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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
24
4,1 von 5 Sternen
Abrechnung: Ein Fall für Kostas Charitos
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:8,60 €+ 2,39 € Versandkosten


am 15. September 2013
Der mit der Goethe-Medaille ausgezeichnete Petros Markaris gehört zu den großen Schriftstellern Griechenlands. Gebürtig aus Istanbul, zuhause in Athen und gebildet in Wien und Stuttgart, amalgieren sich in seinen Kriminalroman die Liebe zur griechischen Heimat mit dem kritischen Blick des Außenstehenden. Markaris‘ originelle Schreibweise zeigt sich bereits im Auftakt. Der achte Fall des Athener Kommissaren Kostas Charitos verbindet die finstere griechische Vergangenheit mit der Zukunft: Der Roman beginnt in der Nacht zum Neujahr 2014. Griechenland ist aus dem Euroverbund ausgestiegen und zur Drachme zurückgekehrt. Charitos kriegt das nicht nur zu spüren, als er zu Krawallen gerufen wird; gleich am ersten Diensttag wird ihm mitgeteilt, dass er für die nächsten drei Monate kein Gehalt zu erwarten hat.

Petros Markaris schildert den Athener Alltag mit allen seinen Schattenseiten – Demonstrationen, Armut, Zukunftsangst – aber er zeigt auch die Sonnenseite: Solidarität, Besinnung auf immaterielle Werte und Glauben an die Kraft des Landes.
Als Ermittler der Mordkommission gibt es trotz Gehaltssperre indessen keine Ruhepause, nacheinander fallen Männer einem Verbrechen zum Opfer, die vierzig Jahre zuvor als Aktivisten in Erscheinung getreten sind, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten. Was die Studentenbewegung damals versprach – Brot, Bildung, Freiheit, so auch der Originaltitel – haben ihre inzwischen etablierten Vertreter verraten. Bis auf einen…

Petros Markaris Krimis sind zugleich Zeitromane, die brisante aktuelle Themen aufgreifen und mit zum Teil drastischen Sarkasmus dem Leser anbieten. Warum ist der Einsatz des Militärs während der Krawalle nicht zu befürchten? Weil weder das Geld für Ersatzteile noch für Benzin aufzutreiben ist! Markaris‘ Anliegen ist es, wie er einmal sagte, die »Globalisierung der kriminellen Tätigkeit, die parallel zur wirtschaftlichen Globalisierung läuft«, zu zeigen, und er erreicht sein selbst gestecktes Ziel.

Klug und konzise entwickelt er den zunächst undurchsichtigen Fall, den sein knorriger Ermittler ebenso routiniert wie eigenwillig löst. Unaufdringlich wird konstruiert, wie der Familienmensch Charitos in die Ermittlung hineingezogen wird, bevor die erste Leiche gefunden wird – und lange bevor sich an den Verbrechen die gesellschaftliche Brisanz zeigt. Er selbst ist so, wie man ihn kennt: Ein Durchschnittspolizist mit überdurchschnittlichem Gespür, sympathisch mit unsympathischen Zügen. Vor allem aber boshaft - was dem Lesegenuss keineswegs abträglich ist. Im Gegenteil. Unbedingt empfehlenswert.
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am 1. September 2015
Petros Markaris enttäuscht einfach nicht, wer seine anderen Krimis mag, wird auch diesen lieben. Spannend und unterhaltsam. Immer wieder gut.
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am 27. August 2013
Zum ersten Mal seit dem deutschen Start der Krimiserie um den Athener Kommissar Kostas Charitos im Jahr 2000 hat der griechische Schriftsteller Petros Markaris einen Roman in die Zukunft verlegt. Der 2012 schon in Griechenland erschienene Roman mit dem Originaltitel „Brot, Bildung, Freiheit“ beginnt mit seiner Handlung am Tag des Jahreswechsels 2013/2014, als Griechenland, so nimmt es Markaris an, zur Drachme zurückkehrt, nachdem man aus dem Euroverbund ausgestiegen ist.

Nach wie vor dominieren Demonstrationen das Athener Stadtbild und die Mannschaft von Kostas Charitos wird dort auch eingesetzt, wobei auch zum ersten Mal seine geniale Sekretärin Koula immer wieder im Außeneinsatz dabei sein muss. Als eine dreimonatige Gehaltssperre angekündigt wird, ergreift Kostas` Frau Adriani die Initiative und kocht von nun an jeden Abend für die ganze Familie, zu der auch die Tochter Katerina und ihr Mann Fanis gehören. Nachdem ihre Pläne, für die UN in Afrika zu arbeiten gescheitert sind, widmet sie sich als Anwältin jungen Menschen, die mit Drogen in Verbindung kamen. Genauso wie übrigens eine Menge anderer junger Menschen in diesem Buch, die sich ehrenamtlich in von ihnen gegründeten sozialen Projekten engagieren. Man spürt das ganze Buch hindurch, wie diese Menschen nicht nur die Solidarität und Bewunderung des Kommissars haben, sondern auch die seines Schöpfers.

Es lohnt sich, im Land zu bleiben, die Hoffnung nicht aufzugeben, und sich zu engagieren, das ist die Botschaft eines Romans, der zum ersten Mal in der Serie mit der sogenannten Generation Polytechnikum abrechnet. Jenen Besetzern und Aktivisten, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten und später als linke Aufsteiger mit dem Bonus ihres Widerstandes praktisch alle relevanten Posten in der Gesellschaft Griechenlands besetzten und so den Grundstein legten für eine verhängnisvolle Entwicklung von Vetternwirtschaft und Korruption, die in der Vorbereitung der Olympischen Spiele 2004 einen ersten Höhepunkt hatte und dann zum Niedergang der griechischen Volkswirtschaft führte.

Als nacheinander drei Vertreter dieser Generation erschossen aufgefunden werden, hat nicht nur Charitos zunächst rechtsextreme Täter in Verdacht. Langsam, mit vielen Ortsterminen und sich hinziehenden Gesprächen, wie es seine gewohnte Art ist, kommt er langsam der überraschenden Lösung der drei Tötungsdelikte näher. Eine große Hilfe ist ihm ein neuer Mitarbeiter namens Papadakis, der durch ungewöhnliches und selbständiges Denken seinen Chef immer wieder überrascht.

Auch im neuen Buch verbindet Petros Markaris sehr geschickt aktuelles Zeitgeschehen in Griechenland (dieses Mal etwa ein Jahr in die Zukunft gelegt, aber sehr realistisch) mit der Aufarbeitung historischer Wurzeln aktuellen Geschehens. Dennoch dauert es dieses Mal sehr lange, bis die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt und den Leser an das Buch fesselt.

Dennoch bleibt diese Serie im Kostas Charitos eine kritische und gleichwohl unterhaltsame Lektüre, die dem deutschen Leser über die Jahre einen Einblick gibt in das sich dramatisch verändernde soziale Leben in Griechenland und seine zum Teil selbst produzierten gesellschaftlichen und politischen Ursachen. Aber auch über vor allem junge Menschen erfährt man, die nicht aufgeben und auswandern, sondern sich engagieren für eine neue Gesellschaft, in der es wieder so etwas gibt wie Hoffnung.
22 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. November 2013
Petros Markaris hat sich wie in seinen voran gegangenen Werken wieder einmal selbst übertroffen.

Die richtige Mischung aus Spannung, fundiertes Hintergrundwissen und ein beträchtlicher Teil Fiction geben diesem Roman genau die richtige Portion für einen entspannten Leseabend.
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am 9. September 2013
Was als wunderbare Krimireihe begann, ist ab dem 4. Buch immer mehr verfallen. Ich habe die ersten drei Bücher immer wieder gerne gelesen und habe auch beim 4ten oder 5ten Mal neue und wunderbare Aspekte gefunden, die Geschichten waren gut geschrieben, und die Einstreuungen der Familiengeschichte hielt sich in Grenzen. Ab dem vierten Buch nahm die Intensität der Story ab und die familiäre Geschichten nahmen überhand. Die Romane der Trilogie der Krise (Faule Kredite, Zahltag, Abrechnung) sind aus meiner Sicht absolute Lowlights des Autors. Die Geschichten und die Auflösungen der Krimis sind sehr unglaubwürdig, und das zuckrige Erzählstil der Familiengeschichte sind ermüdent. Mittlerweile frage ich mich, ob die ersten drei Bücher von einem anderen Autor geschrieben wurden? Schade, da geht eine gute Geschichte dahin...
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am 2. September 2013
Bisher der schwächste der Charitos Serie. Die Auflösung ist zu einfach und leider in etwa auf Donna Leon Niveau abgesunken.
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am 22. April 2015
Der Autor ist einsichter als die Politik. Markaris verlagert die Handlung des 2013 geschriebenen Romans in das Jahr 2014 und führt zur Jahreswende eigenhändig die Drachme wieder ein. Naturgemäß verschlechtert sich die Situation zunächst noch weiter, und es schlägt die große Stunde der Adriani Charitou, der Frau des Kommissars. Sie richtet eine Art Suppenküche für den erweiterten Familienkreis ein, zu dem sich bald auch ein gewisser Uli mit deutschem Migrationshintergrund gesellt. Es gibt auch eine Kriminalhandlung und soviel kann ohne Schaden verraten werden: Uli gerät in keiner Phase der Ermittlungen in Verdacht.
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am 16. Januar 2014
Als Fan von Petros Markaris habe ich mit Freude den neuen Roman erwartet. Leider hat mich dieses Buch doch etwas enttäuscht. Gegenüber der sonstigen Markaris-Qualität fällt es ab, sowohl von der Geschichte als auch vom Stil. War vielleicht ein Schnellschuss? Ich hoffe auf den nächsten Markaris!
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am 17. Februar 2014
Wie von Markaris gewinnt ein super Krimi. Es macht nicht nur den Griechenlandskenner spaß dies zu lesen. Kann nur weiterempfehlen.
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am 14. Dezember 2013
Die Toten sind nur der Nebenschauplatz.
Hier wird das Leben in Griechenland mit all seinen Facetten geschildert. Schonungslos wird die korrupte Mentalität vieler Griechen geschildert.
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