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  • Solar
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am 2. Oktober 2012
Das größte Problem ist: man darf das Buch nicht in der Öffentlichkeit lesen! Ich hab es über weite Strecken im Zug gelesen und meine Mitreisenden waren genervt von meiner Lacherei. Selten hatte ich so einen Spass beim Lesen eines Buches! Genial!

Das Leben Beards ist eine Ansammlung von Selbstüberschätzungen, er lebt vom ehemals schmalen Ruf und ist tief in sich drin eine verunsicherte und vom Leben völlig irritierte, wenngleich nicht durch die Fähigkeit zur Selbstkritik und Selbsterkenntnis geplagte Figur mit allen Elementen von Lächerlichkeit, wie sie heute der moderne Mann (unabhängig von der Geschellschaftsform!) allzuoft vor sich herträgt: ein Macho und ein Chauvi vom Feinsten.

Alleine die dilettantische, wenngleich menschlich verständliche Aktion Beards, in arktischer Kälte zu pipinieren - hervoragend und genüßlich zerlegt und von einem umwerfenden Sprachwitz getragen - zeigt das Besondere an dem Buch: im Grunde kann man den Typen nicht leiden, aber McEwan schafft es, diesem größten selbstgerechten Chauvi und Angeber seine unfassbar unbeholfene Menschlichkeit zu belassen.

McEwan schwingt sich mit Solar in neue Höhen hinauf.
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Was treibt einen Physik Nobelpreisträger alle seine fünf Frauen zu betrügen? Warum, um Himmels Willen, setzt er sich der Strapaze aus, eine Reise zum Nordpol zu machen um in Spitzbergen einen sterbenden Eisgletscher zu sehen? Wie kommt er darauf es so aussehen zu lassen, den zweiten Liebhaber seiner Frau mittels eines genialen Plans offenkundig vom ersten Liebhaber umbringen zu lassen? SOLAR von Ian McEwan ist eine bitterböse Abrechnung mit der Art des Menschen zu Umweltthemen Stellung zu beziehen und eine Aufrechnung der Schamlosigkeit, der Hinterhältigkeit und Lügenhaftigkeit unserer Welt.

Darf die Satire wirklich alles? Wenn es nach dem Autoren Ian McEwan geht dann darf sie das, denn das Hörbuch SOLAR rechnet mit uns allen ab. Ob für oder gegen die Erderwärmung, ob Realist oder Tagträumer, es zeigt uns den Spiegel und das wirklich gekonnt.

Man muss schon schlucken, wenn so zuhört und doch lacht man innerlich ob der obskuren Handlung und der weitschweifigen Geschichte die so unvermittelt in den Todesfall des Liebhabers der Frau des Nobelpreisträgers mündet.

Man fragt sich unwillkürlich, ist das real, könnte so etwas nicht tatsächlich geschehen? Denken die Menschen wirklich so? Nun ja, es könnte in der Tat so sein und das macht diese Hörbuchgeschichte auch so hörenswert. Sie ist sehr real, sie spricht vielen aus dem herzen und ganz offenkundig zeit sie auch auf das wir uns alle wohl ein wenig zu oft zu ernst nehmen.

Am Ende sind die Bedürfnisse doch ganz rudimentär; etwas Schlaf, Essen, Wärme und ein wenig Sicherheit. Was aber hier unser Nobelpreisträger treibt bringt das ganze System zum Einsturz. Es zeigt auf wie sinnlose Projekte vorangetrieben werden, auch wenn man nicht dahinter steht und es vermittelt ein grauenhaftes Schaudern, wenn es darum geht die eigenen Ziele zu erreichen.

Überaus ansprechend und sinnig eingelesen von Burghart Klaußner, der es versteht den Wissenschaftler ebenso wie die anderen Personen glaubhaft und ehrlich darzustellen.

Der Mensch ist des Menschen ein Wolf - wie wahr, immer noch und auch wie eigenartig. Selbst hoch gebildete Menschen scheinen davor nicht gefeit und man lacht innerlich darüber und über ihre Ränke.

Ein sehr gut gelungenes Hörbuch mit jeder Menge Spaß, Spannung und Überraschungseffekten. Fast wie ein Umweltkrimi angelegt aber mit einer gehörigen Portion Satire und Menschenkenntnis Seitens des Autoren.

Sehr empfehlenswert!
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am 31. Oktober 2010
Wie nicht anders zu erwarten scheiden sich die Geister bei McEwan's neuem Roman, wie üblich schafft er so starke Emotionen beim Leser, dass man den Roman entweder verschlingt oder verwünscht. Ich habe mich schier kaputt gelacht.

Nihilist Professor Michael Beard ist ein Widerling der besonderen Klasse, unreflektiert, vollkommen emotionslos, von einer Egomanie gezeichnet, die bestimmt durch seinen frühen Erfolg als Nobelpreisträger für das Beard-Einstein-Theorem für Photovoltaik verstärkt wurde. In seiner unbestrittenen Intelligenz ist er der Welt und seiner Mitmenschen gegenüber abgestumpft, gefühlskalt und absolut ernüchtert. Als fetter, unansehnlicher, kleiner, haarloser Kerl hat er bemerkenswerten Erfolg bei den Frauen, wenn auch nicht von langer Dauer, dennoch bringt er es zu erstaunlichen fünf Ehen (und Scheidungen) und jeder Menge unverbindlichem Sex. Doch auch Beard ist nicht vollends unverwundbar. In einer unachtsamen Situation manövriert er sich in ein chauvinistisches Eck, verstärkt durch die Aussagen liebsamer Kollegen. Doch er kriegt die Kurve und benützt die Idee eines ehemaligen, verstorbenen Mitarbeiters, um aus seiner abgewrackten Situation einen Ausweg zu finden - und es wird ihm gelingen.

"Als sie die Londoner Innenstadt erreichten, war er beim Thema Strahlungsantrieb angelangt, anschließend kam die übliche Litanei über schrumpfende Gletscher, sich ausbreitende Wüsten, vernichtete Korallenriffs, unterbrochene Meeresströmungen, ansteigende Meersspiegel, unwiderruflich dies und das und alles Mögliche, immer mehr, während Beard längst nicht mehr zuhörte, finster und verdrossen, nicht weil der Planet in Gefahr war - wieder dieses schwachsinnige Wort -, sonder weil jemand ihm davon mit solcher Inbrunst vorschwärmte." S55

Ian McEwan ist mit diesem Roman eine "Paradesatire" par excellence gelungen. Er parodiert jedoch nicht nur den Egozentriker und Blender Beard, sondern lässt auch an den vermeintlichen "Gutmenschen" und "Weltverbesserern" kein gutes Haar. Seine Klasse bestätigt er ein ums andere Mal mit bestechenden Recherchen - kann man sich nun für Quantenphysik erwärmen oder nicht, stellt er selbst diese Materie für den Laien in ein fassbares Licht. Über beinahe ein Jahrzehnt beschreibt er die Entwicklungen und Machenschaften des Unliebsamen, gleitet von einem Erzählstrang behände zum nächsten, früheren oder parallelen, ohne in seinem fein geknüpften Netz jemals auch nur eine Masche zu verlieren. Fantastisch!
Doch hinter all der Konzentration auf das "Beard'sche Universum" und seine Unordnung, zeigt McEwan auch Tatsachen auf, die nicht zu leugnen sind - unsere Ignoranz gegenüber der Erderwärmung und der Zerstörung unseres Planeten.

Entweder man liebt diesen Roman, oder man tut es nicht! Wie erwähnt, ich habe mich köstlich amüsiert (am meisten bei der herrlichen !Chips-Tüten-Szene! im zweiten Teil)
Machen Sie sich Ihr Bild von Beard!
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am 2. Dezember 2011
Rein äußerlich hat mich dieser Titel nie angesprochen. Dann hab ich ihn in der Bücherei gesehen und da er ja lange auf der deutschen Bestsellerliste unterwegs war, doch mal mitgenommen. Zu Hause lag er dann ne Weile rum, aber als ich dann zu lesen begann, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Was für eine Innensicht! Der Autor hat eine unglaublich berückende Art und Weise die Sichten seines Protagonisten zu beschreiben. Ein sehr intelligenter Mann, dessen Denken ihn immer wieder an die Abgründe des Seins führt, sei es in der Wissenschaft, in Zwischenmenschlichen Beziehungen oder in der Liebe. Ob dieses Striptease fühlt man sich regelrecht ertappt, denn wer ist nicht der Held der eigenen Tagträume und begehrt nicht selbst ganz eigennützig, zumindest hin und wieder, Gegnern oder vermeintlichen Widersachern die Pest an den Hals zu wünschen.
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am 26. Oktober 2010
Eines ist klar: Mit seinem neuen Roman zeigt sich Ian McEwan von seiner (bislang verborgenen) humoristischen Seite und will man ihn verstehen und genießen, ist eben jene Seite auch beim Leser gefragt. Ohne - das wird wohl nix.

Überflüssig, hier lange Inhaltsangaben zu machen (der Anreißer des Verlages reicht vollkommen) und auch hochphilosophische Deutungen braucht es nicht. Sondern nur so viel: Mit McEwans neuer Schöpfung namens Michael Beard, bei der ein großer, aber müder Geist neben einem engen Herzen sitzt, habe ich mich köstlich und tagelang amüsiert, schallend gelacht und gegluckst und wie nebenbei allerhand Vielsagendes aus der durchaus eitlen, faulen und vorteilsgierigen Welt der Wissenschaft erfahren.
Es widerstrebt mir, das glatzköpfige und nobelpreisausgezeichnete Dickerchen Beard als typischen Unsympathen zu sehen, sondern eher - WEGEN all seiner Laster und Makel - als tragisch-komische Figur, die wie eine Marionette an den Fäden ihres Schöpfers tanzt, während der sie mit geradezu boshaftem Kichern immer wieder in jede bereitgestellte Falle tappen läßt.
Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, als rechne der Autor hier mit jemandem ab - vielleicht mit einer einzelnen Person, vielleicht mit einer ganzen Gruppe - aber ganz egal, mit wem und ob: Sein Roman ist ein großartiger und höchst unterhaltsamer Wurf. "Solar" gehört neben "Abbitte" und "Am Strand" für mich zu den besten McEwans und offengestanden wünsche ich mir noch viel mehr von diesem typisch britischen Biss und der händereibenden Freude am listig-süffisanten Fabulieren. Bravo!
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Michael Beard ist wahrlich kein besonders einfacher Mensch. Der stark übergewichtige und kettenrauchende Mitfünfziger blickt auf vier gescheiterte Ehen und zig Geliebte zurück. Ungleich erfolgreicher verlief seine berufliche Karriere. Als Physiker hat er es bis zum Gewinn des Nobelpreises gebracht. Nun ist der überzeugte Zyniker zum Mitglied einer hochrangigen Forschungsgruppe ernannt worden, die eines der akutesten Probleme der Menschheit lösen soll: das der globalen Erwärmung. Doch eigentlich interessiert sich Beard nicht die Bohne für dieses Thema: "Everyone but Beard was worried about global warming and was merry, and he was uniquely morose. He cared only for darkness and silence" (68). Aufgrund diverser ziemlich absurder Ereignisse, die unter anderem zum Tode eines Geliebten und zur Inhaftierung des anderen Geliebten seiner fünften Frau führen, gelangt Beard, der seit Jahren nur noch vom Ruhm vergangener Tage zehrt, in den Besitz von Aufzeichnungen, die ihn zum Star der Umweltbewegung machen. Dauerbetrunken und ständig auf der Jagd nach Frischfleisch widern ihn sein Job und die ihn umgebenen Personen mehr und mehr an. Doch die Sünden der Vergangenheit drohen auch ihn einzuholen.

In "Solar" gelingt es Ian McEwan, gleich mehrere Aspekte unseres gesellschaftlichen Lebens zu parodieren. Der Retter der Welt ist ein fetter, zynischer Säufer, der Rest der Szene ein karrieregeiler und selbstverliebter Haufen. Selbiges gilt auch für den Rest der akademischen Welt, der in den besten Stellen des Romans, unter anderem in einer zum Brüllen komischen Diskussion zwischen Naturwissenschaftlern und postmodernen Relativisten, herrlich durch den Kakao gezogen wird. "Solar" ist ein wunderbar zu lesender Roman eines der besten zeitgenössischen englischsprachigen Autoren.
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am 7. Februar 2011
Bisher habe ich fest geglaubt, nur wenn ich den Protagonisten sympathisch finde, macht das Lesen Sinn. Ian McEwan hat mich mit "Solar" eines besseren belehrt.
Michael Beard ist ein selbstherrlicher und genusssüchtiger Hallodri, der in seinem Beruf als Physiker ungeniert von früheren Meriten und geklauten Ideen lebt. McEwan schafft es trotzdem, dass ich mit seiner Hauptfigur bange und hoffe, während sie sehenden Auges ins Desaster taumelt. Es mag nicht jedem Leser so gehen, aber mich hat dieses Buch gerade deshalb total begeistert. Es ist eine Lovestory (wenn auch ohne Romantik), eine Abenteuergeschichte (Beard in Spitzbergen), eine Komödie, natürlich ein Krimi und, wie der Titel verrät, eine Art Öko-Science-Fiction.
Ich hatte bisher nur "Abbitte" und "Saturday" von McEwan gelesen, denen ich drei oder vier Sterne geben würde, weil sie zwar brillant geschrieben (übersetzt) sind, aber zu minutiös erzählen; "Solar" dagegen ist für mich ein Meisterwerk rundum!
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am 5. Juni 2015
Der Roman um den Physiker Michael Beard, handelt vor allem von dessen ausschweifendem Lebensstil mit Frauen, Alkohol, Essen etc. und liest sich teilweise fast als Krimi. Dazu fehlt jedoch die nötige Spannung. Inhaltlich hat mich das Buch wenig angesprochen, lediglich der immer wieder überzeugende Sprachstil des Autors hat mich das Buch zu Ende lesen lassen.

Für meinen Geschmack etwas zu banal. Mir ist es oft vorgekommen, als seien dem Autor, die Ideen ausgegangen und er langweile sich beim Schreiben selbst. Von den bisher gelesenen Romanen empfand ich diesen eindeutig am unzulänglichsten. Weder die Charaktere haben sich mir erschlossen noch der Plot. Aber das ist wie immer Geschmacksache.
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am 9. Januar 2012
Michael Beard ist alles andere als ein sympathischer Held. Er war fünfmal verheiratet und betrog alle seine Frauen in unzähligen Affären. So richtig schätzen lernt er seine letzte Frau erst, als diese eine Beziehung mit einem anderen Mann beginnt und ihm entgleitet. Immer wieder begegnet er Frauen, die bereit sind ihn mit all seinen Schwächen zu lieben. Trotzdem lässt er bei keiner wirkliche Nähe zu.
Auch beruflich ist Beard eher auf dem absteigenden Ast. Er zerrt von seinen Jugenderfolgen mit denen er den Nobelpreis gewann. Erst nachdem er nach dem Tod eines jungen Mitarbeiters dessen Überlegungen verwendet (natürlich ohne dies kenntlich zu machen), scheint es wieder bergauf zu gehen. Beard setzt sich für regenerative Energien ein. Im Grunde ein unpolitischer Mensch sieht er im Klimawandel vor allem eine Chance Geschäfte zu machen.
Beards unkontrollierter Umgang mit seinem eigenen Körper (er leidet offensichtlich an einer Essstörung und wird im Laufe des Romans immer dicker) lässt sich als eine Art Allegorie auf den menschlichen Umgang mit der Natur lesen. Egoismus und Gier stehen im Mittelpunkt des Romans. Mein Eindruck bei der Lektüre schwangte zwischen dem Gefühl der Abstossung und des Vergnügungens. Einserseits ist Beard als Charakter manchmal nur schwer zu ertragen, vielleicht auch weil man in verzerrter Gestalt einiges an Eigenem in ihm entdeckt, andererseits ist McEwan einfach ein meisterhafter Satiriker. Solar ist ein Rundumschlag auf die moderne Gesellschaft. Der Medienbetrieb bekommt ebenso sein Fett weg wie das System Wissenschaft. Manchmal überdreht McEwan üb McEwan die Schraube bei seinen satirischen Darstelllung vielleicht ein bißchen zu weit. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Roman.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. November 2014
Wenn man die Sache etwas sarkastisch sieht, dann hat McEwan hier mit untrüglichem Gespür für literarischen Erfolg die dafür nötigen Zutaten zusammengewürfelt: das hochaktuelle Thema der Klimakatastrophe inklusive einer teilweise grotesk-komischen Reise zum Nordpol, reichlich Weibergeschichten um einen anrüchigen Nobelpreisträger in London, der zunächst als komische, schon ältere Figur mit Bauch auftritt und um seine 5.Ehefrau herumschleicht. Die ist im Begriff, ihn wegen ständiger Untreue zu verlassen und betrügt ihn jetzt demonstrativ mit dem ruppigen Klempner. Dazu kommt ein Mord und Kriminalfall: Beard arrangiert den tödlichen Unfall seines Assistenten, der ebenfalls etwas mit seiner Frau angefangen hat, als Mord des Klempners. Sodann klaut er die Ideen des erwähnten Assistenten: Er will in Amerika ein weltweit einzigartiges Projekt der industriellen Fotosynthese zur Gewinnung von sauberer Energie realisieren, was ihm Geld und Ruhm bringen würde. Ein beachtlicher Teil des Buches wird sodann von seinen Umtrieben um das Projekt im Sonnenstaat Arizona eingenommen, wo Beard ganz Teil des rasanten American Way of Life wird, zwischen Terminen und Auftritten hin- und hergerissen, den Frauen, dem guten, fetten Essen und dem Alkohol weiter heftig zugetan. Der Leser wird durch diese Umtriebe nicht nur bestens unterhalten, sondern auch durch die Frage in Spannung gehalten, ob der als großes Event geplante Eröffnungstermin der Fotosynthese-Anlage platzen wird, denn Beard geht es immer schlechter, das Herz will nicht mehr richtig, ein beginnender Hautkrebs müsste dringend behandelt werden und die Vergangenheit scheint ihn einzuholen - ein englischer Rechtsanwalt und der vorzeitig aus dem Knast entlassene Klempner betreten die Bühne...

Aber nicht nur spannende und oft komische Unterhaltung charakterisiert das Buch, sondern dieser Beard nimmt auch immer mehr Züge eines modernen Jedermann an: hedonistisch und bindungsschwach, erfolgsgierig und nur für seine Projekte lebend, moralisch schwach und unverbesserlich. Damit wird allerdings auch der Unterschied zum Salzburger Jedermann deutlich: Beard bibbert nicht um sein Seelenheil. Er hat zwar immer wieder gute Vorsätze, aber er klammert sich bis zuletzt an seine Arbeit, an noch eine Frau und noch einen Drink. In dieser Hinsicht erinnert er dann eher an Don Juan, der unerschrocken seinem steinernen Gast begegnet - so wie Beard den beiden englischen Rachegeistern aus der Vergangenheit. Ob Beard dann auch in die Hölle fährt? Man lese selbst - McEwan at his best!
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