flip flip Hier klicken Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusic Fußball wint17

Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
3
3,0 von 5 Sternen

am 3. Juni 2007
Die wohlhabenden Ehepaare Ashburnham und Dowell begegnen sich vor dem ersten Weltkrieg in einem Kurbad für Herzkranke. Jeden Sommer treffen sie sich dort neun Jahre lang zwischen den Jahren 1904 und 1913. Abgründe tun sich auf hinter der ehrbaren, bürgerlichen , soliden Fassade, ein Verhältnis entspinnt sich zwischen der Frau des Einen und dem Mann der Anderen, die das Geld und die zahlreichen Verhältnisse ihres Mannes schon seit Jahren in der Hand zu halten versucht. Der einzige, der dieses Spiel nicht durchschschaut ist der Erzähler des Romans, der Betrogene, der nach dem Tod seiner Frau auf ein Leben zurückblickt, das er dem Schein, den Lügen gewidmet hat. Erst als das Geschehen beinahe tragödiengleich in Tod, Verzweiflung und Wahnsinn gipfelt öffnen sich ihm die Augen, was allerdings lediglich zu einer noch tieferen Resignation führt.

Immer passiv und nüchtern scheint er der denkbar schlechteste Erzähler dieser Geschichte zu sein, ein Erzähler, der zwar versucht, das Geschehen aus allen Blickwinkeln zu beleuchten aber nicht glaubwürdig ist. Dabei springt er in der Geschichte vor und zurück, zeichnet mal das eine, mal das andere Bild von den Protagonisten, scheint selbst zerrissen zwischen seinen Gefühlen.

Trotzdem fehlt es dem Buch nicht an einem leichten Humor und die Personen besitzen Tiefe.

Der Roman wurde 1913 geschrieben und erschien zunächst unter dem Titel "Der brave Soldat", was allerdings auf einem Missverständnis beruht, wie der Autor im Vorwort versichert.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Januar 2010
Wie ich schon gesagt habe, ich habe mir bisschen mehr erhofft. Das liegt wahrscheinlich sdaran, dass solchen Vorfälle, die im Buch dargestellt wird, heutzutage nichts ungewöhnliches ist(was sehr traurig ist).Zur damaliger Zeit(1900-1915) war es eine Sünde eigenen Mann/eigene Frau zu betrügen. Aber das Buch ansich ist gut strukturiert und von verschieden Perspektiven dargestellt, damit man besseren Einblick hat.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2016
daß ich inzwischen die Exemplare aus dieser Zeit-Buchreihe der verschwundenen Bücher für zu Recht verschwunden halte. Das ist mein fünftes aus der Reihe, durch das ich mich gequält habe.

Anfang des 20sten Jahrhunderts lernen sich im damals angesagten Badeort Bad Nauheim zwei wohlhabende junge Ehepaare kennen: Edward und Leonora sind bald mit John und Florence befreundet. John ist der Ich-Erzähler, seine Frau Florence hat ein Leiden.

Was ist so traurig an dieser Geschichte?
Daß zwei Menschen miteinander verheiratet wurden, obwohl sie vermeintlich nicht zueinander passen? Das war so in dieser Zeit um die Jahrhundertwende vom 19ten zum 20sten Jahrhundert - und man wußte damit umzugehen. Daß es hinter der glänzenden Fassade durchaus trübe zugehen kann, weiß man ebenso. Scheidungen waren noch wüste, öffentlich ausgetragene Skandale.
Nur lebt dieser Roman eine gewisse Sprödigkeit - wäre diese Sprödigkeit nicht, könnte man ihn als subtil erotischen Roman untertiteln, doch es fehlen Esprit und Überraschung.

Was ist allertraurigst daran, daß sich die zunächst vermeintlich schlichte Frau Leonora hernach als - nicht immer gerechte - Führungskraft in der Ehe erweist? Und sich ihre subtile Beherrscherstellung durch einen hinterhältigen Mix aus Intrigantentum und Märtyrergehabe verschafft? Allerdings fordert Edward, ihr schwacher Ehemann und ein notorischer Fremdgeher, das auch geradezu heraus.

Ist es allertraurigst, daß ein reicher Langweiler (der Ich-Erzähler John) aus Versehen ein gefallenes Mädchen heiratet? Und sich von dieser Dame von der ersten bis zur nahezu letzten Buchseite sehenden Auges an der Nase herumführen läßt? Daß die Ehe zwischen John und Florence nie vollzogen wurde? All die Jahre nicht. Denn Florence weiß den Vollzug der Ehe erfolgreich zu verhindern, damit ihr Ehemann nicht merkt, daß sie bereits vor der Eheschließung keine Jungfrau mehr war. Sie schiebt ein Herzleiden vor - das sie überhaupt an lästigen Dingen hindert, an weniger lästigen nicht. John hingegen zeigt kein Begehr, aber viel Verständnis. Er zeigt erst recht kein Aufbegehren. Seine Wirkung ist die eines schwachen, unenergischen Mannes. Viel Energie und Mühe wendet er indes auf, um dem Leser Verständnis für "die arme Florence" abzuringen.

Trotz aller Mühe hat sich mir jedenfalls keiner der Charaktere erschlossen, dem Autor ist es nicht gelungen, mir die Charaktere nahe zu bringen. Dazu sind sie zu indifferent, zu wohlerzogen, naiv und inhomogen. Ob gut oder böse, stark oder schwach, ob ein Mix aus allem: von Schlüssigkeit keine Spur. Deshalb verstehe ich die Handlung nicht, und ich verstehe erst recht nicht, weshalb man sich umbringen muß oder seinen Verstand verlieren muß, damit jemand nicht traurig wird, weil er nicht das rechte Glück erfährt. Ich verstehe nicht, warum man seinen Frust in Leid ummünzt und noch stolz darauf ist.

Ja, traurig. Allertraurigst. Es gibt und gab wirklich nichts Schlimmeres auf der Welt. Ja, besonders angesichts der damaligen Lage der Mehrheit der Menschen und des heraufziehenden Weltkrieges erschüttern mich die Probleme von Edward, Leonora, Florence, John und ihren Opfern doch sehr.

Durchgehalten habe ich das Buch, weil es zum großen Teil in Bad Nauheim, Taunus und Nordhessen spielt (eher ein Zufall), das meine frühere Heimat ist. Die ist wirklich einigermaßen gut getroffen. Aber genau das wird wohl andere Leser am allerwenigsten interessieren.

Also nicht nachvollziehbar: Die Handlungen der Personen nicht, die Schlußfolgerungen nicht. Traurige Geschichte.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken