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am 24. Dezember 2004
Wunderbar detailliert, wie Ernst Molden in 31 Kapiteln - aufgeteilt auf drei Teile namens "wald", "berg" und "stadt" - das Aussteigerdasein eines des Lebens überdrüssigen Wiener Stadtmenschen schildert.
Der "Lokalkolorit" ist bis ins kleinste Detail beschrieben, quasi jeder Baum und jedes Haus sind in etwa auch dort, wo sie im Buch beschrieben werden; und selbst die charakterisierten Persönlichkeiten würden realen Personen nicht mehr näherkommen können.
Vom nächtlichen Einbruch in einen Supermarkt über die Sperre der zwei wichtigsten Autobahnen bis zur Entführung des Ministers - in etwa so lässt sich das Spektrum der Pläne beschreiben, welche die "Armee der Unsterblichen" schmiedet - und auch ausführt.
Eine gelungene Mischung aus alternativem Stadtführer, Kriminalroman, sozialkritischen Triller und einem Schuss Erotik.
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ernst molden hat wohl wie kaum ein anderer zeitgenössischer autor einen ungetrübten blick in die abgründe und auf die sehnsüchte der wiener seele - so es eine solche überhaupt geben sollte.

das hier ist eine aussteiger- und verschwörungsgeschichte, bizarr überspitzt und gerade deshalb so nachdenklich machend. als wiener kennt man die hier beschriebenen schauplätze, ist schon durch diese wälder gestreift und hat darin vielleicht ähnlich seltsame gedankengänge entworfen, die man hier ausgeformt wiederfindet.

die story schwimmt geradezu im lokalkolorit und ist wahrscheinlich gerade deshalb auch für nicht-wiener interessant, die etwas anderes von dieser stadt lesen wollen, als die üblichen reiseführer.

die seltsamen ereignisse treiben den leser voran, der reportageartige schreibstil vermittelt eine beklemmende realität und irgendwie ist das buch viel zu schnell zu ende.

so seltsam die songtexte von molden's unglaublich guten plattenveröffentlichungen sind, so seltsam und schräg sind auch seine bücher. erstaunlich, wie unterschiedlich der schreibstil zu dem eher im phantastischen angesiedelten roman "austreiben" ist.

molden gehört nicht nur gehört, er gehört auch gelesen!
66 Kommentare| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Mai 2002
Die Idee, dass in Österreichs Wäldern Guerillagruppen trätig sind, hat mich fasziniert, auch wenn es meiner Meinung nach noch möglich gewesen wäre, die einzelnen Ideen und Handlungsstränge etwas auszubauen - dann hätte man ein noch längeres Lesevergnügen an dem Buch. Das ist aber natürlich Geschmackssache und regt andererseits auch die Phantasie and.
Ein Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann...
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am 28. März 2014
Sollte man einfach lesen. Wunderbar schwarzer Humor mit Wiener Seele. Nichts leicht zu lesen, aber es lohnt sich bei diesem schrägen Ende.
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am 14. Oktober 2002
Was Moldens Roman ganz besonders auszeichnet, ist seine unheimlich präzise Darstellung der "österreichischen Seele". Die Charaktere in seinen Büchern sind allesamt so plastisch und wirklichkeitsnah beschrieben, daß man manchmal denkt, es komme jemand aus dem persönlichen Bekanntenkreis darin vor. Die Sprache ist stark österreichisch eingefärbt und es wird mit regionalen Ausdrücken nicht gespart. Ebenso werden lokale Legenden und Mythen ganz bewußt mit der Wirklichkeit verwoben, sodaß wie bereits in seinen beiden letzten ausgezeichneten Romanen "Biedermeier" und "Austreiben" eine verzerrte Sicht der Realität entsteht. Damit siedelt sich der junge Autor irgendwo im Grenzbereich zwischen Phantastik und Realismus an, verweigert aber gleichzeitig jede exakte Klassifikation. Auffallend ist bei Molden auch seine offensichtliche Verbundenheit mit der Geographie seiner Heimat - in all seinen Werken tauchen Straßennamen auf, die man selber kennt, es werden Wirtshäuser besucht, in denen der eine oder andere Leser vielleicht schon einmal zu Mittag gespeist hat, und in seinem neuen Buch wird die Wanderung seines aussteigenden Protagonisten durch den nördlichen und südlichen Wienerwald so akribisch genau beschrieben, daß man der Route fast parallel auf einer Wanderkarte folgen könnte. All das zusammen erzeugt im Leser ein Gefühl von hoher Authentizität, das sich auch noch dadurch steigert, daß der Vizekanzler in "Doktor Paranoiski" gewisse Ähnlichkeiten mit einem zeitgenössischen Regierungsmitglied aufweist. Molden zeichnet ein sehr ambivalentes Bild seiner Naturschützer-Truppe. Abgesehen davon, daß keiner weiß, wieviele Mitglieder sie eigentlich zählt, so darf auch niemand fragen, wie die Ziele ihres Handelns eigentlich zu erreichen wären. Wichtig ist ihnen eine ausgeklügelte Taktik, und das Bewußtsein, alternativ und radikal zu agieren. Daß sie dabei des öfteren ihren eigenen Idealen zuwiderhandeln, stört offensichtlich keinen, und auch die Realisierbarkeit ihrer Absichten ist niemals Thema. Dafür gibt es starre interne Hierarchien und Befehle, die widerspruchsfrei auszuführen sind. Parallelen zum Bundesheer drängen sich förmlich auf. Ernst Molden ist zu intelligent, um mit "Doktor Paranoiski" ein simples Manifest für Globalisierungsgegner zu verfassen, und zu vielschichtig, um seinen Roman als Allegorie über tatsächliche politische Zustände im Land zu sehen. Er geht sogar so weit, den Text als eine Abschrift von drei Audiokassetten zu präsentieren, die vom Protagonisten einschließlich Begleitbrief an dern Herausgeber gesendet wurden. Somit kann der ganze Text noch zusätzlich als Phantasie eines kranken Aussteigers gelesen werden, der sich in eine Traumwelt zurückgezogen hat. Er schreibt: "Halten Sie sich auch vor Augen, daß, sollten die aus diesen Bändern entstandenen Papiere veröffentlicht werden, sie doch niemals zur Klarheit beitragen werden, denn alles, was Natur ist, strebt in die Verwirrung."
In diesem Sinne, viel Spaß beim Analysieren.
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