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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
22
3,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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TOP 1000 REZENSENTam 14. August 2015
Schlinks Bücher zu lesen ist eine ganz besondere Herausforderung.Allein schon sein Werk "Der Vorleser"
wurde zur allgemeinen Lektüre und befindet sich auf dem Wege einer Verfilmung.
Nun liegt mir sein Roman " Die gordische Schleife" vor.
Schlink schreibt sprachlich auf einem sehr hohen Niveau,gefühlvoll,vermittelt,den Leser bindent er mit in
das Geschehen ein das er schildert. Schlink hat eine vorzügliche Art zu schreiben.
In den achtziger,neunziger Jahre gab es ein großes Interesse an dem Thema der Selbstverwirklichung des
Menschen,kaum ein Literat blieb davon unberührt,auch Bernhard Schlinck nicht.In seinem frühen Roman
"Die gordische Schleife",der stofflich von Spionage spricht,findet sich dieses Wort und dieser Anspruch.
Dies mag dem Zeitgeist geschuldet sein-und sicher ist es auch interessant zu lesen,wie sich bei diesem
Mann namens Georg Polger aus seinem ganzen ereignisreichen Leben heraus nahezu folgenreich die
Einbindung in international agierende Spionage und Gegenspionage der Weltmächte entwickelt.
Darüber hinaus aber gibt es die spannend ausgestaltete Vielseitigkeit und die Entwicklung der Charaktere
und ihrer aller Leben,das heißt ihres Miteinanders und ihrer Verbindungen.
Von Georg Polger und seiner Widersacherin und Partnerin Franzoise sind hervorragend geschriebene Lebens-
läufe zu lesen,dass sie dem Leser tatsächlich als Persönlichkeiten vor Augen treten können.Es ist erstaun-
lich und dennoch glaubhaft erzählt,wie sie-und dies bis hin zum nahezu allzu versöhnlichen Ende-der friedlichen
freundlichen Gemeinsamkeit-"bis dass der Tod euch scheidet".
Mir haben die eingestreuten kleinen Episoden besonders gut gefallen,in denen der Autor kleine sprachliche
Experimente dem Leser vorzuführen scheint.-da gibt es welche,wo er sozusagen Literatursprache verwendet.
Zum Beispiel bietet er ein Rede -Duell an,dass nicht in Rede-sondern in flüssiger 'Aufsatzform' erscheint.
Und dies ausgerechnet dort,wo eigentlich scharfe Auseinandersetzung erwartet wird.Sollte dies ein gewollter
Verfremdungseffekt sein?Angesichts des Schreibdatums wohl möglich,aber immerhin bemerkenswert,was
der Autor so alles probiert.
Ich finde,dieses Buch gehört zu diesem Autor namens Schlink,reiht sich gut in seine anderen Werke ein,
an dank der Qualität seiner Sprache,seiner ganzen Ausdruckskraft überhaupt,gehört er zu den wichtigsten
Schriftstellern der Gegenwart und sollte im Grunde viel mehr als bisher als solcher gewürdigt werden.

Jedes Buch von Schlink steht für sich allein,ist nicht vergleichbar und das macht die Einzigartigkeit des
Schreibens von Schlink erst aus! Seine Vielfalt des Schreibens zeichnet ihn ganz besonders aus.

Für diesen Roman somit 5 Sterne - ein Buch das sich gut lesen lässt!

Weitere sehr gute Werke des Autors:
1. Der Vorleser 1995 (Roman) ISBN 3-257-22953-4.
2. Selbs Justiz 1987 (Krimi)
3. Selbs Betrug 1992 (Roman)
4. Selbs Mord 2001 (Roman)
5. Die Heimkehr 2006 (Roman) ISBN 3-257-86136-2.
6. Das Wochenend 2008 (Roman)

Sein Werk 2014 Die Frau auf der Treppe (Roman)

Literaturkritik geschrieben am 22.08.2015
18. Rezension nach 1989/90
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Juli 2011
Das positive zuerst: Dass Schlink ein Meister der Sprache ist, merkt man auch bei diesem Roman. Außerdem ist die Handlung ausgesprochen spannend, langweilig wird einem beim Lesen nicht. Aber das ganze ist eine Aneinanderreihung der unwahrscheinlichsten Zufälle und irrsinnigsten Unglaublichkeiten. Die womöglich bizarrste Absurdität: Nachdem die Hauptfigur, Georg Polger, seine in Frankreich plötzlich verschwundene, mit Spionen zusammenarbeitende Geliebte in New York (wo er sie nur deshalb sucht, weil in ihrer Wohnung in Frankeich ein Bild einer New Yorker Kirche an der Wand hing!) wiedergefunden hat, droht er, er werde ihr Baby ermorden, falls sie ihre Auftraggeber über seine Anwesenheit informiert. Das stört die Frau aber überhaupt nicht, vor lauter Wiedersehensfreude schläft sie erst mal mit Polger und als sie am nächsten Morgen die Wohnung verlässt, nimmt sie ihr Baby nicht wie sonst mit, sondern überlässt es völlig freiwillig Polger stundenlang zur Betreuung! Anders als in einer anderen Rezension zu lesen war, können selbst Männerhirne (jedenfalls meines) sowas nicht nachvollziehen. Alles in allem ist das Buch deshalb höchstens mittelmäßig.
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. April 2007
Ich habe zusammen mit einer Freundin auf einer sehr langen Autofahrt das gesamte Buch mir angehört - leider waren wir beide nicht glücklich mit diesem Hörbuch.

Es ist super vorgelesen und es ist eine Freude zuzuhören - die Geschichte beginnt auch sehr gut. Es wird eine spannende Geschichte aufgebaut, die aber leider sehr schnell an Qualität zu wünschen lässt. Zusatzgeschichten werden immer wieder in die Geschichte eingebracht, die aber zu den vorher dargestellten Personen gar nicht passt. (Er schlägt die Frau dreimal ins Gesicht - aber gleichzeitig ist er ja gar nicht zu Gewalt fähig? ODER Übernachtung in New York bei Freunden eines Freundes - leider werden diese nie so weit in die Geschichte gebracht, obwohl sie mehrfach eine Rolle spielen)

Wir waren uns beide einig, dass das Buch wohl erst 100 Seiten weniger hatte und dann umgeschrieben werden musste um den Vorgaben des Verlages zu entsprechen.....
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Februar 2010
Mir hat das Buch sehr gut gefallen - einerseits, weil es ohne sprachlichen Firlefanz auskommt und auf den Punkt geschrieben ist, zweitens weil mich die Entwicklung des Protagonisten Georg Polger in den Bann gezogen hat.

Sicher weist der Plot die eine oder andere Unstimmigkeit auf, hat Kommissar Zufall zuviele Auftritte. Aber die Geschichte des gedemütigten Mannes, der zwanghaft die einst geliebte Frau und mit ihr Antworten darauf sucht, wie man ihm so spielend einfach das ganze Leben rauben konnte, hat mich gefesselt. Stück für Stück befreit sich Polger aus der Opferrolle, agiert anstatt zu reagieren. Wenn das überhaupt geht (wie er sich selbst fragt)...

Wenn's nach mir geht, lest Ihr das Buch.
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am 13. Juni 2002
Mir hat das Buch gut gefallen. Man wird erst nach Südfrankreich und dann in die USA entführt. Gut die Story ist nicht gerade realistisch, aber es macht Spass, das Buch zu lesen. Zum Ende hin wird es richtig spannend, der Schluß ist sowieso klasse. Die gordische Schleife ist zwar nicht so sensationell wie die Selb-Krimis, aber trotzdem eine nette Lektüre.
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am 14. September 2015
War ein Wunschgeschenk, von daher kann ich wenig zu diesem Buch sagen !!!! . . . . . . .
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am 20. September 2009
Schlink erzählt einen Kriminalfall mit großer Spannung. Als Leser ist man in den Fall verstrickt, denkt mit, plant mit und ist Teil der Handlung. Wie immer bei Schlink sind die beteiligten Personen niemals eindimensional, sondern haben gute wie schlechte Seiten. Dadurch wirken die Personen seht authentisch, glaubwürdig und auch liebenswert. In den Kriminalfall eingebunden ist eine Liebesgeschichte, die in gleicher Weise berührt. Schlinks Sprache ist warmherzig und von hohem Niveau.
Heikko Deutschmanns Stimme ist klar, deutlich, facettenreich in den Dialogen und sehr warm. Durch diese Stimme gewinnt der Roman noch einmal. Ein tolles Hörspiel.
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am 2. September 2006
Ich wollte eigentlich nur erstmal reinhören, nachdem ich die CDs bekommen hatte, aber ich war diesem Hörbuch sofort verfallen. Die Geschichte entwickelt sich zügig, ohne große Umschweife, und zieht den Zuhörer mit ihrer teils sachlichen, teils poetischen Sprache auf angenehme Weise in ihren Bann.

Heikko Deutschmann liest dieses spannende Buch mit einer sehr natürlichen und prägnanten Stimme, tritt somit als Erzähler in den Hintergrund und überlässt der Story die Bühne.

Die Kurzbeschreibung wird diesem Buch und seiner bemerkenswerten Sprache kaum gerecht. Es beschreibt die emotionelle Achterbahnfahrt eines jungen Mannes, der seine Karriere der Lebensqualität geopfert hat und scheinbar zufällig mit Geld und Liebe in eine Spionage-Affäre gezogen wird, bei der er unfreiwillig sowohl zum Täter, als auch zum Opfer wird. Mir hat gefallen, wie er dabei immer sich selbst (und seiner Liebe) treu bleibt und trotz aller Haerten und Gefahren nicht davon abbringen lässt, seinen Weg zu gehen. Ich bin ein sehr kritischer Leser (und Zuhörer), habe bei der Wahl dieses Buches aber endlich mal wieder ins Schwarze getroffen. Ich hoffe sehr auf mehr von Bernhard Schlink!
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am 21. Februar 2012
Es ging mir mit diesem Buch wie mit manchen Sonntag-abend-Tatorten: Sobald man im Nachhinein anfängt, über die Handlung und die jeweiligen Schlüsse nachzudenken, fallen einen Ungereimtheiten und Lücken auf.... Zum Schluss geht alles immer irgendwie zu schnell (und zu glatt).
Dieses Buch hat drei Teile, und wird von Teil zu Teil schneller. Vielleicht auch nicht schneller, aber abstruser. Es passiert in zu kurzer Zeit zu viel Unglaubliches.
Wenn man nicht weiter drüber nachdenkt, und sich einfach mitreißen lässt (und man kann sich bei diesem Buch durchaus mitreißen lassen), hat man am Ende einfach ein sehr spannendes Buch gelesen. Wer anfängt nachzudenken, dem kann das Ende (oder sagen wir das letzte Drittel des Buches) nur unglaubwürdig und konstruiert erscheinen. Unglaubwürdig vor allem auch der Wandel der Hauptperson von einem naiven und passiven Allerweltsmenschen am Anfang des Buch zu einem, der es kaltblütig mit dem amerikanischen und russischen Geheimdienst gleichzeitig aufnimmt am Ende des Buches.
Drei Sterne, weil das Buch spannend zu lesen war, es mich drei Tage lang gefesselt hat (nur beim letzten Drittel musste ich öfter stirnrunzelnd innehalten), weil es sprachlich toll ist und immer wieder mit funkelnden, fast philosophischen Passagen überrascht. NUR drei Sterne, weil ich natürlich das drüber Nachdenken nicht sein lassen konnte und dann das passiert ist, was ich oben beschrieben habe. Trotzdem: Ein lesenswertes und spannendes Buch!
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am 13. Juni 2012
Georg, ein Anwalt aus Karlsruhe, beschliesst mit seiner Freeundin Hanne ein neues Leben zu beginnen und alles hinter sich zu lassen.

"Der Abschied von Karlsruhe war nicht gut gewesen; Streit mit dem Rechtsanwalt, mit dem Georg zusammengearbeitet hatte, Tränen und Vorwürfe von Hannes Exfreund, Krach mit den Eltern, Angst vor dem Abbruch aller Brücken. Was ein befreiender Aufbruch aus der heimatlichen Enge hätte sein sollen, wurde fast zur Flucht."

Während der Neuanfang in Paris nicht klappt, finden sie in Cucuron, einem kleinen Städtchen ein neues Zuhause, richten sich ein. Die Beziehung geht in die Brüche, nicht zuletzt, weil das Geld knapp ist. Hanne geht zurück nach Karlsruhe, Georg bleibt und schlägt sich mehr schlecht als recht mit Übersetzungen durch. Eines Tages scheint das Blatt zu drehen, er kriegt plötzlich von einem Übersetzungsbüro Aufträge und später sogar die Möglichkeit, nach dem Tod des Besitzers ein anderes selber zu übernehmen. Dass er in Froncoise auch eine neue Liebe findet, macht das Glück perfekt. Die diversen Anzeichen des nahenden Unglücks übersieht Georg, bis er eines Nachts erwacht, das Bett neben sich leer findet und seine Liebe im Büro dabei ertappt, geheime Pläne, die ihm streng vertraulich zum übersetzen überlassen worden waren, zu fotografieren. Georg fand sich mitten drin in einer Verschwörung geheimer Mächte wieder, ausgeliefert, unfrei. War sein ganzes bisheriges Leben nur darauf ausgerichtet, keinen Druck von aussen zu erfüllen, will er sich diesem auch jetzt nicht ausliefern und weigert sich, zu kooperieren. Die Folgen sind gravierend. Seine Katzen werden getötet, in sein Haus eingebrochen, sein Büro ist nicht mehr sicher. Er wird im ganzen Ort diffamiert und muss irgendwann einsehen, dass er nicht bleiben kann.

Mit Hilfe eines Fotos macht er sich nach New York auf, um dort Francoise wiederzufinden. Die Suche erweist sich als schwierig und zu allem Übel merkt er, dass er verfolgt und beschattet wird. Er fühlt sich getrieben, ausgeliefert.

"Ist das mein Leben geworden? Dinge geschehen, die ich nicht begreife und auf die ich nur mit Angst und mit unbeholfenen Bewegungen reagiere. Ich muss agieren statt reagieren ' Georg hatte in den letzten Wochen oft darüber gegrübelt."

Georg entwickelt einen Plan, wie er an seinen Verfolgern, welche sein ganzes Leben zerstört und unfrei gemacht haben, Rache nehmen kann und zugleich zu Geld kommt. Er verhandelt mit verschiedenen Parteien, welche alle Interesse an geheimen Plänen zum Bau eines Kampfhelikopters haben und schafft es schliesslich durch einen geschickt eingefädelten Coup, heil aus dem Ganzen zu kommen. Unterzwischen hat er auch Francoise, die in Wirklichkeit Fran heisst, gefunden und die Geschichte endet in einem Happy End.

Fazit:

Spannende Geschichte, die einen unverhofft in das Milieu von Geheimdiensten, Agenten und Verfolgung entführt. Die eingewobene Liebesgeschichte ist mit leisen Tönen erzählt, endet am Schluss etwas sehr kitschig, wenn der Kitsch auch nur am Rande erwähnt wird.
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