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am 14. März 2017
Hörl stellt sich mutig gegen den (wie er es nennt:) linken Mainstream. Man merkt, der Mann unterrichtet seit Urzeiten Wirtschaft. Von Soziologen wie Felber und Jean Ziegler hält der Ökonom Hörl nicht so viel. Er zerpflückt die Untergangsszenarien von Christian Felber und Jean Ziegler (dem er sogar Zahlen-Manipulation vorwirft) mit wenigen Zahlen und Fakten. Man fasst es nicht, wie leicht die naiven Menschen den roten Rattenfängern auf den Leim gehen. Man könnte das Werk als Aufdeckerwerk gegen die Fake-News des Staates und der Medien verstehen. Es ist sehr gut zu lesen. Manchmal ist es richtig lustig, obwohl es eigentlich traurig ist, dass man darüber eigentlich ein Buch schreiben muss.
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am 2. März 2017
Hörl legt sich mit großem Mut mit den Grünen in Schulen und Uni an Medien an. Er lässt sich von dem nebulosen Untergangsgequatsche unserer grünalternativen Religionslehrer nicht beeindrucken. Und die Gemeinwohl-Ökonomie von Herrn Felber erklärt er anhand dem verarmten kommunistischen Indien bis 1990. Wenn Felber gegen Globalisierung und Konzerne hetzt, dann beweist Hörl, dass nur erst durch beide verarmte Gemeinwohl-Experimente wie die Volksrepublik China aus der Armut gekommen sind.
Das Buch räumt mit vielen grünen Mantras auf. Es gebührt Hochachtung, wenn man sich in diesen Zeiten so weit als Bürgerlicher alter Schule zu erkennen gibt.
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am 31. März 2016
Zunächst einmal wird ein privater Feldzug gegen Herrn Felber geführt, ohne auf das, was dieser schreibt auch nur im Geringsten einzugehen - er hat es nicht verstanden. Ständig versucht er ihm unterzujubeln, er sei ein verkappter Marxist. All das, was er schreibt, ist ausgemachter Mummpiz - denn der Kapitalismus hat sich selbst entblöst. Empfehlenswert wäre einmal in sich zu gehen und Autoren wie Stiglitz u.a. zu lesen. Grundwissen in Ökonomie ist wünschenswert - vor allem wenn man Bücher darüber schreibt.
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am 9. Januar 2013
Ich muss den beiden letzten Kurzrezensionen etwas widersprechen. Vieles in diesem Buch stimmt zwar und der Kapitalismus ist sicherlich das bessere Wirtschaftsmodell als der Sozialismus/Kommunismus in marxistisch/lenininstischer Ausprägung. Auch stimme ich dem Autor uneingeschränkt zu, dass es höchst notwendig wäre, das wirtschaftliche Allgemeinwissen der Bevölkerung anzuheben und wenn die ZIB-Redaktion unterschiedliche Defintionen von Armut nicht berücksichtigt, ist das sicherlich auch zu kritisieren.

ABER: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Das begründe ich wie folgt:

Ich begann dieses Buch nach der Lektüre des sehr empfehlenswerten Büchleins von Christian Ortner ("Prolokratie") zu lesen und erwartete Gleichwertiges. Doch schon nach den ersten dreißig Seiten bekam ich ein ungutes Gefühl, das sich bei weitere Lektüre verfestigte. Hörl geht von der (ungeschriebenen) Hypothese aus, dass Christians Felber "Gemeinwohl-Ökonomie" nichts anders als die überwunden geglaubte Heilslehre von Karl Marx in neuem Kleid ist und möchte dies anhand von Originalzitaten beweisen. Er behauptet zum Beispiel, dass Felbers These die Theorie der Ausbeutung der Arbeiterklasse von Karl Marx in moderner Verpackung ist: "Felber formuliert die Marxsche Kritik am Kapitalismus in seiner "Gemeinwohl-Ökonomie": Der Kern des Kapitalismus ist, dass sich die einen - KapitalbesitzerInnen, Mächtigeren - den Mehrwert der Arbeit von anderen - Ohnmächtigen, NichtbesitzerInnen von Kapital - legal aneignen." [Fußnote: Christian Felber, Die Gemeinwohl-Ökonomie, S. 38] Die Richtigkeit der "Theorie der Ausbeutung" ist aber fundamental anzuzweifeln. (...) (Hörl 2012, S. 48).
Wenn man sich das Originalzitat in Felbers Gemeinwohl-Ökonomie ansieht, dann erkennt man, dass das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde: Felbers Satz ist zwar genauso formuliert wie von Hörl wiedergegeben, nicht dazu gesagt wird aber, dass dieser Satz Inhalt des Punktes 1 in Felbers Aufzählung der "nicht erlaubten Verwendungen von Überschüssen" des (von Felber sehr wohl akzeptierten Gewinnes des Unternehmens) ist und Hörl lässt den voranstehenden Satz einfach aus. Felber stellt nämlich von Seite 36 bis Mitte seite 38 die erlaubte Verwendung von Überschüssen in der Gemeinwohl-Ökonomie dar, das sind 1. Investitionen, 2. Rückstellungen für Verluste und 3. Aufstockung des Eigenkapitals auf hundert Prozent, 4. Ausschüttung an die MitarbeiterInnen, 5. Leihgabe an Mitunternehmen. Dann beginnt das erwähnte Kapitel "Nicht erlaubte Verwendungen von Überschüssen". Ich zitiere zur besseren Nachvollziehbarkeit des gesamten Text Felbers in folgendem Absatz, der von Hörl kritisierte Satz ist der zweite Satz in Punkt 1:
" Nicht erlaubte Verwendungen von Überschüssen [Überschrift und Absatz] 1. Ausschüttung an EigentümerInnen, die nicht im Unternehmen arbeiten. Der Kern des Kapitalismus ist, dass sich die einen - KapitalbesitzerInnen, Mächtigeren - den Mehrwert der Arbeit von anderen - Ohnmächtigeren, NichtbesitzerInnen von Kapital - legal aneignen. Die Frage ist, wie es dazu kommt, dass wenige viel Kapital besitzen und viele wenig, und was dagegen systematisch getan werden kann. Das Heikle an der Debatte ist, dass es viele verschiedene Wege gibt, zu großem Kapitalbesitz zu kommen. Einige davon stehen in Einklang mit allen Grundwerten der Gesellschaft (persönlicher Arbeitseinsatz bei gleichzeitiger Rücksichtnahme auf alle anderen und Wahrnehmen von Verantwortung), andere jedoch in krassem Widerspruch (rücksichtsloses Besitz- und Machtstreben, Trickserei, Erbschaft oder Glück)." (Felber 2010: Gemeinwohl-Ökonmie. Das Wirtschaftsmodell der Zukunft, S. 38).

Man kann zwar darüber berechtigt diskutieren, ob es richtig ist, Erbschaft und Glück gemeinsam mit negativen Charakter-Eigenschaften zu diskutieren, denn es kommt wohl mehr darauf an, was die Erben oder die Lotteriegewinner mit ihrem Vermögen machen und sie könnten damit ja auch Arbeitsplätze schaffen oder hohe Summen an Wohlfahrtseinrichtungen spenden. Klar ist jedoch, dass hier Hörl etwas macht, was er den "linken Gemeinwohl-Aktivisten" vorwirft: nämlich dem Leser eine Halbwahrheit aufzutischen.

Ohne es jetzt mangels eigener vorhandener Quellen überprüfen oder belegen zu können, darf man wohl vermuten, dass dies nicht das einzige Beispiel einer Verzerrung ist.

Weiters misstrausch an diesem Buch machte mich:

- die Darstellung des ORF als ein nur von der SPÖ politisch beinflusstes Medium (S. 20-24);
- die prinzipielle Behauptung, dass das Auseinanderdriften von Reich und Arm nicht stimmt, immerhin hat das sicherlich nicht gerade als links verdächtige Weltwirtschafts-Forum in Davos genau das auf der Tagesordnung;
- die Behauptung, dass Korruption und Skandale haupsächlich im Österreich der 70er und 80er Jahre aufblühten, (in der Kreisky-Ära). Hingegen findet die blühende Korruption unter Schwarz/blau bw. Schwarz/orange nach der Wende 2000 (Waidmanns heil) nicht in einem einzigen Satz Erwähnung (mit Ausnahme eines kurzen Hinweises auf die Telekomaffäre 2011 auf Seite 224, welche neben SPÖ auch ÖVP-Politikern zugerechnet wird).

Zusammengefasst schließe ich mich in Bewertung und Urteil der Aussage des ersten Rezensenten an: man sollte das Buch lesen, weil das Thema wichtig ist und vieles darin Ausgesagte, auch richtig und lehrreich ist (z.B. die Darstellung des wirtschaftlichen Niedergangs in den ehemaligen "Ostblockstaaten". Aber man/frau möge bitte kritisch lesen und blinde Flecken sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite vermeiden. Der Autor leidet wohl eher auf der rechten Seite unter Sehschwäche.
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am 2. März 2014
Die Gemeinwohlthematik und eine kritische Ausenandersetzung mit dem Terminus des Gemeinwohls aus liberaler Sicht wäre eigentlich ein spannendes Thema, darum habe ich mir auch diesen Titel bestellt. Ich hätte jedoch das dafür investierte Geld lieber für ein anderes Buch gespart, denn ein so wirres und wissenschaftlich zudem auf tiefstem Niveau einzustufendes Buch habe ich wohl noch nie gelesen. Das Einzige was bewundernswert ist, ist die Motivation, Überzeugung und Selbstgerechtigkeit, mit welcher der Autor seine lehrerhafte Anklage gegen Alles vertritt, was in sein manchesterliberales Weltbild nicht hineinpasst. Dazu ist das Ding so schlecht gemacht, dass man nur darum weiterliest, weil man sich wundert, ob es 50 Seiten später nicht doch etwas weniger schlecht weitergehe. Aber nein, es wird noch schlechter: Wild werden Faktenbruchstücke aus den von ihm als links verschrienen Medien zusammengepickt (ohne, dass man, weil ein Literaturverzeichnis fehlt, seine "Zitate" nachprüfen könnte), überhaupt bedient sich der Autor v.a. aus Tageszeitungen und Webquellen als Basis seiner "wissenschaftlichen" Arbeit. Dem Buch fehlt ein Mindestmass an Struktur und Folgerichtigkeit, Behauptung folgt auf Behauptung ohne saubere Diskussion. Der Autor ist irgendwo in den siebziger Jahren des letzten Jahrhundert stehen geblieben, bei einer Abwehrschrift gegen die 68-er und den Neomarxismus. Am lächerlichsten wird es bei seinen "internationalen Kapiteln", seine Analyse der Situation in Afrika ist so differenziert, wie diejenige eines 14-Tage, alles inklusive-Afrikatouristen. Also, die liebe Leserin, der liebe Leser spare sich das Geld, der Autor hat ja offensichtlich Schreibdiarroe und noch mehr solche Bücher gsechrieben, wie ich den Anzeigen im Buch entnehme.
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am 27. Februar 2017
Auch wenn die Wahrheit weh tut, die Wortwahl hart ist, so bleiben die Fakten unumstritten.
Lesenswert, ja eigentlich ein muss.
Weiter so mit offenen, ehrlichen Worten, auch wenn die Systemschreiberlinge hier an der negativen Rezension mitwirken um den Verkauf des Buches zu sabotieren.
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am 3. August 2012
In seinem ca. 400 seitigen Buch setzt sich Hörl sehr kritisch mit den neuen aber auch alten Theorien über kommunistisch-sozialistische Wirtschaftsmodelle auseinander. Faktenreich weist er nach, wie von Anhängern der Theorien oft mit Halb- und Unwahrheiten gearbeitet wird. Er argumentiert, dass hinter der aus seiner Sicht permanenten Panikmache bestimmter Parteien, staatsnaher Medien oder Vertretern eines neuen sozialistischen Weges dabei durchaus ein Machtkalkül steht (Wem nützt die permanente Panikmache vor der Armut? Stichwort: 30 Jahre SPÖ Regierung in Österreich. Er verweist auf die enorme Verquickung von Medien (ORF, große Tageszeitungen) in diesen Prozess und dass sich fast die gesamte (geistes-)wissenschaftliche 'Intelligenzia' freiwillig vor den Sozio-Kommunistischen Karren sperren lässt (inklusive der Lehrerausbildung in unseren Schulsystemen). Das Massensterben von -zig Millionen im Stalinistischen Russland und Maoistischen China, die (auch) direkte Folgen der Systeme wären, würden dagegen komplett ignoriert.

Nicht einmal ökonomisches Basiswissen sei in breiten Schichten der Bevölkerung vorhanden ' und das sei durchaus gewünscht. Besonders kritisch werden dabei die (sozial-utopistischen) Thesen von Christian Felber (Gemeinwohl-Ökonomie) betrachtet und deren Konsequenzen, die letztlich in ein totalitäres System führen würden, aufgezeigt. Die Ära Kreisky sei ein besonderer Sündenfall der österreichischen Geschichte, seit Beginn der Clinton-Ära wäre die amerikanische Notenbank zur Niedrigzinspolitik gezwungen geworden (Anmerkung des Rezensenten: im Unterschied zur europäischen muss diese durchaus die Regierung unterstützen) um den privaten Hausbau zu ermöglichen. Erst dadurch war die Finanzblase/-Krise entstanden.

Dagegen werden die bisherigen Erfolge kapitalistischer Systeme gestellt, die auf der Initiative, dem Risiko und der Tatkraft von unzähligen (Kleinst-)Unternehmern beruhen, wie aktuell z.b. die Entwicklung im wirtschafts-kapitalistischen China zu beobachten. Es wird nachgewiesen, dass in der (wachsenden) Wirtschaft das Nullsummenspiel (Wenn einer Mehr hat, muss der andere weniger haben) nicht gilt, dass die Einkommensunterschiede eher sinken zumindest(alledings auf höherem Niveau) aber gleich bleiben (auf keinen Fall aber so groß sind wie von Gewerkschaftsbossen oft dargestellt). Vorhandene Fehlentwicklungen in den Systemen würden bei Verbesserung der Lebenssituationen vieler mit deren steigendem Einfluss vom System korrigiert werden. Großkonzerne verfügen über tendenziell sinkenden Einfluss, da sie aufgehen und vergehen (z.B. General Motors) und langsamer wachsen als die Weltwirtschaft.

Immer wieder werden auch wirtschaftliche Basis-Zusammenhänge erläutert. Im vorletzten Kapitel erarbeitet der Autor ein 19 Punkteprogramm: Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Situation. Diese reichen von mehr Wirtschaftsunterricht (der Autor unterrichtet selber!), zu allgemein bekannten Vorschlägen wie Demokratisierung von Medien, Verringerung des Subventionswahns bis hin zur zwingenden Ökonomie-Ausbildung für Politiker.

BEWERTUNG: Mit dem Buch möchte der Autor einen bewussten Gegenpol zum aktuellen (angeblichen) antikapitalistischen Grundtenor in unserer Gesellschaft setzen. Er möchte auch Optimismus verbreiten und zu kritischem Denken anregen. Mitunter ist er dabei in der Faktenlage unkritisch (z.B. werden die (relativ) geringen Gehälter von Key-Account-Managern als Beispiel herangezogen, dass Manager gar nicht so viel verdienen. Dabei übersieht er, dass diese "Manager" früher vielleicht schlicht Großkundenbetreuer geheißen haben). Deutsche werden generell als pessimistisch, Schweizer als optimistisch geschildert ' das sind Pauschalbwertungen, die meines Erachtens keiner ernsthaften Überprüfung stand halten. Auch meine persönlichen Erfahrungen sind da viel differenzierter.

Eine besonders peinliche Entgleisung erlaubt sich der Autor bei der Pauschalbewertung von Frauen im Rahmen des Kapitels, mit dem er die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen erläutern will (die von den Interessensvertretern oft stark überzeichnet werden). Zitat: "'Frauen wählen ihr Studienfach eher nach den Gesichtspunkten ''Macht es Spaß?'' oder ''Bin ich damit unter Interessanten Menschen?' ...' ' Für Männer steht bei der Berufswahl eher das Verlangen im Vordergrund, einmal gut davon leben oder eine Familie ernähren zu können. Oder sich eine Partnerin ''leisten'' zu können, die beruflich weniger Ehrgeiz an den Tag gelegt hat."' Sorry Mr. Hörl, aber damit begeben Sie sich auf das Niveau von Herrn Felber - oder darunter.

Besonders vermisse ich eine kritische Betrachtung der aktuellen Finanzkrise. Hier stehen wir mitten in einer der oben angesprochenen Fehlentwicklungen des Kapitalismus, die dringendst (im Rahmen eines kapitalistischen Wirtschaftssystems) reguliert gehört. (Stichworte: unregulierte Derivatemärkte, unkontrollierte Schattenbanken, exzessive Bonus-Systeme die überbordende Risiken fördern, ihr zu großer (massiv gewachsener) Anteil an der Wertschöpfungskette, der letztlich Kraft aus der Realwirtschaft nimmt. Und vor allem zu große Banken, so dass Sie nicht Konkurs gehen dürfen, ohne die Realwirtschaft in den Abgrund zu stürzen ' ein zutiefst antikapitalistischer Grundsatz.)

Strukturell ist der Aufbau des Buches teilweise nicht überzeugend. Die Kapitelfolge ist nicht immer logisch, die Inhalte, die reingepackt werden, passen nicht zum Thema. Besonders nerven viele Wiederholungen, insbesondere in den Attacken auf Felber, die Regierungen etc. Ohne diese Wiederholungen wäre das Buch auch ohne Informationsverlust (!) deutlich kürzer geworden.

FAZIT: Das Buch ist wichtig, weil das Thema wichtig ist: Der Gegenpol zum aktuellen Kapitalisten-Bashing ist notwendig! Die Aufklärungsarbeit (verständliche Information über wichtige wirtschaftliche Zusammenhänge) ist wertvoll, genauso die kritische Auseinandersetzung mit den kommunistisch/sozialistischen/gemeinwohlökonomischen Wirtschafts- und Gesellschaftsutopien. Aber die Kritik ist auch undifferenziert, pauschalierend und polarisierend: das freut vielleicht Anhänger, überzeugt aber nicht wirklich Menschen, die Orientierung im aktuellen schwierigen Umfeld suchen.
Daher leider nur 3 von 5 Punkten und bedingt empfehlenswert.
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am 10. September 2012
Deduktion oder Emotion

Die Gemeinwohl-Falle polarisiert genauso wie die Gemeinwohl-Ökonomie. Markt-Liberale finden ihre Argumente in der "GW-Falle", Linke in der "GW-Ö". In der Argumentationsweise unterscheiden sich die beiden stark: Felber schließt von negativen Einzelfällen auf die Verkommenheit des gesamten Systems, Hörl bemüht zahlreiche Statistiken und teilweise sehr engagiert aufbereitetes Material, um das Ganze abzubilden.

Dabei wird Hörl manchmal zu wissenschaftlich und zu zahlenlastig. Hörl ist Zahlenmensch, Felber Gefühlsmensch, den negativen Vorkommnissen im Leben radikale Schritte fordern lassen. Felber möchte Industrie und Wirtschaft verstaatlichen und vergesellschaften, alle Börsen schließen, den Markt als Preisbildungsinstrument generell ausschalten. Politiker sollen die Preise stattdessen international aushandeln.
Ein gefundenes Fressen für Hörl - er hält Felber ähnliche Forderungen von kommunistischen Staaten wie DDR, China oder mit Einschränkungen, Indien entgegen.

Jean Ziegler ein Schwindler?

Spannend wird es, wenn Hörl Jean Ziegler als Lügner oder Franz Hörmann als wirtschaftlich Uninformierten hinstellt. Da schlägt man schon einmal in den betreffenden Büchern nach.
Wer Kritik gut verträgt und radikal andere Sichtweisen verträgt, sollte sich auf das Experiment der Gemeinwohl-Falle einlassen.
Weil es insgesamt aber einfach zuviel an Information ist und doch einiges an ökonomischem Vorwissen vorausgesetzt wird (auch wenn das anders angegeben wird), gibt es nur vier Pubkte.
Das Buch könnte man überhaupt in drei Bücher zerlegen: Denn der liberale Staat, den Hörl aufbauen möchte, hat eigentlich nichts mit Felber zu tun. Und die Missverständnisse über Ökonomie (wie den Zinseszinseffekt), die Hörl seitenweise erklärt, hängen mit Felbers GWÖ auch nicht zusammen.
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am 20. März 2013
Eine sehr persönliche Sichtweise der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens. Das Buch ist sehr unstrukturiert und wirkliche Gegenargumente findet er nicht gegen den Gemeinsinn. Für ihn ist die das perfekte System der Kapitalismus (ungeachtet was er bis jetzt verursacht hat) und mit allen möglichen, auch haarsträubenden Quellen aus Internet und Zeitungen versucht er seine Ideologie hier zu rechtfertigen. Hätte mir mehr erwartet. Richtige Kritik eben und fachkundige Argumente.
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am 16. März 2013
Das Buch umfasst neun Kapitel mit unzähligen Unterkapiteln auf über 420 Seiten. Diese Unterkapitel haben aber nur selten einen inhaltlichen Zusammenhang zum Überkapitel. Dabei springt der Autor von einem zum anderen ohne tiefere erklärende Argumentationsstränge. Seine Quellen bezieht er großteils aus Zeitungen, Zeitschriften und Internet. Mit diesen will er die Faktenlage klären. Was doch sehr verwundert, behauptet der Autor doch, der Mainstream der Medienlandschaft sei im Grunde von den Linken dominiert. Man wartet auf die wissenschaftlichen Befunde, die dem ganzen mehr Gehalt geben könnten. Wissenschaftliche Belege sind allerdings genauso Mangelware, wie bei jenen die er kritisiert.

Er spricht von den Sozialwissenschaften so, als seien sie eine sozialistisch motivierte Wissenschaft, anscheinend ohne zu wissen, dass innerhalb dieser auch andere, darunter liberale und konservative Strömungen existieren. Von wegen, nur die anderen sind Verschwörungstheoretiker. Seine durchwegs wirtschaftsliberalen Überlegungen besitzen aber keinen gesellschaftlich liberalen Unterbau.

Dazu Seite 336, wo es heißt: „Testosteron ist ebenso vererbt wie zum großen Teil die Intelligenz. Wer das nicht akzeptiert, wandert permanent am Rand der Esoterik. Die Betriebswirtschaft muss keinem ideologischen Duktus gehorchen, deshalb erzielt sie Ergebnisse, die im echten Leben anwendbar sind.“ (Seite 336)

Ziemlich vermessen, von einem „echten Leben“ zu sprechen, und gleichzeitig den Menschen als ausschließlich von der Natur bestimmtes Wesen zu beschreiben. Soziale Einflussfaktoren existieren bei ihm faktisch nicht. Dazu verschweigt er nur allzu gern, dass die ökonomische Wissenschaft nicht so einheitlich ist, wie er sie gerne hätte. Auch hier gibt es Paradigmen, wenn nicht gar Ideologien. Hörl vertritt in diesem Buch nur seine festgefahrene Meinung und kehrt alles andere zur Seite. Das eigentliche Vorhaben des Buches, eine eingehende faktenbasierte Kritik an „Europas Neuer Linken“ durchzuführen, findet nicht statt. Dagegen verfällt er in Pauschalisierungen und verkürzten Darstellungen seiner ausgewiesenen Gegnerschaft. Kritiken an den neuen linken Ideen sind berechtigt, aber seine Darstellung hat wenig Gehalt. Ich hätte mir eine tiefergehende Behandlung der jeweiligen Modelle gewünscht.

Einige Fehler des Buches sind allein schon seiner selektiven Wahrnehmung geschuldet, da er ständig aus Sicht eines Betriebswirts argumentiert und fälschlicher Weise von „Betriebswirtschaft“ spricht, wenn er gesamtökonomische Abläufe erklärt. Ähnliche Verwechslungen kennt man von der österreichischen Finanzministerin.

Zudem treten in seinen Argumentationen Widersprüche und Inkonsistenzen auf. So spricht er einerseits vom Immobilienbesitz als Möglichkeit der Armut und der Inflation zu entkommen andererseits hingegen von überhöhten Immobilienpreisen verursacht durch Niedrigzinspolitik.
Die „ownership-society“-Programmatik in den USA hat darauf abgezielt jeden zu einem Immobilienbesitz zu verhelfen. Die Folgen sind bekannt. Schlussendlich ist der Erwerb von Immobilien auch immer nur eine spekulative Anlageform, wie viele andere. Mieter daher, wie der Autor es tut, wirtschaftliche Unkenntnis vorzuwerfen, ist unreflektiert. Man könnte meinen er macht selbst Politik, um von steigenden Immobilienpreisen zu profitieren.

Mein Fazit: Absolute Kaufempfehlung für jene, die Ahnung von Wirtschaft haben und ihr wirtschaftliches Verständnis mit Hilfe der Widerlegung vorgebrachter Scheinargumenten schärfen möchten.
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