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am 8. Februar 2010
Marlowe ist ein heruntergekommener Privatdetektiv, der auf der grauen Seite des amerikanischen Glücks sein Dasein fristet. Er wird Zeuge eines Mordes an einem Schwarzen. Die Polizei ist wenig aktiv bei der Überführung des Tatverdächtigen. Marlowe greift ein ins Geschehen, der letzte Rest des Gutmenschen hat in ihm gesiegt, er will der Gerechtigkeit Geltung verschaffen, obwohl sein Zynismus erkennen lässt, dass er schon lange nicht mehr an sie glaubt. Er macht sich auf den Weg durch das Amerika der 30-ziger und 40-ziger Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts. Was sich ihm dabei auftut, ist gezeichnet von Hoffnungslosigkeit, die ihren Ausdruck findet in Korruption und Gewalt. In gewisser Weise resigniert er und wird zum Aussenseiter, der sich eigene Regeln aufstellt und diese angesichts der fehlenden gesellschaftlichen Normen lebt. Er ist einsam, allein, ohne Familie und selbst ohne Hoffnung auf eine positive Änderung der Verhältnisse. Chandler entwirft ein düsteres Bild der amerikanischen Gesellschaft, in der der einzelne kaum Möglichkeiten sieht, sich gegen den Mainstream aus Egoismus und Korruption aufzulehnen.
Spannende Geschichte mit unglaublich dichter Atmosphäre und sehr gut gezeichneten Charakteren. Dem Leser wird somit ein sehr realistisches Bild der damaligen Zeit vermittelt. Guter Schreibstil.
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Nach "Der Lange Abschied" ist dies mein liebster Roman von Chandler, und damit ist er für mich unter den frühen Romanen, die Marlowe noch in den besten Jahren, sehr physisch und selbstbewusst zeigen, der Höhepunkt. Dabei ist es hier nicht unbedingt die Handlung, die überzeugt. Viel stärker sind eigentlich die Darstellung der amerikanischen Gesellschaft am Beispiel der der kleinen, aber reichen Gemeinde Bay City (womit in der Realität wohl Santa Monica gemeint ist - ein Villenvorort westlich von L.A.) und die Charakterstudien der handelnden Personen.

Überhaupt ist der Roman bereits spannend und unterhaltsam, wenn man nur darauf achtet, welch skurriles und witziges Personal Chandler hier auffährt. Da haben wir den sehr großen, aber auch etwas einfach gestrickten, eigentlich ja gutmütigen "Elch" Moose Malloy, der den Schwierigkeiten nicht aus dem Weg gehen kann, der nichts versteht, aber immer Tote hinterlässt. Sehr witzig: Er ist so groß, dass er Golfbälle statt Knöpfe verwendet. Da ist Mariott, schön, aber auch schön nutzlos, dessen ganzes Betriebskapital in seinem kapitalen Wagen steckt. In Hollywood ist leider als Schauspieler durchgefallen. Umso mehr Rollen spielt er dann im wahren Leben. Da ist der Quacksalber Amthor, ein früher Guru, der eine großartige Show mit einer Kristallkugel abzieht. Sein Diener, der streng riechende Indianer ist ebenfalls eine herrliche Erscheinung. Da ist Brunette, der eigentlich ja Bay City kontrolliert, aber weniger Machtmensch als vielmehr Geschäftsmann ist, um sich wirklich mit dem Verbrechen abzugeben. Und da sind diverse Polizisten, insgesamt fünf, alle mit unterschiedlicher Einstellung zum Leben, zum Job und zu den Menschen. Nulty, verkracht und frustriert. Randall, tüchtig aber arrogant. Blane, korrupt, gewalttätig und einfach bösartig (er darf dann auch äußerst schmerzhaft dahinscheiden). Galbraith alias Hemingway, ein angepasster Mitläufer. Und schließlich Red, ehrlich und deshalb gefeuert. Alle zeigen, wie eine korrupte Gesellschaft Menschen verändert und zu anderen, schrägen und manchmal gefährlichen Menschen macht.

Und dann sind da noch die Frauen. Zwei sind alt, böse und verlogen. Zwei sind jung und in Marlowe verliebt. Anne ist eigentlich das perfekte Ebenbild Marlowes, ein Alter Ego, an der Wahrheit interessiert, unabhängig und ehrlich. Wie Marlowe eine Art einsamer Wolf, der sich nicht um Konventionen schert und deshalb allein bleibt. Und vielleicht kann deshalb zwischen ihr und Marlowe auch nicht wirklich Liebe entstehen. Marlowe ist stattdessen von Mrs. Florian fasziniert. Schön, offen, offenherzig und gefährlich in jeder Hinsicht. Na ja, in einem Roman von Chandler schafft sich halt jeder seine eigene Hölle.

Dies alles, die Personen und deren Biographien sind exzellent beschrieben, teils durch Marlowe selbst, teils durch Chandlers Dialoge, teils durch die Augen anderer Personen im Roman. Oft wird eine Eigenschaft einer Person - wie der soziale Hintergrund - durch Details der Einrichtung oder der Kleidung verdeutlicht. Hier zeigt sich, wie gut der Autor sein Handwerk versteht. Die Texte sind oft sarkastisch, oft witzig. Es lohnt manchmal, die Handlung einfach zu vergessen und einfach auf die Formulierung zu achten. Oder man kann das Buch auch einfach zweimal lesen.

Die Handlung selbst ist natürlich spannend, der Fall ist komplex, man hat soviel rätselhaftes vor der Nase, dass man immer weiter lesen will und dabei manchmal die kleinen, sprachlichen Kunstwerke im Roman einfach überfliegt, um zur Lösung" zu kommen. Dort liegt aber sicher nicht der Schwerpunkt des Romans. Die Krimihandlung ist in anderen Romanen von Chandler stärker (zum Beispiel in "Die Tote im See"). Hier ist zumindest die Auflösung in zwei Details aus meiner Sicht nicht überzeugend. Leser, die den Roman noch nicht kennen, sollten vor dem nächsten Abschnitt dieser Rezension erst einmal den Roman lesen und sich ein eigenes Bild machen.

Die finale Lösung erklärt aus meiner Sicht nicht überzeugend, wie ein paar Visitenkarten in ein paar Zigaretten gekommen sind. Hier gibt es den ganzen Roman über eine überzeugende Theorie - sie ist aber nicht mehr überzeugend, als am Ende die abschließende Wendung der Story die bisherige Erklärung des Mordes an Mariott über den Haufen wirft. Und weiterhin scheint es am Ende keine Erklärung mehr zu geben, warum Marlowe bei Dr. Sonderborg auf den Elch trifft. Da weder Sonderborg noch Brunette eine Verbindung zu Mariott und Mrs. Florian haben, ist diese Begegnung einfach nur Zufall - keine starke Erklärung für einen Krimi.

Aber trotz dieser Schwächen ist die Handlung spannend und kreativ. Das Prinzip, zwei Handlungsstränge in einem Roman zu vereinen und die Spannung daraus zu beziehen, dass der Leser nicht weis, ob und wie diese zusammenhängen, ist ein guter, kreativer Einfall und seitdem oft kopiert worden (so in mehreren Romanen von Ellroy, der das auch mal mit drei Handlungssträngen macht). Und die Idee, das der Detektiv nicht nur einen Fall aus der Vergangenheit ex post aufklärt, sondern mit seinen Handlungen erst dafür sorgt, dass das Verbrechen geschehen kann, ist auch ein großartiger Einfall. Wie bei Heisenberg in der Physik - man kann nicht beobachten ohne das Beobachtete zu verändern.

Zuletzt sei noch gesagt, dass Chandler an mehreren Stellen Shakespeare lobt und dafür Hemingway verreist. Vielleicht nicht immer ganz fair. Jeder hat seine Vorbilder und Feindbilder. Aber selbst in diesen Momenten schreibt Chandler einfach großartig und witzig. Viel Spaß auf der Suche nach den entsprechenden Stellen.
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