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VINE-PRODUKTTESTERam 7. Januar 2013
Zugegeben, wenn ich über Paulo Coelho schreibe, kann ich mich einer gewissen Prise Sarkasmus nicht enthalten. Das mag daran liegen, dass ich schon "zu viel" von ihm kenne, und auch mehr oder weniger deutlich weiß, aus welchen Quellen er sich "bedient". Es fällt mir bei diesem Autor einfach ungeheuer schwer, jedes neue Werk unvoreingenommen und "an sich" zu betrachten. Ich weiß sehr wohl, dass andere Leser von diesem Autor begeistert sind, kann diesen Enthusiasmus aber leider nicht (mehr) teilen. Daher möchte ich darauf hinweisen, dass meine eher schlechte Bewertung - auch - ein Geschmacksurteil ist. Die letztliche Bewertung muss jeder Leser für sich vornehmen.

Leider hat sich der Eindruck, den ich nach dem Überfliegen der Leseprobe hatte, bestätigt. Dies ist keines der stärkeren Werke Coelhos. Er ist immer dann gut, wenn er sein spirituelles Süppchen in eine Geschichte und fortlaufende Handlung kleidet - was ihm bislang am besten im "Alchimisten" gelungen ist. Hier jedoch hat er sich einer Handlung fast vollständig enthalten, und hat nur einen ausgesprochen dürftigen "Rahmen" konstruiert. Für mich ein allzu bequemes Mittel, um allerlei Weisheits-Schnipselchen "unterzubringen", die er aus diversen Quellen zusammengeklau(b)t hat.

Es ist ihm allerdings schwer bis gar nicht nachzuweisen. Denn im Vorwort weist er ja auf tatsächliche Funde von Schriften hin - die Funde von Nag Hammadi hat es wirklich gegeben, ebenso den britischen Forscher, den er erwähnt. Was sollen wir als Leser also glauben? Dass das nachfolgende Buch von ihm nur "übertragen" und leicht fiktionalisiert wurde? Oder dass er sich von den genannten Funden hat inspirieren lassen? Mehr Information wäre mir hier lieber gewesen.

Die Handlung, insofern sie überhaupt besteht, spielt in Jerusalem, am Vorabend der Einnahme durch die Kreuzritter im Jahre 1099 (auch dies ein historisch überliefertes Ereignis). Verängstigte Einwohner, sowie diverse Geistliche der drei in Jerusalem beheimateten Religionen, haben sich um einen mysteriösen Weisen geschart, und stellen ihm Fragen, um ihre Ängste zu überwinden. Das Buch besteht nahezu ausschließlich aus diesen Fragen und Antworten. Das erinnert vom ganzen Stil her doch sehr an Khalil Gibrans "Propheten"! Von Seiten des Verlages wurde alles getan, um diesen Text auf Buchlänge zu bringen - dickes Papier, viele leere Seiten, relativ große Schrifttype. Doch all dies kann kaum darüber hinweg täuschen, dass das Ganze eher wie ein Schnappschuss wirkt - auf mich jedenfalls in keinster Weise "rund" oder abgeschlossen.

Was ich dem Buch noch als Verdienst anrechnen würde, ist die Tatsache, dass sich Coelho mit einigem Erfolg auf die drei großen Religionen bezieht, die in Jerusalem (bis zum Einfall der Kreuzritter) friedlich miteinander zusammenlebten. Egal ob der Leser Jude, Moslem oder Christ ist, jeder wird für sich etwas aus diesen Texten mitnehmen können. Mal mehr, mal weniger offen zitiert Coelho aus Schriften der drei Religionen. Bibelzitate tauchen dabei relativ häufig auf (wie zum Beispiel die berühmten "Lilien auf dem Felde"), allerdings sind sie nicht als solche gekennzeichnet. Andere Stellen scheinen direkt dem Talmud oder dem Koran entnommen; auch diverse Dichter werden eingebaut. Ich meine, Hafis oder Rumi erkannt zu haben. Zusätzlich verwendet Coelho noch Anklänge aus anderen spirituellen Traditionen. Buddhistisches Gedankengut, sowie einige Zen-Koans, stehen dabei im Vordergrund. Und in den ersten Kapiteln, die sich vorwiegend mit dem Thema "Kampf" beschäftigen, meine ich, die Bhagavadgita wiederzufinden - denn dort preist ja ebenfalls der Gott Krishna den Kampf und den Mut.

Aber soll man das alles nun gut finden? Ich weiß einfach nicht. Mir persönlich ist das alles viel zu sehr "Süppchen", bedingt durch eine fehlende Rahmenhandlung, und dadurch schwierige Einordnung. Mir hätte das Buch wesentlich besser gefallen, wenn die persönliche Geschichte des ominösen Ich-Erzählers aus der Rahmenhandlung fortgeführt worden wäre. Und wenn die Quellen vom Autor angegeben worden wären - wenigstens in einem Anhang. So aber kann ich das ganze Buch leider nicht recht ernst nehmen.
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am 29. Januar 2013
KLAPPENTEXT […] Er ist vor langer Zeit auf der Suche nach Abenteuern und Reichtum in die Welt hinausgegangen und zufällig in Jerusalem gelandet. In einer magischen Nacht, als ein feindliches Heer die Stadt bedroht und alles verloren scheint, antwortet der geheimnisvolle Fremde auf die großen Fragen der Menschen, die über die Jahrtausende immer wieder gestellt werden: Liebe, Sex, Mut, Siegen und Scheitern, Alleinsein können und friedliches Miteinander. […]

MEINE ERWARTUNGEN Paulo Coelho ist für mich der Mann der (versteckten) Botschaften über das Leben. Ich wünschte mir eine schöne Geschichte, die über das Leben erzählt und wie man es leben sollte.

MEINE EINDRÜCKE Zunächst einmal vorweg: Es ist kein Roman im eigentlichen Sinne. Denn eine richtige Handlung gibt es nicht. Das, was auf dem Klappentext steht, beschreibt die Ausgangssituation. Der Hauptteil des Buches wird von den Antworten des geheimnisvollen Fremden auf die Fragen der Menschen eingenommen.
So liest sich das Buch nicht wie eine Geschichte, sondern mehr wie ein kleiner Ratgeber. Ein recht spiritueller, religiöser Ratgeber. Denn Gott und die Schöpfung spielen hier immer wieder eine Rolle. Wenngleich es hier nicht speziell um einen bestimmten Gott geht. Schließlich befindet man sich in Jerusalem: der Stadt, in der Juden, Muslime und Christen zusammenleben.

Ich habe das Büchlein auf zwei Zugfahrten gelesen. Schon nach wenigen Seiten war ich total versunken in die Antworten des Fremden und wünschte mir, Post-its oder einen Bleistift dabei zu haben. Denn es wimmelt nur so von Lebensweisheiten. Immer wieder musste ich lächeln oder Gedanken versunken aus dem Fenster schauen.
Dem ein oder anderen mag dies zu plakativ sein, aber Paulo Coelho kleidet diese Sätze in so schöne Worte, die so sanft und leise daherkommen, dass man sich ihnen nur schwer verschließen kann.

Man kann dieses Buch auch einfach mal zwischendurch zur Hand nehmen. Nach einer Frage blättern und sich die Antwort dazu durchlesen. So passt es eigentlich zu jeder Lebenslage. Denn die Fragen, die gestellt werden, hat sich eigentlich jeder schon einmal gestellt.

FAZIT Ich habe dieses Buch schnell in mein Herz geschlossen. Auch wenn es kein Roman ist, wie ich es erwartet hatte, so ist es doch wiederum Coelho durch und durch. Sicherlich kein Buch für jedermann, aber "Ein Buch darüber, dass man jeden Augenblick so bewusst leben sollte, als wäre es der letzte, und dass man seine Träume nicht aufschieben soll."
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am 5. Januar 2013
Bei den Büchern von Paulo Coelho bin ich immer wieder hin- und hergerissen zwischen mögen und total gelangweilt sein. Seine Bücher "Der Alchimist" und "Schutzengel" mochte ich sehr gern, der Roman "Aleph" hingegen gefiel mir absolut nicht. So waren meine Erwartungen an "Die Schriften von Accra" sehr hoch, aber ich wurde nicht enttäuscht.

Für mich ist der Roman ein Buch der schönen Worte und Sätze, denn es enthält zahlreiche Weisheiten, die man sich einfach notieren möchte, um sie später mit anderen zu teilen.

Der Roman katapultiert den Leser in das Jahr 1099 vor die Tore Jerusalems, welches kurz davor steht angegriffen zu werden. Die Menschen in der Stadt suchen Trost, den ihnen der Kopte bietet mit seinen Weisheiten. Fast wirkt sein Reden als eine Art Predigt.

Ich finde, dass der Autor mit seiner zauberhaften Sprache den Leser einfängt und ihn mit seinem Werk verwebt. Zumindest spiegelt das geschriebene Wort hier für mich ganz klar meine Gedanken wider.

Besonders hängen geblieben sind bei mir unter anderem die Sätze:
"Besiegt ist nur wer aufgibt."
"Wenn du nicht allein sein kannst, wird die Liebe nicht lange an deiner Seite verweilen."
"Nein sagen ist kein Mangel an Großzügigkeit."
"Eine Niederlage erleiden die Tapferen."

Einziger Minuspunkt ist die Kürze des Werkes mit seinen 184 Seiten und der sehr großen Schrift, die sich zwar gut lesen lässt, der Roman aber auch dadurch viel zu schnell vorbei ist.

Fazit: Ein gelungener Coelho, der sofort zu begeistern weiß. Empfehlenswert!
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am 6. Februar 2013
Inhalt

Es ist ein Tag im Jahr 1099 nChr. Die Kreuzritter belagern die Stadt Jerusalem und stehen kurz vor dem finalen Angriff, als der Mann, den sie “Der Kopte” nennen, die Gläubigen zu sich ruft, um zu lehren und von ihnen zu lernen. Sie sollen im Fragen stellen, die sie bewegen und wird versuchen Antworten darauf zu finden.

Kritik

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Eigentlich bin ich ein großer Fan, sowohl von Paolo Coelho als auch vom Diogenes Verlag, und habe mich daher sehr auf das neue Werk des Autors gefreut, aber dieses Buch ist in meinen Augen der blanke Hohn.
Zum einen wird das Buch künstlich in die Länge gezogen. Eine übermäßig große Schrift und dicke Seiten suggerieren Länge, die gar nicht vorhanden ist. Um dem noch eins drauf zu setzen sind von den ohnehin nur knapp 180 Seiten auch noch 34 Seiten leer und 22 mit gerade mal ein bis zwei Sätzen (die Fragen an den Kopten) beschrieben.

Und das, was auf den wenigen tatsächlich beschriebenen Seiten steht, reißt es leider nicht raus. Abgedroschene Plattitüden reihen sich aneinander. Inhaltsleere Phrase im Wechsel mit grandioser Selbstbeweihräucherung. Und nur gelegentlich stößt man mal auf ein bis zwei Sätze, die ein bisschen was vom alten Zauber des Herrn Coelho erahnen lassen.

”Denn für die meisten Menschen bedeutet Großzügigkeit nur Geben. Aber etwas zu empfangen ist auch ein Akt der Liebe: zuzulassen, dass der andere Mensch uns glücklich macht – und das dies ihn ebenfalls beglückt”(Seite 98)

Allerdings ist ein Großteil des Buches ohne jeden Sinn, auch wenn der Verfasser den überaus perfekten Kopten gerne als allwissend hinstellen möchte, jedenfalls lese ich das so zwischen den Zeilen. (Ist ja genug Platz)

Coelho – oder besser gesagt – der Kopte gibt z.B. den “großartigen” Rat, dass man seine Träume leben sollte, dass man sozusagen alle Brücken abreißen und Risiken eingehen muss, um sein Glück zu finden. Ist ja an und für sich ein netter Rat. Mit ein paar Millionen auf dem Konto mag das auch durchaus funktionieren. Aber für jemanden, der eine Familie zu versorgen hat, liest sich das eher wie Spott. Frei nach dem Motto “Tja, hättest du dir halt nicht so viel Balast auferlegt, dann könntest du jetzt viel besser leben”.

“Wir werden allein geboren und sterben allein. Aber solang wir auf der Erde sind, müssen wir zu unserem Gemeinsamen glauben stehen”(Seite 103)
“Und jene die das Alleinsein bedrückt, sollten sich in Erinnerung rufen, dass wir in den entscheidenden Augenblicken des Lebens immer allein sind. Wie das Kind, wenn es aus dem Leib der Mutter kommt. Egal, wie viele Menschen bei seiner Geburt zugegen sind, letztlich entscheidet es allein, ob es leben will. (Seite 42)
Mir scheint, bei der Bedeutung von “allein sein” ist mir etwas Wesentliches entgangen in den letzten Jahren.

Mal ganz abgesehen davon, dass sich der überaus weise Mann in diesem Buch auch noch selbst widerspricht. “Wer nicht kämpft hat schon verloren” – welch großartige Erkenntnis. Ein paar Seiten vorher ermuntert er seine Zuhörer aber zu fliehen, da der Kampf aussichtslos sei. Ok, er nennt es nicht fliehen, sondern “mit einem unsichtbaren Schwert in die Welt hinausgehen und mit ihm die Dämonen der Unduldsamkeit und Engstirnigkeit bekämpfen”, aber nichts desto trotz ist es sehr vermessen zu glauben, dass man die Antworten auf die Fragen im Alltag des Lebens wüsste. Selig sind ja sowieso nur die, die die Schriften gelesen haben und verstehen wollen. Alle anderen sind engstirnige Idioten. Amen.

Fazit

Diese Buch ist – in einem Wort – enttäuschend.

Während mich Werke wie “Veronika beschließt zu sterben”, “Der Alchimist”, oder “Der Dämon und das Fräulein Prim”, in ihren Bann gezogen und geradezu verzaubert haben, musste ich mich hier tatsächlich zwingen weiter zu lesen. Ich gebe zu, dass ich ab etwa der Hälfte die Seiten nur noch überflogen habe.
Von der künstlich erzeugten Länge durch die vielen Leerseiten mal ganz abgesehen, besteht der Text aus selbstbeweihräuchernden Geschwafel und abgedroschenen Phrasen. Und das noch nicht mal schön erzählt. Kein bisschen Zauber, kein bisschen Träumen – einfach nur aneinandergereihte Banalitäten. Sinn sucht man allerdings oft vergebens.

Nach dem Buch zu urteilen bin ich jetzt leider für den Rest meines Lebens verdammt, aber dieses Risiko will ich eingehen. Denn ich gehe mal davon aus, dass mit “Worte hören” und “Schriften lesen” nicht gemeint ist, dass man genervt den Kopf schüttelt und sich fragt, was das eigentlich soll.
Finger weg.

“Doch selig sind die, die die Worte hören oder die Handschrift lesen, denn der Schleier wird für immer zerreißen und es wird nichts Verborgenes mehr geben, das ihnen nicht offenbart wurde. (Seite 183)”

1/5 Sternen
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am 12. Januar 2013
Paulo Coehlo konstruiert eine interessante Geschichte: über verschlungene Wege sei ihm eine alte Schriftenrolle zugetragen worden, die er nun der Welt zugänglich machen möchte. Sie gehöre zu einer größeren Sammlung, sei bislang aber mit Verachtung gestraft worden. Sie beschreibt die Ereignisse vom 14. Juli 1099 dem Abend, bevor Jerusalem angegriffen werden sollte und an dem sich die Bewohner der Stadt, schon gerüstet für den bevorstehenden Kampf, nochmals versammeln und einem griechischen Kopten lauschen, der während vieler Reisen und intensivem Studium das religiös-philosophische Wissen der damaligen Zeit gesammelt hat und dies für die Nachwelt bewahren möchte. Daher sollen seine Worte aufgeschrieben und memoriert werden, damit spätere Generationen nicht dieselben Fehler wie ihre Väter machen müssen.

Einzelne Bewohner wenden sich in der Folge mit den großen Fragen des Lebens an ihn. So werden die Liebe, aber auch Arbeit und Erfolg, Schönheit oder Angst und das Alleinsein thematisiert und fast gleichnisartig beantwortet.

Coelho hat dieses Büchlein nach einem Herzinfarkt innerhalb weniger Tage verfasst. Dem Tod ins Auge blickend konzentriert er sich auf die wesentlichen Themen der Menschheit und findet sowohl bei den drei großen Weltreligionen, aber auch bei den alten Philosophen für ihn befriedigende Antworten. Das Buch endet mit dem Bewusstsein, alles für ein zufriedenes Leben erforderliches Wissen dargelegt zu haben. Ein Buch fast wie ein Abschied.
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am 5. Januar 2013
Ich habe das Buch "Die Schriften von Accra" geschenkt bekommen und da ich den Autor Paulo Coelho bis dato gar nicht kannte, außer vom Hörensagen, habe ich ohne Erwartungen begonnen zu lesen.

Coelho verwendet eine unglaublich tolle Sprache, die den Leser direkt in seinen Bann zieht. Man fühlt sich regelrecht verzaubert.

Der Roman spielt am 14. Juli 1099, als Jerusalem kurz davor steht, belagert und überfallen zu werden. Die Bürger der Stadt sorgen sich sehr um sich und ihre Zukunft, da taucht der mysteriöse Kopte auf. Er spricht mit den Bürgern über ihre Ängste und Sorgen und gibt ihnen Hoffnung.

Das geschriebene Wort wirkt wie eine Rede und spricht mir förmlich aus der Seele. Es werden zahlreiche Probleme des Menschen angesprochen wie Liebe, Angst, Erfolg, Alleinsein und vieles mehr. Dabei findet der Autor für mein Empfinden immer genau die richtigen Worte.

Fazit: Mich konnte der Roman sehr begeistern, vor allem weil die Sätze Coelhos einem im Gedächtnis bleiben und zum Nachdenken anregen. Ich kann nur meine Leseempfehlung aussprechen!
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am 1. Mai 2013
Dies ist das erste Coelho-Buch, welches ich gelesen habe. Mir ist ja schon viel Schwärmerisches über diesen Autor zu Ohren gekommen und ich hatte schon lange vor, eines seiner Bücher zu lesen. Vielleicht war es der falsche Einstiegstext zu seinem Werk, aber ich muss leider feststellen, dass mir dieses Buch nicht gefallen hat.

Es wirkt sehr religiös-predigthaft und oberflächlich poetisch. Jedes Kapitel konzentriert sich auf eine der „großen Fragen der Menschen“, wie dies so schön am Klappentext beschrieben wird: Liebe, Erfolg, Zukunft, Verlust etc. Einer der anwesenden Einwohner Jerusalems stellt die entsprechende Frage und daraufhin folgt ein poetischer Erguss des Kopten (wie der weise Fremde genannt wird) zu dieser Frage – eine Abhandlung, die eher Stammbuchcharakter hat, als ernsthafte Lebensberatung. Ich hatte zeitweise das Gefühl, Herr Coelho hat seine Absätze aus Grußkarten- und Geschenkbuchweisheiten zusammengebastelt. Es wirkt alles sehr oberflächlich und mir sind immer wieder Widersprüchlichkeiten (teils sogar auf der gleichen Seite oder auf gegenüberliegenden Seiten) aufgefallen. Hier ein kleines Beispiel aus dem Kapitel über Erfolg:

„Und in ruhmreichen Augenblicken bist du nicht einfach stehen geblieben. Denn du hattest das Ziel ja noch nicht erreicht.“ (S. 126)

„Wer wie besessen sein Ziel verfolgt, wird blind für den Weg, den er einschlagen sollte. Und er verliert letztlich jede Lebensfreude.“ (S. 127)

„Man darf sein Ziel nicht aus den Augen verlieren, doch wenn man einen Berg erklimmt, sollte man hin und wieder stehen bleiben und die Aussicht genießen.“ (S. 127)

Was nun also? Soll ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren und kleine Erfolge nicht genießen, sondern stur weitermarschieren bis ich das erreiche, was ich mir vorgenommen habe? Oder soll ich beim steilen Aufstieg doch mal rasten und schauen, was ich schon alles geleistet hab?

Ich habe also den Eindruck, hier wurden wahllos teils widersprüchliche Konzepte zusammengestoppelt und dann mit schönen Formulierungen aufgepolstert. Und schlussendlich läuft es in jedem einzelnen Kapitel doch nur darauf hinaus, dass Liebe der Schlüssel zum ganzen Glück und die einzig wahre Lösung für alles sei.

Wie viel diese weisen Ratschläge den Einwohnern Jerusalems am nächsten Morgen gebracht haben, blieb offen… Je nach Quellen ließen 30.000 bis 70.000 Menschen (evt. auch weniger) bei der Eroberung und dem damit einhergehenden Massaker ihr Leben.
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Das Buch von Paulo Coelho "Die Schriften von Accra" habe ich mit goßer Begeisterung gelesen. Ich liebe Bücher, die ich immer wieder auf die Seite legen muss, weil sie mich auf eingene Gendanken und Einsichten bringen, die ich mir dann notiere. Mir ist durch das Buch vieles über mich und meine Umgebung klar geworden, obwohl Coelho das meiste davon nicht direkt angesprochen hat. Wie ihm das gelingt, ist mir ein Rätsel - aber ich genieße es. Ich habe schon den "Alchimist" gelesen und da ist es mir ähnlich gegangen. Es wird sicher nicht das letzte Buch sein, das ich von Coelho lese.
J.-U. M.
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am 23. Februar 2013
Das Buch hat weder einen roten Faden, noch stehen die Aussagen in einem logischen Zusammenhang zueinander. Der Autor versucht Gundaussagen des Lebens zu treffen, stellt sich dabei aber sehr ungeschickt an. Der Preis setzt setzt der Enttäuschung dann noch die Krone auf.
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am 1. Februar 2014
Dieses Buch ist eine 2klassige Kopie von Khalil Gibran's "Der Prophet"!
Ich weiss nicht weshalb so mancher Zeitgenosse so unkritisch sein kann.
Es ist überhaupt nicht philosophisch sondern eine reine Gefühlsduselei. Ohne echte Geschichtliche Kentnisse über Jerusalem und die Kreuzritter zu schreiben ist KITSCH.
Absolut nicht empfehlenswert.
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