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Kundenrezensionen

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am 28. November 2013
Vor zwei Jahrzehnten las ich den "Vorläufer" dieses Buches von Manfried Rauchensteiner ("Der Tod des Doppeladlers") und war beeindruckt davon, dass darin nicht nur die Feldzüge und Schlachten, sondern auch die diplomatischen und politischen Zusammenhänge ausführlich verarbeitet wurden.

Dieses neue Buch des Militärhistorikers ist nicht eine durch intensive weitere Quellenforschungen und zwischenzeitlich verfügbare Literatur seit damals erweiterte Auflage, sondern ein grundsätzlich neu verfasstes Werk über den Ersten Weltkrieg. So umfassend wie nirgend in einem anderen Buch, einem Opus Magnum, werden neben den kriegerischen Ereignissen und dem völligen Versagen der abgehobenen - oder indolent-bis inkompetenten? - militärischen Führungen die diplomatischen, ansonst selten beachteten humanitären wie wirtschatlichen Kontexte eingebunden.

Man wird bei den verlorenen Schlachten an das Wort eines deutschen (?) Generals erinnert, der nach dem Krieg sarkastisch sagte, die österreichisch-ungarischen Soldaten hätten wie Löwen gekämpft, wären aber von Eseln geführt worden. (Der k.u.k. Generalstabchef General Franz Conrad von Hötzendorf schrieb während der mörderischen Abwehrschlachten in den Karpaten im Spätherbst 1914 nächtelang glühende Liebesbriefe an eine verheiratete Frau um diese zur Scheidung von ihrem Mann zu motivieren, enthüllte der US-amerikanische Historiker Lawrence Soundhouse).

Schlüssig führt der Autor den Beweis, dass Kaiser Franz Josef I. nach dem Thronfolger-Mord in Sarajewo die Abrechnung mit Serbien, die sich dann durch die von der Diplomatie und Politik völlig unterschätzte Bündnisautomatik zum Großen Krieg auswuchs, gezielt gewollt hatte. Dass Österreich-Ungarn, schon seit 1868 nur mehr ein Staatenbund (!) auf diesen Krieg weder militärisch ("Manövergeneralität"), diplomatisch noch wirtschaftlich vorbereitet, geschweige denn gerüstet war, ist beklemmend ebenso zu lesen, wie sich die "innere Kündigung" der Monarchie durch den Ur- und Hochadel an dessen demonstrativer Zurückhaltung nicht nur bei der Zeichnung bei den Kriegsanleihen nachweisen läßt. Entgegen vieler Legendenbildungen war Österreich-Ungarn aus eigener Unfähigkeit im innenpolitisch Organisatorischen nicht weniger als Militärischen schon 1915 auf die Hilfe des Deutschen Reiches, angewiesen. Es musste sich deshalb an Berlin schon ausliefern um nicht zusammen zu brechen noch bevor es am Vorarbend des Todes von Franz Josef 1916 zur deutsch dominierten Obersten Kriegsleitung kam.

Das Buch schließt im Jahre 1918 und dem Auflösungsprozess der k.u.k Armee sowie der Abspaltung der neuen Nachfolgestaaten. Fassungslos liest man von den nur gutwillig als "bizarr" zu qualifizierenden Manövern von Kaiser Karl sich als ö.-u. oberster Armeekommandant - zu dem er sich 1917 der kaum 30-jährige ernannt hatte - um die Verantwortung zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes mit Italien zu drücken und Militärs dafür vorzuschieben.

Die heute zum Teil nostalgisch glorifizierte österreich-ungarische Monarchie der Habsburger war lange vor dem Ersten Weltkrieg zusammen mit dem Osmanischen Reich auf dem absteigenden Ast der europäischen Mächtekonstellation. Nach der Lektüre dieses Buches weiß man als Leser auch warum.
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am 13. April 2014
Beim diesjährigen Erinnern an 100 Jahre Beginn des Ersten Weltkrieg wird man in Deutschland doch haupsächlich an den Krieg gegen Frankreich erinnern. Die Schlachten von Verdun und Flandern haben sich in das deutschen Kollektivbewusstsein eingebrannt. Die entsprechend umfangreiche Literatur zu diesem Thema ist bekannt. Daher lohnt es sich um sehr mehr einen Blick auf das Habsburger Reich zu werfen. Das Buch ist sehr umfangreich aber dennoch leicht lesbar.
Leider, leider muss ich auch das Thema fehlender Karten ankreiden. Als Leser aus Baden-Württemberg kennt man eben nicht alle serbischen, kroatischen, polnischen, tschechischen... Gebiete, Orte und Flüsse. (Wieviele Sprachen waren im Reichstag in Wien zugelassen ? Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass sich gerade in diesen Gebieten oft die Schreibweise bzw. sogar die Ortsnamen geändert haben. Gute Karten mit Heraushebung der wichtigen Orte, und das Buch hätte die volle Punktzahl.
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am 14. Februar 2014
Absolut empfehlenswertes Buch. Sicherlich in der Fülle der historischen Daten und der Beschreibung der Abläufe und Zusammenhänge ein opus magnus. Aber als Historiker verstehe ich das Fehlen des Kartenmaterials in keiner Weise. V.a. ärgert dies bei den Kriegsschauplätzen am Balkan. Wo bleibt da die Didaktik?
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am 16. März 2014
Ein gewaltiges Bild entwirft der renommierte Historiker und ehemalige Leiter des militärgeschichtlichen Museums. Leider ist das Werk bereits vor vielen Jahren als Tod des Doppeladlers erschienen. Neuere Entwicklungen, die sich zb aus der Ludendorff Biographie ergeben (wie wurde der Krieg im Osten von Ludendorff wirtschaftlich geführt), sind daher nicht berücksichtigt. Hilfreich wären zwei Ergänzungsbände: einmal ein Kartenband sowie ein Fotoband. Trotz allem ÜBERRAGEND!
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am 26. Oktober 2014
1993 veröffentlichte der Styria Verlag Rauchensteiners Buch "Der Tod des Doppeladlers". Ein hervorragendes Werk mit 720 Seiten, vielen Fotos und hervorragendem Kartenmaterial sowie einer 7-seitigen Chronik des Weltkriegs am Buchende.
Der vorliegende Band "Der erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie" ist die überarbeitete und erweiterte Fassung des "Tod des Doppeladlers". Das erfährt man als Käufer allerdings erst im "Kleingedruckten" auf der 3. Seite. Kein Hinweis darauf in der Produktbeschreibung bei Amazon. Warum man einem "alten" Buch einen "neuen" Namen gibt bleibt wohl das Geheimnis des Verlags oder des Autors. Das Ganze noch als 1. Auflage zu bewerben halte ich für fragwürdig. Ich hätte mir eine Neuauflage mit gleichem Buchnamen und eben dem Hinweis, dass es sich um eine überarbeitete Fassung von "Tod des Doppeladlers" handelt, gewünscht. Zudem sind die Überarbeitungen derart marginal, dass der Kern des Buches nicht verändert wurde. Einzelne Kapitel sind praktisch 1:1 vom ursprünglichen Werk übernommen worden. Allerdings fehlen Fotos oder Kartenmaterial vollständig, was ich für das größte Versäumnis der Neuauflage halte.
Wer bereits den "Tod des Doppeladlers" besitzt, kann sich die Anschaffung getrost sparen.
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TOP 500 REZENSENTam 3. März 2016
Um den ersten Weltkrieg habe ich trotz Geschichtsbegeisterung bis dato einen großen Bogen gemacht. Zu unverständlich und zu grausam erschien mir, was damals geschah. Dank Rauchensteiner kann ich mir den ganzen Wahnsinn jetzt besser erklären und schreibe gerade ein Buch, wie das Ganze ausgegangen wäre, wenn Franz Ferdinand seinen Feldmarschall Hötzendorf noch hätte feuern können. Das ganze 20 Jahrhundert wäre anders verlaufen!
R Opelt, Autor (Im Schatten des Kriegers)
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am 15. November 2013
Ich kenne kein Werk über das Thema Österreich Ungarn im ersten Weltkrieg, das so umfassend und vollständig abhandelt, wie dieses Buch. Durch die Vielfalt der Informationen ist es da und dort nicht so ganz flüssig zu lesen (es ist schon "schwerere Kost"), des Weiteren gehen mir Fotos, Illustrationen und Landkarten ab, aber am Detail interessierte LeserInnen kommen nicht darum herum.
Vielleicht sollte Herr Rauchensteiner bei der nächsten Überarbeitung eine zweibändige Version in Erwägung ziehen - eben MIT Karten- und Bildmaterial, in einem Band geht es sicherlich nicht (das Buch hat ohnehin bereits etwa 1200 Seiten reinen Text).
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am 21. Februar 2014
Dieses Werk lenkt endlich den Blick auf die anderen Schauplätze des ersten Weltkriegs, sonst wird der Focus ja auf die Westfront gelegt. Sehr detailliert, umfassend und gut geschrieben. Die fehlenden bzw. sehr mangelhaften Karten schmerzen jedoch sehr, gerade was den Balkan anbelangt. Eigentlich ein grober Schnitzer.

Was auch auffällt, ist des Autors Faible für Füllwörter, die nicht immer sinnvoll sind. Das Wörtchen "regelrecht" kommt geradezu inflationär vor. Oder sollte ich sagen, regelrecht inflationär?
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am 11. August 2014
politisch weniger korrekt als befürchtet. Ich meinte, vieles über die K.u.K-Rolle im WK1 zu wissen, bin aber eines besseren belehrt worden.

Einige Kommentatoren bemängeln fehlende Karten. Ein ergänzendes Kartenwerk würde aber den Umfang eines Buches sprengen. Wer entsprechend interessiert ist, wird sich einen Atlas zum Buch leisten, wesentlich besser, als im Buch zwischen Text- und Kartenteil zu blättern. .
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am 1. Februar 2016
Dieses Buch zum I. Weltkrieg stellt ohne Zweifel DAS Monumentalwerk zur Geschichte der k.u.k. Armee im Krieg dar. Ausgezeichnet recherchiert mit sehr guten Literaturhinweisen dient mir dieses Buch als ständiges "Nachschlagewerk" in der Weltkriegsforschung. Ich gebe eine klare 5 Sterne Kaufempfehlung.
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