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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 31. Juli 2015
„Happy Birthday, Türke“ ist der Krimiauftakt einer ganz erfolgreichen Reihe um den türkischstämmigen und ambitionierten Ermittler Kemal Kayankaya. Nicht nur sein Name ist klischeebehaftet. Der Autor Jakob Arjouni begibt sich in die Zeit der anfänglichen 80iger und betritt ein ganz neues Millieu seinerzeit. Dieses Hörbuch lässt den Hörer in eine andere Zeit tauchen, einen neuartigen Krimi erleben und die mittlerweile verstaubte Art der Ermittlungen miterleben. Schon beinahe eine Zeitreise und ein spannender Ausflug in ironische Ermittlerkunst. Ein fesselnder Krimi von Autor Jakob Arjouni, gelesen von Rufus Beck.
Erschienen im Diogenes Verlag [...]

Zum Inhalt:
„Privatdetektiv Kemal Kayankaya versucht gerade eine Wespe aus seinem Büro zu vertreiben, als es an der Tür klingelt. Herein tritt eine kleine Türkin in Trauerkleidung. Ihr Mann ist vor ein Paar Tagen in einem Bordell ermordet worden, und die Polizei kümmert sich nicht gerade eifrig darum, den Mörder zu finden. Ein neuer Fall - und dringend gebrauchtes Kleingeld - für Kayankaya.“

Zur Handlung:
Anfang der 80iger Jahre in der Mainmetropole, zu Zeiten von Bundeskanzler Helmut Kohl. Selbstverständlich, dass damalig aktuelle politische Themen in diesem Krimi angerissen werden. Für jemanden wie mich, der zur selben Zeit der Handlung des Krimi geboren wurde, ist die Lektüre ein bisschen wie eine Zeitreise zurück in die Zeit meiner Kindheit.
Die Innovation dieses Werkes von Jakob Arjouni begründet sich darin, dass er einer der wenigen Autoren ist, die sich seinerzeit mit kritischen Themen wie Migration, Türkische Einwanderer und Millieuprobleme in seinen Werken befasst hat. Umso spannender ist diese kleine kriminalistische Zeitreise an der Seite eines sehr außergewöhnlichen Ermittlers. Privatdetektivs Kemal Kayankaya hat keine leichte Aufgabe, er soll den Fall des verstorbenen Mannes einer Türkin aufklären. Ihr Mann wurde in einem Bordell ermordet, doch die Polizei sieht keinen Anlass für ernste Ermittlungen. Da das Geld bei Kemal sowieso mal wieder knapp ist, nimmt er sich dieser Sache an. Er hat auch ein wenig Mitleid mit der Frau seiner Landsleute… Oder wird ihn dieser Fall mehr berühren, als ihm lieb ist?
Ein Wettlauf beginnt… Rufus Beck vertont diesen stilistischen Krimi der 80iger in diesem Hörbuch wirklich nagend und spannend, er liest eindringlich und fesselnd – und zieht den Hörer bis zur letzten Sekunde in den Bann der Geschichte und weit darüber hinaus.

Dauer: 4 CD(s) – 4 Stunden & 23 Minuten
Art: ungekürzte Lesung
Genre: Krimi/Spannung; Kayankayas erster Fall

Cover / Umsetzung:
Das Cover ist eine sehr gute und stimmige Wahl. Sehr ansprechend und macht neugierig. Es passt zum Verlagsprogramm, aber leider nicht zum Taschenbuch dieses Titels. Dennoch reiht es sich wunderbar an die anderen Fälle an und bildet im CD Regal eine schöne fortlaufende Optik. Das Cover lädt zu Assoziationen ein. Toll. Die Kapitellängen und die Strukturierung finde ich sehr gut gelungen. Da kann man auch gerne mal den Stopp-Knopf drücken und jederzeit seine Stelle wiederfinden. Pluspunkt!

Zum Schreibstil des Autors und Lesestil des Sprechers:
Der Schreibstil von unserem Autor Jakob Arjouni, der seinerzeit blutjunge 21 Jahre alt, also regelrecht gerade erst volljährig, war ist wirklich nicht ohne, dass was er in seinem Auftakt "Happy Birthday, Türke" offenbart ist die solide Kunst des Schreibens eines atmosphärischen Ermittlerkrimi in einem düsteren Millieu mit besonderen Hintergründen und politischen Merkmalen. Er bietet zwar nicht den heute so angesagten ungefilterten und unverblümten Nervenkitzel, aber tiefgehende Ermittlungen, zeitgemäße Dialoge und sehr viel Atmosphäre und Flair. Abgestimmt auf die Zielgruppe von Lesern und Hörern, die die 80iger Jahre selbst erlebt haben und so nochmals in die Jugend zurückkehren können. Trotz aller Zurückhaltung nimmt Autor Jakob Arjouni kein Blatt vor dem Mund und scheut sich auch nicht, die Dinge, die für seinen Krimi wichtig erscheinen klar zu artikulieren. Erfrischende Dialoge und KopfschüttelnGerade die Machenschaften der Handlanger und Widersacher wird mehr und mehr deutlich, je tiefer Kemal in die Materie durch seine Nachforschungen eindringt!. Man leidet, hofft und ängstigt mit den Protagonisten , Jakob Arjouni nimmt die Leser und Hörer mit, er bietet ein Schauspiel, welches packt, fesselt, schockiert, provoziert und dessen Wendung und Ziel den Atem stocken lässt. Die Dinge entwickeln sich mit einem Automatismus, wo der Leser oder Hörer kein Halten mehr findet und in einem Sog aus Plänen und Verkettungen und Faszination mitgerissen wird. Gibt es einen Ausweg?

Sprecher Rufus Beck bringt in diesem Hörbuch all dass, was der Autor Jakob Arjouni in seinen Seiten übermitteln und darbieten will, durch seinen sehr gekonnt eindringlichen und fesselnden Erzählstil an die gebannten Hörer zurück. Er wirkt keinesfalls aufgesetzt oder gehetzt, seine reife Stimme schmiegt sich an den Verlauf der Kriminalhandlung. In diesem Hörbuch geht wirklich gar nichts von dieser Einzigartigkeit verloren. Jetzt bin ich wirklich neugierig, auf die weiteren Fälle mit kemal Kayankaya, dem klischeehaften Detektiv. Der Autor Jakob Arjouni erzeugt durch seine gekonnte Wortwahl und dem Sinn des stimmigen Krimi Bilder und lässt seine Story lebendig werden, diese werden durch die Stimme von Sprecher Rufus Beck dann auch für die Hörer wahrhaft lebendig und nah. Der bizarre und für heutige Zeiten seltene Schreibstil des Autors wird mit vielen eigenen Noten gewürzt und verleiht dieser Ermittlereihe Einzigartigkeit und verstaubten Retro-Flair, aber auch die Kulissen, die Politik, das Büro, der Polizeiapparat werden dem Leser bildhaft nahegebracht. Zigarettenqualm, Dunst und dunkle Möbel. Die 80iger hautnah, Musik, Stars und Themen. Ein Sinnes- und Gefühlsrausch und im Hörbuch durch den Sprecher Rufus Beck eine eingehende und nagende Story, die nach einer Fortsetzung ruft. R. Beck vertont das Gelesene mit einem unglaublich fesselnden und eingehenden Singsang und versteht es, die einzelnen Passagen mit unterschiedlichen Emotionen und Tonlagen hervorzuheben oder die Spannung heraufzubeschwören. Selten ging mir eine Stimme so nahe und versetzte mich in eine andere Zeit an die Seite eines eigensinnigen Ermittlers. Rufus Beck ist sich nicht zu schade, sich auf die unterschiedlichen Ebenen der Protagonisten aus der Erzählsicht von Kemal Kayankaya zu begeben und auch die verzweifelte Lage des Hauptprotagonisten zu verkörpern. Beck liest und vertont das Gelesene mit Fassungslosigkeit, Verzweiflung, Hoffnung, Ohnmacht, Gier, Verstörtheit und erzeugt beim Hörer Schock, Entsetzen und Beklommenheit. Ein solider Krimi sehr wirkungsvoll vertont!

Kritikpunkte:
Stellenweise wirkte die behördliche Arbeit der Polizei auf mich zu sehr eingestaubt und dadurch, dass der Krimi in 1985 spielt kaum in der heutigen Zeit nachvollziehbar. Bestärkt wird meine Skepsis dadurch, dass mir andersherum einige Dialoge gar nicht zeitgemäß erschienen und Kemal in einigen Passagen doch etwas anachronistisch wirkte. Hier fühlte ich mich noch weiter in die Zeit der 50iger oder 60iger versetzt. Zwar war ich selbst noch Kind in den 80igern, doch durch viel Literatur und Geschichte wage ich einige Dinge zu bezweifeln. Der Jargon wirkte passagenweise eher wie aus einem Western oder Gaunerroman der frühen 60iger Jahre. Aber vielleicht war es das, was man in den 80igern gern gelesen hat?! Ich weiß es nicht! Für mich wirkte es manchmal nicht ganz rund und harmonisch.

Der Autor:
"Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Er war 21 Jahre alt, als sein Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya in ›Happy birthday, Türke!‹ zum ersten Mal ermittelte. Es folgten drei weitere Fälle, für ›Ein Mann, ein Mord‹ (dritter Fall) erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimipreis. Seine Romane ›Hausaufgaben‹, ›Chez Max‹ und vor allem der Roman über einen ostdeutschen Nazimitläufer, ›Cherryman jagt Mister White‹, sind mittlerweile Schullektüre. Sein Werk ist in 23 Sprachen erschienen. Er starb am 17. Januar 2013 in Berlin"

Die Stimme / der Sprecher:
"Rufus Beck, 1957 geboren, war von 1989 bis 1994 am Bayerischen Staatsschauspiel München engagiert. Seit 1994 arbeitet er als freier Schauspieler, u.a. an den Münchner Kammerspielen, dem Bayerischen Staatsschauspiel und dem Berliner Ensemble. Sein Kinodebüt gab er 1991 in Sönke Wortmanns ›Kleine Haie‹. Der Durchbruch gelang 1994 u.a. mit dem Film ›Der bewegte Mann‹. Rufus Beck ist Sprecher und Regisseur zahlreicher Hörbücher und wurde vor allem als die Stimme von ›Harry Potter‹ populär"

Fazit:
Eine grandiose Umsetzung eines Krimis aus den 80igern in einem sehr facettenreichen Hörbuch mit der reifen Stimme des Sprechers Rufus Beck. Ein Krimi seinerzeit. Eine Zeitreise, die mir sehr gefallen hat. 4 Sterne für dieses sonderbare Hörerlebnis!
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am 9. November 2005
Kayankaya ermittelt in diesem Fall für eine türkische Witwe die wissen will warum ihr Mann sterben musste, dabei gerät er schnell selber in Teufelsküche.
Im Gegensatz zu all den seriösen Detektiven und Kommissaren die immer gerecht und anständig sind, hat Kayankaya eine ruppige, eigenwillige, etwas brutale Art die ihn trotz allem aber sehr sympathisch und menschlich erscheinen lässt.
Die einfache Sprache unterstützt die Spannung und das Tempo.
Genau das richtig für einen regnerischen Abend auf dem Sofa!
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am 15. Juni 2014
Kein anderer Autor hat es bisher geschafft mich von all seinen Büchern gleichermaßen zu überzeugen! Jeder Roman von Jakob Arjouni ist einfach nur empfehlenswert. Besonders die Kayankaya-Reihe ist die beste Lektüre für entspannten Lesespaß. Durch Kayankayas Schlagfertigkeit zuckt einem öfters ein Schmunzler über das Gesicht. Gleichzeitig kommt immer wieder Spannung auf, die einen regelrecht fesselt und zum Weiterlesen zwingt. Trotzdem ist der Schreibstil so erfrischend und simpel gehalten, dass man das Buch in einem Zug verschlingen kann(muss!).

Zumindest die Kayankaya-Reihe ist ein Buch für jedermann und kann ich ausdrücklich als Geschenk für Freunde und/oder Familie empfehlen. Sollte es den Beschenkten gefallen (was es mit Sicherheit tun wird), gibt es noch vier weitere Bücher dieser Romanreihe, auf die man sich freuen kann. Schade, dass so ein talentierter Autor bereits von uns gegangen ist...
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am 31. Mai 2012
Nichts gegen schnoddrige Sprache, kann sehr amüsant sein, dann muss man's aber können. In diesem Buch wirkt das häufig sehr bemüht. Schlimmer aber der teilweise haarsträubend konstruierte Handlungsstrang und die schlecht skizzierten Charaktere. Ganz ehrlich, kann den Hype nicht nachvollziehen, für mich knapp über Jerry Cotton Niveau.
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am 16. März 2009
In diesem Kayankaya Roman dreht sich für den versifften und saufenden Privatermittler alles um den verworrenen Mord an einem Türken, den es aufzudecken gilt.
Meiner Meinung nach ist Happy Birthday Türke ein sehr gelungener und vor allem kurzweiliger Kriminalroman , der an vielen Stellen durchaus zu überraschen weiß. Der sehr detaillierte und nett beschreibende Schreibstil Arjounis und sein witziges Spiel mit Klichés entlockten mir oftmals mehr als nur ein schmunzeln ! Außerdem ist die fast schon versiffte Art, in der er Frankfurts übelste Ecken beschreibt, passend und sehr gut vorstellbar. Man kommt sich oft vor als hätte man die Orte schon einmal gesehn. Vor allem aber Kayankayas unbeholfene und an vielen Stellen illegale Art den Fall zu lösen fasziniert und bietet einen interessanten Kontrast zu den normalerweise aalglatten Privatermittlern und Kommissaren anderer Autoren.
Alles in Allem ein für mich fast rundum gelungener Roman - einziges Manko ist das zu abrupte Ende, warum es von mir nur 4 Sterne gibt. Ansonsten allerdings für alle zu empfehlen, die einmal über den Tellerrand der gewöhnlichen Kriminalromane hinausschauen wollen.
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am 14. Mai 2013
Habe dieses Buch nach einer Sendung auf WDR5 zum verstorbenen Arjouni als Einstiegslektüre zum Autor gekauft und gelesen. Das Buch ist leicht zu lesen und dennoch nicht seicht oder flach, es hat mich gut unterhalten. Arjounis Sprache ist klar und unverblümt, seine Haltung zu Ausländern/Migranten unverkrampft. Ich denke ich werde weitere Bücher von Arjouni lesen.
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am 26. Oktober 2014
Ich hatte mir, bei der Aura, die den Büchern von Arjouni anhaftet, deutlich mehr versprochen.
Die Sprache, speziell das schnoddrige, kombiniert mit den allzu lockeren Brutalitäten des Helden,
ist in den 80er Jahren in deutschen Büchern sicherlich etwas Neues gewesen.
Als regionaler Hintergrund das damals zu Recht extrem verrufene Frankfurter Bahnhohsviertel,
prügelt sich der Ermittler durch die Seiten.
Spannung hat sich bei mir leider nicht wirklich eingestellt.
Die eine oder andere Wendung in der Geschichte fand ich gut, aber die, vielleicht auch aufgrund der geringen Seitenzahl,
starke Verdichtung der Geschichte gefiel mir nicht.
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am 18. Dezember 2009
JAKOB ARJOUNI ist ein Krimi im besten Stil seiner amerikanischen Vorbilder Dashiell Hammett und Raymond Chandler gelungen. Der Protagonist ist ein Einzelgänger und seines Zeichens Privatdetektiv; ungewöhnlich für einen zeitgenössischen Krimi.

DIE STORY:

KEMAL KAYANKAYA, deutscher Privatdetektiv mit türkischer Abstammung oder türkischer Privatdetektiv mit deutscher Staatsangehörigkeit, fristet sein Berufsdasein im heißen Frankfurter Sommer so dahin. Bier und Whisky halten ihn halbwegs bei Laune. Es ist der 11.08.1983, sein 26. Geburtstag und ausgerechnet an diesem verkaterten Morgen verirrt sich ILTER HAMUL in seinem Büro, auf der Suche nach einem türkischen Privatdetektiv. Als KAYANKAYA ihr eröffnet, er sei nur türkischer Abstammung, spreche aber kein türkisch, will sie sich schon auf dem Absatz umdrehen, besinnt sich dann aber doch eines anderen. Ihr Ehemann, AHMED HAMUL, sei mit einem Messer im Rücken im Bahnhofsviertel ermordet aufgefunden worden und weil es sich um einen Türken handele, habe sie nicht das große Vertrauen in die Motivation und den Ehrgeiz der Frankfurter Mordkommission, weshalb sie ihn mit der Suche nach dem Mörder beauftragen möchte. Dem zeitgleich überreichten 1.000-DM-Schein konnte sich KAYANKAYA dann nicht mehr entziehen, weshalb er schließlich - jedoch ohne nennenswerten Ansatz - die Ermittlungen aufnimmt. Dabei taucht er ins tiefste Frankfurter Milieu ein, hinterfragt die Familienbande seiner Auftraggeberin und eckt mit den zuständigen Polizeibeamten an. Dabei wirbelt er soviel Staub auf, dass er sich massiven Bedrohungen ausgesetzt sieht. Am Ende wird das Who-Done-It dann auch brav aufgelöst, wobei auch KEMAL KAYANKAYA darüber erstaunt scheint, was er binnen kürzester Zeit durch seine Nachforschungen so alles ans Tageslicht gefördert hat.

FAZIT:

Ist dies eine Homage, ein Remake - wie es in einer auf dem Buchrücken abgedruckten Kurzrezension heißt - oder ein völlig eigenständiger Roman? Dem Leser kann es letztendlich egal sein, weil er mit einem höchst kurzweiligen und vergnüglichen Leseerlebnis belohnt wird. Besonders die Freunde der Romane der "Schwarzen Serie" um die "Hardboiled Privateyes" Philip Marlowe und Sam Spade werden an diesem kleinen Büchlein (Umfang bei der Taschenbuchausgabe von Diogenes 170 Seiten) ihr helles Vergnügen haben. Es scheint (erfreulicher Weise) eine kleine Renaissance dieses Romantyps zu geben; erinnert sei insoweit an DECLAN HUGHES ebenso hervorzuhebenden Romane um seinen Privateye ED LOY. Das Besondere bei JAKOB ARJOUNIs Geschichte ist, dass sie in Deutschland - genau genommen in Frankfurt - spielt und somit viel Lokalkoleur und Einblicke in die heimische Rand- und Problemgesellschaftsschicht mit den bekannten Integrationsproblemen von - insbesondere südländischen - Immigranten zuläßt. ARJOUNI verstärkt diese Authentizität noch kräftig durch die häufige Verwendung der Hessischen/Frankfurter Mundart in der direkten Rede. Wobei allerdings der zeitliche Kontext der Entstehung des Romans nicht aus dem Auge verloren werden darf; 1985 gab es noch die Mauer, eine Immigration aus Osteuropa hatte noch nicht (dergestalt) stattgefunden, wie dies heute der Fall ist.

Also alles in allem ein echter Geheimtipp!

Deshalb keine Scheu davor und viel Spaß bei der Entdeckung!
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am 16. März 2009
Ein türkischer Privatdetektiv bekommt von einer Witwe den Auftrag, den mysteriösen Mord ihres Mannes im Bahnhofsviertel aufzudecken. Das leicht verdiente Geld lehnt er nicht ab, doch unwissend, auf was er sich eingelassen hat, führt ihn sein Weg auf unerwartete Pforten...
Kemal Kayankaya, Alkoholiker, Sprücheklopfer, Türke und Detektiv zugleich ist das genaue Gegenteil des Columbo der klassischen Kriminal-Trivial-Literatur. Seine unortodoxen Ermittlungsarten sowie seine Antiheld-Eigenschaften lassen ihn zwar nicht perfekt, dafür aber erschreckend realistisch wirken.
Eine willkommene Abwechslung für Genre-Fans, die moralische Kriminal-Schinken satt haben, aber der gut verpackte Humor den Jakob Arjouni miteinfließen lässt, wird jeden amüsieren.
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am 14. Januar 2014
Hat mich sehr gefreut endlich einen deutschen Autor gefunden zu haben, der in die Hard Boiled Richtung schreibt. Dazu finde ich die gewählte Ich-Perspektive sehr gut. So hat man gleich das Gefühl mittendrin zu stecken. Nachdem ich es fast verschlungen habe, kaufte ich mir gleich noch das 2. Buch aus der Kayankaya-Reihe 'Mehr Bier'.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
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