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VINE-PRODUKTTESTERam 4. August 2014
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Amélie Nothomb unerbitterlich zynisch über den Zustand der Welt. Man denke etwa an das 2007 in Deutschland veröffentlichte Werk 'Reality Show' und die damit sehr explizit geäußerte Kritik am vulgären TV-Foyerismus a la 'Big Borther' oder 'Bauer sucht Frau'! In dieser Tradition steht auch 'So etwas wie ein Leben'.

In einem pseudorealen Briefwechsel zwischen der belgischen Autorin Amélie Nothomb und einem vermeintlichen Gefreiten der amerikanischen Armee Melvin Mapple wird ein interessanter Gedankengang zum Irakkrieg dargelegt. "Ein moderner Krieg ist ohne Betäubungsmittel nicht zu ertragen. In Vietnam hatten sie Opium, und was auch immer man darüber sagt, die Abhängigkeit die es hervorruft, ist viel harmloser als meine von Pastrami-Sandwiches." (S.29)

"Das Essen ist unsere Droge, unser Ventil, auf das wir nicht verzichten!" (S.35) "Ich erklärte ihm, dass unsere Fresserei eine Revolte sein, eine gewaltsame Antwort auf die Gewalt, die wir erlitten. [..] Essen ist der sichere Schuss, man hat dabei unglaubliche Gefühle, unbeschreibliche Gedanken." (S.44) "Mein Dicksein kommt ja nicht von ungefähr, sondern schreibt mein Engagement in den Körper ein: Es geht darum, dem unerhörten Schrecken dieses Krieges vor aller Welt Ausdruck zu verleihen. [..] Menschliches Fett wird für George W. Bush stehen wie Napalm für Johnson." (S.66) "Ich bin fett." (S.19) Übermäßiges Essen als Kompensationsstrategie für traumatischen Erfahrungen?

Das Werk besticht durch den Aufbau als kommentierten Briefwechsel. In seichter Sprache werden triviale Botschaften mit persönlichen Bekenntnissen zu einem psychologisch interessanten Gesamtwerk versponnen. Ein unerwarteter Kontextwechsel überrascht den Leser kurz vor dem Ende des Buches. Die Nachvollziehbarkeit der Geschichte stellt die Frage, ob sich dies tatsächlich so ereignet hat.

Bedauernswert ist der infantil moralisierende Ton und der ideologisch politische Duktus des Buches. "Unter der Bush-Regierung wurde unsere Krankheit verheimlicht, weil man befürchtete, dass sie dem Image der amerikanischen Armee abträglich sein könnte." (S.19) "Es gab keine Massenvernichtungswaffen im Irak. Daran zweifelt heute niemand mehr. Der Konflikt war also von skandalöser Ungerechtigkeit. Ich versuche nicht, mich reinzuwaschen. Auch wenn ich weniger schuldig bin als George Bush und seine Gang, bin ich trotzdem schuldig." (S.30) "Ich habe Kriegsverbrechen begangen [..]" (S.32) "Das letzte Mal habe ich das Reifenlager am 4. November 2008 verlassen: um Obama zu wählen." (S.136) Als wenn die Welt jetzt besser wäre.
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TOP 500 REZENSENTam 14. April 2016
"Ich brauche ein bisschen Verständnis, und ich weiss, Sie werden mich verstehen. [...] Ich leide unter einem Übel, das unter den amerikanischen Truppen im Irak immer mehr grassiert."

Na klar, Amelie Nothomb hat ja schon einiges zu Sucht und Überschwang geschrieben und auch mit Hunger kennt sie sich aus (Biographie des Hungers). Aber trotzdem: kann sie einem 180kg schweren Soldaten im Irak in irgendeiner Weise beistehen? Was soll sie ihm auf seinen ersten Brief zurückschreiben? Was will er?

Aus der ersten Verwunderung wird bald ein reger Briefwechsel, in dem die Schriftstellerin von Anfang an die Rolle der Zuhörerin einnimmt. Erzählen tut Melvin Mapple: vom Krieg, von seiner Revolte gegen die Armee durch seine ständige Gewichtszunahme, von seinen ebenso dicken Freunden und seiner ambivalenten Beziehung zu seinem Fett, das er gleichsam liebt und verabscheut. Und natürlich die Schuldgefühle des Soldaten, die direkt und unter der Hand mit der Leibesfülle einhergehen und gleichzeitig kompensiert werden.

"Ich brauche ein menschliches Wesen, das außerhalb von all dem und zugleich mir nahesteht - das ist doch die Rolle des Schriftstellers, oder?"

Es ist interessant, wie es Amelie Nothomb gelingt, wieder einmal viele Aspekte in einem Buch zusammenzubringen. Abgesehen von der Fettsache, wird zwar keiner dieser Aspekte wirklich weit getrieben, aber es ist doch stets ein feines Gespür für die nicht ganz unerheblichen Fragen hinter ihrer Prosa zu spüren - ein Gespür, das viele dieser Fragen in kleine fiktive Elemente der Erzählung umwandelt.

Vieles, was Nothomb in diesem Buch scheinbar von sich selbst Preis gibt, ist eine Fiktion, ebenso wie der ganze Briefwechsel (wenn es auch vielleicht eine inspirierende Grundlage gegeben haben mag). Dieser Fakt macht das ganze Buch aber nicht langweiliger, sondern erstaunlicher. Weil es eigentlich nur mit der Fiktion spielt und trotzdem an den Oberflächen der Wirklichkeit kratzt. Zwar mag es den Briefwechsel nicht gegeben haben, wie Nothomb ihn aufschreibt, aber man hat das Gefühl, das die Dinge, die verhandelt werden, echt und teilweise existenziell sind. Aus der Fiktion wird eine Erzählung, deren Problematik sich in der Wirklichkeit in Teilen niederschlägt, ob man das nun sehen will oder nicht.

"Sie müssen keine Bedenken haben, als Psychologin herhalten zu müssen. Von denen gibt es hier genug. [...] Was ich von ihnen erwarte, ist etwas anderes. Ich möchte für Sie existieren. Ist das vermessen? Ich weiß es nicht."

Es ist diese Balance aus Realität und Fiktion, in und um dieses Buch herum, die es trotz vieler Angriffsflächen zu einer gewinnbringenden Leseerfahrung macht. Mit leicht burleskem Witz und einem Hang zum Grotesken, wie in jede Fiktion von Nothomb innehat, generiert es während des Lesens auch eine anschwellende Traurigkeit, ein Mitgefühl - welches ebenfalls wieder leicht gebrochen wird ... Das Ende ist dann ein eskapistischer Geniestreich! Darüber hinaus lernt man einiges über Briefe und eine fiktive Amelie Nothomb.

"Melvin Mapple flösste mir Respekt und Sympathie ein, aber ich hatte mit ihm dasselbe Problem wie mit 100% aller Lebewesen, ob menschlich oder nicht: das Problem der Grenzen. Man lernt jemanden persönlich oder brieflich kennen. Der erste Schritt ist, dass man die Existenz des anderen wahrnimmt; es kommt vor, dass man dann hingerissen ist. In einem solchen Augenblick ist man Robinson und Freitag am Strand der Insel, man betrachtet einander, verblüfft, entzückt, dass es in diesem Universum einen anderen gibt, der so anders und doch so nah ist. Die eigene Existenz wird verstärkt, weil der andere sie wahrnimmt und von einer Woge der Begeisterung für dieses Individuum erfasst wird, das einem wie durch eine wunderbare Fügung ein Gegenüber beschert. Dieses belegt man mit phantastischen Namen: Freund, Liebster, Gast, Kamerad, Kollege, je nachdem. Es ist ein Idyll. Der Wechsel zwischen Gleichheit und Andersheit stürzt einen in kindlich dumme Bezauberung. Man ist so berauscht, dass man die Gefahr nicht kommen sieht.
Und plötzlich steht der andere vor der Tür. Man ist auf einen Schlag ernüchtert und weiß nicht, wie man ihm sagen soll, dass man ihn nicht eingeladen hat. Nicht, dass man ihn nicht mehr liebte, aber man liebte ihn als anderen, das heißt jemanden, der nicht man selbst ist. Doch der andere nähert sich an, als wollte er sich einem angleichen oder einen sich."
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am 15. Februar 2014
Man weiß aus vielen ihren früheren Büchern, dass für die französische Schriftstellerin Amelie Nothomb die Magersucht mit ihren Begleiterscheinungen Hunger und Sucht ein immer wieder anziehendes Thema ist. In ihrem 2010 erschienen Buch „Biographie des Hungers berichtet sie beispielsweise, ihr Leben als belgische Diplomatentochter beschreibend dass ihr ganzes Leben bestand und besteht aus Hunger. Doch es ist nicht nur der Hunger nach Nahrungsmitteln. Sie ist auch in der Lage, literweise Wasser in sich hineinzuschütten, und sehr früh schon Unmengen an Alkohol. Doch der Hunger, der sie ganz besonders heftig quält und sich für mich als die Quelle ihres ganzen Lebens und ihrer erstaunlichen Produktivität als Schriftstellerin herausstellte, ist der Hunger im übertragenen Sinn: der Hunger nach Liebe, nach Zuwendung, der Hunger nach Glück , Schönheit und Bewunderung.

Amelie Nothomb erzählt mit einer lockeren, dennoch aber immer wieder sehr von sich selbst eingenommen Sprache über ihr Leben als kleines Kind, das sie in Japan, dann in New York , später dann in Bangladesh verbracht hat. Ihr Bericht umfasst die Zeit von ihrem vierten bis etwa zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr. Schüttet sie zunächst Unmengen an Alkohol in sich hinein, und leidet lange an Anorexie, entdeckt sie irgendwann das Lesen, und kann davon nicht mehr lassen. Sie liest wie süchtig und so schreibt sie auch: jedes Jahr ein Buch, oder auch mehr.

In Frankreich landen alle ihre Bücher sofort auf der Bestsellerliste. Für mich drücken sie etwas aus von der zeitgenössischen Existenz vieler Menschen zwischen dem Vorsatz, das Leben genießen zu wollen, wobei sie dennoch immer "hungrig" bleiben, weil ihnen in einer entzauberten Welt kein wirklicher Sinn mehr zu Verfügung steht und einem tiefen Ekel und einer großen Abscheu vor genau diesem Leben, das so schwer ist zu leben in einer Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit.

Auch ihr neues Buch variiert dieses Thema. Im November 2008 erreicht sie ein Brief eines amerikanischen Lesers von ihr, der als Soldat im Irak ist. Er leidet wegen des Stresses unter einer Fresssucht. Immer dicker werdend, ist ihm die Fettleibigkeit wie ein Protest gegen den Krieg.

Zunächst zögernd lässt sich Nothomb auf einen Briefwechsel ein und korrespondiert mit dem Soldat Melvin Mapple bis hin zur eigenen Selbstaufgabe, so wie man das von ihr kennt. Sie, die die Faszination von Essen kennt (vgl. oben), ist von dieser Sichtweise des Soldaten begeistert. Doch dann bricht der Briefwechsel ab, Melvin Mapple schreibt nicht mehr. Ist er gefallen?

Amelie Nothomb begibt sich auf eine für sie lebensgefährliche Suche, in der sie die Kontrolle, die sie in ihren bisherigen Büchern als Schriftstellerin immer behielt, fast vollständig aufgibt.

Das größte Problem, nämlich sich selbst loszuwerden, dieser Rat, den sie am Ende gibt, ist das Thema ihres eigenen Lebens. Ob sie es jemals lösen wird? Ob sie jemals zu einem normalen, nicht manisch-süchtigen Leben und Schreiben zurückfinden kann?
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am 25. Mai 2013
Nach der großen Enttäuschung betreffend die Lektüre von „Der Professor“ war ich anhand des Klappentextes, der dieses Buch als „Nothombs besten Roman seit ihrem Debüt“ bezeichnet, sehr zuversichtlich. Um erneut zutiefst ernüchtert und ratlos zurückzubleiben. Das gesamte Buch basiert im Endeffekt auf einen Briefwechsel zwischen der Autorin als Ich-Erzählerin mit ihrem Protagonisten Melvin Mapple. Wie auch in meiner vorangegangenen Lektüre „Der Professor“ wirkt die Autorin auch diesmal verbal zutiefst abschreckend auf mich. Der übergewichtige Soldat, der Amélie Nothomb von seiner Zeit im Irak und seiner überdimensionalen Gewichtszunahme erzählt, wird permanent als „Pudding, Tonne, fette Amöbe, monströse Masse, Wucherung oder wuchernde Schwellung“ bezeichnet. Das ist für meinen Geschmack nicht mehr eigenartig oder befremdend, sondern ließ in mir den Entschluss reifen, zukünftig kein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen. Der karge Inhalt wird zudem durch einige Briefe „aufgelockert“, die scheinbar seitenfüllend sein sollen. Tatsächlich schafft Amélie Nothomb es trotz der großen Lettern, der überaus großzügigen Seitenränder oben, unten, links und rechts sowie der noch großzügigeren Darstellung der Briefe nicht, mehr als 143 Seiten zu füllen. Weder Inhalt, noch Schreibstil bescherten mir auch nur das geringste Lesevergnügen. Für mich persönlich war diese Lektüre vergeudete Zeit, und vergeudetes Geld.
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am 22. April 2013
Wie alle Amelie Nothomb Bücher klug geschrieben, voller Zauber, Empörung und Begeisterung. Ein Jauchzen vor Ekel und Schönheit. Ich mag Nothomb's Arbeiten wahrscheinlich einfach zu gerne, um hier objektiv zu bewerten.
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