einsamkeit - Banana Yoshimotos Kitchen" dreht sich genau um diese Themen und ist dennoch kein Roman, der deprimiert oder pausenlos auf die Tränendrüsen drückt. Die Autorin spricht die Herzen ihrer Leser an und vermittelt auf unschuldig leichtfüßige Weise, dass es immer weiter geht im Leben. Schließt sich eine Tür, so öffnet sich eine neue. Verloren sein und Wiederfinden, Unsicherheit und Liebe, Gefühlsachterbahnen, die jeder kennt und mit denen sich jeder identifizieren kann. Und genau diese Identifikation mit den so authentisch wirkenden Geschichten schafft die Autorin mit ihrem unverkennbaren Stil.

Mikage entwickelt eine schon fast absurde Affinität für Küchen. Die Küche ist ihr der liebste Platz überhaupt, dort fühlt sie sich sicher und geborgen, egal, wie groß oder klein, sauber oder schmuddelig dieser Raum auch sein mag. Bevor ihr Leben aus den Fugen geriet, schlief sie sogar auf dem Boden zusammengerollt in der Küche der Wohnung, die sie sich mit ihrer Großmutter teilte. Mikage ist ein Mädchen, dass früh schon fast ihre ganze Familie verlor. Nur ihre Großmutter ist ihr geblieben. Als auch die stirbt, bricht Mikages kleine Welt zusammen. Ihre Familie wurde immer kleiner, bis nur noch sie übrig geblieben war. An was sollte sie jetzt noch glauben, der Boden unter ihren Füßen war weg.

Tod. Die Frage nach dem Warum. Warum hat es sie nicht getroffen? Welche Gedanken quälen einen Menschen, der so jung seine gesamte Familie verliert. Yoshimoto führt uns hier in die verworrene Welt einer jungen Frau, die versucht, die Leere aus ihrem Leben hinaus zu katapultieren. Es geht immer weiter - sie wird von den Tanabes aufgefangen. Yuichi Tanabe kannte Mikages Großmutter. Wenig später zieht das Mädchen bei ihm und seiner Mutter, die gleichzeitig sein Vater ist, ein. Das Leben erhält für sie wieder einen Sinn und sie gewinnt an Stärke. Die braucht sie auch - für ihren Kampf gegen die eigene Unsicherheit und den Sieg der Liebe. Sehr einfühlsam beschreibt Yoshimoto die Unsicherheiten zweier Menschen, die ineinander verliebt sind, aber sich nicht trauen, diese Gefühle zuzulassen und gegenseitig einzugestehen. Jeder, der so etwas schon einmal erlebt hat, fühlt sich hier aus dem Herzen gesprochen.

Loslassen. Damit könnte man die letzte der drei Geschichten im Buch beschreiben. Satsuki verliert bei einem Autounfall ihren Freund. Ein harter Schlag, der das Mädchen vollkommen aus der Bahn wirft. Doch Satsuki erhält die große Chance, das Erlebte endgültig zu verarbeiten und ihren Frieden zu finden. Sie lernt eine geheimnisvolle Frau kennen, die ihr ein erstaunliches Erlebnis verschafft, das Satsuki hilft, los zulassen.

Der Tod ist ein schwieriges Thema. Wer möchte sich schon freiwillig damit auseinander setzen. Banana Yoshimoto wagt sich in ihrem Erstling in diese Gefühlswelt und schafft es durch ihre authentische Sprache, einen Blick in die Seele ihrer Protagonisten zu geben. Doch sie malt nicht nur einen Gefühlsausschnitt von Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben, sondern vermittelt eine Botschaft: Überwinden und Wachsen, (...) Dinge, die den geistigen Weg eines Menschen prägen, mit all seinen Hoffnungen und Möglichkeiten".
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am 9. Juni 2011
Banana Yoshimoto hat mit Kitchen drei teilweise zusammenhängende Geschichten vorgelegt, in denen es um Einsamkeit, Erwachsenwerden, Liebe und den Verlust geliebter Menschen geht. Der ergänzend beigefügte Essay von Giorgio Amitrano ist sehr informativ und zeigt Yoshimotos Verortung zwischen japanischer Filmtradition und Mädchen-Manga.

Die junge Kultautorin schreibt aus japanischer Sicht sehr westlich, aus westlicher Sicht sehr japanisch. Das macht Banana Yoshimoto zur idealen Mittlerin zwischen den Welten. Sie erlaubt zauberhafte Einblicke in die sehr andere japanische Denkweise, tut dies aber in einer auch für interessierte Europäer verständlichen Weise.
Viele negative Rezensionen beziehen sich darauf, dass dieses Interesse und diese Faszination für Japan nicht vorhanden ist - aber genau das ist Voraussetzung dafür, dieses leise, poetische Buch zu mögen. Wer Japan hingegen liebt, wird auch dieses Buch lieben.

Die Produktbeschreibung (siehe oben, Neue Zürcher Zeitung) ist sehr ausführlich und aufschlussreich; deshalb möchte ich den Inhalt nicht zusätzlich kommentieren, sondern lieber empfehlen: unbedingt lesen!
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am 1. Dezember 1999
Einfach berührend, wie Yoshimoto die Einsamkeit einer jungen Frau in der Großstadt beschreibt. Wer würde sich nicht angesprochen fühlen? Eine Zufluchtsstätte - die Küche - wird zum Mittelpunkt für einen einsamen und tieftraurigen Menschen. Schade ist nur, daß dem europäischen Leser zwangsweise entgeht, welche Revolution der Roman in der japanischen Literatur darstellt. Trotzdem ein empfehlenswertes Werk über Einsamkeit, Trauer un den Mut zum Leben.
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