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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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am 9. Januar 2016
Diese Version des Buches gefällt mir nicht.
Humphrey wird beispielsweise nicht "Hump" genannt sondern "Döspaddel", es werden merkwürdige Formulierungen verwendet die nicht zu meinem Bild, welches ich von den Charakteren habe passen. Der Seewolf würde für mich nicht zu jemandem sagen, dass er "watscheln" soll, und auch das Wort "ausklamüsern" aus seinem Mund wirkt sehr seltsam.
So ist diese ganze Version mit dieser Sprache verfasst mit welcher ich mich nicht anfreunden kann - die Sätze wirken auf mich sehr hölzern und gestellt, die Charaktere erscheinen mir durch Satzbau und Ausdrucksweise äußerst unsympatisch.

Ich werde weiter nach einer Version ohne "Döspaddel" und mit "Hump" suchen, in der mir die Charaktere weniger unsympatisch erscheinen.

Ich bin enttäuscht.
Ein Stern von mir und der ist auch noch zu viel.
55 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Mai 2007
Was bleibt in der Erinnerung? Ist es der Wolf Larsen, der am Ende nur noch ein Schatten seiner selbst ist? Nein. Es ist der Wolf Larsen, der mit seiner Hand eine rohe Kartoffel zudrückt. Ist es der Humphrey van Weyden, der am Ende den Kampf aufnimmt? Nein. Es ist der, der zu Beginn völlig eingeschüchtert an Bord der Ghost kommt.

Der Konflikt dieser Männer, den Jack London sehr beeindruckend schildert, ist der Kern der Geschichte. Ein ungleicher Kampf zwischen dem starken und brutalen "Seewolf" und dem intelligenten schöngeistigen Gegenüber. Ein Kampf, den London im Laufe der Zeit zu immer neuen Höhepunkten treibt.

Einen sehr großen Eindruck haben auch Londons Beschreibungen des Meeres und der Robbenjagd, sowie seine detaillierten Kenntnisse über Segelschiffe und Nautik. Und so wie van Weyden lernt auch der Leser sehr viel.

Ein wirklich beeindruckendes Buch.
11 Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Die faszinierende Seefahrtsgeschichte des denkbar ungeeigneten Mannes, den man sich für eine wilde Reise durchs raue Meer vorstellen kann, sucht noch heute seinesgleichen. Zu Recht wird dieses Werk von Jack London zu den geehrten Klassikern gezählt, auch wenn die Bezeichnung Abenteuerroman dem tiefsinnigen Spektakel nicht ganz gerecht wird. Die Geschichte lebt von dem knisternden Kampf des Schöngeistes Humphrey van Weyden, der sich in Ich-Form direkt an den Leser wendet, mit dem Freigeist Wolf Larsen, dem grausamen Kapitän des Robbenkutters "Ghost", der den Erzähler auf seinem Schiff gefangen hält, um einen richtigen Mann aus ihm zu machen. Jack London bezeichnete sein Werk einmal als Angriff auf die Übermensch-Philosophie von Nietzsche und sieht man seinen Roman in diesem Lichte, kommen erstaunliche Erkenntnisse zum Vorschein.

Als der Schiffbrüchige von der Mannschaft der Ghost an Bord gezogen wird, ahnt der Gentleman nicht, dass er direkt in der menschlichen Hölle gelandet ist. Vom angesehenen Mitglied der Gesellschaft wird er zum Schiffsjungen degradiert. Der seltsame Kapitän, Wolf Larsen, scheint sich seine eigene Philosophie über das Leben zu Recht gelegt zu haben und wenn diese auch bar aller Moral ist, scheint es sein edles Bestreben zu sein, den weichlichen, jungen Mann durch eine besondere Behandlung auf "eigenen Füßen stehen zu lassen". Bei der schweren Arbeit nützen dem armen Hump, wie er vom Kapitän genannt wird, die stets so reichlich gepflegten Studien der Literatur nur wenig. Vielmehr wird er sich der fehlenden Muskelkraft bewusst, da ihm bis jetzt das Training des Geistes erstrebenswerter erschien, wie körperliche Ertüchtigung. Die Tyrannei des Küchenchefs Mugridge kommt ihm da besonders bitter an, den er bald von Herzen hasst. Wolf Larsen beobachtet die Entwicklung seines neuen Schiffsmitglieds interessiert, wie alle Vorgänge auf seinem Kutter und geht sogleich zum Angriff auf das Weltbild von Weydens über. Hatte Humphrey es bisher für eine unumstößliche Tatsache gehalten, dass das Leben eines jeden Menschen einen besonderen Wert hat, wird er nun durch die gnadenlosen Theorien Larsens erschüttert. Für die Allgemeinheit hat das Leben des Einzelnen kaum einen Wert, so Larsen, vielmehr ist es der Mensch selbst, der seinen Wert bestimmt. Dabei würde dieses Leben des starken Menschen bis aufs Blut verteidigt und selbst sogenannte moralische Grundsätze, besonders das Mitleid einem anderen Wesen gegenüber, seien dabei hinderlich und daher zu vernachlässigen. Dem Entsetzen Weydens folgt die Erkenntnis, dass ihm die bisherige Welt, die er vor allem aus Büchern kannte, eine Sicht-weise verschloss, die er nun als schreckliche Wirklichkeit zu entdecken scheint. Auch wenn er von dem amoralischen Handeln seines Gegners immer noch abgestoßen ist und seine Mordgedanken durch die praktischen Beispiele der Philosophie des Kapitäns gefördert werden, beginnt sich nicht nur der durch die harte Arbeit gestählte Körper Humps zu verändern. Im rauen Meer vor Japan spitzen sich die Ereignisse zu, als Wolf einen Angriff auf das Schiff seines Bruders Tod Larsen plant. Doch dann kommt unvermittelt ein weibliches Element in die schwierige Gleichung, als die schiffbrüchige Schriftstellerin, Maud Brewster, aufgelesen wird. Die zarte Dame scheint nicht nur die Gefühle von Humphrey zu bewegen, auch Wolf Larsen scheint nicht unberührt zu sein. Es kommt zu spannenden Entwicklungen.

Wer sich mit der Person und Philosophie Nietzsches auseinandersetzt, wird tatsächlich einige Auffälligkeiten an dem Kapitän Wolf Larsen entdecken. Wie der große Philosoph wird auch Larsen von heftigen Kopfschmerzattacken geplagt und auch das unrühmliche Hinsiechen mit Blindheit und Lähmungserscheinungen scheint beiden beschieden. Auch in der Denkweise gleichen sie sich. Die Gattung Mensch wird als eine Art Grundmasse gesehen, in der es dem Übermenschen gelingt, aus sich selbst ein Kunstwerk zu schaffen, indem er mit sich und anderen hart und mitleidlos verfährt. Ziel ist jedoch nicht die Herrschaft über andere, sondern die höchsteigene Überlegenheit, der "Wille zur Macht". Dem gegenüber steht der schwache Mensch, der durch seine empfundene Unterlegenheit Zuflucht zu einer imaginären Welt sucht. Ein Beispiel hierzu scheint im Roman der Schiffskoch zu sein, der stets betont, dass er eigentlich aus guter Familie stammt und ein besseres Los im Leben verdient hätte. Wolf Larsen zählt auch die Vorstellung einer unsterblichen Seele zu den Fluchten des Erdenmenschen, der sich in der Wirklichkeit nicht zu behaupten weiß.
Am Ende wird der Kapitän von seiner eigenen Philosophie geschlagen. Die Tugenden dagegen, die der Seewolf stets verachtete, wie Liebe und Mitgefühl, triumphieren am Schluss und bedeuten denjenigen, die sie bis zum Schluss bewahrten, ein glückliches Leben.
1717 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Jack London eroberte 1904 mit seinem Roman Der Seewolf nicht nur die Herzen der Amerikaner, das Buch wurde auch weltweit in rund 70 Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt. Kein Wunder, lädt die Story doch geradezu dazu ein, auf großer Leinwand zum Leben erweckt zu werden. Die Geschichte handelt vom Facettenreichtum der menschlichen Seele, vom Kampf ums nackte Überleben und von der Überlegenheit des gebildeten Geistes gegenüber der rohen Gewalt. Der Roman ist eine spannende, teilweise fast gruselige Seeabenteuergeschichte, gleichzeitig aber auch eine hellwache Darstellung zweier psychologisch völlig unterschiedlicher Persönlichkeiten und nicht zuletzt eine zarte Liebesgeschichte. Mit dem skrupellosen und brutalen Kapitän Wolf Larsen (dem Seewolf) und Humphrey van Weyden, einem feinfühligen Ästheten, der als Schiffbrüchiger auf die "Ghost" und damit in die Pranken des Kapitäns gerät, hat der Autor zwei Hauptfiguren gewählt, die sich diametral gegenüberstehen. Doch trotz ihrer Unterschiedlichkeit kommen sich beide im Lauf der Geschichte erstaunlich nahe, und jeder profitiert von den Stärken des anderen im Kampf gegen die Naturgewalten auf hoher See. Bis sie am Ende - natürlich wegen einer Frau - doch auf Leben und Tod aneinander geraten und einer von ihnen auf der Strecke bleibt ...
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am 9. März 1999
Jack Londons Seewolf ist das erste Buch, welches ich von Jack London gelesen habe. Danach habe ich alle gelesen. Mit 13 zum erstenmal und mit 20 zum zweitenmal. Und inzwischen, mit vierzig, habe ich wohl die meisten seiner Titel zum drittenmal gelesen. Es ist beides: ein geniales Werk und zugleich ein literarischer Fehlschlag. Die erste Hälfte des Buches ist ungemein fesselnd, geradezu magisch in ihrer Dramatik, schmerzhaft realistisch und spannend. Die Konfrontation mit dem humanistisch gebildeten van Weyden und dem rohen, aber naturphilosophischen Larsen ist ein mentales Katz- und Mausspiel, welches in der Literatur seinesgleichen sucht. Londons Charakterisierung des Wolf Larsen verrät auch eine Menge über London selbst: Sein Nihilismus, seine Anbetung der natürlichen Ordnung der Dinge, sein verkappter Rassismus und nicht zuletzt seine rudimentäre Homophilie - sozusagen, die dunkle aber machtvolle Seite des Jack London. Dem gegenüber steht der idealistische Entwurf eines Ehtikers, der die Dinge als kulturelle Aufgabe versteht, der lernen muß, über sich selbst hinauszuwachsen und der durch quälenden Selbstzweifel hindurch zu sich selber findet. Der Leser muß jedesmal von Neuem entscheiden, zu welcher der beiden Figuren er sich am meisten hingezogen fühlt. Doch die zweite Hälfte des Buches kippt dann leider um in Kitsch und Unglaubwürdigkeit. Hier mußte London Kompromisse machen: mit seinem puritanistischen Verleger und mit dessen bourgoisem Publikum der Jahrhundertwende. Die fast schon blutleere Schilderung der Beziehung zwischen Maud Adams und van Weyden erinnert oft schmerzhaft an romantische Lovestories eines frühen Karl May und entbehrt jeder Charakterstudie. Hier leben eine junge Frau und ein junger Mann für Monate zusammen auf einer einsamen Insel und es passiert - nichts! Soll ihnen das einer glauben? Erst gegen Schluß wird es wieder interessant und atemberaubend: der Todeskampf zwischen dem erblindeten Larsen und dem inzwischen erstarkten van Weyden, der dann durch eine mutige Maud Adams beendet wird ist ein Stück Spannungsliteratur vom Feinsten. Und dann der langsame Tod Larsens, der nun in seinem mächtigen Körper wie in einem Gefängnis verendet - eine erschreckende Vision. Alles in allem ein Jahrhundertwerk. Aber es gibt noch sehr viele gute andere Jack London Bücher.
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am 17. März 2017
Ich habe schon einige Hörspiele, darunter auch fremdsprachige in meiner Sammlung, doch NIEMAND - N I E M A N D liest einen Roman so genial und lebendig wie Sebastian Koch. Es macht doch einen enormen Unterschied aus, ob ein waschechter, begnadeter Schauspieler einen Roman liest. Die anderen lesen einfach nur; Sebastian Koch "spielt" die Figuren und haucht ihnen allen Leben ein - jeder einzelnen Figur. Das ist Kopfkino pur. Man hat das Gefühl als blinder Passagier auf dem Schiff mitzufahren und hält den Atem an, wenn der Seewolf herumpoltert. Mal ist Sebastians Stimme weich, dann wieder hart, mal hoch und mal tief, mal spricht er schnell, mal langsam mit Pausen, um Spannung für den nächsten Moment zu erzeugen, um dann mit Karacho loszubrettern. Man kann nicht anders. Das Herz klopft wie wild und man wartet gespannt auf den nächsten Satz. Einfach Wahnsinn! Kaufe mir nur noch Bücher, die Sebastian Koch liest. BESSER GEHT ES NICHT!!!!!!!!! Wusste bis dato auch gar nicht wie sexy und erotisch sich die angeblich so harte deutsche Sprache anhören kann. Bei Sebastian ist sie weich wie Butter und scheint nur so dahinzuschmelzen. Zart wie ne Tafel lila Schoki. Bitte meeehr. Ich lese kein Buch mehr selber, ab heute lasse ich lesen :-))
Mein Wunsch: George Clooney entdeckt auch das Lesen. Der wäre das Pendant zu Sebastian.
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Der 1904 erschienene Roman „Der Seewolf“ von Jack London (1876-1916) ist längst ein Klassiker der Abenteuerliteratur. London hatte in jungen Jahren selbst das harte Seemannsleben auf einem Robbenfänger kennengelernt, nun griff er auf diese Erfahrungen im dramatischen Kampf ums Überleben zurück. Mit dem Abenteuerroman begründete der amerikanische Schriftsteller seinen literarischen Ruhm in Deutschland.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Gelehrte Humphrey van Weyden und Kapitän Wolf Larsen. Nach einem Schiffsunglück gerät van Weyden in die Fänge des tyrannischen Kapitäns, der sich aus einer Laune heraus entschließt, den Schiffbrüchigen zum Mitglied seiner unterdrückten Mannschaft zu machen. Hier muss er Brutalität und Menschenverachtung erleiden, doch er zerbricht nicht. Als mit weiteren Schiffbrüchigen die junge Schriftstellerin Maud Brewser an Bord kommt, entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebesbeziehung. Inzwischen hat van Weyden seine Verweichlichung abgelegt und sucht selbstbewusst den erbitterten Kampf mit seinem Peiniger. Ihm gelingt es schließlich, mit der geliebten Frau zu entkommen. Doch die Flucht wird zu einer Irrfahrt über die Meere …

Zum 100. Todestag von Jack London ist nun der Roman, der in der Vergangenheit mehrfach erfolgreich verfilmt wurde, in einer Diogenes-Taschenbuch-Ausgabe (Nachauflage aus dem Jahr 1987) erschienen.
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am 11. November 1999
Jack London ist einer der Schlüsselfiguren der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts, zugleich der erste echte Medienstar. Mit ihm beginnt die Ära der modernen Short-Story (und nicht mit Hemingway, wie so oft angenommen), gewinnt die Sprache unseres Jahrhunderts langsam an Kontur. Einen Kipling des Nordens hat man ihn genannt, aber auch "oy-socialist"und "orking Class Hero" Und so ganz en passant entdeckte er für sich eine neue Form des investigativen Journalismus (bei uns "allraffen" genannt, indem er sich für Monate unter die Ärmsten der Armen im Londoner East-End mischte, um eine bis heute einmalige Dokumentation zu schreiben. Und London wußte, wovon er sprach: aufgewachsen unter ärmlichen Bedingungen, früh schon in das triste Dasein eines jungen Lohnsklaven gepreßt, brach er als 15jähriger mit den Fesseln der industriellen Ausbeutung und wurde eine Art Pirat - ein Austernräuber in der Bucht von San Francisco. Sein Lebenslauf liest sich wie ein von ihm selbst geschriebener Abenteuerroman - stets rastlos auf der Suche nach Glück, gleichzeitig aber auch von Bildungshunger und politischem Engagemant getrieben, fährt er zur See, sucht nach Gold in Alaska und durchkreuzt als Eisenbahntramp die USA. Früh beginnt er zu schreiben, früh hat er Erfolg und früh stirbt er dann auch - im Alter von nur 40 Jahren an Nierenversagen (und keineswegs durch eigene Hand, wie immer wieder kolportiert wird). Jack London war ein widersprüchlicher Charakter, von starken Selbstzweifeln gequält. So nimmt es nicht wunder, daß er seine literarische Begabung nutzte, um sich in seinem Werk zu spiegeln; fast jeder seiner Romane hat autobiographische Elemente. So auch dieser: Der Seewolf, Londons erfolgreichstes Buch neben "er Ruf der Wildnis" und "olfsblut" Durch den "eewolf"(erschienen 1904) wurde er im Jahre 1905 zum bestverdienen Autor weltweit und zugleich zum Medienereignis. Jack Londons Seewolf ist das erste Buch, welches ich von Jack London gelesen habe. Es ist beides: ein geniales Werk und zugleich ein literarischer Fehlschlag. Die erste Hälfte des Buches ist ungemein fesselnd, geradezu magisch in ihrer Dramatik, schmerzhaft realistisch und spannend. Die Konfrontation des humanistisch gebildeten van Weyden mit dem rohen, naturphilosophisch ausgerichteten Larsen entwickelt sich zu einem mentalen Katz- und Mausspiel, in welchem es keinen Gewinner und keinen Verlierer gibt. Londons Charakterisierung des Wolf Larsen verrät gerade hier eine Menge über London selbst: Sein Nihilismus, seine Anbetung der natürlichen Ordnung der Dinge, sein verkappter Rassismus und nicht zuletzt seine rudimentäre Homophilie - sozusagen die dunkle, aber machtvolle Seite des Jack London. Dem gegenüber steht der idealistische Entwurf eines Ehtikers, der die Dinge als kulturelle Aufgabe versteht, der lernen muß, über sich selbst hinauszuwachsen und der durch quälenden Selbstzweifel hindurch zu sich selber findet. Der Leser muß jedesmal von Neuem entscheiden, zu welcher der beiden Figuren er sich am meisten hingezogen fühlt. Doch die zweite Hälfte des Buches kippt dann leider um in Kitsch und Unglaubwürdigkeit (In Teil 2, achtes Kapitel). Hier mußte London Kompromisse machen: mit seinem puritanistischen Verleger und mit dessen bourgoisem Publikum der Jahrhundertwende. Die fast schon blutleere Schilderung der Beziehung zwischen Maud Adams und van Weyden erinnert oft schmerzhaft an romantische Lovestories eines frühen Karl May und entbehrt einer glaubwürdigen Charakterstudie. Böse Zungen behaupten, daß Londons zweite Frau Charmian hinter dieser Verharmlosung steht, wahrscheinlicher ist aber, daß Londons Frauenbild selbst prägend gewesen sein dürfte. In kaum einem London-Roman erfährt der Leser Erotik, ja Leidenschaft zwischen den Geschlechtern, stattdessen ist fast jede Beziehung zwischen Mann und Frau von Kameradschaft geprägt. Londons Vorstellung vom "ate" von der Partnerin als "umpel"oder Genosse, ist anhand seines Lebensweges deutlich nachzuvollziehen. Doch gegen Schluß gewinnt der Seewolf wieder Qualität: der Todeskampf zwischen dem erblindeten Larsen und dem inzwischen erstarkten van Weyden, der dann durch eine mutige Maud Adams beendet wird, ist ein Stück Spannungsliteratur vom Feinsten. Und der langsame Tod Larsens, der nun in seinem mächtigen Körper wie in einem Gefängnis verendet - eine erschreckende Vision. Alles in allem ein Jahrhundertwerk, erfolgreicher als vieles, was je von amerikanischen Autoren hervorgebracht worden ist.
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am 28. Juli 2010
"Der Seewolf" ist eines der Hauptwerke Jack Londons, das man gelesen haben sollte wenn nicht gar gelesen haben muss. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Abenteuerroman, sondern ist darueberhinaus auch ein psychologisches Spiel zwischen Kapitaen Larson und van Weyden, der verweichlicht und besseren Kreisen angehoerend, von der Besatzung des Robbenschoners Ghost als Schiffbruechiger aufgenommen und fuer den Rest der Reise gegen seinen Willen in die Mannschaft integriert wird. Larson ist der Meinung, dass nur der Staerkste ueberlebt und Schwache auf Dauer keine Chance haben. Van Weyden widerlegt ihn und wird im Laufe der Reise einen Wandel durchlaufen, an dessen Ende der Show Down mit Larson stehen wird. Weiteres Konfliktpotential besteht zwischen Larson und seinem Bruder sowie Larson und einer weiteren Schiffsbruechigen, zu der sich sowohl Larson als auch van Weyden hingezogen fuehlen. Jack London hat mit dem Seewolf einen spannenden Abenteuerroman geschaffen, der nicht nur in seiner Handlung ueberzeugt, sondern Charaktere kreiert, deren Handeln und Reaktionen den Leser fesseln und zum Weiterlesen treiben. Darueberhinaus erfaehrt der Leser Wissenswertes ueber Robbenfang und Seefahrt. Highlight des klassischen Abenteuerromans.
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am 5. November 2009
Die vorliegende Ausgabe hat mit Jack Londons Roman nur noch den Titel gemein. Es handelt sich nicht um eine Übersetzung sondern eine reine (und zudem stark gekürzte) Nacherzählung des Originalromanes. Mein Rat: Finger weg! Und stattdessen lieber eine andere originalgetreue Übersetzung wählen.
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