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am 13. Juni 2003
Das Buch beschreibt die Geschichte des Homer Well's, der im Waisenhaus St.Clouds aufwächst und irgendwie etwas anders ist als andere Kinder. Nach einigen fehlgeschlagenen Adoptionsversuchen denkt er auch im fortgeschrittenen Alter nicht daran zu gehen. Also bleibt er und wird von den Krankenschwestern und besonders von seinem "Ziehvater" Dr.Larch umsorgt. Letzterer bemüht sich auch, ihn in dem Fach der Gynäkologie zu unterweisen, damit Homer eines Tages sein Werk weiterführen wird. So plätschert das Leben in St.Clouds vor sich hin, bis eines Tages das junge Paar Wally und Candy auftaucht. Von da an nimmt Homer's Leben eine Wendung: er arbeitet auf einer Apfelplantage, wird in eine richtige Familie integriert, lernt Freundschaft und Liebe kennen. Man könnte sagen, eine völlig neue Welt erschließt sich ihm...
Es gibt viele Dinge, die mich an diesem Buch fasziniert haben: zum einen besitzt Irving einen unheimlich schönen Schreibstil. Obwohl man die Handlung des Buches auch in bestimmt 200 Seiten weniger hätte beschreiben können, wird es nie langweilig, da man in Irving's Sprache so richtig schön "versinken" kann. Zum anderen dieser stetige Wechsel der Emotionen und Stimmungen zwischen Hoffnung und Resignation, Liebe und Haß, Leben und Tod... Man möchte gar nicht, dass das Buch irgendwann aufhört, da man Homer dann verlassen müßte.
Kurz gesagt: eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!!!
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am 21. März 2001
Prinzen von Maine, Könige Neuenglands, schöner könnte Wilbur Larch seine kleinen Waisen kaum nennen. Obwohl das Buch von den zwanziger bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts spielt und von John Irving vor über 15 Jahren geschrieben wurde, sind die darin angesprochenen Themen so aktuell wie eh und je. Da geht es um die auch heute in unserem Land noch illegale anonyme Geburt, um die Abtreibung, bis hin zum Kindesmißbrauch. Gottes Werk, damit ist die Enstehung und Geburt eines Kindes gemeint und Teufels Beitrag, das ist der Beitrag, den Wilbur Larch und später auch Homer Wells leisten, nämlich die illegale Abtreibung. Das alles eingerahmt in der Geschichte des Waisenhauses St.Clouds und der Apfelfarm Ocean View. Wie immer bei John Irving begegnet der Leser großen Charakteren, die einen wärend des ganzen Romanes nicht loslassen. Und das sind nicht nur die Hauptfiguren wie Homer Wells, Wilbur Larch, Wally und Candy Worthington, sondern auch die auf der Schattenseite wie Melony, Senior und Mr.Rose. Dazu dann, die eigentliche Spezialität von John Irving, die zusätzlichen Geschichten im Roman, diesmal z.B. die Jugend- und Lehrjahre des Wilbur Larch oder auch Wallys Kriegseinsatz in Birma. Das Alles dann noch mit einem Schuß Charles Dickens und Erläuterungen zur menschlichen und animalischen Anatomie ergibt einen spannenden und auch lehrreichen Roman. Man würde sich wünschen, dass auch die Mrs Goodhalls und die Mr Gingriches von heute ihn lesen und manche Dinge aus anderen Perspektiven sehen würden.
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am 24. Februar 2006
,Gottes Werk und Teufels Beitrag' dürfte den meisten Kino-Fans als Film mit Michael Caine, Charlize Theron und Toby McGuire bekannt sein. Auch für diesen Film hat John Irving das Szenario verfasst, so dass er trotz mancherlei filmbedingter Streichungen doch die Atmosphäre, die Aussage und die Dichte des Romans ins Kino übersetzt.
Der Roman spielt in den Vierziger Jahren und erzählt von einem Waisenjungen namens Homer, der in einem Heim aufwächst, in dem ein welterfahrener Arzt als sanfter Übervater das Regiment führt. Heimlich führt er aus sozialen Gründen Abtreibungen durch, was den christlich motivierten Sponsoren des Heims nicht bekannt ist. Er will sich Homer als Nachfolger sichern, der aber seine Haltung nicht akzeptiert und irgendwann aus dem Heim verschwindet, um der Held seiner eigenen Geschichte zu werden. Er landet bei den Apfelpflückern auf einer Plantage, und was er dort erfährt, erteilt ihm mehr als nur eine wichtige Lektion ...
Im Original heißt der Roman (und folgerichtig auch der Film) ,The Cider Haus Rules' - ein Titel, der im Deutschen natürlich unmöglich klingt, aber die Stoßrichtung der Geschichte zusammenfasst: Wer die Regeln für unser Leben aufstellt, muss sie meistens selbst nicht befolgen. Er muss nicht auf der Plantage arbeiten, nicht den Essig-Geruch einatmen, er muss sich nicht mit den sozialen Problemen herumschlagen, die sich daraus ergeben.
Man könnte die Kritik an den ,Mosthaus-Regeln' durchaus als Kritik am Schöpfer auffassen, der die zehn Gebote aufstellt, sie aber selbst nicht leben muss. Allen voran das Gebot: ,Du sollst nicht töten'. Ist Abtreibung einfach Mord oder je nach Situation manchmal notwendig?
Der Roman beantwortet die Frage nicht wirklich und gibt sie an den Leser zurück. Homer selbst trifft aufgrund seiner Erfahrungen seine persönliche Entscheidung, die aber die eines einzelnen ist und auch bleiben soll.
Irving geht nicht von allgemein gültigen Aussagen aus, die er dann ins Leben zurück übersetzt (wie so viele deutsche Schriftsteller). Bei ihm hat das Besondere immer Vorrang vor dem Allgemeinen. Deshalb geht er von Einzelschicksalen und Geschichten aus und findet aus ihnen heraus wieder besondere Antworten. Ihm scheint das allgemein Gültige eher verdächtig zu sein: In seinen Büchern wimmelt es von Freaks, von Menschen mit besonderen sexuellen Vorlieben, mit psychischen Defekten, Behinderungen und verkorksten Biographien. Mit seinem eigenwilligen Humor schafft es der Autor aber jedes Mal, in die Misere ein positives Lebensgefühl hinein zu übersetzen. Glück ist eine Frage der Deutung, nicht der Voraussetzungen. Vielleicht ist das einer der wenigen Grundsätze, die sich aus seinem Werk extrahieren lassen.
,Gottes Werk und Teufels Beitrag' ist für Irving-Einsteiger neben ,Owen Meany' ein sehr geeignetes Buch, weil es ziemlich sparsam mit den Irving-typischen Grotesken umgeht und eine gewisse Gewöhnung an seinen Stil und seine Art ermöglicht.
Aber auch, wer nur ein gutes, dickes Buch mit in den Urlaub nehmen will, wird mit diesem Roman lange unterhalten und nachhaltig zum Denken angeregt werden. Ich empfehle ihn ohne Einschränkung.
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am 1. Juni 2003
Hat ein Fötus eine Seele? Nun, wer John Irving kennt, der weiß, daß er hier keine wissenschaftliche Abhandlung zu erwarten hat. Auch keine philosophische Betrachtung des Themas. Denn John Irving ist ein Geschichtenerzähler. Und er ist nicht nur irgendein Geschichtenerzähler, sondern er ist einer der besten. Und Irvings Geschichten sind nicht gerade kurz. Bei 765 Seiten kann man erwarten, eine umfangreiche Geschichte lesen zu können und eine detaillierte Geschichte. Schließlich spielt das Buch in einem Zeitraum von 30 Jahren.
John Irving wird mit diesem Roman sämtlichen Erwartungen gerecht. Er hat ein grandioses Werk abgeliefert, das von vorne bis hinten hervorragende Unterhaltung liefert. Mit seiner klaren und unverblümten Art, Sachverhalte auszudrücken, wobei es mitunter auch mal recht deftig zugeht, würzt er seine Geschichte mit viel Humor und Ironie, selbst traurige Stellen liest man gelegentlich noch mit einem Grinsen.
Irving erzählt in diesem Buch die Geschichte eines Waisenjungen und seine Entwicklung zum Erwachsenen, gleichzeitig aber auch die Geschichte eines Waisenhauses und seines Leiters. Wie immer packt der Autor soviel in sein Buch, daß es schwerfällt, eine Inhaltsangabe zu geben, die dem Roman gerecht werden kann. Vielleicht enthält auch deshalb der Klappentext keine solche, sondern nur Kritiken.
Der Leser erkennt zwar eindeutig, welche Meinung der Autor zum Thema Abtreibung selber vertritt, doch drängt er dem Leser diese Meinung nicht auf. Ohne belehrend wirken zu wollen, zeigt er das Für und Wider sehr sachlich auf. Das Thema Abtreibung ist jedoch nicht das einzige Thema des Buches. Genauso wichtig in diesem Roman ist die Beziehung des Waisenhausarztes zu seinen Heimkindern und insbesondere zu einem der Kinder, nämlich zu Homer, für den er quasi die Vaterrolle einnimmt, ohne ihm dies jedoch mit übermäßiger Liebe, die zweifellos vorhanden war, zeigen zu wollen.
Irvings Figuren sind selten ganz gewöhnliche Menschen, aber sie sind fast durchweg sympathisch und liebenswert. Durch ihre überaus detaillierte Darstellung wirken die Charaktere sehr lebendig. Man kann sich zu jedem, auch zu den Nebendarstellern, ein genaues Bild machen.
Oft kritisiere ich es, wenn der deutsche Verlag den Buchtitel nicht übersetzt, sondern ihm einen neuen Titel verleiht. In diesem Falle sind beide Titel sehr gut gewählt und zutreffend. Der Originaltitel "The Cider House Rules" bezieht sich konkret auf die ausgehängten Regeln im Ziderhaus, dort, wo der Apfelwein gepresst wird. Im übertragenen Sinn bezieht er sich jedoch auf Regeln allgemein, auf Regeln, die wichtig sind, auf Regeln, die in der Gesellschaft einfach vorhanden sind, auf Regeln, die man sich selber macht, die man halten sollte, aber gelegentlich auch mal brechen muß.
"Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist für mich von den Büchern Irvings, die ich bisher gelesen habe, das Beste. Besser noch als Garp. Irving hat hier völlig auf seine abstrusen Elemente verzichtet, die doch einige seiner anderen Romane mehr oder weniger dominieren. Man kann zwar nicht von einer 100 %-ig realistischen Begebenheit sprechen, doch erwartet man dies ja auch bei Irving kaum. Dabei hat der Autor das seltene Talent, in seinen Romanen die absurdesten Figuren zu erschaffen und doch mehr Realität in das Geschehen hineinzupacken als dies manch anderem gelingt, der es beabsichtigt. Mit Sicherheit handelt es sich um eine liebenswerte Geschichte, bei der das Lesen auch über fast 800 Seiten hinweg Spaß bereitet, ohne daß man das Ende herbeisehnt.
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am 10. Dezember 2005
Weise Waisen
Dr. Wilbur Larch, Lachgas-abhängig, unorthodox, allein stehend, schrullig, verschroben aber liebenswert, ist Leiter eines Waisenhauses in Maine. Nebenbei ist er auch ein „Geheimtipp“, die letzte Hoffnung für „gefallene Mädchen“, die keinen anderen Ausweg aus ihrer Misere sehen als die gesetzwidrige Abtreibung oder die Freigabe des Neugeborenen zur Adoption. Eines dieser im Waisenhaus geborenen Kinder ist Homer Wells, der zwar mehrfach adoptiert wird, dessen neue Eltern aber fast unverzüglich sterben, ihn abwechselnd fast verhungern lassen oder beinahe zu Tode prügeln. So ergibt es sich fast wie selbstverständlich, das Homer in St. Clouds verbleibt und mit wachsendem Alter verantwortungsvollere Hilfsarbeiten für Dr. Larch oder seine jüngeren Schützlinge übernimmt. Es bleibt nicht aus, dass der Junge dem verborgenen Geheimnis auf die Spur kommt. Homer schwört, dass er niemals eine Abtreibung vornehmen wird doch es kommt anders: als eine Patientin in Lebensgefahr schwebt, bricht er sein Versprechen. Doch er kann mit dieser Belastung nicht leben und verlässt kurz darauf das Waisenhaus. Arbeit findet er auf einer Obstplantage, die berühmt ist für die Qualität ihres Cidres. Wie beim Entwicklungsroman üblich, muss Homer hier einige Gefahren und Abenteuer bestehen, um dann an seinen Geburtsort zurückkehren zu können, um nach Dr. Larchs Tod das Waisenhaus zu leiten.
Das pralle Leben
Einen Roman Irvings in solch knapper Form zusammen zu fassen, ist unmöglich. Vordergründig betrachtet könnte man denken, das Hauptthema des Romans sei die Abtreibungsfrage. Doch weit gefehlt. Hauptthema ist die Entscheidungsfreiheit der Frau, und dies nicht nur bezogen auf die Frage, ob sie Mutter werden möchte oder nicht, sondern alle Belange des Daseins betreffend. Da ist zum einen eine Frau und Mutter, die nach dem Schlaganfall ihres Mannes die Entscheidung treffen muss, ob sie die Plantage fortführt oder verkauft. Ihr Sohn Wally kommt als Krüppel aus dem Krieg zurück und seine Verlobte Candy muss sich zwischen Homer und Wally entscheiden. Melony, Homers dominante Geliebte in St. Clouds, muss gravierende Entscheidungen treffen, als Homer das Waisenhaus verlässt und dies ist nur eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der angesprochenen oder angedeuteten Krisen. Die Botschaft ist dabei jedes Mal positiv, auch wenn die getroffene Wahl nicht immer die persönliche Zustimmung des Hörers findet.
Jede weibliche Protagonisten in Irvings Roman verkörpert ein anderes gesellschaftliches Problem sei es Gewalt in der Familie, Inzest, Vergewaltigung, sexuelle Orientierung. Die Palette reicht von Geburt bis Tod und bis zuletzt bleibt die ethisch-moralische Frage, ob Abtreibung Mord ist, unbeantwortet. Irving vermeidet dabei kitschige Dialoge oder plakative Charakterdarstellungen, sondern überlässt es dem Hörer, seine eigene Meinung zu bilden, selbst wenn sie in Zeiten der „political correctness“ nicht gesellschaftskonform oder unbequem ist.
Sprachwitz und skurrile Begebenheiten
Doch „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ist keine moralinsaure Studie sondern ein äußerst unterhaltsames Buch, in dem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Wie schon aus früheren Werken gewohnt, ist sein Humor jedoch subtil, dafür allerdings chili-scharf.
Ganz offen geht er diesmal mit seinen persönlichen literarischen Vorlieben um und zitiert hemmungslos aus „Jane Eyre“ und „Oliver Twist“, die, wie er in seiner Autobiographie schreibt, zu seinen absoluten Favoriten zählen.
Beck is back
Rufus Becks Erfolg als Sprecher der „Harry Potter“-Bücher lässt leicht vergessen, dass er bereits vorher in seiner ruhigen, ironischen und pointierten Lesart viele Hörbücher besprochen hat. Und so kommen wir auch hier wieder in den Genuss seiner unnachahmlichen Sprechkunst, wobei er dankenswerter weise jedoch die Sperenzchen nicht zu weit treibt und sich seine Experimentierfreudigkeit für die Lesung von „… und der Halbblutprinz“ aufhebt.
Hörbuch Hamburg liefert die vollständige Lesung in einer stabilen Schmuckbox nebst ausführlichem Booklet auf 23 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von fast 1.800 Minuten aus.
Fazit: Irving hat auf seine unverwechselbare Art so verschiedene Komponenten wie Witz und Dramatik, Trauer und Freude, Skurriles und Menschliches vereint, ohne dabei in irgendeiner Weise in Klischees oder Stereotypen zu verfallen. Dieses Hörbuch ist für Jeden empfehlenswert, der sich nur ein bisschen für neuere amerikanische Literatur interessiert und dabei nicht alles bierernst nimmt.
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am 19. September 2001
...und den zu finden, darum geht es hier.
Der rote Faden dieses Buches ist die Geschichte von Homer Wells, der im Waisenhaus St. Clouds aufwächst. Er lernt dort von Dr. Larch sowohl zu entbinden - Gottes Werk -, als auch Abtreibungen vorzunehmen - Teufels Beitrag. Letzteres allerdings nur in der Theorie, er weigert sich, Abtreibungen durchzuführen, seiner Meinung nach ist das nicht rechtens.
Eines Tages lernt er Candy und Wally kennen. Er entschließt er sich, St. Clouds zu verlassen und mit ihnen nach Ocean View zu gehen, um dort auf der Apfelplantage zu arbeiten.
Ein unglaublich dichtes Buch mit phantastisch gezeichneten Charakteren. Ich weiß nicht, wie Herr Irving das angestellt hat, aber ich lese drei Zeilen, und dann bin ich wirklich da drin und sehe alles vor mir. Den Film habe ich übrigens hinterher erst gesehen. Der ist ein bißchen weniger dicht und zwangsläufig reduziert, aber auch immernoch schön.
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am 13. April 2016
Ja, es beginnt in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg . Ja, die Handlung beginnt in einem unscheinbaren Nest in Amerika . Aber jetzt beginnt die Story ! Ein Waisenjunge wird nicht adoptiert und lernt die ärztlichen Handgriffe des leitenden Waisenheimarztes . Dieser Arzt mag den Jungen sehr und versucht ihn , zu seinem Nachfolger auszubilden. Der Junge entscheidet sich ,mit einem attraktiven Ehepaar (die Frau wollte abtreiben ) das Heim zu verlassen . Der Arzt setzt alles daran, den Jungen wieder zurückzugewinnen . Wie alle Romane ist auch dieser sehr ungewöhnlich . In einer Nebenrolle tritt ein Waisenmädchen auf , die gänzlich gegensätzlich zu der geschaffenen Stimmung agiert . Sie ist ungehobelt und schreckt auch vor brutalen Handgreiflichkeiten nicht zurück . Einmal ein Einblick in vielleicht nicht veröffentlichte fiktive Geschichte Amerikas ?
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am 28. September 2009
Dies war mein erster Irving-Roman und für einen Einstieg vielleicht nicht unbedingt der geeignetste...(?) Ich brauchte eine gute Weile, bis ich das Gefühl hatte, "jetzt geht die Geschichte endlich los" und war bis dahin schon mehrmals kurz davor, das Buch einfach beiseite zu legen. Aber irgendwann, man merkt es kaum, ist man plötzlich mitten drin im Geschehen! Man kann sich der Lebensgeschichte des Waisenjungen Homer Wells nicht mehr entziehen, hat ihn und all die anderen Figuren längst lieb gewonnen und lässt sich einfach treiben von dieser ruhigen, sanften Atmosphäre des Buches. Es passiert wenig für die 800 Seiten, aber das geschieht dafür mit Genuss. Trotzdem könnte auch ich locker damit leben, hätte der Roman 200 Seiten weniger. Melonys weitere Geschichte zum Beispiel (sie war mir einfach unsympatisch) fand ich wenig spannend, sie hätte ruhig etwas gekürzt werden können. Im Film kommt Melony auch gar nicht vor und geht mir trotzdem nicht ab - aber das ist wohl Geschmackssache. Der Film gefällt mir hier ausnahmsweise einmal besser als das Buch.
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HALL OF FAMEam 12. September 2003
...scheinen Irvings Spezialgebiet zu sein. Ich muss gestehen, dass ich das Buch erst gelesen habe, nachdem der Film bereits im TV zu sehen war. Von solchen Menschen halte ich normalerweise nicht besonders viel, aber da Irving das Buch ja selbst adaptiert und in ein Drehbuch verwandelt hat, kann ich - glaube ich - noch mal eine Ausnahme machen.
Wem der Film gefallen hat, der wird das Buch lieben. Alles, was man immer schon über Homer's Leben wissen wollte, über das des Waisenhauses oder die kleine Stadt in Maine - eigentlich alles - wird im Buch genauso lang und ausführlich erzählt, wie man es sich wünscht. Der Leser begleitet den Waisen von Geburt an und durchlebt - mit ihm - alle Phasen, die einem das Leben so entgegen wirft.
Das eigentliche Thema des Buches - nämlich die Frage, ob Abtreibung nun gut oder schlecht ist - ist, meiner Meinung nach, perfekt beleuchtet. Andeutungen hier und da, Charaktere, die selbst verschiedenster Meinung sind und Situationen, in denen sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann machen das Buch auch zu einem ernsten Roman.
Mich hat viel mehr die wunderbare Geschichte interessiert, die dieser Waisenjunge erlebt. Sie ist so realistisch - alles hat einen Grund. Irving schafft es einzigartigerweise, ironische kleine Dinge in diesem Buch zu verstreuen, dass man wirklich oft schmunzeln muss, auch wenn man eigentlich meint, es würde besser passen zu weinen. Über die schöne, gehobene und doch leicht verständliche Sprache möchte ich gar nicht mehr viel sagen. Das Buch ist einfach klasse!
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am 6. Dezember 2014
Den wunderbaren Film mit Tobey Maguire (Homer) und Michael Caine (Dr. Larch) sah ich kürzlich zum dritten Mal und war wieder einmal von der Story und ihrer filmischen Umsetzung begeistert. Zufällig las ich, dass Romanvorlagenautor John Irving selbst das Filmdrehbuch verfasst und dafür im Jahr 2000 den Oscar gewonnen hat. Berühmter Schriftsteller gewinnt Film-Oscar, nicht schlecht. So beschloss ich, den 770seitigen Roman von 1985 endlich einmal im Original zu lesen - und wurde reich belohnt. John Irvings Themen "Vater und Sohn", "Erwachsenwerden", "Schwangerschaftsabbruch", "Umgang mit Regeln" werden im Buch noch viel umfassender und vielschichtiger behandelt als ein Film das je könnte. Hier ist Lesen in jedem Falle ein Gewinn!

Homer Wells wächst in den 1930/40er Jahren in Maine/USA als Waisenjunge in einem Waisenhaus auf. Leitender Arzt dort ist Dr. Larch, der sich nicht nur rührend um die Waisenkinder kümmert, sondern auch ungewollt schwangeren Frauen zu einem medizinisch sauberen Schwangerschaftsabbruch verhilft - was zu der Zeit illegal war. Homer eignet sich bei Dr. Larch umfangreiche medizinische Fähigkeiten an, geht dann aber als Apfelpflücker auf eine Apfelplantage - deshalb der englische Buchtitel und der Apfel als Titelbild der deutschen Buchausgabe. Er verliebt sich unglücklich in die Frau seines Freundes, des Erben der Apfelplantage. Sie wird schwanger und bekommt ein Kind. Als der Freund gelähmt aus dem Krieg zurückkehrt, trifft Homer eine schwere Entscheidung: Er verlässt die Apfelplantage und geht als Nachfolger von Dr. Larch zurück ins Waisenhaus.

Der Roman hat mich in vielfacher Hinsicht sehr angerührt und bewegt:
Ausführlicher als im Film werden die schwierigen äußeren Bedingungen im Waisenhaus, das Aufwachsen des kleinen Homer, die Persönlichkeit des Dr. Larch und die komplexe, fragile Vater-Sohn-Beziehung der beiden dargestellt. Man versteht gut das Dilemma des Arztes Dr. Larch, der unbedingt für das Leben ist, und dennoch aus humanitären Gründen immer wieder Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Jeder einzelne Fall ist eine Tragödie und für alle Beteiligten eine schwere Entscheidung. Noch mehr als für dieses ethische Thema interessiert sich John Irving jedoch für die Annahme und Gestaltung der Rolle eines Ziehvaters durch Dr. Larch und für die Entwicklung und das Erwachsenwerden des Waisenjungen Homer. Lässt der sich als Jugendlicher noch eher verwirrt auf die sexuellen Avancen eines der Waisenmädchen ein (Melony), reift er in der Beziehung zu seinem Freund und dessen Frau (Candy) auf der Apfelplantage zu einem verantwortungsbewussten jungen Mann. Der englische Romantitel "The Cider House Rules" verweist schließlich auf ein weiteres, keineswegs unwichtiges Romanthema: die Gültigkeit von Regeln. Im Schlafsaal der Apfelpflücker hängt ein Zettel mit klaren, vernünftigen Verhaltensregeln, die die meisten farbigen Apfelpflücker jedoch gar nicht lesen können, und an die sie sich durchaus nicht immer halten. Die Regeln sind vernünftig, aber sie stehen nur auf Papier und helfen den Arbeitern nicht, ihr schweres Leben zu bewältigen. Das Leben hat seine eigenen Regeln, die jeder Mensch für sich selbst herausfinden muss. Und manchmal, an den Wendepunkten des Lebens, steht man vor der schweren Entscheidung, eine feste Regel um des Lebens willen zu übertreten ...
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