Jeans Store Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle Roosevelt Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
13
4,6 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Die Publikationen über Islamismus, Al Kaida, Palästina und die nukleare Bedrohung durch den Iran sind zahlreich, "Alltag auf Arabisch" ist keine von ihnen und das ist gut so, denn nur zu oft vergisst man beim Diskutieren über Politik und den Nahostkonflikt, die Menschen, welche wirklich in dieser Region leben und nichts weiter wollen, als ihr Leben zu führen. "Warum Alltagscollagen aus der arabischen Welt politisch sind", stellt Karim El-Gawhary als rhetorische Frage an den Anfang seines Werks und beantwortet die Frage dennoch wenige Seiten weiter (S. 11), denn "dieses Buch soll den Menschen in Kairo, Beirut und Bagdad einen Namen und Gesichter geben. Es will zeigen, wie bei aller orientalischen Exotik, in einer von Krisen, Kriegen und Armut geschüttelten Region, Menschen die gleichen Gefühle, kleinen und großen Lebensträume haben wie die Leser dieses Buches."

In Kairo zum Beispiel sind Staus an der Tagesordnung, halten viele Nachbarn Tiere auf ihren Dächtern, sind Aufzüge fast lebensgefährlich und Blechschäden an der Tagesordnung, denn die meisten Fahrzeuge sind wahrhaftig Schrott auf Rädern, der sich durch ein Verkehrssystem quält, das noch offiziellen Erhebungen von Experten als Wunder angesehen wird, weil es rein theoretisch längst kollabiert sein müsste und dennoch weiter läuft. Sollte da Feinstaub kein Problem sein? Die Kairoer sehen das völlig anders, als wir Europäer, denn schon die Wüste produziert Feinstaubwerte fern der Toleranzgrenze und schrieb nicht schon der Arzt Ibn Ridwan im 11. Jahrhundert von Kairo als einer Stadt in der es Nächte gab "an denen eine Art schwarzer Nebel über der Stadt hängt, der die Kehle irritiert, ganz besonders, wenn kein Lüftchen weht." Der viel prophezeite Krieg um Wasserreserven ist am Nil längst Realität, wo vor allem in den Sommermonaten ein wildes Wettrüsten der Wasserpumpen in den Mietshäusern beginnt.

"Wenn schon gegenüber dem Westen militärisch, technologisch und wirtschaftlich schwächer, dann wollen die arabischen Gesellschaften doch wenigstens moralisch die Oberhand gewinnen. Also stellen sie sich gerne als Hochburgen der außerehelichen Keuschheit dar, weit entfernt von den Verlockungen des Westens, dem Teufel Alkohol, der Prostitution und den Drogen aller Art. Sicherlich, viele sind ernsthaft und wollen ehrlich ihre religiösen und traditionellen Ideale leben, aber auch das arabisch-islamische Fleisch zeigt allzu menschliche Schwächen. Der Graben zwischen tugendhaftem Ehrgeiz und Lebenswirklichkeit ist tief, was häufig zu einer absurden kollektiven Heuchelei führt, die den arabischen Gesellschaften zwei Gesichter verleiht." (S. 56)

Es ist ein Januskopf, den sich die arabische Welt aufzwingt und in der es, wie El-Gawhary sagt, leichter ist "eine Kalaschnikov zu kaufen als eine Büchse Bier zu erstehen." und dennoch boomt der Handel mit dem Alkohol Jahr für Jahr, wobei in konspirativen Zirkeln sogar Rezepte umgehen, wie man sich aus Fruchtsäften oder sogar alkoholfreien Bier etwas alkoholhaltiges zaubern kann. An Beispielen wie dem christlichen Krämer Abu Sumer, in Bagdad, wird deutlich wie groß die Kluft zwischen Realität und Anspruch oft ist, denn dieser macht zwei Drittel seines Umsatzes mit Alkohol, wobei 95% seiner Kunden Muslime ist. Der Preis des ganzen, er muss seine wertvollen Waren gut verstecken, damit er nicht zum Ziel umherstreifender islamistischer Milizen wird.

Der Zugang zu anderen Suchtmitteln ist da schon leichter, wobei die Kairoer Stadtverwaltung etwa einen vehementen Kampf gegen Raucher begonnen hat. Doch für einen Erfolg müssten sich erst einmal die mit der Umsetzung beauftragten Organe wie Schaffner an dieses Verbot halten. Nur in der U-Bahn dürfte es hervorragend funktionieren, weil auf jedem Bahnsteig mindestens ein gut sichtbarer Polizist über die Einhaltung des Rauchverbots wacht, in einem Land wo über 500.000 Raucher unter zwölf Jahren sind, eine schwere Aufgabe. Selbst Prostitution, wenn öffentlich unter Strafe gestellt, ist möglich und profitiert stark vom gestiegenen innerarabischen Reiseverkehr. Angebote für "möbilierte Wohnungen" kann man schon am Flughafen erhalten und nicht wenige der Prostituierten können sich ihr Überleben auf diese Weise finanzieren, während andere mit nur einem Euro am Tag ihren Unterhalt bestreiten müssen und die Preise für Lebensmittel steigen auch hier.

Aber die arabische Welt ist gegenüber westlichen Einflüssen nicht völlig immun und so hat man zumindest vieles adaptiert und ich zu eigen gemacht, Entwicklungen die bereits heute Früchte tragen. Exklusiv für den Ramadan gibt es von einer namhaften US-Fast Food-Kette ein eigenes Mac Iftar-Menü zum Fastenbrechen, während zur gleichen Zeit Jahr für Jahr eigens produzierte Fernsehserien die gesellschaftliche Toleranz und Bereitschaft gewisse Themen zu diskutieren erkunden. Durch überraschend sozialkritische Unterhaltung, verschafft sich das Regime eine Art Polit-Barometer, anhand dessen man das Volk einerseits befragen und auch auf anstehende Veränderungen vorbereiten kann.

Nicht zuletzt der Irak-Krieg hat gezeigt, dass arabische Medien ein kritisches Gegengewicht zur westlichen Sendeanstalten bieten können. Aus war der Traum und die Illusion von einer sauberen Kriegsführung mit Präzisionsschlägen, als Bilder von zerstörten Wohnblöcken und Krankenhäusern über die Fernsehschirme schimmerten, die sonst als Kollateralschäden unter den Teppich gekehrt worden wären.

Mit "Alltag auf arabisch" zeigt Karim El-Gawhary ein anderes Bild von der arabischen Welt, fern von Touristenattraktionen und Kriegsgebieten. Er zeigt Menschen in ihrem täglichen Kampf ums Überleben, zwischen Resignation, Aufbegehren, Zorn, Trauer und auch Freude. In den Artikeln von 1993 bis 2008 allgegenwärtig ist ein feiner ironischer Humor, der die Lektüre zu einem besonderen Leseerlebnis werden lässt, ebenso wie die Nachträge zu vor allem älteren Berichten, in denen das weitere Geschehen erläutert wird und manchmal auch ein Happy End für eine tragische Geschichte zu finden ist.

Fazit:
Von Kairo, bis Bagdad und Beirut zeichnet Karim El-Gawhary ein Bild von typischen menschlichen Schicksalen in der arabischen Welt, fern und doch betroffen von Nahostkonflikt und Co.
0Kommentar| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Karim El-Gawhary, Sohn einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters, ist ORF-Sehern kein Unbekannter: immerhin leitet er seit 2004 das Nahostbüro des ORF in Kairo (daneben arbeitet er seit vielen Jahren als Nahostkorrespondent für diverse deutschsprachige Zeitungen).
Mit diesem Buch, das auch ältere Artikel enthält, die allerdings aktualisiert wurden, will der Autor "den Menschen in Kairo, Bagdad und Beirut einen Namen und Gesichter geben" (was ihm glänzend gelingt!)
Das Buch lebt einerseits von den vielen Anekdoten, andererseits von der knallharten Analyse: zB nimmt man beim Einatmen der Luft in Kairo ab etwa Mitte Oktober für einen Monat lang das 20fache der vertretbaren Giftmenge auf (und trotzdem schafft Ägypten die Kyoto-Vorgaben locker!)
Wie überhaupt natürlich Kairo im Zentrum der Analysen des Autors steht: ganz egal, ob es um Hühnerhaltung unter dem Bett (Vogelgrippe!), Tierhaltung auf dem Dach oder um die ägyptische Bürokratie geht: neben der Kritik schimmert immer wieder das Verständnis für die Situation der Betroffenen durch.
Kritisiert werden auch die 2 Gesichter der arabischen Gesellschaften (daheim prüde, dafür käuflicher Sex in Kairo) oder die Heuchelei, was den Frauensport - etwa im Iran - betrifft.
Den Schluss des Buches bilden Beschreibungen der Situation der Menschen in Bagdad - und hier vergeht einem wirklich das Lachen, wenn der Autor etwa schreibt: "Die Amerikaner haben den Kanaldeckel hochgehoben, und dann kam das irakische Chaos herausgeschwappt".
Zu diesem beeindruckenden Buch passt folgendes arabisches Sprichwort: "Ein Buch ist wie ein Garten, den man in seiner Tasche trägt".
Karim El-Gawhary hat ein Buch geschrieben, das einem die arabische Welt näherbringt!
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Februar 2013
Man lernt viel über die arabische Lebensart und versteht so manche Situation, in die man als Besucher geraten kann. Leichte Lektüre, die einen öfters lauthals auflachen lässt. Zu empfehlen für Reisende nach Nordafrika....
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Oktober 2008
Schon beim Durchschmöckern in der Buchhandlung hab ich mich köstlich amüsiert. Kann das Buch nur wärmstens empfehlen, besonders wenn man selbst schon mal in Kairo oder Ägypten war und so das eine oder andere miterlebt hat, wird man viele Erlebnisse in diesem Buch wiederfinden.
Dennoch ist es nicht nur unterhaltsam, sondern bietet auch einen Einblick in die arabische Welt....einmal von einer ganz anderen Seite.
Es lohnt sich auf jeden Fall dieses Buch zu kaufen!
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. März 2009
Man merkt dem Autor an, dass ihm beide Welten (der Westen und der arabische Raum) am Herzen liegen, und ihm ein besseres Verständnis des arabischen Raumes wichtig ist. Leider sind in Europa die Nachrichten über den arabischen Raum von Politik und Wirtschaft geprägt; Dokumentationen über den sozialen Hintergrund sind selten - dieses Buch bietet sie jedoch. Hervorragend geschrieben, kurzweiliges Buch. Ideal für alle, die mit dem arabischen Raum nicht sehr vertraut, aber neugierig sind.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Juni 2011
Ein schönes Sachbuch, dass gut den arabischen Alltag erzählt.
Mir persönlkich tat es gut, mal einen Einblick in die arabische
Lebensweise, Politik ... zu bekommen.
Man erkennt die Liebe des Autores zur arabischen Kultur,
obwohl es nüchtern geschrieben wurde.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. April 2009
Dieses Buch ist top! Es beschreibt sehr gut, wie das Leben in Ägypten bis Baghdad aussieht und teilt einem wie hart oder auch wie lustig das Leben dort ist. Man muss dieses Buch gelesen haben!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Mai 2009
Das Buch ist eine liebevolle, humorige Beschreibung des Alltags in arabischen Ländern wie es wirklich ist. Zum Beispiel in Ägypten. Ich habe selber von 1988 bis 1996 mit meiner Familie (ägyptischer Ehemann) in Alexandria gelebt und pendle jetzt, nach meiner Berentung im Jahr zwischen Berlin und Alexandria hin und her.
Karim El Gawhary, der Autor, deutsche Mutter, ägyptischer Vater, arbeitet als Korrespondent beim ORF und für mehrere deutsche Zeitungen, beschreibt den Alltag in den arabischen Ländern absolut authentisch. Dazu sehr humorvoll, ohne zynismus, liebevoll. Für jeden, der z.B. schon einmal in Ägypten war, oder sich für die Menschen und das Leben in Ägypten interessiert ist das Buch ein muss.
Doch liest man über die Kriege im Irak und im Libanon, und was aus diesen Ländern geworden ist, packt einen Unverständnis und Wut darüber was Intoleranz und Machtgier anrichten können und tagtäglich noch immer tun.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Juli 2009
Mit diesem Buch ermöglicht es uns Karim El-Gawhary über den Tellerrand unserer westlichen Kultur zu schauen ... und das auf höchst amüsante Weise. Mit großer Herzenswärme und viel Humor erzählt er über das Leben der Menschen in Kairo, Beirut, Bagadad. Menschen, die Ängste, Sehnsüchte, Träume haben, so wie wir. Menschen, die uns durch Karim El-Gawharys Anekdoten näher rücken, und nicht eine anonyme Masse von Turban- und Kopftuchträgern und potentiellen Terroristen bleiben.
Ein hervorragend gelungener Beitrag zur Verständigung unterschiedlicher Kulturen und Religionen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Januar 2013
wie es im Buch steht. Karim El-Gawharys Geschichten sind einfach wunderbar. Wer das Leben in einem arabischen Land kennt, hat laufend Aha-Erlebnisse, für Neulinge ist es eine Einstimmung. Genießen!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden