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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
126
4,6 von 5 Sternen
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am 1. März 2015
Ich bin ein nahezu fanatischer Feind fast aller Religiosität. Ohne Religionen, davon bin ich fest überzeugt, wäre die Welt besser.
Dabei halte ich es für möglich, dass es einen Gott gibt und ich gönne jedem einzelnen Menschen seinen Glauben. Aber organisierte Religiosität ist meiner Meinung nach vom Übel. Sie führt unter anderem dazu, dass es dem Menschen leichter fällt, seinem Nächsten das Lebenslicht auszublasen, wenn dieser in einer anderen Kirche betet.
Owen Meany ist ein sehr frommes Buch,aber es ist eine Frömmigkeit, die mich nicht stört. Dabei hilft mir, dass einige Szenen, die bei kirchlichen Veranstaltungen spielen, in ihrer Komik durchaus in die Sparte“ Slapstick“.
Gleichzeitig ist der Roman eine bissige Abrechnung mit dem Vietnamkrieg und mit Präsident Ronald Reagan. Der Erzähler, „John“, wandert sogar nach Kanada aus, obwohl er gar nicht in den aktiven Kriegsdienst übernommen werden würde. Seltsamerweise meldet sich der kleinwüchsige Owen Meany zum Militär, obwohl auch er dem Vietnamkrieg kritisch gegenübersteht.
Das Buch ist voller Rätsel, welche im letzten Kapitel auf erschütternde Weise gelöst werden.
Der kleinwüchsige Held des Romans erinnert an Oskar Matzerath aus der Blechtrommel, ein Buch, welches John Irving zutiefst bewundert. Er ist mit Günter Grass befreundet. Auch den großartigen Film von Volker Schlöndorff scheint John Irving gesehen zu haben, denn die eigentümliche Stimme von Oskar taucht in diesem Buch wieder auf. Obwohl ich die Blechtrommel für einen der besten deutschen Romane halte, glaube ich, dass es John Irving tatsächlich gelungen ist, mit Owen Meany eine Figur zu erschaffen, welche Oskar Matzerath ein wenig in den Schatten stellt.
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am 20. November 2016
Das ist mein erster Irving gewesen - extra nach den vielen positiven Rezensionen gekauft und muss es nach 350 quälenden Seiten weglegen. Ich bin Viel- und Schnellleser, aber ich brüte seit fast 4 Wochen über diesem Buch und finde es so unerträglich langatmig. Warum erzählt man über 50 Seiten detailliert über die Aufführung eines Theaterstücks? Auffällig ist auch, dass der Autor bei einem Erzählstrang anfängt und eine halbe Seite später ist er schon komplett woanders und kehrt erst nach 60 Seiten wieder zum Beginn zurück. Hä? Vielleicht reicht mein Intellekt nicht für dieses Buch. 300 Seiten straighte Story hätte gereicht, dann wäre es vielleicht etwas geworden.
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Zuerst muss ich gestehen, dass „Owen Meany" der erste Roman von John Irving ist, den ich gelesen habe. Ich kann demnach nicht beurteilen, inwieweit dieser Roman Irving-typisch ist, ich kann ihn nicht einordnen in das Werk Irvings. Mein Fazit möchte ich an dieser Stelle der Besprechung vorwegstellen: Owen Meany ist einer der bemerkenswertesten Romane, die ich je gelesen habe. Peter Arens vom ZDF wird auf der Rückseite zitiert: „... Owen Meany ist eines der sympathischsten, anrührendsten Bücher, das ich kenne. Aufgrund seiner emotional-menschlichen Qualitäten ein ideales Lieblingsbuch." Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen.
Eine Inhaltsangabe zu hinterlassen, erscheint mir angesichts der Vielzahl der bereits geschriebenen Rezensionen als nicht notwendig.
Wichtig festzuhalten erscheinen mir jedoch die Komponenten, die die Faszination des Romans ausmachen. Zum einen gelingt John Irving mit der Darstellung des kleinen Owen Meanys eines der faszinierenden Psychogramme der Literaturgeschichte. (Selbstverständlich kamen mir schon auf den ersten Seiten die Parallelen zu Günter Grass' Oskar Matzerath in den Sinn. Man vergleiche nur die Initialen. Gestört hat das aber nie.) Zum anderen verwebt Irving Klerikales mit Säkularem auf intelligenteste Weise, so dass man nicht religiös sein muss, um Owens Gedanken und die Christwerdung (siehe den ersten Satz im Buch) des Erzählers nachvollziehen zu können.
Weiterhin verarbeitet Irving drei Jahrzehnte US-amerikanischer Geschichte in äußerst kritischer Weise. Im Mittelpunkt dieser politischen Abrechnung stehen die kriegerischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten, vor allem in Vietnam. Kein Präsident von 1950 bis 1989 bleibt ohne Schaden, jeder bekommt von Irving sein Fett weg.
Und schließlich ist das Buch eines der am intelligentesten konstruierten Romane, die ich kenne. Details bleiben über Hunderte von Seiten Details, bis sie zu einem elementar wichtigen Bestandteil der Geschichte werden. Ich dachte manches Mal, wie interessant es wäre, einmal mit Irving über die Vorgehensweise beim Schreiben des Buches zu sprechen. Dieser konstruierte Aufbau schadet der Lesefreude aber keineswegs, ganz im Gegenteil.
Ein köstliches Detail möchte ich noch erwähnen: Die Tatsache, dass in einem religiös inspirierten Roman der Ich-Erzähler als Parallele zu Maria jungfräulich ist, und alle zaghaften Versuche im jugendlichen und Erwachsenenalter, das zu ändern, erfolglos bleiben, ist nur ein Beispiel, wie viel schriftstellerische Kreativität in diesem Werk steckt.
Ich habe schon lange nicht mehr SO überzeugt fünf Sterne vergeben. Es bleibt die Furcht, dass Irvings weitere Werke den Maßstab von „Owen Meany" nicht halten können. Aber vielleicht ist diese ja unbegründet.
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am 9. September 2015
Ich habe schon einige Bücher von Irving gelesen und schätze seine Werke eigentlich sehr. Owen Meany hat meine Geduld allerdings sehr strapaziert. Die Geschichte an sich hat mir gefallen, aber warum dafür 850 Seiten notwendig sind, hat sich mir zu keiner Zeit erschlossen. Zum Beispiel werden bei der Beschreibung einer Beerdigungsmesse ein halbes Dutzend Bibelzitate vorgetragen, dazu die entsprechenden Quellen. John, als erwachsener Lehrer, philosophiert etliche male über den Stoff, den er mit seinen Schülerinnen durchnimmt, diskutiert mit seiner Kollegin darüber. Immer wieder gibt es seitenweise Abhandlungen über Laientheater, oder die Unterschiede zwischen Kongregationalisten, Episkopalen und Katholiken. Warum John so ein Langweiler ist und auch Zeit seines Lebens bleibt, erschließt sich erst ganz zum Schluss.
Wirklich spannend wird das Buch erst auf den letzten 30 Seiten, aber auch da gibt es wieder anstrengende Beschreibungen von unwichtigen Nebenfiguren. Mein Eindruck: es hat sich niemand getraut, dem Superstar Irving zu sagen: Du verzettelst Dich gerade fürchterlich.
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am 15. August 2009
..ist der englischsprachige Titel dieses Ausnahmebuchs, das der Hauptperson "Owen Meany" bereits im Titel Ehre erweist. In der Tat sind die mehr als 850 Seiten ein Loblied auf eine der liebevollsten Gestalten der modernen Literatur - geschrieben von Owen Meanys Freund John, dessen Leben zwischen 1952-1968 untrennbar mit seinem Schicksal verbunden ist, gewidmet einem weniger als 1.50 großen Zwerg, der mit einer Stimme "wie ein Schrei" zum Inbegriff von Loyaltät, Mut, Glauben und Menschlichkeit wird

Oberflächlich betrachtet ist der Roman die Geschichte einer innigen Freundschaft und ein Familienroman. Im Rahmen der Handlung schafft es Irving aber soviele Themen zu behandeln, dass die mehr als 850 Seiten letztlich fast kurz anmuten. So erteilt uns Irving einen Geschichtsnachhilfekurs im Bereich amerikanischer Außenpolitik (vor allem die Ära des Vietnamkrieges und der Iran-Kontra-Affäre unter Präsident Reagan), gibt Einblick in das gelebte Christentum in den US sowie dessen Scheinheiligkeit, behandelt Themen wie Zivilcourage und Machtstreben, reliösen Glauben, Bigotterie und die Schwierigkeit überhaupt zu glauben. Weiters behandelt Irving bereits in Owen Meany seine Suche nach dem verloren Vater, die er mit "Bis ich Dich finde" etwa 15 Jahre später wieder aufnehmen wird

Moralisierend ist Irving aber nur in seinen geschickt eingeschobenen Rückblenden. Ansonsten lässt er die Geschichte für sich sprechen und schafft es dabei den Leser immer mehr in seinen Bann zu ziehen. Zugebenermaßen fragt man sich während den ersten 150 Seiten manchmal warum er manchen Beschreibungen und Szenen soviel Raum schenkt. Am Ende erkennt man aber, dass fast alle Erzählstränge einem späteren Zweck dienen und scheinbar überflüssige Szenen doch dafür da sind den vielen Nebenfiguren Persönlichkeit zu verleihen.
Am Ende des Romans fühlt man sich fast wie ein Mitbewohner von Gravesend und ist traurig wenn einige Charaktere sterben und fragt sich, was wohl aus den anderen geworden ist.

Genial finde ich an Owen Meany auch Irvings Erzählstruktur, die den Leser mit Suspense bei der Stange hält und doch unaufhaltsam auf einen dramatischen Höhepunkt hinsteuert.

In diesem Sinne: mehr Handlung kann man in 853 Seiten kaum mehr packen, ohne dass die handelnden Personen an Tiefe verlören. Ich habe Owen Meany nun nach 7 Jahren ein zweites Mal gelesen und empfehle ihn als Irvings besten Roman uneingeschränkt.

PS: Ach ja, diejenigen die in Irvings Büchern stets nach Bären, Wien, dem Ringen und Prostituierten suchen werden hier nicht fündig werden. Owen Meany ist Irvings politischter Roman

PPS: Ich freue mich bereits auf Irvings neuen Roman "One Night in Twisted River" der im Oktober auf Englisch erscheinen soll. In ihm soll Irving die letzten 50 jahre amerikanische (Außen)politik Revue passieren lassen und es würde mich wundern, wenn Präsident Bush da nicht mindestens so schlecht weg kommt wie Reagan in der 80ern....
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am 7. Juli 2008
Ich bedauere es sehr, dass mit "Owen Meany" John Irving jetzt erst in mein Leben getreten ist. Es ist ein nachhaltiges Buch, ein Buch, mit dem man beim Lesen lebt und das das eigene Leben verändert.
Der Originaltitel trifft den Inhalt um einiges besser als der deutsche Titel: "A prayer for Owen Meany"- das Buch ist eine Homage, ein Gebet, das einem außergewönlichem Menschen gewidmet ist.
Haupterzählstrang ist die Schilderung einer besonderen Freunschaft. John Wheelwright ist der unehelich geborene Enkel einer matriachalischen Großmutter. Er wird in einem herrschaftlichen Haus in New Hampshire groß und wird über alles von seiner Mutter Tabby geliebt. Eine Lebensaufgabe Johns ist es, herauszufinden, wer sein Vater ist.
Sein bester Freund ist Owen Meany, das ungewöhnlichste Kind, das es auf diesem Planeten geben mag. Es ist kleinwüchsig und mit einem Stimmschaden geboren. Doch sorgt dieser Stimme dafür, das das, was er zu sagen hat, für alle unüberhörbar ist. Owen wächst in einem Granit-Steinbruch auf und seine Familie hat ein geringes gesellschaftliches Ansehen. Dennoch werden diese beiden so unterschiedlichen Jungen dickste Freunde.
Owens große Liebe ist Johns Mutter, die ihn wiederum wie einen zweiten Sohn behandelt. Um so schicksalhafter ist es, dass Owen das Werkzeug zu ihrem Tod ist. In einem schicksalhaften Baseball-Spiel erwischt Owen zum ersten Mal in seinem Leben einen Ball richtig- und trifft damit Johns Mutter an der Stirn, die auf der Stelle stirbt. Dieses Ereignis verwebt das Leben der beiden Jungen miteinander und lässt sie nicht wieder los.

Eigentlich kann man so einem großartigen Buch in einer Rezension gar nicht gerecht werden. Irving hat diesen Roman so meisterhaft aufgebaut, dass es ein Genuss ist, zu erleben, wie er sich Seite für Seite für den Leser entblättert. Zunächst fesselt der großartige Erzähler Irving den Leser mit dem ungewöhnlichen Jungen Owen. Er schildert Szenen aus der Kindheit, die so extravagant sind, dass sie sich einprägen. Am Ende wird jeder einzelnen Szene einen Sinn gegeben und der Leser staunt über die Genialität dieses Autors.
Irvings Buch ist nebenbei eine Verbeugung an zwei große Dichter. Zum einen an Charles Dickens, dessen "Weihnachtslied" ich mir als nächste Lektüre erneut vornehmen werde.
Zum anderen an Günther Grass. "O.M."-Owen Meany erinnert stark an Oskar Matzerath, doch Irving kehrt das GrassŽsche Geschehen um. Owen nimmt sein Schicksal an und seine Kleinwüchsigkeit und seine Stimme werden zum zum Rettungs-und Erlösungssymbol. Irving entfaltet den Sinn von Owen Meanys Leben "wie beim Häuten einer Zwiebel"- auch wenn Grass das Werk erst später schrieb. Johns Versuch "Katz und Maus" mit seinen Schülerinnen lesen zu dürfen-köstlich!
Was bleibt bei mir nachhaltig hängen?
Owen Meanys schlichter und felsenfester Glaube ist für mich der Kern des Buches.
"`'SIEHST DU, GENAUSO GEHT ES MIR MIT GOTT',sagte Owen Meany. 'ICH KANN IHN NICHT SEHEN, ABER ICH BIN MIR ABSOLUT SICHER, DASS ER DA IST!'
Große Worte eines gewöhnlichen ungewöhnlichen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes: Owen MEANY.
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am 23. Juni 2007
Es gibt zwei Bücher, die ich immer wieder lesen könnte. Eines davon ist "Owen Meany". Mir fehlen jedes Mal wieder die Worte, ich lese wie besessen, verschlinge die Worte und Sätze und wünschte, es würde nie enden. Dieses Buch macht alles nichtig und klein, was ich jemals gelesen oder auch geschrieben habe. Es ist vernichtend GUT!!! Jeder Satz ist gehaltvoll, jede Phrase kreativ und in sich stimmig.

Irving beschreibt das ganz banale Leben eines Jungen aus New Hampshire in den 50 er Jahren, wie er heranwächst in einer Kleinstadt in New England. Sein bester Freund ist Owen Meany und das ist der Grund dafür, dass sein Leben und der Roman alles andere als banal ist. Owen Meany ist Irvings Auseinandersetzung mit dem Leben an der Ostküste, einem halben Jahrhundert amerikanischer Geschichte und der Religion. Ich könnte noch endlose Lobeshymnen verfassen, doch nichts davon würde den Kern dieses vollkommenen Werkes treffen. Man sollte es gelesen haben! Es ist die zweite Bibel, die man immer wieder aufschlagen und einzelne Phrasen lesen kann, in der man schwelgen und worüber man nachdenken kann. "Owen Meany" ist unglaublich stimulierend.
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am 8. April 2003
Es ist schon lange her, daß ich meinen letzten Irving-Roman gelesen habe. Ich war sehr positiv überrascht: Irving beweist immer noch eine Vorliebe für skurrile Elemente, Über die ich häufig herzlich gelacht habe. Seine Charaktere sind jedoch differenzierter, "echter" und symphatischer geworden. Irving beleuchtet sowohl humorige Momente, als auch außerordentlich trurige und läßt auch die menschliche Suche nach Gott und dem Sinn des Lebens nicht außen vor - natürlich ohne beklemmend zu wirken. Durch den ganzen Roman hindurch zeigt sich eine Liebe zum Detail, die seinesgleichen sucht. Ich habe mich keinen Moment gelangweilt und war bis zur letzten Seite sehr gespannt, was mit Owen Meany passiert ist.
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am 4. Oktober 2002
...ich dachte erst: Na, schon wieder ein kleiner Mann als großer Held!
Doch mein Vorurteil wurde schnell beseitigt. Owen Meany ist ein unvergesslich prägnantes Werk, starke 853 Seiten außergewöhnliche Spannung.
Es ist die Geschichte eines tragischen Todes und einer "echten" Freundschaft, sie erzählt aber auch von heimlicher Verehrung und den "Verirrungen" und Klischees der Kirche, Gesellschaft und speziell des Militärs.
Owen Meany ist der perfekt ausgesuchte "Typus", um ein Opfer und trotzdem der starke Held zu sein, der seinem Freund John tatkräftig zur Seite steht. Der Kleinwuchs fordert und fördert Owens Sensibilität und Fantasie, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten.
So wird er regelmäßig von seinem Freund John "gehoben", um Owens Kleinwuchs bei allen möglichen Tätigkeiten zu kompensieren und ihn "teilhaben" zu lassen.
Das "Werfen" , das "Heben"- typisch Irving, diesen sportlichen Betätigungen eine außergewöhnliche Bedeutung beizumessen.
Die Geschichte ist derart gut durchdacht, dass der Autor den Leser bis zur letzten Seite mit Überraschungen nur so "bombardiert".
Von Irving ist mir immer sofort "Owen Meany" im Gedächtnis geblieben.
Heftiges Werk, regt an, regt auf, super Roman!
Super Unterhaltung!
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Um es direkt zu sagen: Owen Meany ist ein starker, unterhaltsamer und berührender Roman und neben Gottes Werk und Teufels Beitrag und Das Hotel New Hampshire (meinetwegen auch noch Garp) sicherlich eines der besten Bücher aus der Feder des großen John Irving. Spätestens mit diesem Buch hat er es unabdinglich gemacht, dass man mindestens einen seinen seiner Romane einmal gelesen haben muss, wenn einem kein wesentlicher Bestandteil vom Bücherkosmos unserer Zeit fehlen soll. Und der Kern dieser Rezension sei somit schon vorweggenommen: Man lese John Irvings Werke - es wird einen auf eine unnachahmlich Weise bereichern.

In diesem Roman, in dem es um solch brisante Themen wie Religion, Schicksal und Vietnamkrieg geht, ist Irving nicht nur auf der Höhe seiner Fabulierkunst, im gelingt auch eine geradezu unwiderstehliche Verschmelzung von Komik, Alltag und schmalgehaltener Tragik, die insgesamt in der Figur Owen Meanys gipfelt. Es ist eine groteske, eigenwillige, aber doch überlebensgroße Figur, wie es sie kein zweites Mal gibt - die Erfindung eines Menschen, in dem sich auf so feinsinnige Art unprofane Intelligenz, verwirrende Physis, bedingte Willensstärke und innere Einkehr zusammenfinden, ist ein Kunststück, dass sehr leicht zur Parodie hätte werden können, wäre es nicht auf so wunderbare Weise in eine 800 Seiten lange Erzählung von Schicksal, Leben und Geschichte eingebettet, in deren Verlauf sich der unnahbare Charakter im Blick des Lesers wandelt, bis man ihn am Ende fast vollständig als eine Erscheinung, die über Literatur hinausragt, empfindet - ein unverlgleichliches Erlebnis.

"Owen Meany, der selten viele Worte um etwas machte, sondern ganz im Gegenteil die gesprächslähmende Angewohnheit hatte, Bemerkungen fallen zu lassen wie Münzen in einen tiefen Wasserteich... - Bemerkungen, die, wie die Wahrheit, auf den Grund des Teiches niedersanken und dort liegenblieben, dem Zugriff entzogen..."

Voll szenischer Komik, aber auch mit der ewigen und leicht unerbittlichen Lebendigkeit des Daseins (zu der das Vergehen von Zeit und der Tod gehören, was Irving als einer der wenigen großen Romanciers vollendet darzustellen weiß) gefüllt, ist es manchmal schwer, den Roman als etwas zu sehen, dass auf etwas hinauswill (und weißt auf diese Art eine erstaunlich authentische Nähe zum Wesen des Lebens selbst auf) oder der wirklich vorankommt. Man muss, wenn man sich an einen Irving-Roman macht, begreifen, dass es Irving in seinen Büchern zentral immer um Lebensläufe geht und um das Motiv dieser Lebensläufe. Er ist kein sehr psychologischer Erzähler, wenn er auch für die jeweilige Materie, die seine (Haupt-)Figuren beschäftigt, immer sehr viel Zeit aufwendet, da sie ja das Leben mit all seinen Widrigkeiten elementar ausmachen - weil sie das sind, was in den Widrigkeiten als Bedingung, Halt oder Ursache gilt. Ein Leben, das auch immer Erinnern & Denken ist und im Kern stets von der Unausweichlichkeit mancher Dinge begleite wird, so kann bei John Irving lernen, ist stets mehr als eine Geschichte, es ist ein Kosmos der Begebenheiten, Wünsche, Ängste, Begriffe, die genauso dazu gehören wie Taten und Ereignisse, die in den Rillen zwischen den Platten der Tage und Stunden genauso eine entscheidende Rolle spielen, wie der Moment, zu dem man immer wieder in Gedanken zurückkehrt, der nicht loslässt, der dazugehört, zu dem, was einen als Lebenden mit der Welt verbindet und vom Tod trennt.

"Das Gedächtnis ist etwas Schreckliches; der Mensch vergisst - es vergisst nie. Es sortiert die Dinge und legt sie ab. Es bewahrt sie für einen auf, oder es verdeckt sie vor einem - und ruft sie einem wieder in Erinnerung, ganz wie es ihm passt. Man denkt, man besitzt ein Gedächtnis, doch das Gedächtnis besitzt den Menschen."

Nach jedem neuen Irving fühle ich mich gleichsam angefüllt und doch geleert. Die Erkenntnis von Sterblichkeit ist eine wiederkehrende Erfahrung beim Lesen - ich bin sicher, er zielt darauf nicht ab, aber es gehört bei den umfassenden Geschichten die er schreibt nun einmal elementar dazu - und in gewissem Sinne trösten diese Bücher einen zur gleichen Zeit, in dem sie einem diese Ahnungen nahebringen. Trost, auch das bleibt am Ende eines Irvings meistens mit großen Buchstaben auf der Innenseite der Hand zurück, mit der man das Buch zuklappt. Dünn auf die Hand geschrieben, so zart, fast schon am Verwischen. Und doch erinnert man sich gerade deswegen an das Gefühl eines Irving Buches noch sehr gut, das summa summarum, das zusammengezogene Bild, das bleibt. Und nur für dieses Bild, dass man an der Wand seines Lebens hängen hat, lohnt sich schon das Lesen jeder Seite.
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